Inhaltsverzeichniss
1. ZurVorgehensweiseeinndieserrArbeitt
2. ÄnigmaaStotternnnundddieeAuswirkungenn
2.1. wissenschaftlichessRätselratenn
2.2. therapeutischessDilemma
3. DassungeliebteeStiefkindd--möglicheGründeefürdassAusblendennpsychosozialltiefenpsychologischerrr
Ans ätzeeinnerhalbderrStotterforschunggg
4. PsychologischeeDynamik--mehralslediglicheinnaufrechterhaltenderrFaktorr?
4.1. ErsteeIndizien
4.1.1. KulturanthropologieedessStotterns
4.1.2. StotternnunddsituativeeAbhängigkeitt
4.2. EinpsychodynamischessUrsachentheorieedessStotterns
4.2.1. DieGroßelternn
4.2.2. DieeElternn
4.2.2.1. DieeMutterr
4.2.2.2. DerVaterr
4.2.3. DieeFamiliensituationn
4.2.3.1. DieBeziehungzwischendenElternn
4.2.3.2. DieeFamilienatmosphäre
4.2.3.3. DieElternnKinddBeziehungg
4.2.3.4. DieKommunikationnzwischennElternundKind
4.2.4. DassKindd
4.2.4.1. Narzissmus,,SelbsttunddAngstt
4.2.4.2. DieAuswirkungen
5. WasskanneineetiefenpsychologischeeTheorieewirklichhleisten??
6. Literaturverzeichnis
7. Anhang
„Das Stottern ist die gemeinste und fieseste Sache auf dieser Welt. Das Monster hat auf seinem riesigen Kopf zwei schwarze Hörner. Ein bösartiger Blick und bösartige Augen. Das gezackte Maul soll darstellen, dass schon jemandem, der neben ihm angekettet ist, die Haut abgezogen wurde. Das rote Blut soll zeigen, dass es seine mächtigen Reißer schon in jemanden versenkt hat. Das Skelett soll warnen, weil es gesagt hat, das Monster gäbe es nicht, und musste dafür mit dem Leben bezahlen. Das Monster trägt ein Gruselkostüm. Darunter ist ein normaler Mensch, der alles nur spielt."
(Maximilian, 15 Jahre) 1
1 Heap 2007, S. 37
1.ZurrVorgehensweiseeinndieserrArbeit
„Ich sehe normal aus. Habe normale Freunde und ein normales Abitur. Ich wirke selbstbewusst. Nur eines ist anders: Ich
habe Angst zu sprechen.“ 1 (Leynie 23, Studentin)
EssgibtMänner,,dieekönnennaufföffentlichennToilettennnichtturinieren..EssgibtMänner,,dieekönnennaufföffentlichennWCssnurr urinieren,, wennn siee alleinee sind,, oderr keinerr nebenn ihnenn steht.. Und ess gibt Männer,, beii denenn spielenn diesee Faktoren keinerleii Rolle. Allenn gemeinsamm ist,, dasss sie zuu Hausee ohnee Probleme,, wannn sie wollen,, Wasserr lassenn können. Diesess ProblemmwirddinnderrFachspracheeParuresissgenannt..Vonnihmsinddca..7%%derrWeltbevölkerungg(m:ww==9:1))betroffen. 2 Wass glauben Sie, istt die Paruresiss eherr organischphysiologischen oderr psychologischenn Verursachungsfaktorenn zuzuschreiben?
Ess gibtt Menschen,, die bereitss rott werdenn wiee einee Tomate,, wennn sie beimm Bäckerr nach demm Kassenbonn fragen.. Andere hingegenn scheinenn auchh inn denn peinlichsten Situationen entwederr garr nichtt rott zuu werden,, oderr allenfallss sehrr leicht. Manchee werdenn schonn alleinn vomm Gedankenn rot,, dasss siee errötenn könnten.. Dass krankhaftee Errötenn wird inn derr Medizin
KönntennSieesichhvorstellen,,dassspsychologischeeVerursachungsfaktorennbeiidieserrKrankheitteinnRolleespielen,,oderrglauben
MancheeMenschennbrauchennummeinennSatzzeinemmanderennmitzuteilennmehrralsseineeMinute,,vollerrSilbenwiederholungen,, Dehnungen, Blockierungenn und muskulärenn Verkrampfungen,, sofernn siee ihnn überhaupt zuu Endee führen undd nichtt schonn vorherr entmutigtt aufgeben.. Diee gleichenn Menschenn könnenn diesenn Satz,, wennn siee flüstern,, ihn zu einemm Tierr sagen, imm Chorsprechennoderrfürrsichhalleineesind,,nahezuuohneeProbleme,zummTeill sogarrvölliggBeschwerdeefreiiaussprechen..Diesee MenschennsinddStotterer..IhrrAnteillannderrWeltbevölkerunggbeträgttca..11%..
Halten Siee ess fürr möglich,, dasss psychologischee Faktorenn Stotternn verursachenn können,, oderr glaubenn sie,, dasss diee Störungg reinnorganischeGründeehat??
Währendd sich diee Wissenschaftt darüber einigg ist,, dass beii derr Paruresiss sozialee Phobien undd keinee organischenn Gründe krankheitsauslösendd sindd undd auchh beii derr Verursachungg der Erythrophobiee einee psychischee Störungg maßgeblichh beteiligt ist,, werdenn tiefenpsychologischee Überlegungenn inn derr ätiologischenn Stotterforschungg nahezuu überhauptt nichtt beachtet,, oderrsogarrausgeschlossen. 4
Warumm demm soo ist,, solll unterr anderemm imm Verlauff derr vorliegendenn Arbeitt „Tiefenpsychologiee dess Stotterns““ kritisch hinterfragttwerden... ..
