INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung
1.1 Von der Notwendigkeit antirassistischer Erziehung
2. Hauptteil
2.1 Das Phänomen des Rassismus
2.1.1 Ursachen und Funktionen für Rassismus bzw.
Rechtsextremismus
2.2 Zum Begriff der Empathie
2.2.1 Psychologischer Exkurs
2.2.2 Empathieentwicklung - Ein Prozeß interkultu-
rellen Lernens
2.2.3 Empathieentwicklung - Chance für antirassisti-
sche Erziehung
Empathieentwicklung - Grenze für antirassisti-
sche Erziehung
3. Schlußteil
3.1 Zusammenfassung
4. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Von der Notwendigkeit antirassistischer Erziehung
Die Bevölkerung Deutschlands hat sich infolge vergangener und gegenwärtiger Migrationen unübersehbar von einer überwiegend monoethnischen und monokulturellen zu einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft entwickelt. (vgl. Essinger/Ucar 1984, IX) Zwischen den Bevölkerungsgruppen existieren demnach logischerweise unterschiedliche Werte, Traditionen und Ausdrucksweisen, kurz Verschiedenheiten in der Kultur. Doch noch immer oder gerade deshalb existieren zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen erhebliche Machtunterschiede, woraus Spannungen, die nicht selten mit Verachtung und Gewalt gegenüber ethnischer Minderheiten verbunden sind, resultieren. Rassismus heißt dabei das noch immer verstärkt beobachtbare Phänomen, welches eine bedeutende Rolle zwischen den Beziehungen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen spielt. (vgl. Batelaan. In: Borelli/Hoff 1988, 12 ff.)
Und genau diese feindseligen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind es, die interkulturelles Lernen zu einer Notwendigkeit werden lässt. Interkulturelles Lernen meint hier jenes Lernen, welches
„[...] Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen und religiösen Gruppen [...]“ (Führing/ Mané 1994, 57)
fördern soll.
Antirassistische Erziehung ist somit ein wesentlicher und bedeutender Bestandteil interkulturellen Lernens. Antirassistische Erziehung versteht sich in diesem Zusammenhang als eine Chance, das Zusammenleben der Menschen in einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft zu ermöglichen, und somit „eine Veränderung einer tiefverwurzelten Mentalität“ (Larcher 1991, 59) herbeizuführen.
Doch welche Möglichkeiten bestehen für eine solche Bewusstseinsveränderung mit dem Ziel einer antirassistischen Erziehung bzw. Denkweise? Ich möchte mich in folgender Arbeit mit der Möglichkeit der Empathieentwicklung auseinandersetzen, und in diesem Zusammenhang
die Chancen und Grenzen der Empathieentwicklung für eine antirassistische Erziehung erörtern. Das Thema vorliegender Arbeit lautet dementsprechend: „Empathieentwicklung - Chance und Grenze für antirassistische Erziehung.“
Im Vorfeld werde ich mich außerdem mit dem Phänomen des Rassismus auseinandersetzen.
2. Hauptteil
2.1 Das Phänomen des Rassismus
Laut lexikalischer Begriffsbestimmung wird der Rassismus als
„die Ideologie, Angehörige einer gesellschaftlichen Gruppe aufgrund ihr physischen und sozialen Merkmale als minderwertig und unterlegen anzusehen und daraus ein ‚naturgegebenes Recht‘ zur Diskriminierung, Unterdrückung, Vertreibung oder sogar Vernichtung abzuleiten“ (Bäumer, R. 1993, 723), definiert.
Nach Memmi (1987) ist Rassismus durch eine negative Wertung der Unterschiede aus einer bestimmten Interessenlage heraus gekennzeichnet. Er definiert Rassismus folgendermaßen:
„[...] Rassismus besteht in einer Hervorhebung von Unterschieden, in einer Wertung dieser Unterschiede und im schließlichen Gebrauch dieser Wertung im Interesse und zugunsten des Anklägers“ (Memmi 1987, 44).
Ihm zufolge ist Rassismus
„[...] die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher und fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“(Memmi 1987, 164).
Den „Mythos im rassistischen Denken“ (Memmi 1987, 56) beschreibt er wie folgt:
„Sofern es einen Unterschied gibt, wird er interpretiert, gibt es ihn jedoch nicht, so wird er erfunden“ (Memmi 1987, 56).
Den Ursachen und Funktionen des Phänomens des Rassismus möchte ich im Folgenden nachgehen.
Arbeit zitieren:
Sandra Richter, 2000, Empathieentwicklung - Chance und Grenze für antirassistische Erziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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