Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Waldorfpädagogik. 3
2.1 Kurzbiographie Steiner 3
2.2 Grundlegender Gedanke. 3
2.3 Das Bild vom Kind. 4
2.4 Die Temperamente 4
2.5 Lehrer und Erzieher. 5
2.6 Ganzheitlicher Unterricht. 5
2.7 Die Sinne als „Tore zur Welt“ 6
2.8 Schulform 6
3. Maria Montessori 6
3.1 Kurzbiograhie Maria Montessori 6
3.2 Grundlegender Gedanke. 7
3.3 Das Unterrichtsmaterial. 8
3.4. Lehrer und Erzieher. 8
3.5 Unterrichtsstruktur 9
3.6 Sinnerziehung. 9
3.7 Schulform 9
4 Vergleich 10
5 Fazit 12
6 Literaturverzeichnis. 14
2
1 Einleitung
Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Vergleich der Waldorfpädagogik und der Montessori Pädagogik. Im ersten Abschnitt werde ich die Waldorfpädagogik vorstellen und erläutern. Daran anschließend werde ich mit der Montessori Pädagogik auf gleiche Weise verfahren. Abschließend werde ich die beiden Konzepte miteinander vergleichen und die Unterschiede darstellen, sowie die Kritikpunkte und positiven Aspekte herausarbeiten.
2 Waldorfpädagogik
2.1 Kurzbiographie Steiner
Rudolf Steiner, der von 1861-1925 gelebt hat, studierte anfangs Naturwissenschaften. Durch die Arbeit mit einem an Hydrocephalus 1 erkrankten Kind machte Steiner seine ersten pädagogischen Erfahrungen. Im Jahre 1894 veröffentlichte Steiner sein erstes Buch, in welchem er die Grundlagenwerte seiner Pädagogik, die spätere Waldorfpädagogik, erklärte. 1907 war die Waldorfpädagogik durch Steiner entwickelt und wurde 1919 an der ersten Waldorfschule in Stuttgart umgesetzt. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 500 Waldorfkindergärten und 200 Schulen. 2
2.2 Grundlegender Gedanke
Steiner plädiert dafür, dass Erziehen und Lernen als Lebensvorgänge angesehen werden müssen. Der Waldorfpädagoge hat somit die Aufgabe aus dem Kind einen vollständigen Menschen „zu formen“. Dies geschieht durch die Erziehung und die Lehre, die er durch seinen Unterricht dem Kind entgegen bringt. In den Schülerinnen und Schülern 3 soll mittels der Waldorfpädagogik das eigene Wesen geweckt und gefördert werden. Dadurch können sich die SuS selbst finden und aufgrund dessen ihr späteres Leben erfolgreich gestalten. 4 Zu den Grundgedanken der Anthroposophie gehört darüber hinaus die Auffassung, dass sich der Mensch in Leib, Seele und Geist gliedert, sodass er zugleich der physischen, der seelischen und der geistigen Welt angehört. Mit dem physischen Leib nimmt er die Dinge
1 Ein Hydrocephalus (deutsch: Wasserkopf ist eine krankhafte Erweiterung der liquorgefüllten
Flüssigkeitsräume (Ventrikel) des Gehirns auf Kosten der Hirnsubstanz.
2 vgl. Seitz, Marielle und Ursula Hallwachs: Montessori oder Waldorf? Orientierungsbuch für Eltern und
Pädagogen. Mit Fotos von Christa Pilger-Feiler. 3. Auflage. München: Kösel Verlag 1998. S. 175.
3 Im Folgenden durch „SuS“ realisiert.
4 vgl. Nowak, Felix: Pädagogik/Psychologie für Fachoberschulen und Berufoberschulen.
1.Auflage. Neusäß: Kieser 2000. S. 134ff.
3
seiner Umwelt wahr, die Seele verbindet die Umwelt mit seinem eigenen Leben und mit dem Geist erzielt er Erkenntnisse über die Welt. 5
2.3 Das Bild vom Kind
Für Steiner und die Waldorfpädagogen ist das Kind ein geistiges Wesen und der Erzieher ein Führer für kurze Zeit. Nach Steiners anthroposophischer Lehre hat jedes Kind eine vorgeburtliche Vergangenheit. Damit sind die Veranlagungen gemeint, die das Kind mitbringt. Aufgrund dessen wird das Kind auf der Basis seiner Fähigkeiten und Anlagen erzogen.
Da Steiner an die Reinkarnation der Menschen glaubt, muss der Waldorflehrer Erfurcht vor seinen SuS haben, da diese mehr Erfahrungen, als der Lehrer, haben können. Dieses Wissen hilft dem Pädagogen bei der Aufgabe seines Erziehungsauftrages mehr, als pädagogischdidaktische Kenntnisse. Der Lehrer ist demnach in der Lage das Handeln der Kinder durch Tadeln zu beeinflussen.