DieenunfolgendennAusführungennzurrRolleederrTiefenpsychologieeinnerhalbbderrätiologischennStotterforschungghabennsich vorrallemmanndreiiLeitfragennorientiert::
(i) WieeisttdieetheoretischeeSachlageeinnderrUrsachenforschunggmomentannundwieesiehttessinnderrStottertherapieeaus?? (ii) WelcheeGründeekannnessgeben,,dasssdieeTiefenpsychologieeinderrätiologischennBedeutungslosigkeittverschwunden ist?
(iii) Wiee müsstee einee aktuellee tiefenpsychologischee Ursachentheoriee dess Stotternss aussehenn undd welchess Potenzial brächteedieseemit??
Bevorr man sichh mitt tiefenpsychologischerr Theoriee und denn Gründenn einerr etwaigenn ätiologischen Verdrängunggg auseinandersetzt,, istt ess vorabb notwendigg einenn Istzustandd derr wissenschaftlichenn Stotterszenee zu konstatieren,, der
1 vgl..http://www.neon.de/kat/fuehlen/psychologie/184563.html,,Standd15.10.200704:033Uhrr
2 vgl..http://www.mediportonline.de/pdf/paruresis.pdf,,Standd15.10.2007719:17Uhr
3 vgl..http://www.welt.de/printtwelt/article231005/Erroeten_kann_man_verlernen.html,,Standd15.10.2007721:011Uhr;;Gerlachh19977
4 vgl..Kollbrunnerr2004,,S..146666157
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gleichzeitigg einee erstee Positionsbestimmungg derr Tiefenpsychologiee innerhalbb dieserr darstellenn soll.. Diess wirdd inn Kapitell 22 unterrbesondererrBerücksichtigunggderrFragee(i))geschehen..UnterrPunkt2.1..erfolgteinÜberblickküberdieetraditionellenn wieeaktuellennursachentheoretischennStrömungenninnerhalbbderrStotterforschung..Punkt2.2..wirdimmAnschlusssnäherrauff dieemomentaneetherapeutischeePraxisseingehen..
Inn derr Ursachendiskussionn istt ess seitt längererr Zeitt verdächtigg ruhigg umm die Tiefenpsychologiee geworden. Welchee Gründee könnteeesshierfürrgeben??Kapitell33wirdddieeFrageebeantworten.
Nachdemm zuu Beginnn dess Kapitelss 4 zunächstt erstee Indizienn präsentiertt wurden,, diee einee tiefenpsychologische VerursachungdessStotternsnahelegen,,wirddunterrPunktt4.2..eineepsychodynamischeUrsachentheorieedessStotterns entwickelt.. Den Ausführungenn liegenn hierbeii metaanalytischee Ergebnissee auss einer Mengee vonn 599 Forschungen zugrunde. Istt amm Ende des viertenn Kapitelss bereitss die erstee Teilfragee auss (iii) geklärt,, verbleibtt Kapitell 5 das ätiologischePotenzialldieserrentworfenenTheorieeabschließendzuubeurteilennunddzurrDiskussionnzuustellen..
Mitt Blickk auff denn begrenztenn Umfang dieserr Hausarbeit,, den ess mitt Hinblickk auff diee Komplexitätt dess Themass nicht übermäßigg zuu strapazierenn gilt,, sindd einigee Einschränkungen zugunstenn einerr vertiefendenn Darstellungg der ausgewähltennAspekteunumgänglich.
Soo istt ess nichtt möglich, einee umfassende Einführungg inn diee tiefenpsychologischee Terminologiee inn dieserr Arbeit unterzubringen..DieeKenntnissdieserrwirddinsbesondereefürrKapitell4vorausgesetzt..EineeÜbersichttüberreinennGroßteil derrBegrifflichkeiten,,wieesieeauchinndieserrArbeittverstandennwerden,,isttinndennAnhängenn4-6zuufinden..Fürrnähere AusführungenzuukomplexerennTerminologiennz..B..demmUnbewussten,derrLiebbunddAggressionnoderrderrNeuroseeseii auffdassKapitel10.3..innKollbrunner20044verwiesen..Lediglichh eine Ausnahmee hierzuu bietett das Kapitell 4.2.4.1.,, dasss dieeBegriffeeNarzissmus,,SelbsttunddAngsttnochmalssengerrfassennwird..
Gegenstandd hiesigerr Ausführungenn ist nichtt dass Stottern,, dass durchh offensichtlichee Einflüssee - z.. B. Stotternn nachh einemmInfarkt,,einessschrecklichennErlebnisses,,etc..-verursachttist..EssgehttummdieeweitthäufigerennFälle,,beiidenenn keineeostensiveeUrsachefeststellbarrist..
