Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 2
2. HISPANICS IN DEN USA. 3
3. ÜBERBLICK ÜBER DAS SPANISCH IN PUERTO RICO 5
3.1. PHONOLOGIE 6
3.1.1. VOKALISMUS 6
3.1.2. KONSONANTISMUS 7
Allgemeine Merkmale. 7
Okklusiva / Frikative 7
Frikative 8
Seseo und Ceceo. 8
Liquide 8
Nasale 8
Palatale 8
3.1.3. PROSODIE. 9
3.2. MORPHOSYNTAX 9
3.3. LEXIKON 10
4. SPANISCH IN DEN USA. 12
4.1. EINFLUSS AUF PHONOLOGISCHER EBENE 13
4.2. EINFLUSS AUF MORPHOLOGISCHER EBENE 14
4.3. EINFLUSS AUF LEXIKALISCHER EBENE 16
4.4. FAKTOREN DER ÜBERNAHME. 18
4.5. CODE-SWITCHING. 19
4.6. ZUKUNFT DES SPANISCHEN IN DEN USA 22
5. ZUSAMMENFASSUNG. 26
6. ANHANG 27
7. BIBLIOGRAFIE 29
7.1. KARTOGRAFIE. 30
1
Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
1. EINLEITUNG
Die vorliegende Arbeit stellt eine U ntersuchung über Aspekte des Spanischen in den USA dar. Spanisch in Nordam erika ist eine Kontaktsp rache, eine
Einwanderersprache, und somit ein Politikum. Daher soll in dieser Arbeit, wenn es sich anbietet, auch auf soziolinguistische Aspekte eingegangen werden.
Lange Zeit wurde das Spanische in den USA als monolithische Einheit betrachtet, doch es gibt nicht d a s Spanische in de n USA, sondern m indestens ebenso viele Dialekte wie es Länder gibt, aus d enen die Menschen in d ie Vereinigten Staaten strömen, d.h. puertoricanisches Spanisc h, mexikanisches Spanisch oder auch kubanisches Spanisch, um nur die größten zu nennen (Carter). Dazu zählen muss man inzwischen auch d as Chicano 1 Spanisch, das als eigenständiger Dialekt des Spanischen in den U SA eingegrenzt werden kann, aber hier nicht weiter untersucht wird. Um die babylonische Ve rwirrung komplett zu machen, ist auch der jeweilige Dialekt des Englischen ents cheidend, der ja auch seine S puren im Spanisch der Einwanderer hinterlässt.
In der vorliegenden A rbeit werden dr ei große Them engebiete behandelt: 1. Hispanics in den USA, 2. Das Spa nische Puerto Ricos, 3. das Spanische in den USA. Die Auswahl der Them engebiete erhebt k einerlei Anspruch auf
Vollständigkeit, sondern repräsentiert lediglich einige Aspekte des Sp anischen in den USA, die m ir besonders interess ant erscheinen. Als Grundlage des Spanischen in den USA habe ich das puertoricanische S panisch gewählt, weil Puertoricaner neben Kubanern und Mexikanern die größte Gruppe an
Einwanderern stellen und ihr Spanisch durch ihre besondere politische Stellung zu den USA schon einem gewissen englischen Einfluss ausgeliefert war. Das puertoricanische Spanisch soll also als M atrixsprache, im Sinne eines sprachlichen Rahmens, dienen 2 .
1 Eine mögliche Definition der Chicanos wäre laut Sánchez: „the Chicano community includes
three different groups: Spanish monolinguals, English monolinguals, and bilingual persons“ (9).
Darüber hinaus impliziert Sánchez, dass es sich bei den C hicanos, von denen in ihrer
Untersuchung die Rede ist, um Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln (im Südwesten der USA)
handelt. Die Ergebnisse, die Sánchez für die Chicanos festhält, können jedoch genauso auf die
gesamte Gruppe der Hispanics bezogen werden.
2 Ich beziehe mich hier im weitesten Sinne auf das von Carol Myers-Scotton entwickelte Modell
des MLF (i.e. Matrix Language Frame), das sich ei gentlich auf C ode-Switching bezieht und in
seiner Grundannahme von einer Matrix-Sprache ausgeht, in die die andere Sprache ‚eingebettet’
wird. Das puertoricanische Spanisch dient hier also als Ausgangssprache.
