1. Analyse der Lerngruppe und der Lernausgangslage Es handelt sich bei der Lerngruppe, die sich aus 20 Mädchen und 10 Jungen zusammensetzt, um eine 7. Klasse mit Französisch als zweiter Fremdsprache. Die Lerngruppe befindet sich im zweiten Lernjahr. Ich unterrichte in dieser Lerngruppe seit Beginn des Schuljahres und kenne die Schülerinnen und Schüler deswegen besonders gut. Es handelt sich meines Erachtens um eine sehr nette und motivierte Lerngruppe, was das Erlernen der französischen Sprache und auch das Kennen lernen der französischen Kultur betrifft.
Für die Klassenstufe 7 gilt an der Schule bereits der verkürzte Lehrplan für G8. Als Lehrwerk ist das neue Découvertes eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit dem zweiten Band. Die vier für die Jahrgangsstufe 7 vorgesehenen Wochenstunden finden mittwochs in der ersten und zweiten, donnerstags in der sechsten und freitags in der fünften Stunde statt. Hierbei ist zu beachten, dass von Mittwoch auf den darauf folgenden Tag wegen Nachmittagsunterricht keine Hausaufgaben aufgegeben werden dürfen.
Die Rahmenbedingungen für die heutige Stunde sind günstig, denn der Klassenraum wurde kürzlich renoviert. Die Tafel ist jedoch nicht magnetisch. Daher werde ich das für die heutige Stunde benötigte Präsentationsmaterial mit Klebepads an der Tafel befestigen. Die Tische der Schülerinnen und Schüler sind in Hufeisenform aufgestellt, was mir als Lehrkraft die Möglichkeit gibt, bei der eingeplanten Partnerarbeitsphase ungehindert durch den Raum zu gehen und individuell Hilfestellung zu leisten. Auch können die Schülerinnen und Schüler ohne größere Schwierigkeiten nach vorne an die Tafel gebeten werden. Seit Beginn des Jahres hatte ich viel Gelegenheit, das Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten der Lerngruppe genauer zu beobachten. Es handelt sich um eine motivierte und wissbegierige und auch sehr lebhafte Gruppe. Die Lebendigkeit der Gruppe und die allgemeine Bereitschaft vor der Gruppe zu sprechen kommt dem kommunikativen Anspruch des Fremdsprachenunterrichts zu Gute. Allerdings kann die Kommunikationsfreudigkeit der Klasse auch dazu führen, dass der Geräuschpegel für meine Begriffe zu sehr ansteigt, und dadurch ein effizientes Arbeiten im Unterricht erschwert wird. Um dem erwähnten Fall entgegenzuwirken und eine angenehme Arbeitsatmosphäre beizubehalten, müssen störende Schülerinnen bzw. Schüler rechtzeitig ermahnt werden.
Was die Leistungsfähigkeit der Lerngruppe anbelangt, so ist festzuhalten, dass die Lernenden im Allgemeinen über eine gute Auffassungsgabe verfügen und in der Lage sind, neue Lerninhalte schnell aufzunehmen. Bei genauerer Beobachtung ist die Gruppe in ihren Leistungen jedoch sehr heterogen. Es gibt eine Reihe von Schülerinnen und Schülern, die Lerninhalte viel schneller durchschauen als der
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Durchschnitt. In schriftlichen Einzel- und Partnerarbeiten fällt auf, dass diese Schülerinnen und Schüler meist schneller fertig werden als der Rest der Klasse. Umgekehrt gibt es etwa vier langsamer lernende Schülerinnen und Schüler, die in Einzelarbeitsphasen besonders unterstützt werden müssen. Der Schwerpunkt der heutigen Stunde liegt auf der Förderung der kommunikativen Kompetenz des Hörverstehens. Allgemein ist zu sagen, dass die Lerngruppe in ihrer Hörverstehenskompetenz sehr heterogen ist. Wenn Hörübungen aus dem Lehrbuch als Maßstab genommen werden, so sind etwa sechs Schülerinnen und Schüler nach dem ersten Hördurchgang bereits in der Lage, Detailfragen zu beantworten (A2). Etwa 20 Schülerinnen und Schüler können nach dem ersten Hören Globalfragen und nach dem zweiten Hören die geforderten Detailfragen beantworten (A1). Die