Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Neue Medien im Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg 4
3 Zur Theorie des „E-Learning“ 5
3.1 Was ist „E-Learning“? 5
3.2 Die Grundprinzipien des E-Learnings 7
3.3 Vor- und Nachteile multimedialen Lernens 10
3.4 Kriterien für die Konzeption und Durchführung einer Lerneinheit 12
3.5 Kritik an der Bedeutung des Computer-Einsatzes im Unterricht 13
4 Erstellung einer eigenen Einheit 14
4.1 Überlegungen zu Themenwahl und Zielgruppe 14
4.2 Ausführlicher Unterrichtsentwurf 15
4.2.1 Sachanalyse 15
4.2.2 Liste der Ziele 16
4.2.3 Überlegungen zu Zielen und Inhalten in Anlehnung an die
didaktische Analyse 17
4.3 Konzeption und Umsetzung der Powerpoint-Präsentation 18
5 Fazit 20
6 Literaturverzeichnis 22
1 Einleitung
Der Computer hat seit der Mitte der neunziger Jahre mehr und mehr Einfluss auf Privat- und Berufsleben genommen. Es gibt kaum einen Beruf, bei dem die Arbeit mit dem PC und anderen neuen Medien nicht gefordert ist. Somit ist es wichtiger denn je, dass gerade junge Menschen die Möglichkeit bekommen, ihre Fähigkeiten im Umgang mit diesen Geräten zu trainieren, um in der Arbeitswelt bestehen zu können.
Logische Folge dieser Entwicklung ist die Berücksichtigung der Thematik in den Bildungsplänen der Schulen. Beinahe jede Schule verfügt mittlerweile über zumindest eine multimediale Grundausstattung in Form von Computern mit einem Internetanschluss. Daraus erwächst auch für die Lehrkräfte eine neue Aufgabe: sie müssen den Schülern beim Erwerb von multimedialen Kompetenzen anleitend zur Seite stehen und stehen daher selbst in der Verantwortung, ihre eigenen Fähigkeiten zu schulen. Da nun aber der Inhalt des Unterrichts seit vielen Jahren nur geringfügig geändert wurde, stellt sich die Frage, wie man diese neuen Möglichkeiten sinnvoll in den Unterricht integrieren kann. Schließlich läuft man als Lehrperson schnell Gefahr, den Computer nur um seiner selbst Willen zu verwenden; vielmehr ist es aber von großer Bedeutung, dass die Arbeit mit neuen Medien in Kombination mit Inhalten des Bildungsplans eingesetzt wird, deren Vermittlung mit Hilfe des PC eine Erleichterung für die Schüler oder eine Optimierung des Lernprozesses darstellt. Das Thema der von mir erstellten Präsentation lautet „Saiteninstrumente - eine Einführung am Beispiel der Gitarre“. Den Anstoß zu diesem Thema gab eine Unterrichtseinheit, die ich während meines Blockpraktikums vorbereitete und durchführte. Dies geschah ohne Zuhilfenahme des Computers und endete in einer Gruppenarbeit, bei der kaum genug Platz für alle Stationen vorhanden war. Wie ich feststellen musste, bietet das Thema daher genug Möglichkeiten, um mittels einer softwaregestützten Lerneinheit aufbereitet zu werden. So hat man die Möglichkeit, Hörbeispiele und Schaubilder, Erklärungen und Grafiken in einer Präsentation zusammengefasst anzubieten. Es bleibt den Schülern erspart, mit einer unübersichtlichen Vielzahl von Arbeitsblättern lernen zu müssen, sie können bequem zwischen den einzelnen Kapiteln navigieren und finden Information schnell und mühelos. In der vorliegenden Arbeit werde ich zunächst auf die theoretischen Hintergründe des „E-Learnings“ eingehen und schildern, was bei der Erstellung solcher Projekte zu beachten ist. Im zweiten Teil nehme ich Bezug auf die von mir erstellte Lerneinheit und werde diese kritisch reflektieren. Den Abschluss bildet das Fazit, in welchem ich mich zusammenfassend über „E-Learning“ im Unterricht äußere. [Anm. d. Autors: Im der folgenden Arbeit wird der Einfachheit halber das generi-
3
sche Maskulinum verwendet. Selbstverständlich sind mit dem Begriff der Schüler zu gleichem Maße auch Schülerinnen gemeint.]
2 Neue Medien im Bildungsplan des Landes
Baden-Württemberg
Es scheint plausibel, dass in einer Zeit, in der die Arbeit und der Umgang mit dem Computer an immer größerer Bedeutung gewinnen, sich dies auch in den Bildungsplänen der Schulen wiederspiegelt. Oft begegnet man dem Begriff der „Medienkompetenz“, die im schulischen Rahmen zu fördern sei 1 .