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2.ÄnigmaaStotternnundddieeAuswirkungen
2.1.wissenschaftlichessRätselraten
Diee Erforschungg dess „Stotterns““ gibtt seit nahezuu 23000 Jahrenn derr epistemee immerr neuee Rätsell auf.. In denn Schriften des Hippokratess (4600370 v.Chr.),, dess Begründers derr akademischenn Medizin,, wirdd dass „Stottern““ (gr. )) erstmalss wissenschaftlichhthematisierttunddnachhdennLehrennderrHumoralpathologie 5 auffeinn„[…]UngleichgewichttdessGemütss[…]“ 6 zurückgeführt.. Vonn diesemm Zeitpunktt an,, biss heute, wurdenn unzählige Theorienn zur Ätiologie,, Genese,, Symptomatik undd Therapiee dess „Stotterns““ entworfen und diskutiert,, derenn alleinigee historischee Darstellungg Bücherr füllt. 7 Mit welchemm Ergebnis?? Ess hatt sichh einee undurchsichtige Vielzahll ann zumm Teill obskurenn Begriffenn und Definitionen fürr dass Stottern herausgebildet 8 ,, diee heutee kaumm nochh sinnvolll diskutiertt werdenn können.. Imm Folgendenn sollenn die fundamentalenn theoretischennRichtungenndieeihrerseitssinnverschiedensteeKategoriennunddunzähligeeSubtheoriennzerfallenn-kurzzdargestellt werden 9 :::
1. breakdownnHypothesennn
NachhdennbreakdownnTheoriennwirdddassSymptomm„Stottern““durcheinntemporalessVersagennderrSprachsystems aufgrunddeinesshirnorganischhneurologischennFunktionsdefizitessverursacht,,dasssichhbesonderssunterrStresssauffdiee KoordinationnderrArtikulationss,,PhonationsssunddAtemmuskulatur,derrGestikkunddMimikkverhindernddoderrstark beeinträchtigend auswirkt.. 10 Derr Cortex istt nichtt inn derr Lage,, synchronee Steuerungsimpulsee ann diee amm Sprechenn beteiligtennMuskelgruppennzuusenden,,wasszuukrampfähnlichenErscheinungenninnderrSprachproduktionnführt. Fürr einenn organischh motiviertenn „breakdown““ werdenn verschiedenstee Gründee verantwortlichh gemacht,, zum Beispiel::
a) Lateralisierungshypothesee//zerebralerrinterhemisphärischerrKonfliktt(Traviss1978)
b) HypotheseederrauditivennInterferenzz(Websterr&&Lubkerr1968,,VannRiperr1982,,Fiedlerr&&Standopp1992)
c) ÜberaktivitättvonnHirnstammreflexenn(Zimmermannn1980)
Derr breakdownAnsatzz istt starkk vonn derr Annahmee einerr genetischenn Prädispositionn dess „Stotterns““ geprägt, die davonnausgeht,„[…]]dasssnichttdassStotternnannsich,,jedochhdie[physiologische]]Veranlagunggdazuuvererbttwird.“ 11
2. psycholinguistischeHypothesenn
DieeVertreterrpsycholinguistischerrHypothesennnehmennan,,dasssdassStotternnauffeineegestörteeSprachentwicklung dess Kindess inn Folgee ungenügenderr neurooo undd kognitionspsychologischer Sprachkapazitätenn zurückzuführenn ist.. Derr Segmentierungsprozess sprachlichen Inputs,, das Erkennen vonn Sprachmusternn und -regeln,, diee Sprachproduktionn sowiee dass Vernetzenn von Altemm mitt neuemm Sprachwissenn könnenn hierbeii nur mangelhaft erfolgen. 12
BeispieleepsycholinguistischerrTheoriennsind::
5 Humoralpathologiee = Viersäftelehre;; medizinischess Erklärungsmodelll derr Antike,, das biss inss 199 Jh.. einee beherrschendee Rollee spielt.
EinennZweiggdiesessModellssstellttdieeTemperamentenlehreedar,, deren Terminii(melancholisch,,phlegmatisch,,cholerisch,sanguinisch))bissheutee
verwendettwerden...
6 Braunn1997,,S.12
7 vgl..Braunn19977
8 ZurrexemplarischennDarstellunggvgl.Anhangg11
9 Aufgrundd dess begrenztenn Umfangess derr Arbeitt undd zugunstenn einerr vertiefendenn Darstellungg derr Kapitell 3 undd 4 kannn ann dieserr Stellee nurr einnn
exemplarischerrAuszuggderraktuellldiskutiertennTheoriennerfolgen..Dessweiterennseiidarauffhingewiesen,,dasssdieehierrerfolgteDreiteilunggnurreineee
vonn vielenn Kategorisierungsvariantenn darstelltt (z.. B.. vgl.. Kuhrr 19911 dysphemischh vs.. Entwicklungsss undd Lerntheorie;; vgl.. Kollbrunnerr 20044
organischhh physiologischh vs.. psychosozial;; vgl. Bloodsteinn 19933 breakdownn hypothesiss vs. anticipatoryystrugglee hypothesiss vs.. unconscioussneeddd
hypotheses;;vgl..Rodenwaldtt19888Dysphemietheorieevs.Neurosentheorieevs..Verhaltenstheorie)..
10 vgl..Natkee2000,,S..799--83;;Bloodsteinn1993,,S..8ff;Kollbrunnerr2004,,S..24;Baumgartnerr1997,,S..224
11 Ptokk2006,,S...A1216
12 vgl..Baumgartner1997,,S..2266
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a) coverttrepairrhypothesiss(Postmann&&Kolkk1993))
b) phoneticctransitionndefectt(Wingatee1976)
c) DysfunktionnderrlinguistischennSegmentierunggwährendddessSprechenss(Mooree&&Hayness1980)
d) DyssynchronizitättzwischennlinguistischennunddparalinguistischennSystemenn(Perkins,,Kentt&&Curleee1991) AuchhimmZusammenhanggmittderrSprachentwicklunggwirddeineegenetischeeDispositionnvermutet. 13
3. psychologischeeHypothesen::
Dass Spektrumm derr psychologischenn Ursachenerklärungenn zumm Stotternn reichtt von reinn behavioristischen Konditionierungsansätzen, überr psychosozialee undd tiefenpsychologischee Theorien,, bis hinn zu lernpsychologischen Überlegungen..EinigeeBeispiellhierfürrsind:
a) Neurosentheoriee(u.a..FernauuHornn1969,,Coriatt1943)
b) StörunggderrElternn--KinddInteraktionn(u.a..Glauberr1951,,Anzieuu1982,,Klaniczayy2001)
c) Lerntheorien 14 ,,Antizipationstheorienn//z..B..diagnosogeniccTheoriee(Johnsonn1959)
anticipatorystrugglee(Bloodsteinn1970)
Auff diee Fragee nachh derr Bedeutungg psychologischerr Theorienn fürr diee aktuellenn Stotterforschungg wirdd in Kapitell 3 näherr eingegangen.