restlichen Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, alle gefragten Details in den Hörtexten zu verstehen. Wie mit diesen verschiedenen Voraussetzungen umgegangen wird, wird im methodischen Teil näher beschrieben. Des Weiteren soll in der heutigen Stunde die kommunikative Kompetenz des Schreibens gefördert werden. Auch hinsichtlich der Schreibkompetenz gibt es in dieser Lerngruppe große individuelle Unterschiede. Etwas über die Hälfte der Lernenden sind in der Lage, relativ zügig und ohne grobe Verstöße gegen die Regeln der französischen Grammatik einfache Dialoge zu ihnen bekannten Themen zu schreiben und kurze Briefe oder Postkarten zu verfassen. Damit haben sie die Kompetenzstufe A1 erreicht. Etwa zehn der Lernenden benötigen mehr Zeit, um ihre Gedanken und Anliegen relativ verständlich auszudrücken, und auch nach längerer Bearbeitungszeit unterlaufen ihnen noch für das Verständnis störende Fehler. Etwa drei der Schülerinnen und Schüler brauchen deutlich mehr Bearbeitungszeit und bringen meist nur sehr knapp gehaltene und meist sehr fehlerhafte Schreibprodukte zustande. Wie mit diesen unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler umzugehen sein wird, findet im methodischen Teil des Entwurfs Berücksichtigung. Bezüglich der methodischen Kompetenzen ist zu sagen, dass die Lernenden mit einem Großteil der in der heutigen Stunde geplanten Methoden gut vertraut sind. Sie kennen den Ablauf von Hörverstehensübungen, in denen es darum geht, in mehreren Hördurchgängen verschiedene Informationen herauszufiltern. Auch sind es die Schülerinnen und Schüler gewöhnt, in Partnerarbeit Dialoge bzw. Telefongespräche zu verfassen. Ein Großteil der Lernenden führt Präsentationen vor der Gruppe mit viel Freude durch. Auch das Bearbeiten von Höraufträgen ist in dieser Lerngruppe mehrfach geübt worden. Ferner sind die Schülerinnen und Schüler gewöhnt, sich das Wort in Form einer Redekette weiterzugeben.
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2. Einordnung der Stunde in die Unterrichtssequenz
Die heutige Unterrichtsstunde mit dem Thema Écouter et comprendre la météo ist Teil einer Unterrichtseinheit zum Thema Tourisme et la région Midi-Pyrénées. 1 Zu Beginn der Reihe wurden die geographische Lage der Region und die Besonderheiten der Gegend zusammen mit den Lernenden erarbeitet und besprochen. Daraufhin wurden die Lektionstexte eingeführt, in denen es um einen Ausflug zweier Familien in die Pyrenäen geht. Die Familien brechen bei strahlendem Sonnenschein auf, jedoch endet die Bergtour fast mit einer Katastrophe: Ein Gewitter zieht auf und die Familie ist gezwungen, sich so schnell wie möglich zurück zum Campingplatz zu begeben und Unterschlupf zu suchen.
In der unmittelbar vorausgehenden Unterrichtstunde bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Brief ihrer (fiktiven) Austauschpartnerin/ ihres (fiktivem) Austauschpartners aus der Region Midi-Pyrénées ausgeteilt. Der Brief enthielt eine Einladung, nach St. Girons zu kommen und die Frage, welche Ausflüge sie/er gerne unternehmen würde. Hierzu sollten sie sich zunächst mit Hilfe der Landkarte im Buchdeckel kundig machen, welche Freizeitaktivitäten in den verschiedenen Orten der Region angeboten werden. Diese wurden anschließend für alle in einer Tabelle im Heft festgehalten. Im Anschluss sollten die Lernenden in einem Antwortbrief darstellen, welche Orte sie gerne aufsuchen würden und dies mit den jeweiligen Freizeitangeboten begründen. Bei diesen Aktivitäten wurden unter anderem die Aussprache der verschiedenen Orte geübt und Sprachmaterial zum Thema Freizeitaktivitäten reaktiviert und angewendet. Aufgrund der weiter oben erwähnten Nachmittagsregelung erhielten die Lernenden für die heutige Stunde keine schriftlichen Hausaufgaben.
