Inhalt
0. Einleitung 3
1. Zum Begriff „handlungsorientierter Unterricht“ 4
1.1. Definition 4
1.2. Merkmale 4
1.3. Formen 6
1.4. Geschichtlicher Hintergrund 6
2. Handlungsorientierung in offenen und frontalen Unterrichtsformen 7
2.1. Frontalunterricht 7
2.1.1. Definition 7
2.1.2. Merkmale 7
2.1.3. Formen 8
2.1.4. Kritik am frontalen Unterricht 8
2.2. Offener Unterricht 10
2.2.1. Definition 10
2.2.2. Merkmale 12
2.2.3. Formen 13
2.2.4. Kritik am offenen Unterricht 13
2.3. Handlungsorientierung als Charakteristikum von offenem Unterricht 14
2.4. Integration des frontalen in den offenen Unterricht 14
3. Projektunterricht als Beispiel für handlungsorientierten Unterricht 16
3.1. Definition 16
3.2. Merkmale und Voraussetzungen 16
3.3. Ablauf 16
4. Vor- und Nachteile handlungsorientierten Unterrichts 19
5. Resümee 20
Literaturverzeichnis
0. Einleitung
Ich habe schon in meiner frühen Schulzeit erfahren, was schlechter Unterricht ist. Meine Physiklehrerin in der 5. Klasse benutzte jede Stunde ihren Ordner, nahm ein Blatt heraus und schrieb den Text Wort für Wort an die Tafel. Wir Schüler mussten das Tafelbild abschreiben und nach einigen Unterrichtsstunden folgte eine Lernerfolgskontrolle. Uns Schülern war schon damals klar, dass das kein guter Unterricht ist. Bei unserer Klassenlehrerin hingegen hatte der Unterricht immer Spaß gemacht, er war interessant und abwechslungsreich. Im Nachhinein denke ich, dass ihr Unterricht gut war.
Aus dieser Erfahrung heraus kommt mein Interesse für dieses Thema. Ich stelle mir die Frage, wie man Unterricht besser machen kann. In dem Buch „Was ist guter Unterricht?“ von Hilbert Meyer sind die wesentlichen Grundmerkmale guten Unterrichts dargestellt (S. 17f.): 1. Klare Strukturierung des Unterrichts 2. Hoher Anteil echter Lernzeit 3. Lernförderliches Klima 4. Inhaltliche Klarheit 5. Sinnstiftendes Kommunizieren 6. Methodenvielfalt 7. Individuelles Fördern 8. Intelligentes Üben 9. Transparente Leistungserwartungen 10. Vorbereitete Umgebung
Ich werde meiner Hausarbeit den handlungsorientierten sowie den frontalen und offenen Unterricht vorstellen. Anschließend werde ich versuchen, diese drei Unterrichtsformen miteinander in Beziehung zu setzen. Danach erläutere ich den Projektunterricht als Beispiel Handlungsorientierten Unterrichts. Abschließend gehe ich auf die Vor- und Nachteile ein.
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1. Zum Begriff „Handlungsorientierter Unterricht“ 1.1 Definition
Als handlungsorientiert bezeichnet man Unterricht, in dem die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit dem Kopf sondern mit allen Sinnen lernen. Durch die Verständigung von Schülern und Lehrern über die gesetzte Handlungsaufgabe und über das Ziel der Handlung wird der Unterricht handlungsorientiert geöffnet. Jank und Meyer definieren Handlungsorientierten Unterricht wie folgt: „Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen Lehrer und Schüler vereinbarten Handlungsprodukte die Gestaltung des Unterrichtsprozesses leiten, sodass Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können.“ (Jank, S. 315). Ziel ist es, Schule und Leben wieder zusammenzubringen. Dafür müssen nicht nur die Unterrichtsinhalte lebensnah ausgewählt werden, sondern man muss sich mit ihnen handelnd auseinandersetzen. Das Handeln der Schüler und Schülerinnen ist die Grundlage für die Lernprozesse. Wird Handlungsorientierter Unterricht durchgeführt, kann der Schulalltag
abwechslungsreicher, spannender und offener werden. Den Unterricht handlungsorientiert zu konzipieren, bewirkt nicht nur eine bessere Identifikation bei den Schülern mit diesem, sondern auch bei den Lehrern. (vgl. Jank) 1.2 Merkmale
Jank und Meyer stellen fünf Merkmale des Handlungsorientierten Unterrichts dar: 1. Interessenorientierung
Die Schülerinteressen sollten der Ausgangspunkt der Unterrichtsarbeit sein. Dem Schüler wird die Gelegenheit gegeben, durch den Umgang mit neuen Problemen und Themen sich seinen eigenen Interessen bewusst zu werden. Die Schülerinteressen sind nicht nur auf ein Thema bzw. einen Inhalt bezogen, sondern haben auch immer eine soziale und personale Dimension.
