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Ein Versuch der Integration der Methodik Augusto Boals in die Literaturdidaktik

Title: Ein Versuch der Integration der Methodik Augusto Boals in die Literaturdidaktik

Seminar Paper , 2000 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Norbert Krüßmann (Author)

Didactics - German Studies
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Theatermethoden des Brasilianischen Regisseurs, Pädagogen, Autors und Politikers Augusto Boal für die Literaturdidaktik und insbesondere für den Deutschunterricht zu erschließen. Als geeignete Technik hierzu erscheint uns das Unsichtbare Theater, da jüngere Techniken Boals, die verstärkt im europäischen Exil entstanden, sich in einem Ausmaß an das Therapeutische Drama annähern, das den Rahmen einer bloßen Didaktik sprengen würde. Ältere Techniken Boals, wie das Statuentheater und das Verfahren der Simultanen Dramaturgie, werden bereits in der Literaturvermittlung genutzt.
Der Schwerpunkt des ersten, theorethischen Teils der Arbeit wird dabei auf der Ausdeutung von Boals Theorie und Methodik im Bezug auf die Didaktik liegen, und weniger auf der Darstellung der Methoden an sich.
Der zweite Teil versucht, das bisher theoretisch Erarbeitete anhand von zwei Beispielen konkreter Textarbeit in die Praxis umzusetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Theorie

Das Theaterverständnis Augusto Boals und seine Bedeutung für das Textverständnis

Das Füllen von Leerstellen vermittels szenischer Darstellung

Die Technik des Unsichtbaren Theaters

Praxis – zwei Beispiele für den Einsatz des Unsichtbaren Theaters

1.) Maßnahmen gegen die Gewalt

2.) Weltende

Das TV-Weltende

Das Zeitungs-Weltende

Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die Theatermethodik von Augusto Boal, insbesondere das "Unsichtbare Theater", für den Einsatz im Deutschunterricht zu erschließen und theoretisch wie praktisch nutzbar zu machen.

  • Integration von Theatermethodik in die Literaturdidaktik
  • Theoretische Fundierung des "Unsichtbaren Theaters"
  • Szenische Interpretation von literarischen Texten
  • Praktische Anwendungsbeispiele für den Unterricht
  • Überwindung der Distanz zwischen Rezipient und literarischem Text

Auszug aus dem Buch

Die Technik des Unsichtbaren Theaters

Bei weitem größer ist dieser Effekt noch, wendet man die von Augusto Boal entwickelte Form des Unsichtbaren Theaters an. Dem Unsichtbaren Theater liegt die Idee zu Grunde, der Zuschauer solle nicht wissen, daß es Theater ist, was er sieht. Dadurch, daß der ästhetische Raum als Realität verkannt wird, rückt das Geschehen näher an den Betrachter heran (Beispiel: täglich sehen wir im Fernsehn, wie Menschen erschossen werden. Würden wir auf der Straße Zeuge einer solchen Szene, könnten wir wohl nur schwerlich einen genüßlichen Zug aus der Zigarette nehmen und uns in unserem Sitz zurücklehnen). Das scheinbar reale Geschehen nötigt uns zu eigener Auseinandersetzung mit der Situation und mitunter auch zum eigenen Eingreifen. Es verebbt nicht so konsequenzenlos, wie eine rein ästhetische Darbietung, die nach Genuß wieder bequem vergessen werden kann.