2
Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
2. HISPANICS IN DEN USA
Die USA sind das zweitgrößte spanischsprachige Land der Welt nach Mexiko, aus diesem Grund kann man auch Los Angeles als die drittgrößte mexikanische Stadt sehen 3 . Der Stellenwert des Spanis chen in den USA wird unt er anderem daran deutlich, dass im US-Bundesstaat New Me xico Spanisch eine der beiden offiziellen Sprachen ist. Darüber hina us sind 10% der Bevölkerung der USA spanischsprachig, sie sind die größte ‚M inderheit’ in den USA, auch wenn ‚Latino’ oder ‚Hispanic’ keine kohärente ethnische Id entität ist, da sich die Hispanics in den USA nicht unbedingt als einheitliche G ruppe verstehen. Der Ausdruck ‚Minderheit’ kann außerdem irreführend sein, denn weiße US-Amerikaner könnten in New York City in Zukunft selbst eine Minderheit sein.
Ohne näher zu definieren, was „Hispani c Population“ bedeutet, wahrscheinlich aber „of Hispanic origin“ führt das U.S. Census Bureau die verschiedenen Ethnien auf:
Sánchez fügt hinzu, dass „15 million persons in the United States a re of Mexican origin and about 80 percent of these reside in urban areas“ (9f).
Der größte Teil der Hispanics in den USA ist auch dort geboren:
3 Alle folgenden Angaben, soweit nicht anders angegeben, gemäß den Zahl en des U.S. Census
Bureau und der University of Tampere.
3
Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
Die Inkohärenz der Hispanics in de n Vereinigten Staaten bezieht sich nicht nu r auf die ethnische Herkunft, sondern - wie schon erwähnt - auch auf ihre linguistische Einordnung:
Es evidente que los términos de población hispanohablante, hispánica
y de origen y ascendencia hispánic a, no son ni sinónim os ni precisos a
la hora de determ inar la dimensión del español com o lengua materna
en Estados Unidos, ni la extensi ón y grado de bilingüísm o español-inglés de dicha población. (Barnach-Calbo: 75)
Die Angaben über den Bilingualis mus und die Muttersprache der Hispanics variieren, da es unm öglich ist, diejenigen Einwanderer m itzuzählen, die s ich illegal in den USA aufhalten.
Was den Status des Spanischen angeht , der unter anderem ausschlaggebend für den Erhalt der Sprache ist 4 , ist der sozioökonom ische Status seiner S precher wichtig, da beides m iteinander eng verbunden ist. Für die fr ühen achtziger Jahre hält Sánchez in diesem Zusammenhang fest, dass „Chicanos continue to be a lowincome population […] about 25 percent of all families of Mexican origin have an income below the poverty level“ (10).
4 Siehe Kapitel 4.6. Zukunft des Spanischen in den USA.
4
Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
3. ÜBERBLICK ÜBER DAS SPANISCH IN PUERTO RICO
Als Einstieg in die Untersuchung des Spanischen in Puerto Rico soll an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung über die Geschichte Puerto Ricos stehen. Die Insel wurde im Jahr 1493 von Kolum bus entdeckt, 1508 erfolgt die erste spanische Besiedlung (vgl. Kubarth: 94). Die folgenden 400 Jahre lang blieb die Insel spanisch und kann daher sprachlich der Hispania zugeordnet werden (vgl. Kubarth: 94). Trotz der geringen Gr öße der Insel ergeben sich lokale
Sprachunterschiede aus der Geograf ie und der damit verbundenen Einteilung in Küste und Berge im Zentrum. Doch laut Kubarth galt das „Hauptinteresse [bisher] den diastratischen Phänomenen, also den sozial bedingten Sprachvarianten“ (94). Durch Beziehungen zu den anderen spanis chen Antilleninseln sind sprachliche Gemeinsamkeiten mit der Karibik erkennbar. Im Jahre 1898 annektieren die USA die Insel und es folgen bis 1952 sprach liche Veränderungen. Am erikanisches Englisch hatte folglich viel Einfluss auf puertoricanisches Spanisch, es ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob der Ei nfluss des Am erikanischen über den
lexikalischen Bereich hinausgeht. Die Hinwei se deuten jedenfalls darauf hin, dass die Bedeutung des Am erikanischen eingeschränkt ist. Oft sind es Modebegriffe ohne „aktuellen Gebrauchswert“ (Kubarth: 96), die aus dem Amerikanischen Englisch übernommen wurden, d.h. oft kommen sie nur in schriftlicher Form vor:
Dabei bleibt das Lautsystem weitestgehend erhalten:
Es gibt laut Kubarth zw ei konträre Grundhaltungen in Bezug auf das Spanische auf der Insel: die einen be fürchten eine Amerikanisierung des Spanischen und die anderen sehen für die Zukunft des Spanischen keine Gefahr. Auch wenn der Amerikanische Einfluss in der Sprache Puerto Ricos nicht immer offensichtlich ist - in der Kultur und Zivilisation der Insel ist es schon zu Veränderungen unter dem Druck der USA gekommen (vgl . Kubarth: 96). Der Stellenwert des Englischen
5
Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
jedoch wird allein daran sich tbar, „daß Englisch in Pu erto Rico weiterhin von der Grundschule auf gelehrt wir d, sodaß etwa die Hälfte der Einwohner die Sprache zumindest versteht“ (Kubarth: 96).
