Inhalt
I. Einleitung
Vorgehensweise 2
II. Hauptteil
1. Kurze Biografie über Ernest Hemingway 3
2. Analyse der Kurzgeschichte „A Clean, Well-Lighted Place
2.1. Inhaltsangabe 3
2.2. Point of View 4
2.3. Figurenzeichnung 6
2.4. Raumentwurf 9
2.5. Zeitentwurf 11
2.6. Tone and Style 12
III. Schluss 14
IV. Anhang
Bibliografie 15
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I. Einleitung Vorgehensweise
Die Kurzgeschichte von Ernest Hemingway, „A Clean, Well-Lighted Place”, habe ich eigentlich eher überraschend ausgewählt, da ich nachdem ich meine ‘erste Hemingway- Kurzgeschichte’, „Hills like White Elephants“, gelesen hatte, eher abgeschreckt war. Ich fand die Art, wie Hemingway schrieb, sehr unzugänglich und konnte mich kaum mit der Geschichte identifizieren. An „A Clean, Well-Lighted Place” hat mich angesprochen, dass die Geschichte einen offensichtlichen Bezug zum Spanischen hat, was mich sehr interessiert. Außerdem fand und finde ich die Stimmung der Kurzgeschichte auf ihre melancholische Art sehr schön; der Zugang zum Verständnis war mir leichter. Darüber hinaus hat es mein Interesse geweckt, mehr über den Hintergrund und die Geschichte an sich zu erfahren; weshalb ich beschlossen habe, mich eingehender mit ihr zu beschäftigen.
Im Folgenden möchte ich auf formale und inhaltliche Aspekte der Kurzgeschichte eingehen, ein sogenanntes ‚close reading’ durchführen. Zunächst werde ich das Leben von Ernest Hemingway kurz darlegen. Im Anschluss daran wird eine Analyse unter den Punkten Inhalt/ Handlung, Point of View, Charakterisierung, Raum- und Zeitentwurf und Stil des Autors zu lesen sein. Im Schlussteil werde ich zusammenfassend einen Überblick meiner Arbeit geben und meinen Gedankengang veranschaulichen. Ziel meiner Darlegungen besteht darin, trotz der unterschiedlichen und teilweise auch widersprüchlichen Aussagen der Sekundärliteratur eine eigene Interpretation der Kurzgeschichte zu erstellen, die- ich hoffe- es eventuell auch anderen Lesern ermöglichen wird, die Geschichte besser zu durchdringen.
2
II. Hauptteil
1. Kurze Biografie über Ernest Hemingway 1
Geboren wurde Hemingway am 21. Juli 1899 in Oak Park/ Illinois. Nach dem College wurde er Reporter, bevor er sich einige Monate später freiwillig beim Roten Kreuz als Sanitäter im 1. Weltkrieg meldete. Er war zunächst Sanitätsfahrer in Italien und wechselte später zur Infanterie, wo er schwer verwundet wurde. Nach dem Krieg war er als Journalist beim ‚Toronto Star’ beschäftigt, was seinen Schreibstil stark beeinflusste. In den Zwanziger Jahren ließ sich Hemingway in Paris nieder, wo er zur Schriftstellergruppe um Gertrude Stein gehörte. Hemingway avancierte zu einer Berühmtheit; jemand, den wir heute mit VIP bezeichnen würden. Er war der zentrale Vertreter der ‚Lost Generation’, eine Generation junger Männer, die durch ihre Kriegserfahrungen desillusioniert waren. Während des Spanischen Bürgerkriegs war Hemingway Kriegsberichterstatter auf der Iberischen Halbinsel; er engagierte sich gegen das Regime General Francos. 1954 Wurde Hemingway der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Der „Verfall seiner körperlichen Kräfte“ (Köster) und die Depressionen, unter denen er lebte, machten ihm eine normales Leben mehr und mehr unmöglich, so dass er sich am 02. Juli 1961 in Ketchum/ Idaho das Leben nahm.
2. Analyse der Kurzgeschichte „A Clean, Well-Lighted Place“
2.1. Inhaltsangabe
Die Kurzgeschichte “A Clean, Well-Lighted Place” (erstmals erschienen 1933 (Hemingway 141)) dreht sich eigentlich hauptsächlich um das Gespräch zweier Kellner, die sich nachts in dem Café, in dem sie arbeiten, über den letzten Gast, einen alten Mann, unterhalten. Der jüngere der beiden Kellner möchte nach Hause, zu seiner Frau, und wird davon durch den alten Mann, der taub ist und sich betrinkt, abgehalten. Nachdem der alte Mann gegangen und das Café geschlossen ist, geht der ältere Kellner, sinnierend und angetrieben durch seine
1 Ich stütze mich hierbei hauptsächlich auf Thomas Köster.
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Schlaflosigkeit, noch in eine Bodega, eine spanische Bar, die er jedoch bald darauf wieder verlässt und in Richtung seiner Wohnung geht. Die Kellner werden ebenso nicht namentlich benannt wir der alte Mann. Es steht nicht genau fest, wo die Handlung spielt; es muss sich jedoch um ein spanischsprachiges Land handeln, sehr wahrscheinlich sogar Spanien selbst, da im Text spanische Begriffe wie „otro loco más“ (Hemingway 144) oder „copita“ (ebd.) auftauchen und die beiden Kellner einen Soldaten nebst ‚Freundin’
vorbeigehen sehen. Daraus und aus dem Erscheinungsdatum der Kurzgeschichte 2 ziehe ich meine Schlussfolgerungen.
Die Geschehnisse werden in chronologischer Abfolge wiedergegeben (Fielitz 102), man könnte die Geschichte daher linear-progressiv nennen (ebd. 107).
Bezeichnend für den Inhalt der Kurzgeschichte ist, dass sie eine Vielzahl von sich entsprechenden Gegensatz-Paaren enthält, auf die ich an späterer Stelle näher eingehen möchte.
2.2. Point of View
Ebenso, wie die Kurzgeschichte sich linear entlang einer Zeitachse entwickelt, kann man auch feststellen, dass sich in ähnlicher Art und Weise, entlang besagter Achse, die Erzählperspektive verändert. Um den Point of View besser analysieren zu können, halte ich es für wichtig, zunächst einen kurzen Überblick über den formalen Aufbau der Geschichte zu geben. Der knapp vier Seiten lange Text beginnt mit einer kurzen einleitenden Passage durch den nicht näher definierten Erzähler. Im Anschluss daran findet der Leser einen langen Dialog zwischen den beiden Kellnern, der von Zeit zu Zeit wiederum durchbrochen wird, indem der Erzähler erklärt; dabei beschränkt sich dieser jedoch auf „telling“ (Fielitz 71), d.h. es werden hauptsächlich Tätigkeiten der Figuren erzählt und die Figurenrede tritt weit in den Hintergrund. Beim Dialog der beiden Kellner ist es genau anders herum- man würde dies mit „showing“ (ebd.) bezeichnen; der Erzähler tritt in den Hintergrund und vermittelt höchstens noch „one waiter said“ (Hemingway 142). Nachdem das
2 Die Kurzgeschichte ist 1933 veröffentlicht worden; da der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) nicht mehr weit war, könnte man davon ausgehen, dass darin die Ursache dafür liegt, dass Soldaten auf den Straßen unterwegs sind. Siehe auch Vonnegut 21.
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Arbeit zitieren:
Katja Buthut, 2004, Über die Kurzgeschichte "A Clean Well-Lighted Place" von Ernest Hemingway, München, GRIN Verlag GmbH
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