Keinee derr dreii obenn dargestelltenn Forschungsrichtungenn vermochtee jedochh einee umfassendee undd allgemeinn akzeptierte Ursachentheoriee dess Stotternss hervorzubringen.. Biss heutee wurde keinn Wegg gefunden,, diee organischen,, psychischenn und linguistischenn Theorienn integrativv zuu verbinden.. „Auff theoretischerr Ebene,, vorr allemm dann,, wennn ess umm Ursachenn ging,, bliebennüberrJahrzehnteeunterschiedlicheeTheorienneinfachhnebeneinandergestellt,,scheinbarrunverbunden,,wieBerichteeauss verschiedenennWelten.“ 15 DieeForderunggderrPragmatikerrnachheinerrallgemeinnakzeptierten,,wissenschaftlichennFundierungg ihrerr Arbeitt wurdee immerr lauter,, sodasss diee Stotterforschungg der letztenn zweii Dekadenn kurzerr Handd auss ihrerr Nott eine Tugenddmachte::WennndassStotternnnichttdurchheineemonokausaleeTheorieezuuerklärennist,,soomüsseemannakzeptieren,,„[…]] dasss ess dass Stotternn alss homogeness Störungsbild mitt allergrößterr Wahrscheinlichkeit überhauptt nicht gibt […]“ 16 .. Dass monokausaleeDenkennwirddheuteeweitestgehendddurchhdieemultifaktoriellePerspektiveeersetzt..DieseeSichtweiseegehttstatt vonn„der““Ursache,vonneinemmUrsachenbündellaus,,innwelchemm„neurophysiologische,,soziale,,linguistische,,konstitutionelle unddvererbteeFaktorennzusammenwirken.“ 17
Zuu denn wohll bekanntestenn multifaktoriellenn Modellen zählenn dass AnforderungssKapazitätsModelll vonn Steakwaterr 19877 sowiee dessenn Weiterentwicklungg vonn Adamss 1990.. Diese polyätiologischh ausgerichtetenn Modellee habenn jedochh unübersehbarenn Mangel.. Siee vermögenn ess zwarr allee potenziellenn Theorienn unterr einemm Dachh zuu berücksichtigen,, könnenn aberrauchhnichtdassätiologischeeKardinalproblemmdessUrsacheeWirkungszusammenhangsslösen,,daasieeessnichttschaffen,,das bisherigee Wissenn inn einerr sinnvollenn Theoriee zuu integrierenn undd diee bisherigenn Erkenntnissee umfassendd zueinanderr in Beziehungg zuu setzen.. Siee bildenn momentann lediglichh einee Artt theoretischess Sammelbecken,, dass „[…]] zuu interessanten EinblickenninneinzelneeFunktionszusammenhängee[verhilft]][…],,aberr[…]]nichtsszurrIntegrationndiesessWissenssundsomittzumm VerständnissdessStotternss[…]“ 18 beiträgttunddsoobestenfallsseineetherapeutischeePlanungshilfezurrTherapieemittstotternden Kindernn darstellt 19 ,, jedochh „[…]] [nichtt als]] Theoriee dieserr Störungg […]“ 20 geltenn kann.. Diesee Schwächee zeigt sichh praktischh mitunterr darin,, dasss einee polyätiologische Definitionn dess Stotternss überr diee Oberflächensymptomatikk dess temporärr
13 vgl..Natkee2000,,S..82
14 DieseeArbeittgehttdavonnaus,,dasssdieeLerntheorienn//AntizipationstheorienzuudennpsychologischennTheorienzuuzählennsind,,daaihreeDefinitionenn( z..B..diagnosogenessStotternn==erlerntessVerhaltenn(Sprechangst)),ausgelösttdurchhüberstarkeeInterventionnderrElternngegenüberdemKinddin
derrPhaseedesnormalenn„Entwicklungsstottern“)mehrralssdeutlicheepsychosozialeewietiefenpsychologischeeMomenteeaufweist.
15 vgl..Kollbrunnerr2004,,S..800
16 Johannsenn1989,,S..111
17 Kollbrunner2004,,S..85
18 Kollbrunner2004,,S..855
19 vgl..Natkee2005,,S..777
20 Natkee2005,,S..766
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gestörtenn Redeflussess hinauss biss heutee nichtt gefundenn ist.. Multikausalee Definitionenn stellenn biss datoo lediglichh Stotterdeskriptionenndar,,aussdenennnichtt„[…]]erkennbarr[ist],welcheeKräfteeauffwelcheeArttunddWeiseezusammenwirken müssen,,damittdassOberflächenphänomennentsteht.“ 21 Einennzweiter,,aktuellerrStandpunkt,,derrenggmittderrmultikausalen Sichtweisee verknüpftt ist,, verkörpertt diee „idiografischee Betrachtungsweise““ dess Stotterns.. Unzufrieden mitt derr Streuweitee derr Multikausalmodellee versuchtenn zunächst vorr allemm die pragmatischh orientiertenn Amerikaner, diee Populationn derr Stottererr inn homogenee Subgruppenn zuu unterteilen, fürr diee sichh einn gemeinsamess ätiologischess Modelll konstruierenn ließe... Diesee Untergruppenbildungg bliebb jedochh weitestgehendd unbefriedigend,, wass Motschh 19833 schließlich zuu einerr ebensoo genial anmutenden, wiee extremen Ideee anregte.. Err vertratt diee Ansicht, dasss dass Stottern einee soo individuellee Störungg sei,,, dasss jederr Stottererr imm Subgruppensystemm alss eigenee Subgruppee mitt der Anzahll n=1 zuu betrachtenn ist,, wobeii fürr jedenn BetroffenenneineeganzzeigenessUrsachengefügeefürrdassStotternnanzunehmensei..FolgttmanndiesemmAnsatz,,scheinttdiee„[…]] ätiologischeeBankrotterklärungg[…]“ 22 wohllendgültiggperfekt..DieseeHerangehensweiseewar,,abgesehennvonnStrakeweatherss „AnforderungsKapazitätennModell““ nichtt sehrr gewinnbringend.. Wissenschaftstheoretischh istt Motschss Theoriee mehrr alss fragwürdig. „Motschh vergisstt […],, dasss jedee ätiologische Theorie darauff ausgerichtett […] [sein muss],, diee gemeinsamenn Faktorenn hinterr denn stetss interindividuelll unterschiedlichh ausgeprägtenn Phänomenenn zuu erklären.“ 23 Indemm ichh alles individualisiere,,isttselbstverständlichhjedessStrukturproblemmgelöst..MotschherschaffttkeineeneueeTheorie,sondernnerrtreibt einee eklektischee Entwicklungg auff diee Spitze.. Woo kämenn wirr hin,, wennn beispielsweisee inn derr Medizinn alle Krankheiten,, die nochh nichtt hinreichendd erforschtt oderr zufriedenstellendd theoretisiertt werdenn konnten,, zuu Einzigartigkeitenn unterr demm DachheinessgemeinsamennNamensserklärttwürden??
