Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Die weltweite Hungerkrise. 5
2.1 Auswirkungen und Gründe der Nahrungsmittelknappheit 5
2.2 Lösungsansätze zur Bekämpfung des Hungers 6
3. Die Geschichte der Gemeinsamen Agrarpolitik. 7
3.1 Die Ursprünge der GAP. 7
3.2 Die Entwicklungen und Reformen der GAP 8
3.3 Aktuelle Entwicklungen und Zahlen 10
4. Subventionen und Nahrungsmittelknappheit. 11
4.1 Subventionen und Importbarrieren der E.U 11
4.2 'Biosprit' als Begründung für Nahrungsmittelknappheit? 12
4.3 Die Konsequenzen des Klimawandels für die Agrarpolitik 13
4.4 'Gen-Food' als Ausweg? 14
5. Ausblick. 15
6. Literaturverzeichnis. 17
2
Abkürzungsverzeichnis
Co2 Kohlenstoffdioxid
etc. et cetera EU Europäische Union EWG Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
FAO Food and Agricultural Organisation (der VN)
GAP Gemeinsame Agrarpolitik (der EU)
IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change
Mio. Millionen mm Millimeter Mrd. Milliarden
OECD Organisation for Economic Cooperation and Development
VN Vereinte Nationen
WTO World Trade Organisation
z.B. zum Beispiel
3
1. Einleitung
"Welternährungsorganisation sieht Millionen Menschen bedroht - Haiti, Tunesien, Vietnam: Die Welternährungsorganisation befürchtet, dass die Preise für Nahrungsmittel weiter drastisch anziehen werden. ... " 1
"Teure Lebensmittel - Landwirtschaft steckt in der Manipulationsfalle" 2 "The silent tsunami - Food prices are causing misery and strife around the world. Radical solutions are needed" 3
Diese und weitere Meldungen waren in der jüngeren Vergangenheit häufig in der Presse zu lesen. Daher beschäftigt sich diese Seminararbeit mit der Frage, welcher Zusammenhang zwischen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, der momentanen, weltweiten Nahrungsmittelkrise und den drastisch gestiegenen Preisen für Lebensmittel in der EU besteht.
Zuerst werden dazu die Auswirkungen und Gründe für die weltweite Hungerkrise betrachtet und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt. Es folgt ein kurzer Einblick in die Geschichte der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, sowie eine Betrachtung der jüngsten Entwicklungen und Reformen.
Schwerpunkt dieser Arbeit sind die folgenden Überlegungen, zu Auswirkungen der EU-Subventionen für die heimische Landwirtschaft. Es sollen hierbei die Fragen beantwortet werden, welche Importbarrieren für Nicht-EU-Marktteilnehmer bestehen, ob die Herstellung von Bio-Treibstoffen eine Auswirkung auf die Marktpreise für Getreide und Mais hat, sowie die Frage, wie sich der Klimawandel auf die Landwirtschaft auswirkt. Anschließend wird die Frage nach der Möglichkeit des Anbaus von gentechnisch veränderten Lebensmitteln als Lösung des Hungerproblems betrachtet.
Zum Abschluss wird ein Ausblick auf die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit der GAP und den geplanten zukünftigen Reformen gegeben.
1 Susanne Amann (2008) auf: www.spiegel.de
2 Hannelore Crolly (2008) auf: www.welt.de
3 o.V. (2008) auf www.economist.com
4
2. Die weltweite Hungerkrise
2.1 Auswirkungen und Gründe der Nahrungsmittelknappheit
Die Weltmarktpreise für Reis, Getreide und Ölpflanzen haben sich in den Jahren zwischen 2005 und 2007 fast verdoppelt und sind im Jahr 2008 noch weiter angestiegen. 4 Diese enormen Preissteigerungen bei den Grundnahrungsmitteln bedrohen das Leben von vielen Millionen Menschen, insbesondere in Entwicklungsländern und erhöhen auch die Lebenshaltungskosten der EU-Bürger. 5
Entwicklung der Preise für Weizen und Getreide
Quelle: OECD-FAO, Agricultural Outlook, 2008-2017
Für diese zunehmende Knappheit der Lebensmittel und den damit verbundenen Preissteigerungen gibt es eine mannigfaltige Auswahl an Gründen, die in ihrer Gesamtheit recht komplex sind und ein globales Problem darstellen. 6 Alle diese Gründe zu erläutern, dürfte den Rahmen dieser Arbeit sprengen, dennoch soll an dieser Stelle versucht werden, die Wichtigsten zu nennen.
