Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Vorbemerkungen. 3
1.1 Begriffsbestimmung. 4
1.2 Auswahl von Aussagen in der Bibel über die Kremation. 4
2 Die historische Entwicklung der Feuerbestattung 5
2.2. Anfänge der Wiederentdeckung in Europa 6
2.3 Die Kirche in der Defensive 7
2.3.1 Die Position der Katholischen Kirche heute 8
2.3.2 Die Position der Griechisch-Orthodoxen Kirche 2001 9
3 Liturgische Formulare. 10
3.1 Der Gottesdienst zur Bestattung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche. 10
3.1.1 Gottesdienst vor der Einäscherung 10
3.1.2. Urnenbeisetzung. 12
3.2 Die Liturgie in der Anglikanischen Kirche. 13
3.2.1 Die Beisetzung der Asche als eigene liturgische Feier. 15
4 Schlussbemerkungen 16
4 Literaturliste 17
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1 Einleitung und Vorbemerkungen
Viele Menschen haben Angst vor dem Tod. Wäre dem nicht so, könnten Filme über Mord und Totschlag, über dramatische Ereignisse innerhalb von Familien oder auch über Untote, die auf Erden wandeln, nicht so einen großen kommerziellen Erfolg verbuchen. Diese Angst vor dem Tod hat meiner Ansicht nach zu einem großen Teil damit zu tun, dass es keine beweisbare Antwort auf die Frage gibt, was denn nach dem Tod kommt. Die Religionen versuchen, den Menschen u.a darauf, eine Antwort zu geben und bieten ihren Gläubigen eine Perspektive an, die über die Lebensspanne, die jeder Mensch auf Erden verbringt, hinausgeht. So sieht auch das Christentum im Tod nach dem irdischen Dasein des Menschen nicht sein Ende, sondern betont, nicht zuletzt in der liturgischen Ausgestaltung der Begräbnisfeiern, den österlichen Aspekt, d.h. die Auferstehung von den Toten. Aber so wie sich der inhaltliche Schwerpunkt der Begräbnisliturgie im Lauf der Zeit verändert hat, sieht sich auch die Kirche mit neuen Bestattungsformen konfrontiert. Die bisher hierzulande am weitesten verbreitete Form der Erdbestattung bekommt immer mehr Konkurrenz durch andere Beisetzungsformen, wie z.B. die Seebestattung, die Weltraumbestattung oder eben auch die Kremation. Die Aufgabe meiner Arbeit soll es sein, die geschichtliche Entwicklung dieser immer beliebteren Bestat-tungsform aufzuzeigen und in einem zweiten Schritt die Position der römisch-katholischen Kirche darzulegen. Abschließend möchte ich noch kurz die Auseinandersetzung um die Kremation in der griechisch-orthodoxen Kirche darstellen. Bereits bestehende liturgische Formulare in der Anglikanischen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche bilden den Abschluss.
Im Übrigen möchte ich drauf hinweisen, dass ich überall, wo es mir zutreffend erschien, eine geschlechtergerechte Schreibweise, im Zweifelsfalle jedoch den männlichen Plural verwende, der aber ggf. selbstverständlich inklusiv zu verstehen ist.
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1.1 Begriffsbestimmung
Seinen Ursprung hat das Wort Kremation im lateinischen cremo, -as, are (verbrennen). Unter Kremation versteht man in weiterer Folge die „Beisetzung der Aschenreste (in der Regel) in einer Urne eines zuvor zu diesem Zweck verbrannten Leichnams. Im abendländischen Kulturraum erfolgt die Verbrennung der Leiche in der Regel im Krematorium […]“ 1 .
1.2 Auswahl von Aussagen in der Bibel über die Kremation
Einige Stellen im Alten Testament sprechen über die Verbrennung von Körpern im Zusammenhang mit Strafe. Hier eine Auswahl:
• Gen 38,24: Verbrennung als Strafe für ein uneheliches Kind.
• Lev 20,14: Verbrennung als Strafe für die Heirat einer jungen Frau und ihrer Mutter (auch der Mann wird verbrannt!).
