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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 VORSTELLUNG DER ZUGRUNDE LIEGENDEN STUDIEN 4
3 DIE BEDEUTUNG DES SPORTS FÜR JUGENDLICHE 6
4 SCHULSPORT 8
4.1 Interesse am Schulsport 8
4.2 Bedeutung der Leistungsfähigkeit im Sport 10
4.3 Quantität und Qualität des Schulsports 12
4.4 Ziele des Schulsports 16
4.5 Schulsport in der MoMo-Studie 18
4.5.1 Anstrengungsgrad im Schulsport 18
4.5.2 Fitnessgrad in Abhängigkeit von Sportstundenzahl 20
4.5.3 Einfluss der Sportstundenzahl auf das Wohlbefinden in der Schule 21
5 VEREINSSPORT 23
5.1 Der Vereinssport als Garant für regelmäßiges Sportengagement 23
5.2 Vereinssport im Spektrum jugendlicher Freizeitaktivitäten 25
5.3 Sportvereinszugehörigkeit und motorische Fähigkeiten 28
5.4 Vereinssport in der MoMo-Studie 29
5.4.1 Mitgliedschaft im Sportverein 29
5.4.2 Vereinszugehörigkeit und motorische Fähigkeiten 30
6 KOOPERATION ZWISCHEN SCHULE UND VEREIN 32
6.1 Bedeutung und Durchführung der Kooperation zwischen Schulsport und Vereinssport 32
6.2 Aufgaben des Sportvereins in der Kooperation mit der Schule 34
6.3 Die Verbindung von Schule und Verein in der MoMo-Studie 37
7 FAZIT UND AUSBLICK 38
9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 41
10 TABELLENVERZEICHNIS 42
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1 Einleitung
Schulsport und Vereinssport sind in Deutschland die beiden Bereiche, in denen den meisten Menschen das Sporttreiben nahe gebracht wird. Im verpflichtenden Schulsport bekommt jeder die Möglichkeit, seinen Körper zu erfahren, sich zu bewegen und neue Sportarten, die ihm bisher fremd waren, auszuprobieren. Unabhängig von Herkunft, sozialem Status und mitgebrachten Erfahrungen steht hier allen Schülern Tür und Tor offen, sich körperlich zu betätigen. Dies macht den Schulsport zu einer unverzichtbaren und einzigartigen Einrichtung, die nach allen Kräften gefördert und ausgebaut werden sollte. Im Zuge der Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8) kommt aber gerade dieser Teilbereich des Schulalltags immer mehr unter die Räder und muss seine Existenz rechtfertigen. Gesundheitliche Faktoren physischer und psychischer Art, soziale Anbindungen und Kompetenzen sowie Gewalt- und Suchtprävention sind nur einige der Bereiche, für die Sport an sich und in diesem Zuge der Schulsport eine wichtige Rolle spielt. Neuere Studien zur Jugendgesundheit, zum Schulsport und zur Freizeitaktivität von Jugendlichen bieten eine breite Argumentationsgrundlage und werden in dieser Arbeit diskutiert.
Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Aspekt des Schulsports ist es, junge Menschen zum lebenslangen Sporttreiben zu motivieren. Nach dem Austritt aus der Schule kommt den Sportvereinen eine essenzielle Rolle in der Bindung der Menschen an den Sport zu. Wie im Verlaufe der Arbeit noch des Öfteren anhand unterschiedlicher Studien zu sehen sein wird, ist keine andere Institution für das lebenslange Sporttreiben so wichtig wie der Sportverein. Nahe liegend wäre daher eine intensive Kooperation zwischen diesen beiden wichtigen Institutionen: Schule und Verein. Die Analyse der Kooperation zwischen Schule und Verein wird daher ein weiterer Punkt der Arbeit sein.
Alle behandelten Fragestellungen werden - so weit möglich - an dem uns im Rahmen dieses Hauptseminars zur Verfügung gestellten Datensatzes der MoMo- Studie überprüft und verglichen.
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2 Vorstellung der zugrunde liegenden Studien
Um einen umfassenden Überblick über die Situation des Schul- und Vereinssports vornehmlich in Deutschland zu bekommen, benutzte ich die in Tabelle 1 aufgelisteten Studien beziehungsweise Sekundärliteratur, die sich auf diese Studien bezog.
Tabelle 1: Der Ausarbeitung zugrunde liegende Studien
Mit Ausnahme der Studie „Fitness in der Grundschule“, die sich nur mit Kindern im Grundschulalter beschäftigt, untersuchen alle aufgelisteten Studien das Verhalten von Jugendlichen in Deutschland, Teilen von Deutschland oder international.
