Inhaltsangabe
1 EINLEITUNG 3
2 TEENAGERMÜTTER. DARSTELLUNG EINES PHÄNOMENS 4
2.1 STATISTISCHE ANGABEN ZUR THEMATIK DER TEENAGERSCHWANGERSCHAFTEN UND EINE KURZE
URSACHENFORSCHUNG. 5
3 DAS JUGENDALTER. ANFORDERUNGEN UND ENTWICKLUNGSAUFGABEN 10
3.1 DAS ENTWICKLUNGSKONZEPT VON ROBERT J. HAVIGHURST. 11
3.2 ENTWICKLUNGSAUFGABEN SIND LEBENSAUFGABEN. 14
3.3 JEDE KULTUR HAT ANDERE ENTWICKLUNGSAUFGABEN. 19
3.4 WIE LÖST MAN EINE ENTWICKLUNGSAUFGABE? 21
4 WANN IST DIE PHASE DER JUGEND WIRKLICH BEENDET? 22
5 DIE SITUATION VON TEENAGERMÜTTERN VOR DEM HINTERGRUND DER
ENTWICKLUNGSAUFGABEN NACH HAVIGHURST. 24
5.1 NEUE UND REIFERE BEZIEHUNGEN ZU ALTERSGENOSSEN BEIDERLEI GESCHLECHTS AUFBAUEN 26
5.2 ÜBERNAHME DER MÄNNLICHEN BZW. WEIBLICHEN GESCHLECHTSROLLE 29
5.3 AKZEPTIEREN DER EIGENEN KÖRPERLICHEN ERSCHEINUNG UND EFFEKTIVE NUTZUNG DES KÖRPERS
31
5.4 EMOTIONALE UNABHÄNGIGKEIT VON DEN ELTERN UND ANDEREN ERWACHSENEN. 32
5.5 VORBEREITUNG AUF EHE UND FAMILIENLEBEN 33
5.6 VORBEREITUNG AUF EINE BERUFLICHE KARRIERE 34
5.7 WERTE UND EIN ETHISCHES SYSTEM ERLANGEN, DAS ALS LEITFADEN FÜR VERHALTEN DIENT SOWIE
ENTWICKLUNG EINER IDEOLOGIE 35
5.8 SOZIAL VERANTWORTLICHES VERHALTEN ERSTREBEN UND ERREICHEN 36
5.9 AUSBLICK IN DAS FRÜHE ERWACHSENENALTER UND DESSEN WEITERE ENTWICKLUNGSAUFGABEN 37
6 UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTE FÜR JUNGE MÜTTER 39
6.1 DAS PROJEKT MOSAIK. 40
6.2 FÖRDERANSÄTZE IN DER VORBERUFLICHEN BILDUNG. 42
6.3 FÖRDERANSÄTZE IN DER BERUFLICHEN BILDUNG 46
6.4 FAZIT ZU DEN PROJEKTEN 48
7 FAZIT DER ARBEIT UND EIGENE MEINUNG. 49
8 LITERATURVERZEICHNIS: 52
2
Deutschlands wertvollster Rohstoff ist nachwachsend:
1 Einleitung
Teenagermütter sind in einer sehr schwierigen Situation. Sie sind selbst noch Kind der eigenen Mutter und wohnen oftmals auch noch mit ihr in einem gemeinsamen Haus oder einer gemeinsamen Wohnung. Auf der anderen Seite aber sind sie bereits selbst Mutter und müssen für ein eigenes Kind sorgen. Da die jungen Mütter oftmals aber noch keine 18 Jahre alt sind, dürfen sie nicht einmal alle Entscheidungen, die sie und ihr Kind betreffen selbst entscheiden, sondern sind auf einen Erziehungsberichtigten angewiesen - meistens die eigenen Eltern. Eine sehr unglückliche Situation also, denn eigentlich sind die Teenagermütter gerade in einem Alter, in welchem sie sich von den eigenen Eltern lösen wollen um eigene Wege zu gehen. Und in einem Alter, in dem sie vielleicht lieber ihre eigenen Freiheiten genießen wollen und nicht so sehr unter dem Zwang stehen wollen jederzeit für einen kleinen Menschen da zu sein, der einen so bedingungslos braucht. Doch nicht nur die alltäglichen Entscheidungen sind schwieriger für junge Mütter, auch die Tatsache, dass sie oft noch schulpflichtig sind, vereinfacht ihre Situation in keiner Weise. Wie soll es eine junge Mutter schaffen Schule, oder auch Ausbildung, mit dem Kind zu meistern? Und wie schafft sie es, ihre eigene Entwicklung zu erleben, ohne dabei zu vergessen, dass sie noch eine Verantwortung für einen weiteren Menschen übernommen hat?
