Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis................................................................................................................ 2
1. Einleitung 3
2. Das Speiseopfer im altertümlichen Griechenland. Ein Vergleich zwischen den
verschiedenen Epochen und Sonderformen 4
2.1. Allgemeiner Ablauf des Speiseopfers 4
2.2. Unterschiede zwischen homerischer und nachhomerischer Zeit. 8
2.3. Fortentwicklungen innerhalb einer Epoche. 13
2.4. Sonderformen, Alternativen und Abarten des Speiseopfers. 14
3. Schlussbemerkung 17
Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Das Speiseopfer war fester Bestandteil der Religion im altertümlichen Griechenland. Neben dem Haaropfer, dem Eidopfer und vielen anderen war das Speiseopfer zwar eines von vielen Arten der Opferdarbringung, doch war es dasjenige Opfer, welches am häufigsten praktiziert wurde. Außerdem wurde es nach einem festen und komplizierten Ritual verrichtet, welches für die Darbringung von Opfern innerhalb der griechischen Religion höchstcharakteristisch war. 1 Somit galt das Speiseopfer als höchster Ritus der griechischen Religion. 2
Dieses Ritual des Speiseopfers lief zwar prinzipiell nach einem gleichbleibenden Schema ab, doch ergeben sich bei genauer Betrachtung dennoch Unterschiede. So gab es beim Ablauf und der Form des Speiseopfers bedeutende Abweichungen sowohl in zeitlicher als auch regionsspezifischer Dimension. Zum Ausdruck kommt die Unterschiedlichkeit besonders, wenn man die im späten achten oder frühen siebten vorchristlichen Jahrhundert entstandenen Ilias und Odyssee von Homer mit den Berichten der nachhomerischen Zeit vergleicht. Unter Umständen ist hier sogar eine Entwicklung von der homerischen zur nachhomerischen Zeit auszumachen. 3 Ebenso gewichtig waren die regionalen Ausdifferenzierungen der Opferdarbringung. 4 Wenn auch die homerische Zeit nicht mit der ältesten Zeit gleichzusetzen ist 5 und somit sich auch zwischen diesen Unterschiede ergeben können, so sind die Darstellungen Homers dennoch oftmals symptomatisch für die ursprüngliche Form des Speiseopfers. Im Mittelpunkt der folgenden Untersuchung soll daher der Vergleich zwischen den Beschreibungen des Speiseopfers in den homerischen Epen mit denen aus nachhomerischer Zeit stehen. Hierbei sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Ablauf und in der Form des Speiseopfers in den jeweiligen Zeitepochen herausgestellt werden.
1 Nilsson 1955, S. 142.
2 Nilsson 1955, S. 150.
3 Nilsson 1955, S. 145.
4 Eitrem 1977, S. 1.
5 Ziehen 1939, Sp. 617.
3
2. Das Speiseopfer im altertümlichen Griechenland. Ein Vergleich zwischen den
verschiedenen Epochen und Sonderformen
2.1. Allgemeiner Ablauf des Speiseopfers
Das Speiseopfer lief zu jedem Zeitpunkt des griechischen Altertums nach einem sehr ähnlichen, festgelegten Ritual ab. Es diente dazu, die Götter freundlich zu stimmen, während man beim Unterlassen von Opfern glaubte, den Ärger der Götter zu schüren und diesen durch sehr aufwendige Opfer wettmachen zu müssen. 6 Auch wenn es zahlreiche Opfernde gab, bei denen die gute Gesinnung beim Opfern im Vordergrund stand und nicht der erhoffte Dank der Götter, so waren es wohl doch die meisten, die Wert darauf legten, möglichst reichhaltige Opfer darzubringen, um möglichst viel Nutzen daraus zu ziehen. 7
Zwar war das Speiseopfer eine festliche Veranstaltung einer Gemeinschaft, 8 doch ist unumstritten, dass jedes Teilopfer zunächst von einem Priester oder seinem Vertreter vorgenommen wurde. Dieser Priester stand vor einem Altar, welcher sich im Freien gegenüber dem Tempeleingang befand. 9 Die anderen Teilnehmer versammelten sich in einem Kreis um den Altar 10 und vollzogen die Handlungen des Priesters weitgehendst nach. 11 Dem Speiseopfer wurde noch vor Sonnenuntergang vorgenommen 12 und ihm ging zunächst eine Phase voraus, in der das Opfer vorbereitet wurde und in der sich die Anwesenden einstimmten. Erst danach kam es zur eigentlichen Darbringung des Opferstieres, welches im Normalfall ein gezüchtetes Tier war. Zumeist wurden Schafe, Ziegen, Schweine oder Rinder geopfert, ferner auch Hühner. 13 Esel sollten den Göttern nicht geopfert werden, 14 Wild oder Fisch kamen eigentlich nicht in Betracht und bilden daher Ausnahmen, da diese Tiere beim Fang zumeist Verletzungen davon trugen. Dies hätte allerdings gegen das Ziel verstoßen, dass die Tiere unbedingt unversehrt geopfert werden sollten. 15 Außerdem sollte keine kranken Tiere geopfert werden. 16 Bevorzugt wurden zudem hellfarbige Tiere, wobei es auch Ausnahmen geben konnte. 17
