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Vorgelegt von:
Britta Buchholz
Magisterstudiengang: Linguistische Germanistik, Betriebswirtschaftslehre und Spanisch, 7. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die historische Situation
2.1. Die Reichsgründung
2.2. Herrschaftssystem und Bismarcks Politik
2.3. Die industrielle Revolution
2.4. Sozialstrukturelle Veränderungen
2.5. Die „soziale Frage“
3. Die Sozialistengesetze
4. Vorbereitungen der Versicherungen
5. Die drei Versicherungen
5.1. Krankenversicherung
5.2. Arbeitslosenversicherung
5.3. Alters- und Invaliditätsrentenversicherung
6. Bismarcks Intention
6.1 Verhinderung einer Revolution
6.2 Lösung der „sozialen Frage“
6.3 Abwendung vom Liberalismus
6.4 Die Rolle des Staates in der Tradition
6.5 Weitere Gründe
7. Auswirkungen der Sozialversicherungen
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
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Thesen dieser Arbeit (Abstact)
Diese Arbeit versucht, sowohl Bismarcks Intention bei der Einführung der Sozialversicherungen
Sozialversicherungen Sozialversicherungen eng im Zusammenhang mit den Sozialistengesetzen stehen. Das geht soweit, dass andere Argumente vor dem großen Ziel Bismarcks, der Bekämpfung der Sozialistischen Arbeiterpartei, zweitrangig waren.
Einige Geschichtswissenschaftler stellen die sozialen Probleme der Kaiserzeit als zentrale Intention Bismarcks dar. Diese Arbeit stellt die Hypothese auf, dass Bismarck bei diesem zentralen Ziel schon viel früher und viel intensiver versucht hätte, die „soziale Frage“ zu lösen. Zudem zeigt diese Arbeit, dass sich Bismarck nur begrenzt für die Arbeiter eingesetzt hat - Arbeiterschutz, Arbeiterversicherung etc verbesserte er kaum.
Abschließend wird sich anhand der Auswirkungen der Sozialversicherungen aufzeigen lassen, dass diese nicht den von Bismarck gewünschten Zweck erfüllten. Vielmehr wurden die soziale Partei in der Kaiserzeit immer beliebter.
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1. Einleitung
Bismarck wird als der Begründer der sozialen Absicherung in Deutschland verstanden. Doch wie kam es, dass dieser eher als konservativ geltende Reichskanzler die drei großen Sozialversicherungen einführte? Beeinflussten ihn andere, nicht rein soziale Motive bei dieser Reform?
Um die Beweggründe des Reichskanzlers herauszufinden, soll zunächst die politische, wirtschaftliche und soziale Situation der Kaiserzeit näher betrachtet werden. Nach einer kurzen Erläuterung dieses Hintergrunds, wird ein besonderes Augenmerk auf die von Bismarck eingeführten Sozialistengesetze gelegt. Denn es liegt die Annahme nahe, dass beides im Zusammenhang steht und die Sozialversicherungen möglicherweise eine Reaktion Bismarcks auf die wachsende innenpolitische Unruhe, und die immer stärker werdenden Sozialisten waren.
Darauf folgend werden die drei großen Versicherungen kurz erläutert, um dann deren Wirkung darzulegen. Woraus sich die Frage nach dem Erfolg bzw. Misserfolg seiner Reform ergibt und beantwortet werden soll.
Im Fazit soll eine klare Position dazu bezogen werden, ob Bismarck nun eher sozialer Wohltäter oder kalkulierender Staatsmann war.
2. Die historische Situation
2.1. Die Reichsgründung
Am 18. 1. 1871 wird Wilhelm der I. von Preußen zum ersten Deutschen Kaiser proklamiert. Den Weg dort hin hatte ihn Otto von Bismarck bereitet, der Deutschland unter konservativen Vorzeichen ,,von oben" einigte. Dem gingen drei ,,Einigungskriege" gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870/71) voraus.
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2.2 Herrschaftssystem und Bismarcks Politik 1
Die Reichsverfassung stellte die Grundstruktur in der Kaiserzeit dar. Das Reich selbst war in vier Organe eingeteilt: Kaiser und Kanzler, Reichstag und Bundesrat. Dem Kaiser war eine Stellung als Bundespräsidialgewalt zugedacht, die sich aber eher zu der eines „Reichsmonarchen“ (Ullmann 1999, S. 3) entwickelte. Zu seiner wichtigsten Aufgabe zählte die Ernennung des Reichskanzlers. Der Kanzler hatte einen großen Handlungsspielraum, denn er legte in Absprache mit dem Kaiser die Reichspolitik fest. Außerdem saß er dem Bundesrat vor. Gegenüber dem Reichstag musste er seine Politik verantworten und Mehrheiten für seine jeweiligen Gesetzesvorhaben erreichen. Der Reichstag wurde in allgemeiner und gleicher, direkter und geheimer Mehrheitswahl in Einmannwahlkreisen gewählt. Der Reichstag bewilligte den Haushalt, verfügte über Gesetzesvorlagen und hatte Kontrollrechte. Der Bundesrat vereinigte legislative und exekutive Befugnisse. Zudem konnte er gemeinsam mit dem Kaiser den Reichstag auflösen und einen Krieg erklären (Ullmann 1999, S. 3ff). Das deutsche Reich war ein Fünfparteiensystem. Als rechter Flügel können die Deutschkonservativen und die Deutsche Reichspartei (die Freikonservativen) eingeordnet werden. Im Zentrum organisierte sich der politische Katholizismus. Den rechten Flügel des Liberalismus bildete die Nationalliberale Partei. Im ersten Reichstag waren drei Linksliberale Gruppen vertreten: die Fortschrittspartei, die Liberalen ohne Fraktionsbindung und die Deutsche Volkspartei. Bei der Reichsgründung standen sich die Sozialdemokratische Arbeiterpartei und der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein noch rivalisierend gegenüber. Erst 1875 schlossen beide sich zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands zusammen. 1890 benannten sie sich um in Sozialdemokratische Partei (Born1981, S. 25ff).
In der Innenpolitik kooperierte der Reichskanzler Bismarck zunächst mit den Nationalliberalen, die ihn in der Wirtschaftspolitik und im Kulturkampf gegen die katholische Kirche und das Zentrum unterstützten. Der liberale Kurs und die Zusammenarbeit mit den Liberalen fanden jedoch nach dem wirtschaftlichen Einbruch, im so genannten Gründerkrach von 1873, der auf die wirtschaftliche Hochblüte der Gründerjahre (1871-1873) gefolgt war, ihr Ende. Bismarck schlug nun einen
1 Es folgt eine sehr kurze Beschreibung des Herrschaftssystems des Kaiserreichs. Der Rahmen dieser
Arbeit erlaubt keine ausführlichere Darstellung. Weitere Aufgaben und Verflechtungen können u. a. in
Ullmann (1999, S. 1ff) nachgelesen werden.
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Arbeit zitieren:
Britta Buchholz, 2002, Welches Ziel verfolgte Bismarck als er die Sozialversicherungen einführte und inwieweit erfüllten diese ihren Zweck?, München, GRIN Verlag GmbH
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