Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis. 2
2. Einleitung und Quellenbezug 3
3. Historischer Kontext 4
4. Kernpunkte der Reform. 5
4.1 Die alte Ordnung. 5
4.2 Phylen und Trittyen 5
4.3 Demen 6
4.4 Ostrakismus. 8
4.5 Bedeutung der Reformen 9
4.6 Motive des Kleisthenes. 10
5. Schluss. 11
6. Bibliografie. 12
2
1. Einleitung und Quellenbezug
Die Jahre um die Jahrhundertwende vom 6. zum 5. Jahrhundert v. Chr. gelten heute als die Übergangszeit von der Tyrannis zur klassischen Demokratie im antiken Griechenland. Zwei Personen nehmen in den politischen Auseinandersetzungen jener Zeit eine gewichtige Rolle ein - Isagoras sowie Kleisthenes, welche die weitere Entwicklung maßgeblich mitbestimmen sollten.
Kleisthenes` Reformen stellen aus heutiger Sicht eine wichtige Station in der Demokratieentwicklung dar und sollen im Folgenden näher ausgehend von der Quelle „Aristoteles Staat der Athener“(AP 20-21) untersucht werden.
Nach einer historischen Einordnung der Quelle in den Kontext sollen die Kernpunkte der kleisthenischen Reformen herausgearbeitet werden. Dabei soll besonders auf die Phylen und Demen eingegangen werden. Anschließend sollen die politischen Folgen betrachtet und mögliche Motive des Reformers diskutiert werden. Auf die weitere Entwicklung bis hin zu den Perserkriegen kann aus Gründen des Umfangs nicht eingegangen werden. Ziel dieser Hausarbeit wird es weiterhin sein, aktuelle Forschungsergebnisse einzubeziehen, da trotz intensiver internationaler Forschungsarbeiten die Reformen des Kleisthenes den His-toriker immer noch vor ungelöste Probleme stellen. 1
Hauptquellen zur Phylen- und Demenreform sind die Schriften Aristoteles´, Herodots´ sowie andere attische Inschriften. Die Schrift „Der Staat der Athener“, deren Autor angeblich Aristoteles gewesen sein soll, ist eine Papyrus-Abschrift, die in der trockenen Luft Ägyptens den Lauf der Zeit überdauerte. Die Entstehung wird auf das Ende des 1. oder auf Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. datiert. Neben zahlreichen Bedenken, ob Aristoteles 2 tatsächlich der Au-tor gewesen sei, ist der Zeitpunkt der Entstehung ein weiteres Problem. Mehrere Hinweise in der Schrift deuten darauf hin, dass sie nicht vor 335/334 v. Chr. entstanden sein kann. Das würde bedeuten, dass die Aufzeichnungen des Aristoteles erst ca. 170 Jahre nach den Reformen des Kleisthenes entstanden sind.
Nichtsdestotrotz gilt die Aristotelesche „Athenaion politeia“ als wichtige Quelle über Kleisthenes, auch wenn Aristoteles in großen Teilen Herodot paraphrasiert. Beide Quellen sind jedoch nicht unkritisch zu bewerten, da weder Herodot noch Aristoteles frei von Missverständnissen sind. 3
1 Vgl. Kienast, D.: Die Funktion der attischen Demen von Solon bis Kleisthenes. In: Chiron 39 (2005). S. 69.
2 Der griechische Philosoph Aristoteles lebte von 384/83 - 322/321 v.Chr. vgl. I. Geiss: Geschichte Griffbereit.
Bd. 2. München 2002. S.29.
3 Vgl. Kienast (2005) S.70.
3
2. Historischer Kontext
Bald nach dem Ablauf der Amtszeit Solons kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen und sozialen Gruppen, in deren Verlauf es zu einer Tyrannis kam. Der Adlige Peisistratos konnte um die Mitte des Jahrhunderts nach zwei vergeblichen Versuchen eine dauerhafte Tyrannis einrichten. Die Verfassung blieb formell bestehen, jedoch sorgte er dafür, dass alle entscheidenden Positionen mit seinen Gefolgsleuten besetzt wurden. Seine Herrschaft, die zunächst auf Geld, auswärtigen Beziehungen und Söldnern beruhte, sicherte er zusätzlich dadurch ab, dass er nach Möglichkeiten suchte alle Gruppierungen an seiner Herrschaft interessiert sein zu lassen 4 .
Der Tyrann starb eines natürlichen Todes und die Herrschaft ging reibungslos auf seine Söhne Hippias und Hipparchos über. Während Hipparchos aus persönlichen Gründen ermordet wurde, verschärfte sich Hippias` Herrschaft, so dass die Alkmeoniden ins Exil gingen. Die Tyrannis wurde 511/510 nicht von innen beendet, sondern erst durch die Spartaner. Der Sturz der Peisistratiden und die Vertreibung des Hippias wurde nur mit der Hilfe des Spartanerkönigs Kleomenes möglich.
509/508 kam es zu Streitigkeiten zwischen Isagoras und Kleisthenes bei der Bewerbung um das Archontat, wobei beide von Hetairien unterstützt wurden. Als Isagoras auf Grund seiner geschlosseneren Adelsgefolgschaft in der Volksversammlung zum Archon gewählt wurde, begann Kleisthenes schließlich den niederen Demos auf seine Seite zu ziehen, in dem er eine umfangreiche Demen- und Phylenreform vorschlug. 5
Isagoras rief schließlich den spartanischen König Kleomenes zur Hilfe, was Kleisthenes zur Flucht zwang. Im Anschluss sollen 700 Anhänger dessen der Stadt verwiesen worden sein. Die gesamte Regierungsgewalt sollte einem Rat von 300 Parteifreunden des Isagoras übertragen werden. Doch dieser Staatsstreich scheiterte an einer spontanen Volkserhebung und Kleisthenes konnte seine Reformen in Angriff nehmen. 6 Die Reformen des Kleisthenes erfolgten sodann nach Aristoteles 7 im Archontat des Isagoras 508/507 vor Christi Geburt. 8
4 Vgl. Schuller, W.: Griechische Geschichte. Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Bd. I. 5. überarbeitete und
erweiterte Auflage. München 2002. S.25.
5 Ebd. S. 25 und Bleicken, J.: Die athenische Demokratie. 4. völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Auf-
lage. Paderborn u.a. 1995. S. 41-42.
6 Aristoteles, AP 20, 1-2.
7 Aristoteles, AP 21 1-2.
8 Die Kernpunkte des Reformprogramms hat Kleisthenes bereits vor seiner Vertreibung den Bürgern dargelegt.
Vgl. Spahn, P.: Mittelschicht und Polisbildung. Las Vegas 1977. S.162.
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Arbeit zitieren:
Christian Töreki, 2007, Die Reformen des Kleisthenes, München, GRIN Verlag GmbH
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