Fachbereich 1
Fach: Soziale Arbeit und Erziehung
Propädeutikum: Am Beispiel „Einführung in die Sozialpolitik“
Wintersemester 2002/03 Hausarbeit zum Thema:
Vorgelegt von: Jessica Ben Lasfar
Düsseldorf, 17.01.2003
1
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Die Frühindustrialisierung und die daraus entstehenden
Arbeiterbewegungen 2
2. Das Erfurter Programm 4
3. Die SPD in der Weimarer Republik 6
4. Wichtige Errungenschaften der Sozialpolitik nach dem 2. Weltkrieg 7
5. Das Godesberger Programm - Neuorientierung der Partei 7
6. Sozialpolitik unter der großen Koalition und unter 9
der sozial-liberalen Koalition
6.1. Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur 10
7. Das Berliner Programm 10
8. Die Programme im Vergleich 12
9. Fazit 12
Literaturliste 13
2
Sozialpolitik im Wandel.
Am Beispiel der geschichtlichen Entwicklung der SPD und
ihrer Grundsatzprogramme.
Einleitung
Sozialpolitik soll dem Entstehen sozialer Risiken vorbeugen, soziale Risiken ausgleichen und ein Minimum an sozialer Sicherung im Einkommens-, Versorgungs- und Lebensniveau einzelner Personen gewährleisten. Diese Sicherung wird staatlich gelenkt (Sozialstaat) und beinhaltet Regelungen des Arbeitsmarktes, der Arbeitsverhältnisse und -bedingungen, der schulischen und beruflichen Ausbildung, sie reglementiert die soziale Ausgestaltung des Steuersystems, die Wohnungspolitik und die Gesundheitspolitik. (Vgl. Bäcker u. a., S. 21 u. 36) Die Sozialpolitik gewann im frühen 19. Jahrhundert erstmalig enorm an Bedeutung. Was vorher die Familie regelte, die Großfamilie oder der Lebenspartner, musste im Zuge einer völligen Neuorientierung und Strukturierung der Arbeitswelt, der Berufsfelder und Betriebe staatliche Lenkung erhalten.
Wie veränderte sich die Gesellschaft, der Arbeitsmarkt zu dieser Zeit? Die Gründung der SPD, vormals SAP und ADAP schien eine logische Konsequenz aus der Notwendigkeit einer neuen Form der sozialen Politik. Welche Werte im Bezug auf soziale Sicherung und Sozialstaat entwickelten sich aus der Gründung der Partei 1890? Was ist bis heute erhalten geblieben, was hat sich und musste sich aufgrund geschichtspolitischer Entwicklungen ändern?
Um diesen Fragekomplex zu beantworten, ist es zunächst einmal erforderlich, die Entstehungsgeschichte der SPD nachzuvollziehen und das erste Grundsatzprogramm im Bezug auf sozial-politische Inhalte zu untersuchen. 1. Die Frühindustrialisierung und die daraus entstehenden Arbeiterbewegungen Am 23. Mai 1863 wurde vom Ferdinand Lassalle die erste selbständige Arbeiterpartei Deutschlands ins Leben gerufen, genannt ADAV. (Allgemeiner deutscher Arbeiterverein) Wie kam es dazu?
Nicht nur die Industrialisierung, die in Deutschland 1848 noch gar nicht so weit fortgeschritten war, wie in anderen europäischen Ländern, z. B. in England, sondern ebenso andere Faktoren begünstigten die Entstehung einer neuen Bevölkerungsschicht. Durch allgemein verbesserte Lebensumstände kam es in dieser Zeit zu einer Bevölkerungs-
3
explosion. Es prägte sich der Begriff des Pauperismus, da eine zahlenmäßig große, vornehmlich ländliche Unterschicht entstand, die sich gerade notdürftig am Leben halten konnte. Nahezu 50 % der Bevölkerung gehörten zu dem so genannten Proletariat. (Vgl. Miller/Potthoff, S. 20)
Gleichzeitig war das politische System was Sozialstaatlichkeit anging unterentwickelt, es herrschte in Deutschland der damals auch in England verbreitete Manchesterliberalismus der nur für minimale Fürsorge eintrat und auch nur bei sehr großem, akutem Elend. Kinderschutzbestimmungen gab es deshalb auch nur um befürchteten Rekrutierungslücken entgegenzuwirken.