Diese und weitere Fragen werden in der vorliegenden Masterarbeit aufgreifen. Ich werde mich auf die Entwicklungsaufgaben, die Havighurst, ein Professor für Kindererziehung im Jahre 1948 in seinem Werk „Development tasks and education“ herausgebracht hat beziehen und hier deutlich machen, dass eine Teenagermutter nicht nur Mutter, sondern vor allem auch Teenager sein muss, um im späteren Leben auch mit dem eigenen Kind bestehen zu können. Havighurst besagt, dass in jeder Zeit des Menschen bestimmte
Entwicklungsaufgaben zu erfüllen sind aber eine Teenagermutter muss Entwicklungsaufgaben erfüllen, die eigentlich zu einer ganz anderen Zeit anstehen und ist damit in der schwierigen Situation für Aufgaben zuständig zu sein ohne das
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die Voraussetzungen dafür auch schon geben sind. „Eine Entwicklungsaufgabe ist eine Aufgabe, die sich in einer bestimmten Lebensperiode des Individuums stellt. Ihre erfolgreiche Bewältigung führt zu Glück und Erfolg, während Versagen das Individuum unglücklich macht, auf Ablehnung durch die Gesellschaft stößt und zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben führt.“ 1 Das bedeutet für die junge Mutter, dass sie einige Entwicklungsaufgaben überspringen muss, denn sie kann nicht gleichzeitig die Rolle der Mutter und die Rolle eines pubertierenden Mädchens ausführen. Beide Rollen unterscheiden sich einfach zu sehr voneinander. Das bedeutet aber auch, dass die junge Mutter ihre eigene Entwicklung nachholen muss, um keine dauerhaften Schwierigkeiten innerhalb der Gesellschaft zu bekommen.
Meine Arbeit spaltet sich in mehrere Bereiche auf. Zu Beginn möchte ich grob eine Darstellung des Phänomens Teenagermütter geben um deutlich zu machen, dass es viele junge Frauen in Deutschland gibt, die in der Situation sind trotz des jungen Alters selbst schon für ein kleines Wesen sorgen zu müssen. Wie schwierig dies sein muss, führe ich im zweiten Teil meiner Arbeit auf, in dem ich erst auf den theoretischen Hintergrund von Entwicklungsaufgaben eingehe und diese dann auf die Situation der Teenagermütter beziehen werde. Hier zeige ich dann genau die Probleme auf, die sich für die jungen Mütter stellen, wenn sie selbst noch mitten in den gestellten Entwicklungsaufgaben der Jugendphase stecken aber gleichzeitig auch schon die Aufgaben eines Erwachsenen übernehmen müssen. Im letzten Teil meiner Arbeit zeige ich dann Möglichkeiten der Unterstützung von jugendlichen Müttern auf, die dazu beitragen können, dass diese jungen Frauen sowohl ihrer eigenen Entwicklung nachkommen können, als auch dem Kind eine gute Mutter sein können, trotz des so jungen Alter.
