Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses
Zusammenfassung
Konflikte sind zwangsläufige Begleiterscheinungen des menschlichen
Zusammenlebens und des betrieblichen Zusammenarbeitens. Da nicht jeder Konflikt im Rahmen von Verhandlungen eine gütliche Einigung finden kann, steht den Konfliktparteien der Gang zu den Gerichten zur Erreichung einer Konfliktlösung offen. Hier wird der Konflikt durch einen Dritten in einem meist langwierigen, mühsamen und teuren Verfahren versucht zu lösen, indem dazu oft die persönlichen und wirtschaftlichen und persönlichen Beziehungen der Kontrahenten zerstört werden. Allerdings weist das Verfahren des Gerichtsprozesses strukturelle Defizite auf, die einer befriedigenden Konfliktlösung im Wege stehen: Es ist vergangenheitsorientiert, der Richter kann nur den Ausschnitt des vergangenen Sachverhaltes betrachten, der unter eine Rechtsnorm subsumierbar ist. Zudem erfolgt im Gerichtsverfahren für die Entscheidungsfindung eine Reduktion der Wirklichkeit. Aus diesen Gründen wurde in Deutschland in den vergangenen Jahren nach alternativen Streitbeilegungsverfahren gesucht, zu der auch die Mediation gehört.
Das Verfahren der Mediation stammt aus den USA und wird dort seit ca. 35 Jahren als eine Form der Alternative Dispute Resolution (ADR) praktiziert. Die Mediation wird bei der Lösung der verschiedensten Konflikte genutzt.
Mediationsverfahren verlaufen idealtypischerweise in den sechs Phasen 1) Vorbereitung, 2) Probleme erfassen und analysieren, 3) Konfliktanalyse, 4) Konflikte und Probleme bearbeiten, 5) Mediationsvereinbarung sowie 6) Evaluation und Follow-up.
Verfahren der Mediation sind von Prinzipien bestimmt, deren Einhaltung Voraussetzungen für die Beilegung des Konfliktes durch die streitenden Parteien schaffen sollen. Diese, die Mediation kennzeichnenden Prinzipien sind insbesondere die Freiwilligkeit, die Neutralität des Mediators, die Eigenverantwortlichkeit und Informiertheit der Parteien, die Vertraulichkeit sowie die Flexibilität des Verfahrens.
Vorteile der Mediation gegenüber dem Gerichtsverfahren liegen in der Zeitersparnis und im Kostenvorteil, im Erhalt der Parteibeziehungen und in der Innovationskraft durch eine Generierung kreativer Lösungen. Der größte Nachteil der Mediation liegt in der Kehrseite ihres Vorteils, nämlich der angestrebten offenen Kommunikation zwischen den Parteien. Die Offenheit könnte von einer Konfliktpartei zur
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses
strategischen Vorbereitung eines sich anschließenden Gerichtsprozess genutzt werden.
Abschließend werden Unterschiede zwischen Gerichtsverfahren und Mediation hinsichtlich der Einleitung, der Gestaltung und der Beendigung des Verfahrens sowie hinsichtlich der Rolle der Anwälte dargestellt und eine detaillierte Gegenüberstellung beider Verfahren vorgenommen.
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses III
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung I
Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abk ürzungsverzeichnis. VII
1 Einleitung 1
2 Vorstellung des Mediationsverfahrens. 2
2.1 Definition und Abgrenzung 2
2.2 Herkunft, Verbreitung und Anwendungsfelder der Mediation. 4
3 Phasen der Mediation 5
3.1 Phase I: Vorbereitung. 6
3.2 Phase II: Probleme erfassen und analysieren 7
3.3 Phase III: Konfliktanalyse 7
3.4 Phase IV: Konflikte und Probleme bearbeiten 7
3.5 Phase V: Die Mediationsvereinbarung 8
3.6 Phase VI: Evaluation und Follow-up. 8
4 Prinzipien der Mediation 8
4.1 Das Prinzip der Freiwilligkeit 9
4.2 Das Prinzip der Neutralität. 9
4.3 Das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit 10
4.4 Das Prinzip der Informiertheit 11
4.5 Das Prinzip der Vertraulichkeit 11
4.6 Das Prinzip der Flexibilität 11
5 Vorteile der Mediation 12
5.1 Zeitersparnis und Kostenvorteil 12
5.2 Erhalt der Parteibeziehungen 14
5.3 Innovationskraft 14
6 Nachteile der Mediation 15
7 Vergleich von Mediation und Gerichtsverfahren 16
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses IV
7.1 Verfahrenseinleitung. 16
7.2 Verfahrensgestaltung. 16
7.3 Verfahrensbeendigung 17
7.4 Rolle der Anwälte 18
8 Fazit 20
Literaturverzeichnis 21
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Charakteristika grundlegender Konfliktlösungsverfahren.
Abbildung 2: Vergleich der Kosten von Mediation und Gerichtsverfahren
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses VI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Die vier grundlegenden Konfliktlösungsverfahren 3
Tabelle 2: Phasen der Mediation 6
Tabelle 3: Unterschiede zwischen Gerichtsverfahren und Mediation 18
Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses
Abkürzungsverzeichnis
ADR Alternative Dispute Resolution ArbGG Arbeitsgerichtsgesetz Art. Artikel BORA Berufsordnung für Rechtsanwälte ca. circa d. h. das heißt EGZPO Gesetz betreffend die Einführung der Zivilprozessordnung EU Europäische Union GVG Gerichtsverfassungsgesetz i. d. F. in der Fassung USA United States of America S. Seite usw. und so weiter z. B. zum Beispiel ZPO Zivilprozessordnung
Arbeit zitieren:
Anja Böhm, 2009, Mediation als Alternative des Gerichtsprozesses, München, GRIN Verlag GmbH
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