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Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern

Title: Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 36 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jenny Haroske (Author)

Communications - Movies and Television
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Am 19. September ist es wieder soweit - alle mündigen Bürger des Freistaats Sachsen
sind dazu angehalten, eine neue Landesregierung zu wählen.
Eine grundgesetzlich festgeschriebene Aktivität, die uns in regelmäßigen Abständen
daran erinnert, daß wir in einem Gesellschaftssystem leben, in dem das Volk durch
gewählte Vertreter regiert.
Soll heißen: wir, die Bürger, ernennen Vertrauensmänner und -frauen, die sich
hauptberuflich damit beschäftigen, unsere Interessen zu vertreten, weil wir dafür
keine Zeit haben. Damit wir aber auf diesem Gebiet nicht den Überblick verlieren,
abonnieren wir uns eine Tageszeitung, schauen abends die Tagesschau, und am
Wahltag geben wir unsere Stimme demjenigen Abgeordneten, von dem wir unsere
Interessen am besten zu vertreten haben meinen.
Wenn wir aber ganz ehrlich sind - wer von uns „Normalos“ kann genau sagen, was
Partei A von Partei B unterscheidet, warum es besser für uns wäre, Kandidat A statt
Kandidat B in den Bundes- oder Landtag zu wählen?
Die Argumente, die A und B uns via Fernsehen und Wahlplakat übermitteln, sind
nicht allzu überzeugend. Richtung wechseln wollen die Republikaner, Horizonte öffnet
die PDS für uns, und immer häufiger strahlt uns nur ein Gesicht an, das wir sympathisch
finden sollen.
Es scheint durchaus verständlich, daß viele Menschen das komplexe Gebiet der
Politik nicht mehr durchschauen können und wollen. Es ist einfach zu schwierig, bei
einem derartigen Überangebot an Meinungen und Ideologien einen Nenner zu finden.
Dazu kommt aber, und das ist traurig, daß sich ein Großteil der Bevölkerung
durch die Politiker gar nicht mehr vertreten fühlt und dabei sein Recht auf politische
Partizipation aufgibt.
Eine immer verbreitetere Behauptung, daß an der wachsenden Politikverdrossenheit
nicht die faulen Bürger, sondern vielmehr die Politiker selbst schuld sind, soll im
folgenden näher beleuchtet werden.
Ist es wahr, daß Politiker Idealisten sind, die für eine bessere Gesellschaft kämpfen,
oder geht es auch in dieser Sphäre hauptsächlich um Geld und Macht? Haben wir
nur das Gefühl, oder sagen Politiker in ihren Reden wirklich nichts? Werden wir zynisch,
oder sind Politiker wirklich alle gleich? [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I) Vorbetrachtung

1. Politik und Sprache

2. Inszenierung

3. Analyse politischer Texte

II) Selbstinszenierung

1. Aufgaben eines Politikers

2. Politische Rhetorik

3. Persuasion

4. Politischer Stil

III) Fremdinszenierung

1. Konstruktion politischer Realität

2. Konstruktion von Images

IV) Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Politikbegriffs im Kontext von Mediatisierung und öffentlicher Wahrnehmung. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit moderne politische Kommunikation von einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu einer bloßen Selbst- und Fremdinszenierung übergegangen ist und welche Rolle die Massenmedien dabei einnehmen.

  • Die Rolle der Sprache als Machtinstrument in der Politik.
  • Methoden der rhetorischen Persuasion und Inszenierung von Politikern.
  • Die konstruierende Funktion der Massenmedien bei der Vermittlung politischer Realität.
  • Die zunehmende Personalisierung und das Image-Modell in der modernen Politik.
  • Die kritische Reflexion des Einflusses von Fernsehen auf das Politikverständnis.

Auszug aus dem Buch

2. Inszenierung

Sprechen wir im Alltag von politischer Inszenierung, wird sie meist mit Vorspiegelung und Täuschung assoziiert und hat einen schalen Beigeschmack. Politiker, die sich selbst inszenieren, sind für uns wenig vertrauenerweckend, weil sie uns täuschen wollen.