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3 Die Bedeutung des Sports für Jugendliche
Der Sport ist zur jugendspezifischen Altersnorm geworden und hat eine enorme Faszination für Kinder und Jugendliche. Er ist damit das Medium, mit dem nahezu alle Kinder und Jugendlichen auch im pädagogischen Sinne noch erreicht werden können. (DSB, 2003b, S. 8)
Wie vom DSB im Jahr 2003 in der „Agenda des Deutschen Sportbundes zur gesellschaftlichen Herausforderung der Gegenwart“ schön formuliert wurde, ist Sport eine für Jugendliche wichtige Aktivität, die dazu dienen kann, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen. Die Bedeutung sportlicher Aktivität für Jugendliche spiegelt sich deutlich in Studien wider, in denen erfragt wurde, was Jugendliche in ihrer Freizeit gerne tun oder wie wichtig ihnen welche Freizeitbeschäftigungen sind. Exemplarisch hierfür sind im Folgenden die Ergebnisse der Jugendsportstudie 1995, bearbeitet von Tietjens 2001, der IDEFIKS-Studie 2000/2001, bearbeitet von Klein 2006 und der Shell Studie 2002 dargestellt.
Abb. 1: Wichtigkeit von Freizeitaktivitäten bei Jugendlichen (Gogoll et al., 2003, S. 149)
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Abb. 2: Häufigste Freizeitaktivität Jugendlicher (Klein, 2006, S. 107)
Abb 3: Häufigste Freizeitbeschäftigung im Laufe einer Woche (Shell Jugendstudie, 2002, S 78)
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Somit ist Sport in den beiden Jugendstudien nach den geselligen Teilen („sich mit Leuten Treffen“ bzw. „mit Partner/Clique zusammen sein“) und passiven Beschäftigungen wie Fernsehen oder Musik hören an dritter Stelle. In der IDEFIKS-Studie steht Sport und Bewegung mit 63,3 % sogar an zweiter Stelle. Sie differenziert weiter in die Schulformen Gymnasium, erweiterte Realschule und Gesamtschule. Hierbei zeigt sich, dass bei den Gymnasiasten und den Gesamtschülern Sport und Bewegung bei den Freizeitaktivitäten mit 70,1 % (Gymnasium) und 64,7 % (Gesamtschule) sogar an erster Stelle steht. Nur bei den Schülern der erweiterten Realschule spielen die sozialen Kontakte mit 66,9 % noch eine größere Rolle als Sport und Bewegung mit 59,6 %. Auch wenn sich alle drei Studien auf den Sport als Freizeitbeschäftigung stützen wird deutlich, was für ein pädagogisches Potential in einem guten Sportunterricht schlummert, da Menschen gerade durch solche Aktivitäten gut erreicht werden können, die sie von sich auch schon gerne tun.
4 Schulsport
4.1 Interesse am Schulsport
Wie steht es nun aber um den Schulsport in Deutschland? Sind Jugendliche auch im sozialen Setting Schule gleichermaßen am Sport interessiert oder wird hier eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen in die Zwangsjacke der Pflichtveranstaltung gesteckt? Antworten auf diese Fragen geben die Studien von Bös et al. zur „Fitness in der Grundschule“ 2000 sowie die DSB-Sprint-Studie 2004, die den Sportunterricht in Deutschland untersucht. Bei der Betrachtung der folgenden Abbildungen sollte der Leser stets im Hinterkopf behalten, dass die Daten von Bös et al. sich auf Kinder im Alter von 6 - 10 Jahren beziehen, wohingegen die Ergebnisse der Sprintstudie Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren berücksichtigen.
Aus beiden Studien lässt sich erfreulicherweise ablesen, dass der Schulsport keineswegs als negativ empfunden wird. 80,1 % der Grundschulkinder bekundeten 2000 sogar sehr großes Interesse am Schulsport und nur 3,8 % hatten sehr geringes Interesse an ihm. Auch die Sprintstudie spiegelt ein äußerst positives Bild wider. Zwar nimmt die Relevanz des Schulsports mit zunehmendem Alter bei den Schülern ab, aber auch in der höchsten untersuchten
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Altersstufe (9. Klasse) ist er auf der Skala von 1 bis 5 (1 = nicht wichtig bis 5 = sehr wichtig) noch bei knapp 3,5 angesiedelt. Ein weiterer Faktor für die Abnahme der Relevanz des Schulsports könnte die Abnahme der Wochenstundenzahl im Sport in den höheren Klassenstufen sein (vgl. Abb. 8). Auffällig ist zudem, dass die Kinder und Jugendlichen dem Sportunterricht eine größere Bedeutung zukommen lassen als dem Vereinssport, obwohl dieser - wie in Kapitel 5 zu sehen sein wird - das zweitwichtigste Setting für ihren Freizeitsport darstellt.
Abb. 4: Interesse am Schulsport (Bös et al., 2002, S. 8)
Abb. 5: Relevanz des Sports in verschiedenen Settings (Sprint-Studie, 2007, S. 109)
Arbeit zitieren:
Martina Schönherr, 2008, Schulsport und Vereinssport, München, GRIN Verlag GmbH
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