Inhalt
0. Einleitung 3
1. Heimerziehung 4
1.1. Heimformen 4
1.2. Soziale Integration von Heimkindern 6
1.3. Sozialisationsbedingungen im Heim 8
2. Pflegefamilien 10
2.1. Aufgabe und Funktion der (Pflege-) Familienerziehung 10
2.2. Pflegeformen 11
2.2.1. Vollzeit-/ Dauerpflege 11
2.2.2. Kurzzeitpflege 12
2.2.3. Milieunahe Pflege 13
2.2.4. Teilzeitpflege 14
2.3. Integration des Pflegekindes in die Pflegefamilie 14
2.4. Sozialisationsbedingungen von Pflegekindern 16
2.5. Beendigung des Pflegeverhältnisses 16
3. Vergleich der Integrations- und Sozialisationsbedingungen
von Heim- und Pflegekindern 17
4. Resümee 19
Literaturverzeichnis 21
0. Einleitung
Ich werde mich in meiner Hausarbeit mit Kindern in Heimen und Kindern in Pflegefamilien beschäftigen und ihre Erziehung miteinander vergleichen. Auch werde ich versuchen, auf die Frage, welches der beiden Möglichkeiten die bessere ist, zu antworten. Ich denke, das allgemeine Ziel der Erziehung im Heim und der Erziehung in einer Pflegefamilie ist die Erziehung selbst. Deshalb muss zuerst geklärt werden, was Erziehung eigentlich bedeutet. Erziehung kann wie folgt definiert werden: „Erziehung ist ein soziales Handeln, welches bestimmte Lernprozesse bewusst und absichtlich herbeiführen und unterstützen will, um relativ dauerhafte Veränderungen des Verhaltens und Erlebens, die bestimmten Erziehungszielen entsprechen, zu erreichen.“ […] „Erziehungsziele sind bewusst gesetzte Wert- und Normvorstellungen über das Ergebnis der Erziehung, die Auskunft darüber geben, wie sich der Erziehende gegenwärtig und zukünftig verhalten soll und die Eltern und anderer Erzieher in der Erziehung handeln sollen.“ (Hobmair, S.83, 195). Jedoch können nicht immer die leiblichen Eltern diese Aufgabe übernehmen. Dann greift das Hilfesystem des Staates und das Jugendamt übernimmt die Verantwortung für das Kind. Gründe für die Inpflegegabe sind meist eine schwierige, konflikthaltige und problematische Familiensituationen. Die Ursachen hierfür sind sehr vielfältig. Es treten psychische Krankheiten bei der erziehenden Person auf, es gibt Alkohol- oder Drogenprobleme, es entstehen konflikthafte Trennungssituationen oder junge Mütter sind überfordert. Seltener bilden der Tod der Eltern oder auch die Inhaftierung der Hauptbezugsperson die Grundlage. Ein weiterer Anlass ist die Vernachlässigung des Kindes (physisch wie emotional) oder auch die Ablehnung der Bezugsperson durch das Kind wegen Misshandlungen oder Missbrauch. (vgl. Blandow, 2004)
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1. Heimerziehung
Im Kinder- und Jugendhilfegesetz wird Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnformen definiert als „Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht“. Durch ihren Aufenthalt im Heim sollen Kinder und Jugendliche mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung gefördert werden. Im Gesetz werden folgende Ziele genannt: die Rückkehr in die Familie, die Vorbereitung auf die Erziehung in einer anderen Familie oder eine auf längere Zeit angelegte Lebensform, die auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. (vgl. Nowacki)
Die Aufgaben der Heimerziehung sind: Wiedereingliederung in die Gesellschaft, Förderung des sozialen Verhaltens, Förderung von individuellen Interessen und Fähigkeiten, Schul- und Berufsausbildung, Behandlung von psychosozialen Schwierigkeiten, Nachholung von Erziehungsversäumnissen und die Heil- bzw. sonderpädagogische Förderung von Behinderten. In der Regel arbeitet jedes Heim nach einem Erziehungsplan: das Vorgehen bei jedem einzelnen Kind bzw. Jugendlichen wird individuell abgestimmt, um ihn in seiner Entwicklung optimal zu fördern bzw. sein Fehlverhalten beheben und Schädigungen bewältigen zu können. (vgl. Hobmair)
Die Aufgabe der Erzieher besteht darin, die Kinder und Jugendlichen bei der Verwirklichung der eigenen Lebenspläne und Lebensziele zu unterstützen.
Seit vielen Jahren geht der Trend dahin, geschlossene Anstalten aufzulösen und die Betreuungsangebote auszuweiten. Dadurch sind die verschiedensten Formen von Heimen entstanden. Viele Jugendliche wollen auch selbst entscheiden, wo sie untergebracht werden. In der Regel arbeiten heute die Heime nach dem Familienprinzip: es werden familienähnlich aufgebaute Gruppen gebildet, die von ihrer Anzahl her überschaubar sind und mit ihrem Erzieher zusammenwohnen. (vgl. Kuppfer) 1.1 Heimformen
Heute kann man nicht mehr vom klassischen Heim sprechen. Es gibt die verschiedensten Formen der Betreuung in der Heimerziehung. Viele Heime bieten verschiedene Betreuungsformen an, um auf die unterschiedlichsten Problemlagen der Kinder und Jugendlichen zu reagieren. Ich werde im Folgenden eine Auswahl von Formen vorstellen.