Um 1850 und den nachfolgenden Jahren nahm die Industrialisierung einen immer schnelleren, unaufhaltsamen Lauf. Es gab ein Überangebot an ungelernten Arbeitskräften, die Gewinne der Unternehmen wurden auf wenige, Privilegierte verteilt, die Arbeiterschaft blieb besitzlos. Arbeitstage von 13, 14 Stunden und mehr waren normal, die Arbeits- und Wohnverhältnisse waren katastrophal. Noch billigere Arbeit von Kindern und Frauen ließen die Löhne sinken, es gab weder Krankenversorgung, noch Unfall- oder Altersvorsorge. Karl Marx erkannte und benannte erstmals die Zustände in Deutschland sowie im gesamten Europa. Er prophezeite eine aufkommende Massenarbeitslosigkeit und beschrieb die Entfremdung des Arbeiters von seiner Arbeit, dadurch, dass er nicht mehr besitzt, was er produziert, somit kein Eigentum mehr an den Produktionsmitteln hat. Im Februar 1848 erschien das Manifest der Kommunistischen Partei.
Viele Thesen von Karl Marx und dem mit ihm befreundeten Friedrich Engels finden sich im Erfurter Programm der SPD später wieder.
Nach Gründung einiger Arbeiterorganisationen, wie z. B. der Allgemeinen deutschen Arbeiterverbrüderung im September 1848; diese forderten bereits zu dieser Zeit ein vom Volk gewähltes Reichsparlament, Koalitionsfreiheit- und Arbeitsnachweis, Gesundheitseinrichtungen und Krankenunterstützungskassen, sowie gesetzlichen Arbeitsschutz und Mitbestimmung bei Arbeitszeit und Löhnen, gründete Ferdinand Lassalle im Mai 1863 den Allgemeiner deutscher Arbeiterverein, der sich 1891 in Sozialdemokratische Partei Deutschlands umbenannte und es bis heute blieb.
Die SPD war erstmalig in der deutschen Geschichte, und aus politischer Entwicklungsgeschichte notwendig, eine Partei, die für Sozialpolitik eintrat und sozialpolitische Maßnahmen forderte.
Arbeit zitieren:
Jessica Ben Lasfar, 2003, Sozialpolitik im Wandel. Am Beispiel der geschichtlichen Entwicklung der SPD und ihrer Grundsatzprogramme, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Selbstfindungsprozess eines Schriftstellers in Martin Walsers Bild...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 24 Seiten
Die Entstehung des preußischen Regulativs über die Beschäftigung jugen...
Hausarbeit, 29 Seiten
Die Rolle des Bürgertums in der Revolution von 1848/49
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Seminararbeit, 23 Seiten
Soziale Begleiterscheinungen und Folgen der frühen Industrialisierung ...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit, 22 Seiten
Der Begriff des Arbeitnehmers und das Problem der Scheinselbstständigk...
Hausarbeit, 21 Seiten
Funktionen von Familie in einer sich wandelnden Gesellschaft
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Der Wandel der Familie als Teil des Modernisierungsprozesses
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit, 16 Seiten
Familienpolitik im Bundestagswahlkampf 2002
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 11 Seiten
Familienpolitik - ein kurzer Überblick
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Anfänge der Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1949...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 27 Seiten
Auswirkung der Schuldrechtsreform auf Mitarbeiterverträge freier Journ...
Jura - Medienrecht, Multimediarecht, Urheberrecht
Seminararbeit, 30 Seiten
Die Problematik der Scheinselbständigkeit und deren Lösung durch § 7 A...
Jura - Zivilrecht / Arbeitsrecht
Seminararbeit, 20 Seiten
Arbeitnehmer und freie Mitarbeiter der Rundfunk- und Fernsehanstalten:...
Seminararbeit, 25 Seiten
Das Phänomen Scheinselbständigkeit: Die Abgrenzungsproblematik, Gesetz...
Hausarbeit, 23 Seiten
Die Programmgeschichte der SPD unter besonderer Berücksichtigung des G...
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit, 20 Seiten
Jessica Ben Lasfar hat den Text Sozialpolitik im Wandel. Am Beispiel der geschichtlichen Entwicklung der SPD und ihrer Grundsatzprogramme veröffentlicht
Jessica Ben Lasfar hat einen neuen Text hochgeladen
Die Entwicklung lokaler Nachhaltigkeit am Beispiel der Region Kautzen ...
Bedingungen, Erfolge und Probl...
Josef Baum
Entwicklung von Indikationssystemen am Beispiel der Elbaue
Mathias Scholz, Klaus Henle, Frank Dziock, Sabine Stab, Francis Foeckler
Die Heimatzuflucht nach § 30 Absatz 3 Reichserbhofgesetz (REG) als Bei...
Axel C Buchenroth
Geschichte und ihre Didaktik. Ein weites Feld
Unterricht, Wissenschaft, Allt...
Christian Heuer, Christine Pflüger
Seminar on Singularities of Solutions of Linear Partial Differential E...
George F. Oster, Lars Hormander, Lars H. Rmander
0 Kommentare