Eine der Hauptaufgaben der Waldorfpädagogik ist es, dass sich die SuS optimal entwickelt und, ihren Anlagen und Fähigkeiten entsprechend, zu Üben. 6
2.4 Die Temperamente
Laut Steiner kann man die SuS in verschiedene Temperamente einteilen:
"Es ist ja wahr, dass uns jeder Mensch mit seinem eigenen Temperament entgegentritt, aber wir können doch gewisse Gruppen von Temperamenten unterscheiden. Wir sprechen ja, der Hauptsache nach, von vier menschlichen Temperamenten: von dem sanguinischen, dem cholerischen, dem phlegmatischen, dem melancholischen
Temperamente [sic]." 7
Diese vier Temperamente treten nach Steiner nicht in einer reinen Form auf, sondern kommen in Mischformen vor, wobei man den SuS immer eines der Temperamente zuteilen kann. Laut Steiner sollen die SuS in ihren Temperamenten positiv gefördert werden, also vom Pädagogen Aufgaben gestellt bekommen, die sie in ihrem Temperament unterstützen. Weiterhin stellt Steiner die These auf, dass sich gleiches mit gleichem abschleift. Somit
5 vgl. http://www.waldorfschule.info/index.5.0.1.html.
6 vgl. Seitz, Marielle und Ursula Hallwachs: Montessori oder Waldorf? Orientierungsbuch für Eltern und
Pädagogen. Mit Fotos von Christa Pilger-Feiler. 3. Auflage. München: Kösel Verlag 1998. S. 181.
7 Steiner 1980 zit. nach http://www.meike-lindemann.de/meike/temperament/anwendung.htm.
4
werden im gesamten Unterrichtsgeschehen die Temperamente berücksichtigt und einbezogen, welche der Pädagoge befürwortet und die Entwicklung dieser forciert. 8
2.5 Lehrer und Erzieher
Der Lehrer nimmt, wie in allen Schulformen, eine entscheidende Position für den Lernerfolg der SuS ein. Durch die Persönlichkeit des Lehrers werden die Klasse und der einzelne Schüler geprägt. Jeder Waldorfpädagoge absolviert in seiner Lehrerausbildung eine zweijährige Spezialausbildung, in der unter anderem an der Persönlichkeit des Waldorflehrers gearbeitet wird. Insbesondere der zukünftige Klassenlehrer muss sich intensiv vorbereiten, da er der Klasse am Nächsten ist. Von den Lehrern wird verlangt, dass sie abends den erlebten Tag reflektieren. Die Geschehnisse müssen Revue passiert werden und der Pädagoge muss sie bewerten. Er stellt sich seine SuS vor seinem geistigen Auge vor und verbindet sie mit psychischen Kräften. Diese Verfahrensweise soll ihm am nächsten Morgen den Umgang mit den Kindern erleichtern.
Der Pädagoge ist für die SuS wesentlich wichtiger, als einzelne Lerninhalte oder didaktische Feinheiten. Er beschreibt den lebenslangen geistigen Übungsweg für die SuS. Der tägliche Hauptunterricht findet beim jeweiligen Klassenlehrer statt, der seine SuS acht Jahre lang begleitet. In der Oberstufe herrscht das Fachlehrerprinzip.
2.6 Ganzheitlicher Unterricht
Gegenstand des Unterrichts ist in der Waldorfpädagogik der gesamte Kosmos. Demzufolge liegt der Schwerpunkt nicht auf dem Erwerb des Wissens in einzelnen Fächern, sondern auf einem, in die Tiefe gehenden, Menschen- und Weltverständnis. Aus diesem Grund werden die Unterrichtsinhalte immer auf den Menschen und den Kosmos ausgerichtet. Der Unterricht verläuft in Epochen von jeweils drei bis vier Wochen, wodurch die erarbeiteten Inhalte im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden sollen. Beim Epochenunterricht steht jedoch die pädagogische Komponente im Mittelpunkt. Neben einer individuellen Lernförderung ist ebenso eine starke Persönlichkeitsentwicklung intendiert. Rituale bilden in der Waldorfpädagogik einen stützenden Rahmen. Folglich hat jede Klasse eine persönliche, klassenspezifische Begrüßung. Durch Singen, Gehen und Aufsagen von Sprüchen entsteht ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit bei den SuS. 9
8 vgl. http://www.meike-lindemann.de/meike/temperament/anwendung.htm.
9 vgl. Epochenunterricht. Grundlagen-Modelle-Praxisberichte. Hrsg. von Helmut Kamm. 1. Auflage. Bad
Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt 2000.
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Arbeit zitieren:
Michael Rieken, 2009, Montessori Pädagogik und Waldorfpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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