2 Teenagermütter. Darstellung eines Phänomens
Nicht mehr Kind, aber auch noch lange nicht erwachsen. Teenager im Alter zwischen 13 und 18 Jahren durchleben die vielleicht schwierigste Zeit ihres Lebens. „Die Pubertät ist die Phase, in der der Heranwachsende besonders einschneidende physiologisch- biologische Veränderungen durchmacht und im Zusammenhang
1 Oerter, Rolf & Montada, Leo: Entwicklungspsychologie
4
dieser Erfahrungen die allmähliche Ablösung vom Elternhaus intensiviert.“ 2 Teenager lernen langsam eigene Entscheidungen in allen Lebensbereichen zu treffen und sich von ihren Eltern zu lösen und eigenständige Entscheidungen zu treffen. Was aber, wenn ein Teenager plötzlich selbst ein Kind bekommt? Diese Tatsache erschwert den Ablösungsprozess von den eigenen Eltern ungemein, denn kaum ein Teenager traut sich ein Leben mit dem eigenen Kind ohne Unterstützung der eigenen Eltern zu. Die Teenagermütter geraten also in eine Art Zwickmühle. Auf der einen Seite wollen sie sich von den Eltern lösen und ein eigenes Leben mit eigenen Entscheidungen beginnen, auf der anderen Seite aber sind sie auf die Hilfe der eigenen Eltern angewiesen und dürfen es sich nicht mit diesen „verscherzen“, wenn sie auch weiterhin Hilfe bekommen möchten. Ein anderer Punkt ist, dass die jungen Mütter oft rechtlich noch nicht in der Lage sind eigene Entscheidungen zu treffen, die auch das Kind miteinbeziehen. Bis zum 16. Lebensjahr brauchen die jungen Mütter für das eigene Kind einen gesetzlichen Vormund. In Familien, in denen die junge Frau noch bei den eigenen Eltern lebt, übernehmen diese meistens auch diese Aufgabe, was die Situation für die Teenagermutter nicht einfacher macht.
In diesem Kapitel möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es in Deutschland viele junge Frauen gibt, die gewollt oder ungewollt sehr früh Mutter geworden sind und genau vor diesen Problemen stehen. Allerdings muss auch erwähnt werden: Das Thema Teenagermütter hat in der letzten Zeit gerade in den Medien eine große Präsenz bekommen und es scheint immer so, als gäbe es unglaublich viele, sehr junge Mütter und deren Zahl würde stetig ansteigen. Dem ist nicht so. Es handelt sich eher um einen gefühlten Anstieg, weil das Thema so oft behandelt wird.
2.1 Statistische Angaben zur Thematik der Teenagerschwangerschaften
und eine kurze Ursachenforschung
Schwangerschaften von Teenagern 3 gibt es weltweit. Am meisten betroffen von diesem Phänomen sind die afrikanischen Länder, wo Verhütung kaum ein Thema ist. Aber auch die westlichen Länder kennen die Thematik der Schwangerschaften im Jugendalter nur zu gut. Amerika führt die Statistik der westlichen Länder deutlich an.
2 Baacke, Dieter: Die 13- bis 18jährigen
3 Unter dem Begriff Teenager verstehe ich in dieser Arbeit Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren.
5
England ist innerhalb Europas der Spitzenreiter. 4 Deutschland liegt in der europäischen Statistik im Mittelfeld wie die hier aufgeführte Tabelle zeigt. 5
4 Stallmeister, Ute: Let´s talk about Sex. In: Die Bundesregierung: Magazin zur Entwicklungspolitik Nr.
66 7/2008
5 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Teenagerschwangerschaften international, S. 31
6
Besonders betroffen von Phänomen der Teenagerschwangerschaften sind die Ostdeutschen Bundesländer.
„Die Zahl der minderjährigen Mütter in Sachsen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. […] Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt werden demnach in Sachsen mehr minderjährige Frauen schwanger und entscheiden sich häufiger für das Austragen des Kindes.“ 6
6 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Teenagerschwangerschaften in Sachsen, S. 11
7
Aber auch im übrigen Deutschland sind die Zahlen der Teenagerschwangerschaften noch zu hoch. Die Anzahl der Schwangerschaften bei unter 18- jährigen Mädchen nimmt zwar seit 2004 langsam ab, bleibt aber nach wie vor auf einem recht hohen Niveau. Dafür steigt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche fast kontinuierlich an.