Ess istt ganzz klar,, dasss - wiee jedee Krankheitt - auchh das Stotternn individualistische Zügee hat,, mitt individualistischen EntstehungseinflüssennundAusprägungen..AberreineeUrsachenforschung,dieernsttgenommennwerdennwilllunddzudemmnichtt nurrForschunggummdessTheoretisierennwillens,,sondernnmitteinerrklarralltagspraktischennNutzenstiftunggbetreibt,,isttabdem Zeitpunkttverloren,,abbdemmsieedavonnabsieht,,StrukturennunddihreeZusammenhängeeverstehennunddbeschreibennzuuwollen. KollbrunnerrbringttdieseeEntwicklungginneinerrAnalogieeetwassüberspitzttauffdennPunkt::
„StatttnurrdemmMotorengeräuschhzuzuhören,,werdennjetzttimm>>idiografischennAnsatz<<
Inn jüngsterr Zeit,, scheintt diee Stotterforschungg wiederr einmall diee Seitenn zuu wechselnn undd einemm keinesfalls unumstrittenen Trend 25 zuu folgen.. Wiee vielee verwandtee Disziplinenn erhoffenn sichh auchh diee Stotterforscherr denn ersehntenn Quantensprungg durchh diee Neurooo undd Genforschung.. Diesee Richtung,, exemplarischh inn personaa Ehudd Yairii ,, versuchtt unterr intensivsten Anstrengungenn einn oderr mehreree Genee des Stotternss zuu identifizieren.. Woo diesee Entwicklungg hinführtt undd vorr allemm handfesteeResultateebleibennabzuwarten.
Diee Frage, obb Stotternn diee Krankheitt selbstt (Genetik,, Physiologie,, Psycholinguistik),, oderr nurr dass Symptomm einerr tieferr gehendenn Krankheitt (Tiefenpsychologie)) ist,, bleibtt inn Ermangelungg einerr allgemeinn anerkanntenn ätiologischenn Theoriee
21 Kollbrunner2004,,S..866
22 Kollbrunner2004,,S..155
23 Kollbrunner2004,,S..83
24 Kollbrunner2004,,S..844
25 Hierbeii seii nurr exemplarischh auff diee hitzigee Debatte inn derr Psychologiee hingewiesen,, die seitt einigenn Jahrenn umm dass immer dominanteree -manchee sagen populistischee - Auftretenn derr Neuropsychologiee zumm Nachteil derr klassischen Felderr wiee der Kognitionsss oderr
Entwicklungspsychologieeentfachttist.
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bislangg weiterr unklar.. Diee aktuellee Ursachendiskussionn istt inn einemm Spannungsfeld gefangen, irgendwo,, zwischenn zukunftsfroherr Prophetiee denn baldigenn Durchbruchh erwartend 26 undd derr nüchternenn Bilanz: „Diee Ursachee dess sichh inn derr
WassbedeutettdiessfürrdieetherapeutischeePraxis??
2.2.therapeutischessDilemma
Einee mangelhaftt verstandene Theoriee bedingtt inn derr Regell immerr eine eingeschränkte, suboptimale Praxis.. Derzeitt kursierenn circaa zwischenn 250 undd 3000 Einzeltherapieverfahren 28 ,, wobei keinn logopädischess Störungsbildd soo viele Therapieansätzeeaufzuweisennhat,,wieedassStottern. 29 Wieepassttdasszusammen?
Einee Therapie,, diee theoretisch vonn einerr multiplenn aberr theoretischh unverbundenenn Verursachungg oderr garr idiografischenn Sichtweisee imm Sinnee Motschs 30 ausgeht,, ist gezwungenn einn möglichst breitess Spektrumm ann Behandlungsformen herauszubilden,,nimmttsieeihreeTheorieeernsttunddbeabsichtigttaufnahezuujedennpotenziellennFaktorrreagierennzuukönnen... EineemultidimensionaleTheorieezwingttsomittzuumultifaktoriellerrTherapieformen,,dieezwarrtheoretischhentwickelttwerden,, aberr mittlerweilee einee Mengee undd Multidimensionalitätt erreichh haben,, dasss siee vonn Therapeutenn undd schonn längstt nicht
„Diee Methodenkombinationn istt keinee Gewährr fürr einee größere Effektivität derr Therapie.. Diee Additionn vonn Falschemm und UnnötigennführttnichttnotwendigerweiseezumBesseren.“ 32
Einn Zahnarzt,, derr nichtt weiß,, woo diee Wurzell des Problemss genauu zuu findenn ist,, hatt zweii Möglichkeiten: Entwederrerrverlässttsichhauffseinn„Gefühl““sowieeseineeErfahrunggunddziehttdennZahnnmittdemmRisikoomehrrzuuschaden,,als zuunutzen..Oderrerrbegnügttsichhdamit,,dennakutennSchmerzzzuulindern,,bekämpfttdassSymptommunddversuchttdiesesssoolangg wieemöglichhzuuunterdrücken..LetztereeVorgehensweise,,einn„Herumdoktern““annOberflächensymptomen,,scheinttdieeaktuelll gängigeePraxissinnderrStottertherapieedarzustellen.
