plötzlicher, heftiger Schreck durchfährt uns! Wir sind wie gelähmt und fürchten, eine
bestimmte Situation nicht mehr unter Kontrolle zu haben!
Angst und Panik gehen mit mehr oder minder irritierenden körperlichen
Erscheinungen einher, die jeder kennt. Die Angst besteht immer aus dem
körperlichen Anteil, wie z.B. Herzrasen, Schwitzen und Verspannung der Muskeln,
dem gedanklichen und gefühlsmässigen Anteil, wie z.B. der Furcht davor die
Kontrolle zu verlieren, einen Herzanfall zu erleiden oder zu sterben; und drittens dem
Verhalten, das ein Mensch in einer solchen Situation zeigt, wie z.B. sich aus Angst
abwenden, flüchten oder kritischen Situationen von vornherein aus dem Weg gehen.
Unglücklicherweise leiden manche Menschen an einer derart dauerhaften und
behindernden Angst, daß sie kein normales Leben führen können. Ihr Unbehagen ist
zu tief oder es tritt zu häufig ein; es hält zu lange an; es wird zu leicht von
Bedrohungen ausgelöst, von denen die Betroffenen selbst wissen, daß sie
geringfügig, nicht auszumachen oder gar nicht vorhanden sind. Bei diesen Menschen
spricht man von einer Angststörung.
Angststörungen zählen zu den häufigsten und damit auch zu den teuersten
psychischen Störungen.
Menschen mit Phobien leiden an einer nachhaltigen und unvernünftigen Furcht vor
bestimmten Objekten, Tätigkeiten oder Situationen.
Menschen mit einer generalisierten Angststörung erleben allgemeine und
anhaltende Angstgefühle, die nicht mit spezifischen Gegenständen oder Situationen
verknüpft sind.
Menschen mit einer Panikstörung erleben wiederkehrende Attacken intensivster
Angst.
Bei Zwangsstörung leiden Menschen unter stets wiederkehrenden und
unerwünschten Gedanken, die Angst auslösen, oder dem Drang, wiederholte,
stereotype Handlungen auszuführen, um Angst zu reduzieren.
Menschen mit einer akuten oder posttraumatischen Belastungsstörung werden
lange nach dem Ende eines traumatischen Ereignisses von Furcht und verwandten
Symptomen gequält.
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Auf Menschen, die an einer generalisierten Angststörung oder an Panikstörungen
leiden, werden sie in der Flugschulung kaum treffen, da diese Menschen unfähig
sind sich überhaupt in solch eine Situation zu begeben.
Zwangsstörungen könnten sich beispielsweise in einer sehr leichten Form zeigen,
wenn jemand vor dem Flug stereotype Handlungen vollzieht, wie etwa bestimmte
Gegenstände in einer ganz bestimmten Reihenfolge zu berühren oder sich vor dem
Antritt eines Fluges auffallend lange die Hände zu waschen um so seine Angst zu
reduzieren.
Relevant kann für einen Fluglehrer sein auf einen Flugschüler mit einer akuten oder
posttraumatischen Belastungsstörung zu treffen, wenn dieser bspw. Zeuge eines
Flugunfalls war oder selbst einen Flugunfall hatte, oder mit einem sonstigen
traumatischen Lebensereignis konfrontiert war. In diesem Fall sind unter anderem
deutliche Angstsymptome beobachtbar. Hier kann aber nur eine Therapie helfen.
Das was man gewöhnlich als Flugangst bezeichnet ist den spezifischen Phobien
zuzuordnen. Sie beinhaltet eine unangemessene und starke Angst und
Angstreaktion, die sich nur auf eine bestimmte Situation, hier dem fliegen in einem
Flugzeug bezieht. Hierbei finden sich selten ausgeprägte Panikreaktionen. Vielmehr
steht in der Regel die Vermeidung der Situation im Vordergrund. Kommt die
gefürchtete Situation im Alltagsleben kaum vor, so hat die Vermeidung Erfolg, umso
mehr, weil man weiss wovor man Angst hat. Aus diesem Grunde können viele
Menschen gut mit einer solchen Phobie leben und suchen erst dann Hilfe, wenn sie
öfter unter ihrer Phobie zu leiden haben, bspw. wenn sie aus beruflichen Gründen
gezwungen sind eine Flugreise zu unternehmen.
Flugangst in einer abgewandelten Form kann sich aber auch außerhalb einer
generellen Angst vorm fliegen in einer einzigen ganz spezifischen Situation zeigen,
beispielsweise bei einem Flugschüler in einer starken Furcht vor dem Alleinflug oder
vor der Landung bei etwas stärkerem Seitenwind.
Man spricht in diesem Fall von einer Situationsangst (State-Angst). Sie bezieht sich
immer auf eine spezifische Situation, die als bedrohlich angesehen wird und von
besonderer Aufmerksamkeit und Anspannung gekennzeichnet ist. Eine Form der
Situationsangst ist die sogenannte Prüfungsangst, die sich dann verstärkt wenn ein
Schüler wiederholte Misserfolgserlebnisse in Tests und sonstigen Überprüfungen
erfährt. Dabei wirkt sich die Angst immer als schwächend aus, sie hindert einen
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Arbeit zitieren:
Dr. phil. Udo Schultheis, 2009, Praktische Ratschläge für Fluglehrer, München, GRIN Verlag GmbH
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