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Jugendwohngruppen
Meist wohnen die ca. 8 Kinder und Jugendlichen in einem großen Haus zusammen. Ihnen stehen Erzieher und Sozialpädagogen zur Seite, die die Versorgung und Betreuung rund um die Uhr gewährleisten. Der Trend geht dahin, die Gruppengröße familienähnlicher zu gestalten und auch die Erzieher leben immer häufiger fest in der Gruppe. Andere Heime konzentrieren sich auf bestimmte Altersgruppen oder auf Probleme und richten ihr fachliches Profil darauf aus. Betreutes Wohnen
Hier wird ebenfalls die Betreuung durch Erzieher und Sozialpädagogen rund um die Uhr gewährleistet. Die Zielgruppe sind aber ältere Jugendliche, die verselbstständigt werden sollen. Die Jugendlichen haben in einem Haus jeweils ihren eigenen Bereich und werden nur noch stundenweise von Erziehern oder Sozialpädagogen aufgesucht. Eine besondere Form des betreuten Wohnens ist die Mutter-Kind-Betreuung. Hier leben die minderjährigen Mütter mit ihren Kindern in der Einrichtung und bekommen Unterstützung bei der Versorgung und Erziehung ihres Kindes. Sie können auch ihre Schul- und Berufsausbildung weiterführen, da die Mitarbeiter sich während ihrer Abwesenheit um die Kinder kümmern. Kurzzeitunterbringung
Hier werden die Kinder lediglich für kurze Zeit von dem Erziehungsberechtigten getrennt, um sie lediglich räumlich zu trennen und eine verfahrene Situation zu entspannen. Ziel ist es, den Hilfebedarf abzuklären und mögliche Lösungen zu finden. Die Dauer dieser Kurzzeitunterbringung beträgt ein paar Tage bis zu mehreren Wochen. Geschlossene Unterbringung
Der wesentliche Unterschied zu den anderen Formen der Heimerziehung ist, dass die Kinder und Jugendlichen mit richterlicher Genehmigung in einem geschlossenen Heim untergebracht werden. In diesen Einrichtungen sind Fenster, Türen, etc. gegen die Flucht gesichert. Die Jugendlichen werden in diesen Einrichtungen untergebracht, wenn sie eine Gefahr für sich oder andere darstellen oder oft strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Der Aufenthalt beträgt ein halbes bis zu einem ganzen Jahr.
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Aufgrund der starken Kritik dieses Systems, ist die Anzahl dieser Einrichtungen stark rückläufig. In Deutschland sind aktuell nur noch ca. 150 Jugendliche in einer solchen Einrichtung untergebracht. 1.2 Soziale Integration
Ein Ziel der Heimerziehung ist, dass die Jugendlichen nach ihrer Entlassung aus dem Heim in einen Region integriert werden. Das setzt aber voraus, dass sie während ihres Aufenthaltes schon regelmäßige Kontakte zu den Menschen der Umgebung haben. Wenn die Jugendlichen wenige positive Erfahrungen mit ihrer Umgebung machen, steigt die Angst vor dem Verlassen des Heimes. Das bedeutet, dass der Standort des Heimes ausschlaggebend für die erfolgreiche Integration der Jugendlichen ist. Es können/ sollten Häuser in Wohngegenden gemietet oder gekauft werden, die ein durchschnittliches Lebensniveau repräsentieren. „Wenn eine realitätsnahe und an den Bedürfnissen der Insassen orientierte Pädagogik davon ausgeht, dass eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Bedingungen der Realität Voraussetzung für das Gelingen einer sekundären Sozialisation bildet, da Verhaltensauffälligkeiten immer auch als ein sozialer Konflikt zwischen Kind und sozialem Umfeld zu verstehen und infolgedessen auch dort zu therapieren sind, dann muss Heimerziehung konfliktnah sein - kein therapeutisches Milieu im Abseits - und Chancen für neue Erfahrungen im sozialen Umfeld ermöglichen.“ (Dalferth, S. 71)
Die Nachbarn sind sehr wichtig für die erfolgreiche Integration der Jugendlichen. Jedoch gibt es in der Bevölkerung noch sehr viele Vorurteile gegenüber Heimkindern. Sie erfahren die Ablehnung von Nachbarn, stoßen auf Misstrauen und Skepsis bei Schulkameraden und Lehrern und werden höchst argwöhnisch in Vereinen aufgenommen oder in Kneipen geduldet (selbst, wenn sie keinerlei Anlass für diese Mutmaßungen bieten). Diese Vorurteile geraten in Gefahr sich zu verfestigen, wenn sich auch nur wenige Heimkinder entsprechend den Erwartungen der Nachbarn verhalten. Damit nehmen sich die Jugendlichen selbst die Chance auf eine potentielle Reintegration.
Meist bilden jedoch fehlende oder lückenhafte Informationen über Jugendliche sowie Nachbarn den Ausgangspunkt dieser Vorurteile. Damit hat die Öffentlichkeitsarbeit eines Heimes eine große Bedeutung. Ziel muss es sein, geeignete Informationen über die Probleme und Sorgen des Heimes und der darin wohnenden Jugendlichen, aber auch über die Fähigkeiten und Kenntnisse dieses Personenkreises der benachbarten Bevölkerung zugänglich
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Arbeit zitieren:
Sandra Schubert, 2009, Pflegefamilien und Heimerziehung - ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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