Die Ursachen für den Anstieg bei den Schwangerschaften und auch Schwangerschaftsabbrüchen bei minderjährigen Mädchen in Deutschland sind sehr
7 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Teenagerschwangerschaften international, S. 5
8 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei
minderjährigen Frauen, S. 9
8
vielfältig. Die wesentlichsten Gründe sind wohl die sexuelle Frühreife, mangelnder sexueller Wissensstand und eine unzureichende und verspätet Aufklärung. 9 Betrachtet man das Alter, in dem junge Mädchen unter 18 Jahren schwanger werden, so fällt auf, dass es eine fast verschwindend kleine Anzahl an Mädchen unter 16 Jahren gibt, die schwanger werden. Die meisten jungen Frauen sind im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, wenn sie schwanger werden. Diese unter Unterpunkt 10 aufgeführte Tabelle zeigt keine Werte der 18 Jährigen jungen Frauen. Diese Werte liegen jedoch noch einmal über den Zahlen der 17 Jährigen jungen Frauen und steigen mit dem Alter weiter an. Es zeigt sich also, dass es zwar immer wieder extrem junge Mütter in Deutschland gibt, ihre Zahl aber nicht erschreckend hoch einzuordnen ist.
Erschreckend im Zusammenhang mit Teenagerschwangerschaften ist auch die Tatsache, dass es offensichtlich vom Bildungsniveau abhängt, ob ein Mädchen sehr jung schon schwanger wird. „Die Schulbildung hat einen massiven Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, minderjährig schwanger zu werden. Hauptschülerinnen sind erheblich häufiger betroffen als Gymnasiastinnen, und zwar in allen Altersgruppen. Da in der Population der jugendlichen Hauptschüler und Gymnasiasten etwa gleich häufig sind, kann man davon ausgehen, dass das Risiko einer Hauptschülerin etwa fünfmal so hoch ist, minderjährig schwanger zu werden, wie das einer Gymnasiastin.“ 11
Außer der Bildung gibt es noch weitere Aspekte, die typisch für eine Schwangerschaft im Jugendalter sind. Hierzu gehört auch die Tatsache, dass die meisten Schwangerschaften am Beginn einer Beziehung entstehen, wenn die
9 Bezirksamt Lichtenberg von Berlin: „Jugendgesundheitskonferenz… plötzlich schwanger“,
Pressemitteilung, S. 29
10 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Teenagerschwangerschaften international, S. 13
11 Pro familia Forschung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen,
S. 18 f.
9
Verhütung noch nicht besprochen worden ist und das Paar einfach noch nicht gut eingespielt ist. Auch glauben viele Jugendliche, dass sie sich ausreichend vor einer Schwangerschaft schützen, die Verhütungsmittel jedoch falsch anwenden und es so zu einer Schwangerschaft kommt. Hier fehlt dann einfach das spezifische Wissen über die verschiedenen Arten von Verhütungsmitteln.
Festzustellen bleibt: über 90% der Teenagerschwangerschaften sind ungeplant und durch bessere Aufklärung hätten sie vielleicht verhindert werden können. 12
3 Das Jugendalter. Anforderungen und
Entwicklungsaufgaben
Das Jugendalter ist eine Zeit, in der das Kind zum Erwachsenen heranreift. Eine Zeit also, in der der Jugendliche weder zu der einen, noch zu anderen Gruppe Mensch gehört und sozusagen „zwischen den Stühlen“ steht. „Pubertät ist genau genommen ein körperlicher Reifeprozess, bei dem sich die sekundären Geschlechtsmerkmale entwickeln und der zu Fruchtbarkeit führt. Im Gegensatz dazu wird das Jugendalter besser als ein psychischer und sozialer Reifeprozess beschrieben, der unter anderem zur vollen gesellschaftlichen Verantwortung führt. Pubertät ist ein biologisches Phänomen, das Jugendalter eine kulturell bestimmte Phase. Die Pubertät beginnt beim Menschen normalerweise mit dem zehnten Lebensjahr und endet ein paar Jahre später. Das Jugendalter beginnt mit der Pubertät und kann heute ein Jahrzehnt oder auch länger dauern.“ 13
Erwin Haeberle macht in diesem Zitat deutlich, dass Pubertät und Jugend zwei unterschiedliche Dinge sind, auch wenn sie oftmals gleichzeitig stattfinden. Es kann also durchaus vorkommen, dass ein junger Mensch mit 13 Jahren schon körperlich entwickelt ist wie eine erwachsene Person, sich aber nach wie vor benimmt wie ein Kind. Natürlich ist der Fall auch umgekehrt denkbar. Ein 13 Jähriger kann aussehen wie ein Kind, sich aber verhalten als gehöre er bereits zu den Erwachsenen. Das Jugendalter beschreibt zum größten Teil die Altersspanne zwischen 13 und 18 Jahren. In dieser Zeit durchlebt der junge Mensch einen sehr aufregenden Lebensabschnitt. Das Ende der Schulzeit steht an, der Anfang in die Berufswelt, erste Liebe, erste sexuelle Erfahrungen, die Abnabelung der Eltern und natürlich die Findung einer eigenen Identität. In keiner anderen Lebenszeit hat ein junger Mensch
