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Ruhr- Universität Bochum, WS 1997/98
Seminar Altertum:
Antike Vorstellungen vom Fremden und Eigenen
Der römische Osthandel
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1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis 2. Einleitung 3. Überblick (bis zum Ende der Römischen Republik) 4. Der antike Schiffsfund v. Mahdia- das Verhältnis der Römer zur fremden Kultur 5. Der römische Osthandel in der Kaiserzeit 5.1. Arabien 5.1.1. Die Weihrauchstraße 5.1.2. Wirtschaftliche Bedeutung Arabiens 5.2. Indien 5.3. China 5.3.1. Die Seidenstraße 5.3.2. Der Fernhandel zwischen Rom und dem Osten 6. Schlussbetrachtung 7. Literaturverzeichnis
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2. Einleitung
Über den Osthandel kam das Römische Reich mit fremden Kulturen und Menschen
in Berührung. Seinen Höhepunkt erreichte der wirtschaftlich- kulturelle Kontakt zwi-schen Rom und dem Osten im 2. Jahrhundert n. Chr.. 1 Es herrschte freier Güterver-
kehr, vor allem von Osten nach Westen. Teure, doch handliche Ware wie Seide und
Gewürze konnten per Karawane oder Schiff transportiert werden. Umgekehrt gelang-
ten große Mengen Gold und Silber auf dem Land- und Seeweg nach Osten. 2 Zwi-
schen den Grenzen der beiden klassischen Hochkulturen des Römischen Reiches
und China begünstigten das Kuschan- und Partherreich 3 diesen Handel. Sie unter-
hielten und bewachten die Wege, beschützten die Karawanen und profitierten von
den Zöllen. 4
Diese Seminararbeit soll sich mit dem römischen Osthandel und das Verhältnis der
Römer zur fremden Kultur expliziter auseinandersetzen. Zu Beginn der Arbeit soll
ein Überblick über den Osthandel bis zum Ende der Römischen Republik gege-
ben werden, wobei hier auch schon kurz auf die wichtigen Handelspartner des
Römi-schen Reiches eingegangen werden soll. Dies erscheint mir aus dem Grund wichtig,
da diese den Zwischenhandel von Kultur- und Luxusgütern betrieben. Des weiteren
soll hier auch schon auf das Verhältnis der Römer zur fremden Kultur eingegangen
1 Dies läßt sich aus der Tatsache begründen, daß die römi-
schen Handelsbestrebungen im 2. Jahrhundert n. Chr. in den östlichen Raum stark zunehmen. Raphaela Drexhage belegt zudem, daß der Handelverkehr, zumindest zwischen Rom und Parthien, zur Zeit Hadrians (76- 138 n. Chr., seit 117 Kaiser der römischen Reiches) und Antonius Pius (Nachfolger Hadrians) seinen Höhepunkt erreichte. Vgl. Raphaela Drexhage: 1988, S. 134- 137.
2 Vgl. Francesco De Martino: 1985, S. 358.
3 Iranisches Reitervolk südöstlich des Kaspischen Meeres. Ihr
Transithandel mit China über die Seidenstraße war bedeutend. Im 1. Jahrhundert v. Chr. stießen die Parther mit den römischen Interessen in Kleinasien zusammen. 53. v. Chr. vernichteten sie das Heer des Crassus bei Karrhai in Mesopotamien. In der Folgezeit fanden wiederholt wechselvolle Kämpfe statt. Trajan eroberte 116 n. Chr. sogar die Hauptstadt Ktesephon, konnte ihren Besitz aber nicht behaupten. Hans Volkmann: Parthia, in: Der kleine Pauly, Lexikon der Antike, hrsg. v. Konrat Ziegler und Walther Sontheimer, Bd. 4, München 1972, Sp. 532- 537.
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werden. Dies soll hier exemplarisch anhand eines antiken Schiffsfunds erfolgen, der zwar insbesondere das Verhältnis zur griechischen Kultur widerspiegelt, aber wohl verallgemeinert werden kann.
Der Schwerpunkt der Arbeit soll in die Kaiserzeit fallen, da hier der Höhepunkt des wirtschaftlich- kulturellen Kontakts zwischen Rom und dem Osten lag. Von Interesse sind hier Arabien, Indien und China, denn aus diesen Ländern bezog das Römische Reich die begehrten Kultur- und Luxusgüter. 5 Im Vordergrund der Untersuchung stehen folgende zwei Aspekte:
1. Das Verhältnis des Römischen Reiches zu den Zwischenhandel betreibenden Ländern bzw. fremden Kulturen und die wirtschaftliche Bedeutung dieser Länder.