6 Muth 1988, S. 71.
7 Stengel 1898, S. 87.
8 Burkert 1977, S. 101.
9 Burkert 1977, S. 108.
10 Eitrem 1977, S. 55.
11 Ziehen 1939, Sp. 604.
12 Stengel 1898, S. 133.
13 Burkert 1977, S. 101.
14 Stengel 1898, S. 108.
15 Ziehen 1939, Sp. 589 - 590.
16 Stengel 1898, S. 107.
17 Stengel 1898, S. 134.
4
Die Vorbereitung und die Begleitzeremonie standen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Opferdarbringung selbst, sind im Grunde auch Teil der eigentlichen Kulthandlung 18 und somit untrennbar von der Opferdarbringung. 19 Am Anfang der Vorbereitung des Speiseopfers stand sowohl in homerischer als auch in späterer Zeit die Reinigung, um der Heiligkeit des Speiseopfers zu entsprechen. Hierbei ist aber weniger die Befreiung von Schmutz gemeint, sondern eher ein inneres Freimachen und Loslösen von Schuld und Sünde.
Dennoch badete oder wusch man sich am Tag der Opferung 20 und legte frische Kleider an, was einen großen Gegensatz zum Alltag darstellte. 21 Zumeist trugen sowohl die Opfernden als auch der Priester weiße Kleider, da bunte als unrein galten. 22 Hinzu kamen Bestimmungen, keine Ringe, Gürtel und Schuhe zu tragen, da diese einen zu sehr bindenden Charakter hatten und somit das Opferung nicht vollkommen frei vonstatten gehen konnte. Ebenso sollten die Haare offen und nicht zusammengebunden getragen werden. 23
Großen Wert legte man aber vor allem auf das Waschen der Hände direkt vor der Opferdarbringung. Man wollte mit lustrierten, also kultisch reinen, Händen beten. 24 Dieses Händewaschen hatte also eher kathartische Funktion 25 und ist vielleicht am ehesten zu vergleichen mit dem heutigen Ritual der Katholiken, beim Betreten und Verlassen der Kirche die Hände in Weihwasser zu tauchen. 26 Neben den Opfernden wurde auch das an Stricken herbeigeführte 27 Opfertier gesäubert. Sowohl der Altar als auch das Opfertier wurden zu Beginn der Zeremonie mit Weihwasser aus einem bereitstehenden Becken besprengt. 28 Ebenfalls die Funktion innerer Reinigung 29 hatte neben dem Wasser die Gerste. Diese wurde in einem meist silbernen oder manchmal auch goldenen 30 Korb mit hornartigen emporstehenden Spitzen aufbewahrt, der ebenfalls heilig und geweiht war. Die Herrichtung des Korbes leitete die heilige Handlung überhaupt erst ein. 31 Hierbei wurde ein Opfermesser in den Korb gelegt, welches von den ungeschroteten Gerstenkörnern bedeckt wurde und entweder dadurch gereinigt
18 Ziehen 1939, Sp. 599.
19 Nilsson 1955, S. 142. Dennoch wurde sowohl von Stengel als auch von Eitrem angedacht, die Begleitzeremonie könnte einst als eigenständiges Ritual existiert haben und dem Speiseopfer irgendwann angegliedert worden sein. Nilsson steht dem skeptisch gegenüber. Vgl. Nilsson 1955, S. 147.
20 Ziehen 1939, Sp. 599.
21 Burkert 1977, S. 101.
22 Wächter 1910, S. 16-18.
23 Wächter 1910, S. 21.
24 Simon 1998, S. 129.
25 Nilsson 1955, S. 147.
26 Ziehen 1939, Sp. 601.
27 Stengel 1898, S. 99.
28 Ziehen 1939, Sp. 599 - 600.
29 Nilsson 1955, S. 150.
30 Stengel 1898, S. 98.
31 Eitrem 1977, S. 295 - 296.
5
Arbeit zitieren:
Dirk Wippert, 2000, Das Speiseopfer im altertümlichen Griechenland, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Dirk Wippert's Text Das Speiseopfer im altertümlichen Griechenland ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Dirk Wippert hat den Text Das Speiseopfer im altertümlichen Griechenland veröffentlicht
Dirk Wippert hat einen neuen Text hochgeladen
Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz
Magnus Backes, Heinz Straeter
Juden in der Toskana und in Preußen im Vergleich
Aufklärung und Emanzipation in...
Ulrich Wyrwa
0 Kommentare