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2. Selbstständigkeit und Führung
Handlungsorientierter Unterricht ist selbsttätig und schüleraktiv. Die Schülerinnen und Schülern erkunden, erproben, entdecken, erörtern und planen möglichst viel selbst. Dadurch sollen sie auch selbstständig und mündig werden. 3. Verknüpfung von Kopf- und Handarbeit
Der Handlungsorientierte Unterricht versucht Kopf- und Handarbeit in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Handarbeit bezeichnet dabei alle durch den Körper ausgeführten Handlungen und Kopfarbeit alle geistigen Denk-Handlungen. Jank und Meyer stellen folgende These auf: „Kopf- und Handarbeit der Schülerinnen und Schüler stehen Lehr-Lern-Prozess dynamischer Wechselwirkung zueinander.“ (Jank, S. 317) 4. Einübung in solidarisches Handeln
Das Handeln der Schülerinnen und Schüler kann unterschiedlichen Zwecken dienen und unterschiedliche Formen haben. Man kann zwischen der sprachlichen Verständigung und der zielgerichteten Arbeit unterscheiden. Sprachliche Verständigung ist eine Form kommunikativen Handelns. Alle Personen, die in den Lehr-Lern-Prozess verwickelt sind, verständigen sich über die Handlungsaufgabe und die Wege zur Lösung der Aufgabe. Die gerichtete Arbeit besteht darin, dass die Schüler die ausgewählte und gemeinsam verantwortete Handlungsaufgabe in Angriff nehmen und bearbeiten. Jank und Meyer fügen eine dritte Handlungsformen hinzu: das solidarische Handeln. Wenn die sprachliche Verständigung und die zielgerichtete Arbeit gut aufeinander abgestimmt sind, spricht man vom solidarischen Handeln. Diese ist am gemeinsamen Nutzen in der Teamarbeit orientiert, schließt aber eine streckenweise Einzelarbeit nicht aus. 5. Produktorientierung
Im Unterricht verständigen sich Lehrer und Schüler über die herzustellenden Handlungsprodukte. Handlungsprodukte sind die veröffentlichungsfähigen materiellen, szenischen und sprachlichen Ergebnisse der Unterrichtsarbeit. Sie können zu kleineren und größeren Vorhaben und Projekten ausgeweitet werden.
1.3 Formen Sozialformen: Partnerarbeit
Aktionsformen: Experimente
Mit diesen Formeln lässt sich am ehesten Handlungsorientierter Unterricht verwirklichen. Es handelt sich hierbei um unterrichtliche Situationen, die das Handeln zwingend herausfordern. 1.4 Geschichtlicher Hintergrund
Erziehen und Unterrichten sind Hauptfunktionen des Lehrberufes. Die Suche nach wissenschaftlich begründeten Antworten auf die Frage, wie Menschen lernen und wie Lernprozesse gefördert werden können, gehört zu den klassischen Anliegen der Pädagogik. Viele Pädagogen haben sich bemüht, die Schule zu einer sinnvollen Lebensstätte zu machen. Die Elemente Aktivität, Handeln und Selbstständigkeit erhielten dabei eine bedeutende Rolle. Die Wurzeln eines handlungsorientierten Unterrichts reichen weit zurück. Erste Ansätze findet man bereits im 17. Jahrhundert. Schon Comenius stellte an den Lehrer die Forderung, durch die Berücksichtigung aller Sinne die Stoffvermittlung zu erleichtern. Auch Rousseau fasste den Gedanken des Handlungsorientierens auf. Die von Pestalozzi übernommene Forderung, jedes Lernen sei zugleich ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand, wurde in den vergangenen Jahren immer häufiger zitiert. In der Zeit der Reformpädagogik fand der Handlungsorientierte Unterricht besondere Beachtung. Hier wurden die Grundsteine der heutigen Handlungsorientierung gelegt. Zu erwähnen sind vor allem Maria Montessori, Georg Kerschensteiner und Peter Petersen.
Arbeit zitieren:
Sandra Schubert, 2009, Handlungsorientierter Unterricht im Spannungsfeld frontaler und offener Unterrichtsformen, München, GRIN Verlag GmbH
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