12 Pro familia Forschung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen,
S. 38 ff.
13 Erwin J. Haeberle: Die Sexualität des Menschen. Handbuch und Atlas
10
so viele unterschiedliche Aufgaben zu erledigen, wie in der Jugendzeit. Jede dieser Aufgaben ist aber sehr wichtig für das weitere Leben und damit für das Leben als Erwachsener und jede dieser Aufgaben erfordert Zeit und Geduld.
3.1 Das Entwicklungskonzept von Robert J. Havighurst
Auch viele Wissenschaftler haben die Zeit der Jugend als eine spannende Zeit entdeckt, die es lohnt genauer erforscht zu werden. Für meine Arbeit habe ich mich für einen der vielen wissenschaftlichen Vertreter entscheiden, der zum Thema Entwicklung des Menschen und natürlich zum Thema Entwicklung im Jugendalter geforscht und geschrieben hat. Sein Name ist Robert James Havighurst, ein 1900 in Depere (USA) geborener Mann, der 1948 sein wohl bedeutendstes Werk „Development tasks and education“ verfasst hat. Dieses Werk war dazu gedacht „entwicklungspsychologisches Wissen und Denken zur Förderung pädagogisch kompetenten Handelns zu vermitteln“ 14 Havighurst beschreibt in seinem Werk, dass Entwicklungsaufgaben eigentlich 'Lernaufgaben' darstellen, der Entwicklungsprozess wird also als Lernprozess verstanden. Und diese Lernprozesse ziehen sich durch das gesamte Leben. „Man lernt ständig, das ganze Leben lang“ 15 oder wie Havighurst selbst sagt: „The human individual lerns his way through life.“ 16 Dieser Prozess erstreckt sich, wie erwähnt, „über die gesamte Lebensspanne (…), und (führt) im Kontext realer Anforderungen zum Erwerb von Fertigkeiten und Kompetenzen (…), die zur konstruktiven und zufrieden stellenden Bewältigung des Lebens in einer Gesellschaft notwendig sind. Eine 'Entwicklungsaufgabe' stellt gewissermaßen ein Bindeglied dar im Spannungsverhältnis zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen
Anforderungen.“ 17 . Alle Menschen werden nach Havighurst in einem bestimmten Alter mit bestimmten Herausforderungen konfrontiert und jeder muss selbst Techniken entwickeln und Fähigkeiten erlernen, um genau diese Aufgaben auch erfolgreich meistern zu können. Gelingt einem Menschen dieses, stellt sich Zufriedenheit und Wohlbefinden ein. Gelingt dies nicht, ist die Bewältigung der nachfolgenden Entwicklungsaufgaben behindert. 18
14 Dreher, Eva: Konzept „Entwicklungsaufgabe“ Robert J. Havighurst, S. 1
15 Trautmann, Matthias: Entwicklungsaufgaben im Bildungsgang
16 Havighurst R.J.: Human Development and Education
17 Dreher, Eva: Konzept „Entwicklungsaufgabe“ Robert J. Havighurst, S. 1
18 Vergleiche: Mienert, Malte: Total Diffus. Erwachsenwerden in der jugendlichen Gesellschaft, S. 31
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Arbeit zitieren:
Ina Hartmann, 2009, Teenagermütter, München, GRIN Verlag GmbH
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