Derr„stutteringgmodification““sowiedemm„fluencyyshaping“.
DieestutteringgmodificationnMethodeezählttzudennnonnavoidanceeAnsätzen..DieseeTherapiemethodeezielttinnersterrLinieenicht darauffab,,dassStotternnabzustellen,,sondernessgrundsätzlichhalsTeillderrPersönlichkeitakzeptierennzuulernen..Diesswirdalss wichtigee Voraussetzungg betrachtet,, umm inn einemm darauffolgendenn Schrittt Stotterformenn zuu lernen,, diee diee Artikulationn für denn Betroffenenn wiee denn Zuhörerr wenigerr belastendd gestaltett undd Sekundärsymptomee - z.. B.. ausfallendee Gestik,, Gesichtsverzerrungennetc..-mittderrZeittüberflüssiggwerdennlässt..VannRiper,,WendlandttoderrSheehannstellennnurreinigeeder prominentennVertreterrdieserrMethodeedar..DerenVorteileeliegennzummeinenndarin,,dasssdurchheinn„Outing““alssStotterer,, diesemm zum Teill diee Furchtt undd diee Schamm genommen wird.. Erstt diesee Akzeptanzz gibtt dass Sichtfeldd wiederr freii auf persönlichee Stärkenn undd ermöglichtt somitt den Aufbauenn von Selbstsicherheitt undd Zuversicht.. Derr stutteringgmodificationn AnsatzzsetzttinnahezuuallenPhasennauffdieeArbeittmitÄngsten,,EmotionennunddSelbstakzeptanzz(z.B..1..StufeeIdentifikation,, 2..StufeeDesensibilisierung,,4..StufeeStabilisierung))dieemittdemStotternneinhergehennunddgestehttsomittderrpsychologischen Komponentee einenn wichtigenn ätiologischenn Einflusss zu.. Siee führtt diesenn Gedankenn aberr nichtt konsequentt zuu Endee und verweiltt inn ihrerr praktischenn Ausführungg mitt Formenn wiee z.. B.. derr reinenn Desensibilisierung,, lediglichh an derr Oberfläche,, stattt zuu erwägen,, dasss Angst,, Scham undd Schuldgefühlee nurr diee Spitzee dess Eisbergess seinn könnten,, unterr demm sichh imm
26 vgl..Motschh1992,,S..211
27 Sommer2001,S.144
28 vgl..Kollbrunnerr2004,,S..155
29 vgl..Sandrieserr2001,,S..988
30 AnndieserrStelleeseiiangemerkt,dassMotschheinemmschwerwiegendenMissverständnissessdessBegriffss-bewussttoderrunbewusstt-aufsitzt,,wenn
err idiografischh ausschließlichh alss einzelfallorientiert auffasst.. Durchh diesess Verständniss wirdd einn unverzichtbarerr Teill derr Wortbedeutungg unter
denn Teppichh gekehrt.. Das Adjektivv idiografischh meintt nichtt nurr den Einzelfall,, sondern auchh historisch orientiertt (vgl.. Kollbrunnerr 2004,, S.. 84;
Dudenn2007,,S..435)..InnBezuggaufdenMenschennalsooeinnInteresseeannderrBiografieedessEinzelnen..DieeBedeutunggdiesessAspektesswirddimm
VerlauffderrArbeittnochhdeutlicherrwerden..
31 Rotheezit..Baumgartner2000,,S..1211
32 Bindell1996,,S..38
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VerlauffderrStotterentwicklungviellmehrrangestaut,,vielleichttersttzummStotternngeführtthat..