Puerto Rico kann sprachlich in die Antillenzone eingeordnet werden (vgl. Kubarth: 98), obwohl es in Ein zelfällen Abweichungen von Kuba und Dominikanischer Republik gibt.
3.1. Phonologie
3.1.1. Vokalismus
Die Vokale des puerto ricanischen Spanisch sind „im allgemeinen bestän diger als im übrigen Lateinam erika“ (Kubarth: 98), d ies wird s ichtbar an d en erhaltenen Hiaten:
In gehobener Sprache ist das puertoricanis che Spanisch dem Kastilischen ähnlich, in der Um gangssprache wird das Vokali nventar von fünf auf sieben erweitert, durch Phonologisierung der offenen und gesc hlossenen Qualität der Phonem e /o/ und /e/ (vgl. Kubarth: 98). So kann die da mit verloren gegangene morphologische Funktion des finalen /-s/, nämlich Pluralkennzeichnung und Kennzeichnung der 2. Ps. Sing. 5 , ersetzt werden, es entstehen also /ɛ/ und /ɔ/:
Wenn /ɛ/ und / ɔ/ keine m orphologische Funktion er füllen, werden sie verkürzt oder fallen gänzlich weg:
5 Ich übernehme die gängigen Abkürzungen; im Folgenden: Ps. = Person, Plur./ Pl. = Plural, Sing./
Sg. = Si ngular, ugs. = um gangssprachlich, engl. = En glisch, span. = Spani sch (Standard); und
meine eigenen Abkürzungen: pr.span. = pue rtoricanisches Spanisch, USspan. = US-
amerikanisches Spanisch, CS = Code-Switching.
6
Katja Buthut Spanisch in den USA WiSe 2007/ 2008
Es werden zwar die Hiaten erhalten, ab er es k ommen auch um gangssprachliche Diphthongierungen vor:
Daneben existieren auch archaische Akzentuierungen (vgl. Kubarth):
3.1.2. Konsonantismus
Allgemeine Merkmale
Es lassen sich einige lokale Abweichungen in den puertoricanischen Konsonanten finden, die jedoch nicht phonologische bedeutsam werden und daher als
Allophone charakterisiert werden können. Dagegen phonologische Bedeutung hat bei einigen Sprechern der Zusamm enfall von / -x-/ und /-r̅ -/ (vgl. Kubarth: 98), beide werden als [h] realisiert:
Okklusiva/ Frikative
In den Suffixen -ado, -ido besonders geschieht eine Schwächung oder E lision des intervokalischen /d/ (vgl. Kubarth: 99) 6 . Damit eng verbunden ist die Assimilation des intervokalischen /d/ an [l] oder [n]:
6 Alle folgenden beispiele sind Kubarth entnommen.
7
Arbeit zitieren:
Katja Buthut, 2008, Aspekte des Spanischen in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde: Aspekte des Spanischen in den USA ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde: neuer Titel erschienen: Aspekte des Spanischen in den USA
Katja Buthut hat einen neuen Text hochgeladen
Chicano Timespace: The Poetry and Politics of Ricardo Sanchez
Miguel R. Lopez, Francisco Lomeli
Hypotaktische Konstrukte im gesprochenen Spanisch
Theorie und Empirie
Livia Gaudino Fallegger, Otto Winkelmann
Kommunikativ handeln auf Spanisch und Deutsch
Ein übersetzungsorientierter f...
Christiane Nord
Mexiko Slang, das andere Spanisch. Wort für Wort. Kauderwelsch
Nils Thomas Grabowski, Peter Rump
0 Kommentare