Aus diesem Grund ist ein zentraler Bestandteil des Unsichtbaren Theaters die Diskussion. Hier wird der bisherige Zuschauer, der nicht um seine Zuschauerschaft wußte, selbst zum Akteur, gestaltet das Stück und dessen Fortgang selbst mit, ohne sich auch dessen bewußt zu sein. Gerade das Nicht-bewußt-sein dieser Tatsache läßt ihn 1.) überhaupt die Hemmung überwinden, seine Passivität aufzugeben, und 2.) eher seiner eigenen Haltung und Meinung gemäß agieren und weniger einer vermeintlichen Erwartung gemäß. Die Diskussion rückt das Geschehen noch näher an den Menschen heran. Und das gerade weil sie als Reflexion der Szene eine Abstraktion darstellt. Denn diese Abstraktion beinhaltet eine Allgemeingültigkeit, die vom Erlebten auf andere ähnliche Situationen übertragen werden kann. Um diesen Effekt zu erreichen, läßt Boal die Diskussion forcieren. Auch sie ist Unsichtbares Theater, insofern einige der Schauspieler Passanten darstellen und aus dieser Rolle heraus in die Diskussion eingreifen, sich an ihr beteiligen und sie dadurch lenken können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Zielsetzung, die Theatermethoden von Augusto Boal für die Literaturdidaktik und insbesondere den Deutschunterricht zu erschließen.

Theorie: Untersuchung des Theaterverständnisses von Boal, des Konzepts der Leerstellen in Texten und der Funktionsweise des Unsichtbaren Theaters.

Praxis – zwei Beispiele für den Einsatz des Unsichtbaren Theaters: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse anhand der konkreten Texte "Maßnahmen gegen die Gewalt" und "Weltende".

Schluß: Fazit zur Anwendbarkeit des Unsichtbaren Theaters als Instrument, um das Interesse der Schüler an Literatur zu wecken.

Schlüsselwörter

Augusto Boal, Literaturdidaktik, Unsichtbares Theater, szenische Interpretation, Deutschunterricht, Leerstellen, Textverständnis, Theatermethoden, Brecht, Weltende, Keuner, Rezeptionsmechanismen, Medienkritik, ästhetischer Raum, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Theatermethodik des brasilianischen Regisseurs Augusto Boal, insbesondere das "Unsichtbare Theater", genutzt werden kann, um Literaturdidaktik im Deutschunterricht lebendiger und wirkungsvoller zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Verknüpfung von theatralen Ansätzen mit literarischen Texten, die Theorie des Zuschauer-Akteur-Verhältnisses und die Überwindung der Passivität beim Lesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Lehrern ein Instrumentarium an die Hand zu geben, mit dem literarische Texte durch szenische Realisierung aus ihrer Abstraktion geholt und direkt in den Lebensbereich der Schüler integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine didaktisch-theoretische Auseinandersetzung, die durch die Analyse von Boals Schriften und deren Anwendung auf exemplarische literarische Texte fundiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst die theoretischen Grundlagen des Theaterverständnisses von Boal und den Umgang mit Leerstellen in Texten. Danach werden zwei praxisnahe Konzepte zur Umsetzung vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Unsichtbares Theater", "szenische Interpretation", "Leerstellen", "Rezeptionsmechanismen" und "didaktische Instrumentalisierung".

Warum wird gerade das "Unsichtbare Theater" für den Unterricht empfohlen?

Weil es die Grenze zwischen ästhetischem Raum und Realität verschleiert, wodurch Schüler zur aktiven Auseinandersetzung und Stellungnahme gezwungen werden, statt nur konsumierende Zuschauer zu sein.

Welche Rolle spielt die Diskussion bei den vorgestellten Praxisbeispielen?

Die Diskussion ist ein integraler Bestandteil des Unsichtbaren Theaters; sie ermöglicht die Reflexion der dargebotenen Szene und dient dazu, aus einer bloßen Beobachtungserfahrung ein tieferes Verständnis für die behandelten Probleme zu entwickeln.

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Details

Title
Ein Versuch der Integration der Methodik Augusto Boals in die Literaturdidaktik
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Course
Seminar: Szenische Interpretation nichtdramatischer Texte
Grade
1,0
Author
Magister Artium Norbert Krüßmann (Author)
Publication Year
2000
Pages
17
Catalog Number
V13454
ISBN (eBook)
9783638191173
ISBN (Book)
9783638771085
Language
German
Tags
Versuch Integration Methodik Augusto Boals Literaturdidaktik Seminar Szenische Interpretation Texte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Norbert Krüßmann (Author), 2000, Ein Versuch der Integration der Methodik Augusto Boals in die Literaturdidaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13454
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