Derr zweitee Ansatzz nenntt sichh „fluencyyshaping““ und istt von einerr weitaus mechanistischerenn Denkweisee geprägt.. Diesee Methodeegehttdavonnaus,,dasssessmöglichist,,StotternnmittelssspeziellerrSprechtechnikennzuubeseitigen,oderrzumindesttzu lindern.. Hierbeii kommenn diee verschiedenstenn Verfahrenn zum Einsatz.. Zuu denn relativv Sanftenn zählenn diejenigenn Mittel,, diee durchh prolongiertes,, silbenbetontess Sprechenn mitt weichemm Onset versuchen,, dass Stottern inn einee kontrolliertt melodische Artikulationnzuuüberführen,,umessdann,,ausgehenddvonndieserrBasis,,unterrZuhilfenahmeevonnAudioounddVideokontrollein einn weitestgehendd „normales““ stotterfreiess Sprechenn zuu verwandeln.. Oftt kommenn hierbeii speziellee Atemmm und Entspannungstechnikenn zum Einsatz.. Das Sprechenn unterr Störgeräuschenn (masking)) oderr mitt Metronommm undd HaptometereinsatzzisttebenfallssgängigeePraxis..DerrTrenddallesszuutechnologisierennmachttjedochhauchh-oderrbesonderss-vorrderrfluencyyshapinggMethodeenichtthalt..ImmerrmehrrGeräteekommennauffdennMarkt,,mittdenennderrStottererrbeiiderr Sprechkontrolle unterstütztt wirdd undd überr diee err beii jedem nochh soo kleinenn Fehlernn sofortigee Rückmeldungg perr delayeddd auditoryy feedbackk (DAF),, frequencyyshiftedd auditoryy feedbackk (FAF)) oderr maskeddauditoryy feedbackk (MAF)) erhält.. Vielee dieserr technischenn Fortentwicklungen mögen wirklichee Hilfenn für diesee Therapiemethode darstellen,, hinterlassenn jedoch einenn schalenn Beigeschmackk dess Kommerzes. 33 Diee Grenzee zwischenn demm klassischenn operantenn Konditionierenn undd demm Einsatzz dieserr Technologienn sindd sicherlichh fließend.. Gegenn denn Einsatzz einess Atemfeedbackgerätes, oderr einemm simplenn „gut“,, alss Verstärkerr nachh einemm gelungenenn Satz,, magg noch nichtss wirklichh einzuwenden sein.. Auchh das TokennSystemm (materielleeBelohnunggfürrErfolg)isttimmVergleichhzuanderennFormennzwarrlerntheoretischkritischhzubetrachten,,aberrnoch harmlos.. Psychologischh wiee ethischh höchstt bedenklichh istt ess jedochh , wennn mann versuchtt psychischh labilee Menschenn wie Stottererr überr Bestrafungg - imm günstigenn Falll überr einn „falsch““ bzw.. „stopp“,, imm Ungünstigenn überr einenn unerträglichenn akustischenn Reizz perr Kopfhörerr (600Hzz mitt 1055 dB)) ,, oder dass „Timeeout“ Verfahren 34 ,, zuu flüssigerr Sprachee anzuleiten. Sicherlichh sind diesee letzten Beispielee Extremaa undd mittlerweile eherr diee Ausnahme,, als diee Regell inn derr vernünftigenn Therapiepraxiss geworden.. Dennochh kamenn undd kommenn siee nochh heutee zumm Einsatzz undd verdeutliche,, wass wohll Krausee meint,, wennn err sagt:: „Ess gibt wohl kaumm einee Patientengruppe,, diee mitt solcher Hartnäckigkeitt diee unangenehmstenn und abenteuerlichstennTherapieverfahrennauffsichhnimmttunderduldet.“ 35
DieseeMethodennsindheuteejedochhnurrnochhseltenninnderrebenngeschildertennReinformmzufinden.Häufiggwerdennsieenach verschiedenstenn Artenn kombiniertt undd in Subformenn variiert.. Gemeinsamm stellenn siee aberr diee meistt verbreitete Therapieformmdar...
InnKontrasttzudemmebenngezeichnetennBild,,solllandieserrStelleeauffeinenausgewähltenn-ausspsychologischerrPerspektivee Lichtblickk unterr denn Therapieansätzenn hingewiesenn werden,, derr jedochh bei Weitemm noch nichtt inn derr Intensitätt rezipiert wurde,wieediegeradeegenannten..EsshandelttsichhhierbeiiummLenaaRustinsInteraktionstherapie..Sieeberücksichtigttinnihrer Therapiee linguistische,, kognitivee undd psychosozialee Faktoren,, wobei siee diee psychosozialee Komponente - diee ElternKind Interaktionn - bewusstt inn denn Vordergrundd stellt.. Diee Methodee beziehtt die Elternn intensivv inn diee Therapienn mitt einn und berücksichtigeesomitnichtnurderennimmenseeRollebeiiderkindlichennSprachentwicklung,sondernnauch,,dasssdassErreichenn
Häufigstess Therapieziell bleibt jedochh bis heute,, diee reine,, mechanischgeprägtee Reduktionn derr Stottersymptome...
TherapeutennunddLogopädenspürennhäufigginnihrerralltäglichennPraxis,dassshinterrdemmStotternndesKindessmehrrsteckt,,als einn reiness Sprechproblemm - hierfürr kannn dass Bild zu Anfangg dieserr Arbeitt lebhaft aberr nurr exemplarischh Zeugniss sein..
33 Sookostesttz..B..dasPockettFluencyySystemmfürrDAF,,MAFundFAF6955$,,diegünstigereeVarianteedessVoiceeChangersss
--einnFAFFGerättformähnlichheinemmMegafonnmittKopfhörern--nur999$..(vgl..Kollbrunner,,S..116)
34 NachhdemmoderneeTimeeOuttVerfahrennwirdddemmKinddbeimmAuftretenndessStotternssdiesozialeeZuwendunggggz..B..durchhUnterbrechenndes
BlickkontaktesoderrgezieltessWegdrehenndessKopfesbzw..derrPerson,,entzogennunddfürrwenigeeSekundenneinnSprechverbottauferlegt..Unterr
UmständennzuvorrerhaltennTokennwerdennwiederrweggenommenn(vgl..Kollbrunnerr2004,,S..1166117)..InnderrTherapieemittstotterndenn
ErwachsenennkommttdiesesTimeeOuttVerfahrenninnderrFormzummEinsatz,,dasssbeispielweiseejederrnurrsoolangeesprechenndarf,bissbeimihmmdiee
ersteeSprechstörunggauftritt..DanachhisttderrNächsteedrann(vgl..Fiedlerr1994,,S..235)..
