Gliederung
0. Einleitung 3
1. Kurzer historischer Exkurs zur Aus- und Einwanderung aus und nach Deutschland 3
2. Statistische Daten 4
3. Phasen zum „Deutschland - Einwanderungsland“ 5
4. Asylbewerber und Flüchtlinge 7
5. Positive und negative Seiten der Einwanderung 7
6. Rechtliche Grundlagen 8
6.1 Gründe für die Einreise in die BRD 9
7. Integration. 10
8. Schlusswort 11
Literaturquellen 12
Internetquellen 12
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0. Einleitung
Um zu untersuchen, ob Deutschland mit einem Einwanderungsland gleichzusetzen ist, muss man überprüfen, inwiefern es den Vorstellungen von einem Einwanderungsland entspricht. Unter Einwanderung, auch Migration genannt, versteht man „(…) Wanderbewegungen von Menschen oder Gruppen, die ihren bisherigen Wohnsitz längerfristig wechseln und dabei in ein anderes Land ziehen oder wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren“ (Meier-Braun 2002: Einleitung). Nun ist die Frage auch mit diesem Zitat noch nicht geklärt. Es gibt etliche Begründungen, Deutschland sei ein Einwanderungsland, was sich im Folgenden zeigen wird. Insbesondere die statistischen Daten deuten darauf hin.
Im Folgenden werde ich darauf hin arbeiten, die Meinungen etlicher Forscher, Statistiken und auch historische Ereignisse mit einzubeziehen, um zur Antwort zu gelangen. In meiner schriftlichen Ausarbeitung geht es nun darum zu untersuchen, ob die Frage „Deutschlandein Einwanderungsland?“ bloß eine Suggestivfrage ist, die mit „ja“ oder mit „nein“ beantwortet werden kann oder ob es ein noch nicht abgeschlossenes Terrain ist.
1. Kurzer historischer Exkurs zur Aus- und Einwanderung aus und nach Deutschland Die Einwanderung hat es, grob gesagt, in Deutschland und auch aus Deutschland bereits vor mehr als hundert Jahren gegeben. Ausgehend von der ersten Einwanderungswelle nach Deutschland waren es Hugenotten, Niederländer, Waldenser und Salzburger als Glaubensflüchtlinge im sechzehnten Jahrhundert, in einer zweiten Einwanderungswelle kamen an die zehntausend französischer Hugenotten im siebzehnten Jahrhundert, sodass im Jahr 1698 ein Viertel der zivilen Stadtbevölkerung Berlins die französischen Hugenotten darstellten (vgl. Bade 1994: 17f). Im Jahr 1815 wurden Juden zu preußischen Mitbürgern erklärt. Hunderte Jahre später waren es sowohl Italiener als auch Chinesen, Polen und Russen, die zu den Einwanderern ins damalige Deutsche Reich gehörten, um bei der schweren Arbeit für geringen Lohn zu arbeiten, die von den Deutschen ungern verrichtet wurde, da harte Bedingungen wie z.B. schwere körperliche Arbeit herrschten (vgl. Meier-Braun 2002: 9f). Während der NS-Zeit arbeiteten ca. 7,7 Millionen Ausländer in Deutschland und sie
arbeiteten größtenteils im Konzentrationslager oder in der Landwirtschaft (vgl. Meier - Braun 2002: 14). „Wanderungen haben die Geschichte der Deutschen nachhaltig geprägt. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart haben Deutsche im Ausland und Fremde in Deutschland meist in großer Zahl alle denkbaren Erscheinungsformen des grenzüberschreitenden Wanderungsgeschehen erlebt: Aus-, Ein- und Transitwanderungen; Arbeitswanderung und Wanderhandel; Flucht- und Zwangswanderung von Deutschen ins Ausland und von
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Ausländern nach Deutschland, mit Deutschen als Opfern wie Tätern, innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen“ (Bade 1994: 14). Ein paar Beispiele dazu wären die Wolgadeutschen oder die Deutschen, die während des Weltkrieges nach Sibirien deportiert wurden. Des Weiteren die 5,5 Millionen Deutschen, die nach Amerika auswanderten, um der NS - Zeit zu entfliehen (vgl. Bade 1994: 20ff). Jahre später kehrten manche von solchen „Auswanderern“ in die Heimat als „Einwanderer“ zurück (vgl. ebd.).
2. Statistische Daten
Seit 1954 sind etwa 31 Millionen Deutsche und Ausländer in die Bundesrepublik Deutschland eingewandert. Dem gegenüber sind etwa 22 Millionen Menschen aus Deutschland ausgewandert und somit steht fest, dass seitdem ein Drittel nach Deutschland zugewandert ist und Deutschland an der Spitze der Zuwanderungsstatistik steht (vgl. Meier - Braun 2002: 16). Genau genommen steht Deutschland an der fünften Stelle neben der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Irland (vgl. Meier - Braun 2002: 20). Auffallend an der Statistik ist, dass es mehr deutsche Bürger sind, die nach Deutschland einwandern. Betrachtet man das Jahr 1999, so sind über 200 000 Menschen deutscher Herkunft, wie z.B. Aussiedler aus Russland, nach Deutschland gezogen. Seit 1990 sind es bisher über zwei Millionen Aussiedler gewesen, die nach Deutschland „zurückkehrten“ (vgl. Meier - Braun 2002: 17).
Es leben in Deutschland rund 7,35 Millionen Menschen, die eine andere Staatsangehörigkeit haben, davon stellen die Türken mit zwei Millionen die größte Einwanderungsgruppe dar. Des Weiteren sind es Jugoslawen (662 000), Italiener (620 000), Griechen (365 000), Polen (301 000), Kroaten (217 000) und Bosnier (156 000), die an die Spitze der Einwanderer gestellt werden (vgl. Meier - Braun 2002: 21). Hinzu kommen an die 3,2 Millionen „Aussiedler“ und ca. eine Million „Eingebürgerte“. Insgesamt sind es mittlerweile beinahe zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die einen Migrationhintergrund haben (vgl. Meier - Braun 2002: 20f; Storz 2002: 28). Davon leben über 40 Prozent seit mehr als fünfzehn Jahren in der BRD und beinahe zwei Drittel an ausländischen Kindern ist in Deutschland geboren worden [1,1 Millionen] (vgl. Storz 2002: 30). Obwohl Deutschland bereits seit vielen Jahren Gastarbeiter, Asylbewerber und Aussiedler aufnimmt, war es eine lange Zeit nicht bereit gewesen, sich als ein Einwanderungsland zu betrachten und zu bezeichnen (vgl. Meier-Braun 2002: 11). „Die Zahlen belegen seit Jahren, dass Deutschland rein statistisch gesehen längst zum Einwanderungsland geworden ist“ (Meier - Braun 2002: 20).
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Arbeit zitieren:
Viktoria Dell, 2006, Deutschland - Einwanderungsland, München, GRIN Verlag GmbH
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