Der Begriff der (Selbst-) Inszenierung sollte aber objektiver betrachtet werden. Erving Goffmann hat u.a. in seinem Buch „Frame Analysis“ aufgezeigt, daß der Inszenierungscharakter nicht unbedingt etwas negatives ist, sondern im Gegenteil vielen unserer alltäglichen Handlungen beiwohnt: „What the talkers undertake to do is not to provide information to a recipient but to present dramas to an audience. Indeed it seems that we spend most of our time not engaged in giving information but in giving shows“ (E. Goffmann, Frame Analysis, S. 508).

Inszenieren muß also nicht „Theater spielen“ heißen, sondern es ist viel mehr. Dies wird durch die Handlungstheorie von Goldman gestützt, die davon ausgeht, daß eine Handlung immer mit mehreren „Mustern“ belegt ist (vgl. A. I. Goldman, A Theory of Human Action).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Politikverdrossenheit der Bürger und stellt die Frage, ob Politiker primär Idealisten sind oder ob Geld, Macht und bloße Inszenierung in den Vordergrund gerückt sind.

I) Vorbetrachtung: Dieses Kapitel erörtert die grundlegenden Auffassungen von Politik und Sprache, von aristotelischen Idealen bis hin zu machiavellistischen Machtstrategien, und führt in den Begriff der Inszenierung sowie die Analyse politischer Texte ein.

II) Selbstinszenierung: Hier werden die Aufgaben eines Politikers sowie spezifische rhetorische und stilistische Mittel untersucht, die der Machtgewinnung und der persönlichen Imagebildung dienen.

III) Fremdinszenierung: Das Kapitel widmet sich dem Einfluss der Massenmedien, insbesondere des Fernsehens, auf die Konstruktion von politischer Realität und der gezielten Gestaltung von Kandidaten-Images.

IV) Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an die Eigenverantwortung der Bürger, sich kritisch mit medial vermittelten Inhalten auseinanderzusetzen.

Schlüsselwörter

Politische Kommunikation, Inszenierung, Rhetorik, Persuasion, Massenmedien, Agenda-Setting, Framing, Priming, Image-Modell, Personalisierung, Politikverdrossenheit, politische Sprache, Machtmanagement, Wahrnehmung, Medienanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie sich die politische Kommunikation im Laufe der Zeit verändert hat und warum moderne Politik zunehmend durch Inszenierungstechniken anstelle von inhaltlicher Debatte geprägt ist.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der politischen Sprache, der Methoden der Selbstinszenierung durch Politiker sowie der fremdgesteuerten Imagekonstruktion durch Massenmedien.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit fragt, ob die moderne Politik durch die Medien zu einer bloßen Inszenierung reduziert wurde und ob dies den demokratischen Anspruch auf fundierte politische Partizipation gefährdet.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch den Rückgriff auf kommunikationswissenschaftliche Ansätze, Handlungstheorien und rhetorische Traditionen, um die Mechanismen politischer Kommunikation zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Vorbetrachtung der Politikbegriffe, die aktive Selbstinszenierung durch Rhetorik und Stil sowie die passive Fremdinszenierung durch die Selektions- und Framing-Leistungen der Massenmedien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Inszenierung, Rhetorik und Persuasion vor allem Konzepte wie Agenda-Setting, Priming, das Image-Modell und die kritische Distanz des Wählers.

Warum ist laut der Arbeit die Glaubwürdigkeit für Politiker so schwer zu halten?

Aufgrund der medialen Ausleuchtung aller Lebensbereiche und der ständigen öffentlichen Präsenz wirken selbst kleine Unstimmigkeiten oder privates Fehlverhalten verheerend für das öffentliche Bild.

Welchen Einfluss hat das Fernsehen laut dem Dokument auf die Politik?

Das Fernsehen bevorzugt visuelle Attraktivität und Konfliktorientierung gegenüber komplexen Inhalten, was Politiker dazu zwingt, ihre Kommunikation zu vereinfachen und das Image über die Sacharbeit zu stellen.

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Details

Title
Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern
College
Dresden Technical University  (Kommunikationswissenschaft)
Course
HS: Formen des Sprechens im Fernsehen
Grade
2,7
Author
Jenny Haroske (Author)
Publication Year
2000
Pages
36
Catalog Number
V13432
ISBN (eBook)
9783638190992
Language
German
Tags
Selbst- Fremdinszenierung Politikern Formen Sprechens Fernsehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Haroske (Author), 2000, Selbst- und Fremdinszenierung von Politikern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13432
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