35 Krausee1980,,S..3099
36 Sandrieserr2001,,S..1411
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Phlegmatischhbetrachtettscheinttesssicherrso,,alsswürdennpsychologischeAspekteeimmerrmehrrinndenntherapeutischennAlltagg integriert..EinngenauerrBlickklässttjedochherkennen,,dasssdiesennofttnichttmehrrBedeutunggals„auchhwichtig““zukommttund vieleeTherapeutenninndiesemmBereichhmeisttintuitiv,,unsystematischhunddungezielttagieren..HierfüristtdennLogopädennjedoch derr geringstee Vorwurff zuu machen.. Solangee diee Theoriee keinn schlüssiges Konzeptt mitt psychologischerr Durchschlagskraftt konzipiert,,könnennsolcheeauchhnichttinndieAusbildunggeinfließen..DieeLogopädennsinddoftmalsverunsichert,,wieesieesichwohll ammbestennverhaltennsollten,,wennndieeElternnnachhihrerrSchulddammStotternndessSprösslingsfragen,oderrKinderrunterrTränenn wiee auss demm Nichtss ihree scheinbarr infantilenn Angstfantasienn schildern. Einee fundierte,, auff denn logopädischenn Alltagg zugeschnittenee psychologische Ausbildungg derr Therapeuten,, kämee nicht nurr den Behandelndenn inn solchenn Situationen zuguteundließeesieeselbstsichererrunddzielführenderrauftreten,,sondernnwürdeediesennauchhermöglichen,,mittdeneigenen psychischenn Belastungen,, die derr Beruff alss Therapeutt unweigerlich mitt sichh bringt,, eventuelll leichterr umzugehen.. Die Tatsache,,dasss19922lauttdemMitgliederverzeichnissdessDeutschennBundesverbanddfürrLogopädiee(DBL))nurrnochh111%%aller deutschennLogopäden/innennbereittwaren,,Stotterndeezuubehandeln 37 ,,sollteeWarnsignallgenuggsein,,schnellsttmöglichüber festgefahrenee Musterr nachzudenken.. Einee stabilee Verbindungg zwischenn Forschung, Theoriee und Therapiee scheintt inn den
DochhdassFehlenneinerrklarennUrsachentheorieebleibttinnseinerrnegativennAuswirkungnichttnurrauffdieeTherapieebeschränkt. Übernimmt man diee Dreiteilungg derr Präventionn nach Sandrieser 39 inn primäre, sekundäre und tertiäree Prävention 40 ,, ergibtt sichh insbesonderee fürr diee Primärvorsorgee einn sehrr düsteress Bild.. Solangee diee Forschungg ess nichtt schafft,, sichh zumindest halbwegss auff einenn Konsens,, einee stotterverursachendee Grundstrukturr zuu einigen,, sondernn sichh in multifaktoriellerr Hypothetik, verzweifeltemm Individualismus undd theoretischemm Scheuklappendenkenn verliert,, wirdd ess bestenfallss möglich sein,,sekundärpräventivvdassaufkeimendeeStotternn(immerrwieder))zuersticken,,primärrwirddmanndiesemmaberrniemalssden Nährbodennentziehen..
Derr letztee Punktt in diesemm Kapitell beziehtt sichh auff die Variablee „Erfolg““ undd derenn Bedeutungg für die Stottertherapie. Bereitss anhand derr obenn exemplifiziertenn stutteringgmodificationn und fluencyyshapingg Ansätzee wird deutlich,, dasss diee Vielfaltt der oftmalss grundlegendd verschiedenen,, teils sich sogarr ausschließendenn Therapiekonzepte,, ess unmöglichh macht,, überr„dennErfolg““eineklareeAussageezuutreffen..
DassZiellderrstutteringgmodificationnMethodeeisttes,dennStottererrzuueinemm„selbstbewussten““Stottererrzuumachen,derrsichh nichtt weiterr ängstigt,, zurückziehtt oderr schämt.. Therapeuten,, diee einenn solchenn Ansatzz verfolgen,, beurteilenn „denn Erfolg“ mittSicherheittanhanddganzzanderennKriterien,,alsessVertreterrderrfluencyyshapingSchuleetun..DieseeProblematikkgiltsicher auchh fürr denn intermethodischenn Vergleich von Rückfallquoten.. Kann mann beimm fluencyyshaping Verfahrenn relativv leichtt einenn Rückfalll anhandd wiederr schlechterr werdenderr Sprechflüssigkeit erkennen,, istt einee Zunahmee dess Schamgefühlss oderr derrSprechangsttweitaussschwererrzuumessen..
Wennn mann aktuelll vomm „Therapieerfolg““ spricht,, orientiert mann sich inn derr Regell amm Kriteriumm derr Sprechflüssigkeit. NachhallgemeinakzeptierterrunddgernnzitierterrAnsichttgehtt manndavonnaus,,dasssgutteinnDrittellderrStottererrdieeälterralss circaasechssbissachttJahreesind,,erfolgreichh„geheilt““werdennkann..
BeiicircaaeinemmweiterennDrittellkanneineeVerbesserunggdessRedeflussesserzielttwerden,wohingegenndassletzteeDrittelnachh
Wennnbeii66%%derrBetroffenen,,nachhderrtherapeutischennBehandlung,,einRückganggoderrsogarrkeinerleiiStottersymptomm mehrrzuuerkennennist,,scheinttdiesseinesehrrpositiveeBilanzzzuusein..
37 vgl..Siewingg1993,,223
38 vgl..Kollbrunnerr2004,,S..1188
39 Sandrieserr2001,,S..622
40 primäreePräventionn==grundsätzlicheeVermeidunggderStörung
sekundärePräventionn==frühestmöglicheeErkennunggderStörung,,mittdemmZiellFolgeproblemesowieeeineeBehinderungg(Chronifizierung)durchh
eineeBeratunggoderrTherapieezuuvermeidenntertiäreePräventionn=VerminderunggderrBehinderunggmittelsseinerrTherapie,,innn
derrdieeBegleitsymptomatiken(z..B..VerzerrenndessGesichtes,,unkontrollierteeGestik,,Übersprungshandlungen,,psychische
AuswirkungennwieeScham,,Angst,,sozialerrRückzuggetc.))abgebauttwerden..
41 Kollbrunner2004,,S..177
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Dominic Hand, 2007, Tiefenpsychologie des Stotterns , München, GRIN Verlag GmbH
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