Inhaltsverzeichnis
1 Gegenstand der Arbeit. 3
2 Voraussetzungen für das Zeichnen. 3
2.1 Geschichtliche Voraussetzungen. 3
2.2 Materielle Voraussetzungen. 4
3 Zeichnung. 5
3.1 Funktionen des Zeichnens. 5
3.2 Formen der Zeichnung zur Gemäldevorbereitung 6
3.2.1 Schizzo 6
3.2.2 Macchia 7
3.2.3 Concepto. 7
3.2.4 Studie. 8
3.2.5 Vorzeichnung 8
3.2.6 Fertiger Entwurf 8
3.2.7 Karton. 9
3.2.8 Unterzeichnung 9
3.2.9 Nachzeichnung und Kopie 9
3.3 Gestaltungselemente der Zeichnung 9
3.3.1 Einsatz des Zeichengeräts 10
3.3.2 Ziel der Naturwahrheit 11
3.3.3 Proportion. 11
3.3.4 Perspektive 12
4 Geometrische Körper. 13
4.1 Entstehung geometrischer Körper vor 1400. 13
4.2 Geometrische Körper in der Renaissance 15
5 Literaturverzeichnis. 18
2
1 Gegenstand der Arbeit
In dieser Arbeit werden charakteristische Merkmale des Zeichnens in der italienischen Renaissance dargestellt, zum einen in Hinsicht auf die geschichtlichen und materiellen Voraussetzungen für die Künstler jener Zeit, zum anderen unter besonderer Betrachtung der verschiedenen Funktionen und damit verbundenen Formen und Gestaltungselementen der Zeichnung, sowie ihrer Ziele (Naturähnlichkeit, Proportion, Perspektive). Auch wird hier unter den Gesichtspunkten der Entstehung und des Stellenwerts solcher Formen in der Zeit der Renaissance gesondert das Thema der geometrischen Körper behandelt.
2 Voraussetzungen für das Zeichnen
2.1 Geschichtliche Voraussetzungen
Der Beginn der Renaissance läßt sich ungefähr auf das vierzehnte Jahrhundert schätzen, in welchem, nach dem Ende des Mittelalters, ein Wiederaufleben der Antike angestrebt wurde. Entstanden ist die sogenannte Frührenaissance in Italien, die entscheidenden Impulse scheinen allerdings aus dem speziellen politischen und kulturellen Klima der Stadt Florenz gegeben worden zu sein. Dafür müssen die Ursachen vor allem in der wirtschaftlichen und politischen Situation der Stadtrepublik zu Beginn des „Quattrocento“ gesehen werden 1 . So ermöglichte „die ökonomische Struktur der rivalisierenden Stadtstaaten und Fürstenhöfe in Italien durch umfangreiche Aufträge eine erweiterte Produktionsweise der Künstlerwerkstätten und begünstigte allgemein den Aufstieg der bildenden Künste und das wachsende soziale Prestige der Architekten, Bildhauer und Maler“ 2 . Dies wiederum hatte zu Folge, daß das Selbstbewußtsein und damit verbunden die Emanzipation der Künstler angehoben wurde und sich mit der Zeit ein neues Bild des Künstlers entwickelte: vom zunftabhängigen Handwerker zum (fast) eigenständigen, individuellen Künstler. Der Rang eines Menschen wurde nun nicht mehr nach seiner gebürtigen Stellung bewertet, sondern hauptsächlich nach seiner persönlichen Leistung.
Neben den ökonomischen Grundlagen jener Zeit betraf der Wandel, der zur Entstehung der Renaissance führte, sowohl das politische Geschehen, als auch die gesellschaftliche Entwicklung, das religiöse Leben und das gesamte Weltbild. Der Mensch als Individuum rückte nun mehr und mehr in den Mittelpunkt des Denkens und wurde damit zur zentralen Figur des öffentlichen Lebens. Dieses Phänomen des neuen Identitätsbewußtseins der
1 Uwe Westfehling : „Zeichnen in der Renaissance: Entwicklung - Techniken - Formen - Themen“, Köln 1993,
S. 19
2 Joscijka Gabriele Abels: „Erkenntnis der Bilder. Die Perspektive in der Kunst der Renaissance“, Frankfurt a.M.
/ New York 1985, S. 195
3
Menschen, das von jetzt an als „Humanismus“ bezeichnet wird, ist ein charakteristisches Merkmal für die Frührenaissance. Damit verlor also die vorher ausschließlich auf die Grundlage des Christentums gebaute Denkweise an Gültigkeit und es entstand durch die Rückbesinnung auf das antike Gedankengut ein „neues Heidentum“. Durch die damit verbundene allgemeine Bewegung zur Säkularisierung des Bewußtseins nahm das Papsttum sein Ende und die Stellung der Kirche wurde entscheidend geschwächt. Glaubensbereitschaft wurde nun durch Wissensdrang ersetzt und es entstand eine neue analysierende Sehweise, die sich auf die Dinge des Lebens und der Welt richtete.
Die Künstler machten sich die Natur zum Vorbild und setzten sich die Antike als Maßstab. Die damit geltenden Bewertungskriterien von Zeichnungen waren demnach die Orientierung an der Natur und an einer idealen Schönheit, ausgelöst von vorhandener Anmut, stimmiger Proportion, errechneter Geometrie und richtiger Perspektive.