An dieser Stelle sei angemerkt, dass mittlerweile bevorzugt der umfassendere Terminus der „Medienbildung“ verwendet wird. Schließlich gehören zum Umgang mit neuen Medien auch Aspekte wie Reflexionsfähigkeit, dass kritische Hinterfragen des sinnvollen Einsatzes neuer Medien und beispielsweise das Bedenken sozialer Problematiken, die durch den sich immer mehr auf dem Vormarsch befindenen Computer-und Technikeinsatz in unserer Gesellschaft entstehen können 2 . All dies sind Punkte, die nicht unmittelbar mit der multimedialen Arbeit in Verbindung gebracht werden, aber dennoch unlösbar mit ihr verknüpft sind.
Zunächst ein Blick in die Bildungsstandards des Faches Deutsch an der Hauptschule. Bereits für die Klasse 6 wird gefordert, dass die Schüler mit multimedialen Datenbanken umgehen können und die Recherche im Internet beherrschen. Weiter heißt es, die Schüler sollen „computergestützte Lernhilfen“ verwenden und „die Gefahren bei der Preisgabe persönlicher Daten erkennen.“ 3 . Scheint dies für 11- bis 12-jährige Schüler schon sehr umfassend, so zeigen die Vorgaben für das neunte Schuljahr die umfangreichen Ambitionen der Schöpfer des Bildungsplans. Hier heißt es, dass die Schüler mit „Verfahren zur strukturierten Verwaltung von Dateien anwenden und mit unterschiedlichen Dateiformaten umgehen“ können sollen, dass sie „mithilfe entsprechender Werkzeuge das Internet zur Kommunikation und zum Datenaustausch[...]“ und die „Informations- und Kommunikationstechnologien zum Lernen[...]“ nutzen sollen 4 .
Eine weitere Stichprobe im Bildungsplan des Fachs Englisch zeigt ein ähnliches Bild. Auch hier sollen die Schüler in der neunten Klasse „computergestützte Lernhilfen“ verwenden können und „das medienspezifische Vokabular zunehmend verstehen und
1 Dörr, Strittmatter: S.29-30
2 Aufenanger: S.165
3 Bildungsplan Deutsch BW: S.8
4 Bildungsplan Deutsch BW: S.10
4
anwenden" 5
Schaut man nun auf die Bildungspläne der naturwissenschaftlichen Fächer, ergibt sich ein ähnliches Bild. Bereits in den Leitgedanken für das Fach Mathematik steht geschrieben, dass die Schüler unter Zuhilfenahme elektronischer Medien Informationen zu beschaffen und zu nutzen in der Lage sein sollen 6 . Sogar das Fach Religion hat sich den Einsatz neuer Medien auf die Fahne geschrieben und proklamiert, dass man den fächerübergreifenden Unterricht und „das Angebot, mit neuen Medien zu arbeiten“ 7 forcieren müsse.
3 Zur Theorie des „E-Learning“
3.1 Was ist „E-Learning“?
„E-Learning“ bezeichnet die Verwendung so genannter neuer Medien als Lernumgebung (in dieser Arbeit bezogen auf den Unterricht in der Schule). Primär fällt hierunter der Einsatz des Computers zur Vermittlung von Lehrinhalten aus den Bil-dungsstandards 8 . Für eine Definition des Begriffs müssen die Merkmale, die computergestützten Unterricht im Sinne des „E-Learnings“ qualifizieren, präzisiert werden. Schließlich ist es keinesfalls so, dass bereits das reine Recherchieren im Internet zu einem bestimmten Thema als „E-Learning“ eingestuft werden kann. Vielmehr handelt es sich bei einem solchen Einsatz des Computers um die Instrumentalisierung des Mediums zur Bewerkstelligung einer Aufgabenstellung 9 . Entscheidend für die Definition von „E-Learning“ sind die Merkmale Multimedialität, Interaktivität und Adaptivität.
Multimedialität meint hierbei die Möglichkeit, Inhalte verschiedenen Typs (Schrift, Klang oder Bild) in einer in sich geschlossenen Einheit zu präsentieren 10 . Somit bietet sich die Möglichkeit, dem Lernenden ein bereits geschnürtes Paket an Information zu bieten, welches keiner weiteren externen, von außen kommenden Informationen mehr bedarf.