In der Theorie ist ein Steigen der Preise auf eine höhere Nachfrage und/ oder eine Verknappung des Angebotes zurückzuführen. In diesem Fall ist neben der wachsenden Weltbevölkerung um ca. 80 Mio. Menschen pro Jahr, vor allem die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und höherwertigen Agrarprodukten, aufgrund einer Umstellung der
4 Vgl. OECD (2008) - Rising Food Prices, S.2
5 Susanne Amann (2008) auf: www.spiegel.de
6 OECD (2008) - Rising Food Prices, S.9
5
Ernährungsgewohnheiten, aus Schwellenländern, wie Brasilien, China und Indien, gestiegen. 7 Auf der Seite der Produzenten hingegen gab es Dürren und andere Witterungsextreme in Hauptanbauregionen, die geringe Produktionsergebnisse zur Folge hatten. So war die Produktionsmenge an Getreide 2007 gerade einmal um 3% höher als im Jahre 2005, während die Nachfrage um bis zu 50 % stieg. 8 Die geringen Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer wirken sich zusätzlich in der Form aus, dass diese Länder statt selbst zu produzieren, importieren müssen, was einen weiteren Preisanstieg zur Folge hat. Externe Einflussfaktoren wie die hohen Preise für Betriebsstoffe, wie Öl und Energie im Allgemeinen, wirken sich ebenfalls nachteilig auf die Preise für Agrarprodukte aus, da sie unter anderem die Transport- und Verarbeitungskosten in die Höhe treiben. Auch Spekulationen und Optionen über zukünftige Preisentwicklungen unterstützen diese Problematik. 9
Der Hauptgrund dürfte allerdings in der Agrarpolitik der EU und der anderen Industriestaaten zu finden sein. In welcher Form, die GAP Einfluss auf die Preise der Agrarerzeugnisse nimmt, wird in den Punkten 3 und 4 dieser Arbeit behandelt.
2.2 Lösungsansätze zur Bekämpfung des Hungers
Eine allgemeine Lösung für das Problem der Nahrungsmittelknappheit auf der Welt ist wohl ähnlich komplex, wie die Begründungen des Problems selbst. Die OECD hält daher "eine objektive, effektive und schlüssige Reaktion" für unbedingt erforderlich. 10 Kurzfristig heißt das, dass schnelle humanitäre Hilfeleistung, bevor Menschen verhungern, ebenso wie eine Unterstützung der heimischen Märkte in den Entwicklungsländern stattfinden muss. In der mittleren Frist muss versucht werden die Kaufkraft der Konsumenten in den betroffenen Ländern zu steigern, damit sie auch zu höheren Preisen Lebensmittel erwerben können. Zusätzlich dazu müssen Maßnahmen stattfinden, um das Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern anzukurbeln, bei gleichzeitiger Investition in Forschung und Bildung, sowie einer Diversifizierung der Einnahmequellen.
Langfristig kann das Problem allerdings wohl nur durch eine weitgehende Liberalisierung des
7 Vgl. Europäische Komission (2008) - Eindämmung der Auswirkungen der weltweit steigenden
Lebensmittelpreise, auf: www.ec.europa.eu
8 Vgl. OECD (2008) - Rising Food Prices, S.4
9 Vgl. Heike Bücher (2008) - Das große Geld und der Hunger, auf: www.zeit.de
10 OECD (2008) - Rising Food Prices, S.9
6
Arbeit zitieren:
Mike Carstensen, 2009, Drohende Lebensmittelknappheit als neue (alte) Begründung europäischer Agrarpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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