2.2 Materielle Voraussetzungen
Den Künstlern der Renaissance standen als übliche Zeichenflächen Pergament und Papier zu Verfügung. Da Pergament aber ein kostbares Material war, setzte es dem Alltagsgebrauch entschiedene Grenzen. Daher war die Verwendung von Papier die üblichere Arbeitsmethode der Renaissance-Zeichner.
Übliche Zeichengeräte waren zu jener Zeit Federn, Metallstifte, Kreiden, Rötel, Kohle und Pinsel. Als Zeichenfeder wurde meist ein Gänsekiel benutzt, mit dem man unter Verwendung von Tinte, sowohl aus Eisengallustinte, wie auch aus schwarzer oder brauner Rußtinte, feine Formen zu Papier bringen konnte. Die Metallstifte stammen ursprünglich aus der Antike, wo sie zum Einritzen in wachsbeschichtete Holztafeln verwendet wurden, aber auch auf rauhen Flächen Spuren hinterließen. Zur Zeit der Renaissance wurde neben dem Bleistift und später auch dem Graphitstift auch der eher seltene Silberstift verwendet, wobei
Silberstiftzeichnungen oftmals schon von der Intention ihres Schöpfers her auf Vollkommenheit angelegt waren und nicht, wie die meisten anderen Zeichnungen, als Hilfsmittel verstanden wurden.
Neben der Naturkreide und der Kohle gab es schon im sechzehnten Jahrhundert Stifte, die aus Ruß und Bindemittel gefertigt waren und deren Erfindung Leonardo da Vinci zugeschrieben wird. Auch andersfarbige Stifte, wie Rötel und mehrfarbige Pastellkreiden, kamen in jenem Jahrhundert in Mode.
4
3 Zeichnung
Nach Felipe de Guevara 3 ist die Zeichnung (ital. disegno) das allen anderen Künsten zugrundeliegende Element, von dem daher zur Zeit der Renaissance die große Erneuerung ausgegangen ist.
Die Charakteristika des neuen Zeichenstils, der sich in Italien ab dem vierzehnten Jahrhundert beobachten läßt, waren die Lösung des Mediums aus seiner dienenden Rolle und Freisetzung zu einer autonomen Stellung, Betonung eines neuen, auf antiken Vorbildern beruhenden, Schönheitsideals (Proportion), verstärktes Naturstudium (Anatomie), Individualität der Darstellung (Porträt), Perspektive 4 . Es entwickelt sich in dieser Epoche eine zeichnerische Vorliebe für eine freiere Gestaltungsweise mit skizzenhaft offenen Zügen, für fragmentarische Darstellungen, für eine größere Lebendigkeit in der Wiedergabe und für eine optische Richtigkeit.
In Florenz tritt in der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts eine Zeichengattung von herausragender Wirkung auf, die das Leitmotiv der folgenden Entwicklung bildet, nämlich die Studie nach dem bekleideten, besonders aber nach dem nackten menschlichen Körper („Modellstudien“).
3.1 Funktionen des Zeichnens
Die Zeichnung wurde schon früh zur Grundlage der künstlerischen Schöpfungskraft erklärt, wodurch die Vokabel disegno neben dem Ausdruck Zeichnung auch die Bedeutungen Entwurf, Plan und Idee erhielt.
Das Zeichnen ist damit einerseits Mittel zur Erkenntnisgewinnung unter wissenschaftlichem Aspekt, andererseits ist es die Grundlage des künstlerischen Schaffens überhaupt und der Inbegriff der künstlerischen Schaffenskraft. Es wird also hier unterschieden zwischen zwei Funktionen des Zeichnens: Zeichnen als praktische Tätigkeit (disegno pratico oder disegno esterno) und Zeichnen als geistige Konzeption (disegno intelletivo oder disegno interno). Die Ziele des Zeichnens definieren sich damit einerseits als die „Vorbereitung künftiger Werke“ und andererseits als das „zeichnerische Begreifen der sichtbaren Welt“. Auch Michelangelo Buonarroti definiert die Funktion der Zeichnung als Kunstentwurf und Wissenschaft wie folgt: „Im Zeichnen, das man mit anderem Namen auch die Kunst des
3 Felipe de Guevara: „Comentarios de la Pintura“, um 1560
4 Uwe Westfehling: „Zeichnen in der Renaissance: Entwicklung - Techniken - Formen - Themen“, Köln 1993,
S. 38
5
Arbeit zitieren:
Jana Dietsch, 2002, Das Zeichnen in der italienischen Renaissance, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Oskar Schlemmer & die Bauhausbühne - Das Triadische Ballett
Seminararbeit, 25 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jana Dietsch's Text Das Zeichnen in der italienischen Renaissance ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jana Dietsch hat den Text Das Zeichnen in der italienischen Renaissance veröffentlicht
Jana Dietsch hat einen neuen Text hochgeladen
Zeichnen und Entwerfen/Drawing as Design Process
Kurse, Themen und Projekte an ...
Peter Olpe
Technik und angewandte Wissenschaften. Deutsch - Italienisch
Rund 84 000 Fachbegriffe und 1...
Aribert Schlegelmilch
0 Kommentare