• Lev 21,9: Strafe für unzüchtige Priestertöchter, die als Dirnen ihren Vater entweihen.
• Jos 7,25: Achan, der Sohn Serachs, wird gesteinigt und verbrannt.
• 1 Kön 13,2: Joschija wird Jerobeam, dem ungehorsamen Gottesmann,
An anderer Stelle wird selbst den größten Feinden Israels zugestanden, eine Erdbestattung zu erhalten, so z.B. bei Jos 10,26: Josua besiegt alle fünf Kanaaniter-Könige und lässt ihre Körper, nachdem sie bis zum Tagesende am Baum aufgehängt waren, in einer Höhle beisetzen. Oder auch bei Am 2,1: weil Moab die Gebeine des Königs von Edom verbrannte und nicht beisetzte, sendet JHWH Feuer gegen Moab. Auch von Mose ist uns überliefert, dass er begraben wurde, wenngleich niemand sein Grab kennt (Ex 34,6).
1 Aus: Güthoff, Elmar: Feuerbestattung. II. Historisch-theologisch, in: LTHK 4 3 (1998) 1266.
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2 Die historische Entwicklung der Feuerbestattung
Unsere Bestattungsriten haben sich im Wesentlichen aus der jüdisch-christlichen Überlieferung entwickelt. Christus wurde nach seinem Tod am Kreuz in einem Grab beigesetzt. Daraus entstand im Laufe der Jahrhunderte die bei uns übliche Ehrfurcht vor dem toten menschlichen Körper, auch als Symbol menschlichen Lebens.
Hierzulande ist die häufigste Form der Bestattung immer noch die Erdbestattung. Dies ist schon daraus erkennbar, dass auf allen Friedhöfen, die einen eigenen Sektor für die Beisetzung von Urnen haben, deutlich weniger Menschen beigesetzt sind als im herkömmlichen Abschnitt. Natürlich gibt es auch einige, deren Urnen gemeinsam mit den übrigen Familienmitgliedern in einem Erdgrab beigesetzt sind. Ein Blick auf die Todesanzeigen in den Tageszeitungen zeigt jedoch, dass noch knapp die Mehrheit der Verstorbenen auf herkömmliche Art, also mittels Erdbestattung, beigesetzt wird. Dennoch hat sich die Feuerbestattung, also die Kremation mit anschließender Beisetzung der Urne mit der Asche des bzw. der Verstorbenen, zu einer Bestattungsform heraus gebildet, die kein besonderes Aufsehen mehr erregt.
Dies war aber nicht immer so. Im antiken Raum waren sowohl die Erd- als auch die Feuerbestattung bekannt gewesen. 2 Das Christentum sah hingegen in der Feuerbestattung ein heidnisches Ritual und lehnte es, auch aus dem Glauben an eine leibliche Auferstehung, kategorisch ab. Auch im Zuge der späteren Verehrung der Märtyrergebeine und aus dem daraus entstehenden Reliquienkult verstärkte sich die Ablehnung. 3 Eine weitere Zurückdrängung bis hin zu ihrem vollständigen Verschwinden im 9. Jahrhundert erfuhr die Kremation durch das Verbot bei Todesstrafe durch Karl den Großen im Jahr 785. 4
Die Feuerbestattung ist aber keineswegs nur ein Phänomen der europäischen Kultur. Aus dem Orient sind uns umfangreiche Rituale für die Leichenverbrennung überliefert. Außerdem ist sie im Hinduismus, aber auch im Buddhismus die nach wie vor übliche Form der Bestattung. 5
2 Vgl. Fischer, Norbert: Vom Gottesacker zum Krematorium. Eine Sozialgeschichte der Friedhöfe in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert. Köln: Böhlau 1996 (=Kulturstudien: Sonderband 17), 8.
3 Ebd.
4 Vgl. Güthoff, Feuerbestattung, 1265.
5 Vgl. Maier, Bernhard: Leichenverbrennung, in: LTHK 3 5 (1998) 780.
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Arbeit zitieren:
Mag. Markus Löhnert, 2005, Die Bestattungsform der Kremation im Wechsel von Zeit und Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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