Das zweite ausschlaggebende Kriterium ist das der Interaktivität. Rudimentäres multimediales Lernen kennt man schon lange, man denke nur an die im Fremdsprachunterricht oft eingesetzten Arbeitsbücher mit begleitender auditiver Unterstützung
5 BIldungsplan Englisch BW: S.9
6 Bildungsplan Mathe BW: S.2
7 Bildungsplan Religion BW: S.4
8 Dörr, Strittmatter: S.30
9 Krebs: S.54
10 Petko, Reusser: S.184
5
mittels einer Kassette 11 . Zwar werden bei dieser Methode zweierlei Medien mitein-ander verbunden, der Schüler hat jedoch keine Möglichkeit direkt in das Lerngeschehen einzugreifen. Genau diese Möglichkeit bietet nun aber der Computer. Der Lernende kann, bei entsprechender Programmierung des Angebots, die Steuerung übernehmen, die Reihenfolge der zu bearbeitenden Schritte selbst steuern und gegebenenfalls sogar eigene Lösungen in das System eingeben. Dies hat zur Folge, dass zwischen der Lernplattform und dem Benutzer eine Form der Interaktion stattfindet und die „virtuelle Lehrperson“ mit dem Lerner in Kontakt tritt. Erst dieses Kriterium legitimiert den Einsatz neuer Medien im Unterricht als eigenständige Lehrform und führt bei den Nutzern häufig zu einer gesteigerten Motivation 12 Keinesfalls darf man allerdings dem Irrtum aufsitzen, dass jegliche Form von ansprechenden Grafiken, Animation und Videos einen motivierenden Effekt haben. Vielmehr lenken sie von eigentlich Lerninhalt ab. Daher muss stets beachtet werden, dass eingesetzte visuelle Elemente in Beziehung zu den Inhalten stehen 13 . Drittes Kriterium ist die Adaptivität bzw. Adaptierbarkeit. Letzteres meint, dass einzelne Parameter eines Programms vom Lernenden bzw. dem Benutzer an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Unterliegt die Lerneinheit dem Prinzip der Adaptivität, so kann die Software diese Änderungen selbstständig anhand von Größen wie beispielsweise der Bearbeitungsgeschwindigkeit und Präferenzen bei der Aufgabenwahl einstellen. Oft werden die Begriffe auch als Makroadaptierbarkeit und Mikroadaptivität bezeichnet. Ist der Benutzer selbst bei der Einstellung bestimmter Parameter gefragt, so handelt es sich vielfach um den Schwierigkeitsgrad oder den Umfang betreffende Optionen, Möglichkeiten also, den gesamten Ablauf von vorne hinein zu lenken. Ist das Programm dazu eigenständig in der Lage, so greift es erst im Verlauf der Anwendung ein, daher der Präfix „Mikro"bzw. „Makro“’ 14 . Die Grenze zwischen Interaktivität und Adaptierbarkeit ist eine fließende, mit dem Unterschied, dass sich die Interaktivität unmittelbar auf die zu bearbeitenden Aufgaben bezieht, wohingegen mit einer möglichen Adaptierbarkeit vielmehr der Rahmen, in welchem ein Programm ausgeführt wird, gemeint ist.
Zusammenfassend lässt sich „E-Learning“ beschreiben als das Bereitstellen einer Lernumgebung unter Nutzung neuer Medien, primär dem Computer, welche eingesetzt werden, um das Lernen eines bestimmten Stoffes zu erleichtern. Während der Arbeit mit dem System ist es dem Anwender möglich, Einfluss auf das Lernangebot zu nehmen, beginnend bei der Möglichkeit der freien Navigation bis hin zur interaktiven
11 Petko, Reusser: S.184
12 Hametner: S.42
13 Niegemann, 2003: S. 152
14 Petko, Reusser: S. 189
6
Arbeit zitieren:
Björn Glitscher, 2008, Erstellung einer Lerneinheit mit Microsoft Powerpoint, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtsplanung: Blätter unterscheiden - Stationenarbeit (2. Klasse...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Unterrichtsentwurf, 17 Seiten
Björn Glitscher's Text Erstellung einer Lerneinheit mit Microsoft Powerpoint ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Björn Glitscher hat den Text Erstellung einer Lerneinheit mit Microsoft Powerpoint veröffentlicht
Björn Glitscher hat einen neuen Text hochgeladen
Advanced Microsoft Office PowerPoint 2007: Insights and Advice from th...
Wayne Kao, Jeff Huang
iCheck Express Microsoft PowerPoint: Real World Applications
C. Jacqueline Schultz, Linda Wooldridge
Microsoft PowerPoint 2007 Bible
Microsoft Office PowerPoint 2007, Exam 70-603, Six-Month Office Trial,...
Moac (Microsoft Official Academic Course
Neue Formen der gesellschaftli...
Bernt Schnettler, Hubert Knoblauch
0 Kommentare