2. Die primär aus dem Römischen Reich in den Osten ex- und importierten Güter und in diesem Zusammenhang benutzten Handelsrouten.
Was die zitierte Literatur betrifft, so stützt sich diese Arbeit im wesentlichen auf die Werke von Raphaela Drexhage, Hans Wilhelm Haussig, Helmut Galsterer und Dieter Martinetz.
3. Überblick (bis zum Ende der Römischen Republik)
In der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. , begann Rom sein Interesse für die Schifffahrt und den Seehandel an den Tag zu legen. Der Handelsverkehr entwickelte sich aber besonders nach den siegreichen Kriegen über Karthago (264- 146. v. Chr.). 6 Dies wird auch im institutionellen Bereich spürbar, wie die Einrichtung einer neuen Magistratur zeigt: es ist der praetor peregrinus oder, genauer gesagt, „qui ius dicit inter cives et peregrinos“ 7 , also der Beamte, der die Rechtsprechung in Streitigkeiten zwischen Bürgern und Fremden wahrnahm.
4 Vgl. Raphaela Drexhage: 1988, S. 126- 143.
5 Nach Plinius seien die östlichen Handelspartner der Römer die Araber, Serer (Seidenleute in China) und Inder. Vgl. ebda., S. 4.
6 Vgl. Francesco De Martino: 1985, S. 146.
7 Vgl. ebda..
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Den südarabischen Zwischenhandel beherrschten im 2. Jahrhundert v. Chr. die Sa-
bäer. 8 Okelis 9 , der Hafen am Südausgang des Roten Meeres, wurde sabäischer Be-
sitz. Nach Raphaela Drexhage scheint den Sabäern in der Folge die Geheimhaltung
der Herkunft indischer Waren weiterhin so gut gelungen zu sein, dass man noch in
der römischen Antike viele indische Produkte für arabischen Ursprungs hielt. 10 Dies
zeigt, dass der Handel mit den östlichen Ländern noch längst nicht so etabliert war
und dass das Römische Reich nur ungenaue Informationen über diese Länder
besaß. Mit Ptolemaios II. Philadelphos 11 beginnen die handelspolitischen Aktivitäten
der Ptolemäer
im Roten Meer, in deren Folge viele Hafenplätze und Straßen an der afrikanischen
Küste des Roten Meeres angelegt wurden. In der Spätzeit der ptolemäischen Herr-schaft- um 120 v. Chr.- wurde die direkte Route von Ägypten, durch das Rote Meer
und den Indischen Ozean zur Westküste Indiens entdeckt. 12 Allerdings ermöglichte
erst die Entdeckung des Monsuns die direkte Seeroute nach Indien und damit einen
intensiven Handelsverkehres des Westens mit Indien.
Plinius 13 beschreibt die Nutzung des Südwest- Monsuns für die Reise nach Westin-
dien in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. 14 , worauf ich im späteren noch expliziter
eingehen werde.
8 Sabaioi: Hierbei handelt es sich um das größte von vier
Hauptvölkern des alten Südarabiens.
Dietrich Albert: Sabaioi, in: Der kleine Pauly, Lexikon der Antike, hrsg. v. Konrat Ziegler, Bd. 4, München 1972, Sp. 1476-
1477.
9 Zur Orientierung vgl. a. 1. Karte im Anhang: in der Nähe von
Kane.
10 Vgl. Raphaela Drexhage: 1988, S. 6.
11 283- 246 v. Chr. Alleinherrscher Ägyptens bzw. König der
Ptolomäer. (Letzte und bekannteste Repräsentantin der Ptolomäer war Kleoprata.)
Hans Volkmann: Ptolemaios II. Philadelphos, in: Der kleine Pauly, Lexikon der Antike, hrsg. v. Konrat Ziegler und Walther Sontheimer, Bd. 4, München 1972, Sp. 1218- 1219.
12 Vgl. Raphaela Drexhage: 1988, S. 6- 7.
13 Plinius stammte aus Comum und lebte von 23- 79 n. Chr.. Er
war römischer Autor und seine Studien fanden ihren Niederschlag in zahlreichen Schriften grammatischen, militärischen, rhetorischen und histotischen Inhalts. Von diesen Werken ist nur seine Naturgeschichte „Naturalis historia“ in 37 Büchern er- halten.
Arbeit zitieren:
Michael Fischer, 1998, Der römische Osthandel, München, GRIN Verlag GmbH
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