In der heutigen Unterrichtsstunde stellen sich die Schülerinnen und Schüler nun vor, sich bei ihrer Austauschpartnerin/ihrem Austauschpartner zu befinden, und dass heute ein Ausflug in die Pyrenäen auf dem Programm steht. Im Zentrum der Stunde steht das Anhören und Verstehen eines Wetterberichtes zur Vorbereitung des Ausfluges. In einer sich anschließenden produktiven Übung werden die sprachlichen Mittel zur Wetterbeschreibung angewendet und im Idealfall bereits bekanntes Vokabular zur Beschreibung der verschiedenen Freizeitangebote wiederholt. Der Zusammenhang besteht darin, dass bestimmte Freizeitaktivitäten besondere Wettervoraussetzungen erfordern.
In der Hausaufgabe für die nächste Stunde soll das während der heutigen Stunde erlernte Wortmaterial umgewälzt werden. Die Lernenden werden aufgefordert, den Wetterbericht für ihren Wohnort zu konsultieren und ihre Austauschpartner/ihren Austauschpartner in einer Email über das Wetter während des bevorstehenden Gegenbesuches zu informieren.
1 vgl. ALAMARGOT, 5.
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3. Didaktische Analyse
Im Zentrum der heutigen Stunde steht das Anhören und selektive Verstehen eines französischen Wetterberichtes. Die Grundlage der Hörverstehensübung bildet ein kurzer (ca. 60sec), didaktisierter Wetterbericht, der von einem französischen Muttersprachler mit weitgehend authentischem Sprechtempo gesprochen wurde (8.4). In der selektiven Hörverstehensübung geht es darum, für die genannten Städte die jeweilige Wetterbeschreibung herauszuhören (nicht etwa Temperaturen, Tageszeiten etc.). Bezüglich des Aufbaus ist der Hörtext an Originalberichte der französischen überregionalen Fernsehsender angelehnt. 2 Der Bericht wurde hinsichtlich des Vokabulars und der grammatikalischen Strukturen dem Lernstand der Lerngruppe angepasst. Alle Wetterbeschreibungen sind im Präsens gehalten und greifen zum größten Teil bereits erlernte Strukturen aus den ersten beiden Lernjahren auf: il y a du soleil, il fait beau temps, il pleut, etc. Die wenigen neuen Wendungen können leicht aus dem Kontext erschlossen werden (il fait frais / la saison / les prévisions météo) bzw. werden zu Beginn der Stunde eingeführt (Il y a du brouillard / Il y a de la grêle). Die im Wetterbericht genannten Städte sind den Lernenden vertraut, denn sie haben sich in der vorausgehenden Stunde intensiv mit den verschiedenen Orten der Region Midi-Pyrénées und den dort angebotenen Freizeitaktivitäten beschäftigt. Die für das Hörverstehen benötigte Landkarte der Region ist den Lernenden ebenfalls aus der vorausgehenden Stunde bekannt.
Der heutige Unterrichtsgegenstand steht insofern in Bezug zum Hessischen Lehrplan, als das für die Jahrgangsstufe 7 die Ausbildung der kommunikativen Kompetenz des Hörens durch das „Verständnis von textes fabriqués mit authentischer Sprechgeschwindigkeit und sich steigerndem Steilheitsgrad“ 3 vorgesehen ist. Bezüglich des Inhaltes kann der französische Wetterbericht dem Themenfeld „Vertiefte Einblicke und Vertrautmachen mit spezifischen soziokulturellen Merkmalen des Partnerlandes“ bzw. der Landeskunde, „Frankreich als Reiseland“, zugeordnet werden. 4 Der Unterrichtsgegenstand knüpft an den Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler an, denn es ist anzunehmen, dass sich ein Großteil der Lernenden bereits in der Zeitung, den Nachrichten, im Radio oder im Internet über das Wetter informiert hat. Die Hörverstehensübung bereitet die Schülerinnen und Schüler zudem auf eine realistische Situation vor: das Entnehmen von Informationen aus einem französischen Wetterbericht stellt eine Fertigkeit dar, die bei der Planung und während eines Aufenthaltes im Urlaubsland Frankreich von Nutzen ist.
2 vgl. http://meteo.tf1.fr/meteo-france.
3 HESSISCHES KULTUSMINISTERIUM, 35.
4 HESSISCHES KULTUSMINISTERIUM, 35.
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Arbeit zitieren:
Marlissa Gerken, 2009, Tourisme et la région Midi-Pyrénées: Écouter et comprendre la météo, München, GRIN Verlag GmbH
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