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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
1. Thema und Fragestellungen 3
2. Vorgehensweise 3
3. Quellenlage 4
II. Die Situation nach den Reformen Solons 4
III. Die Machtübernahme 5
1. Die Problematik der 3 Parteien 5
2. Die drei Versuche der Machtübernahme 6
3. Zwischenfazit 6
IV. Machterhalt 7
1. Politisches System 7
2. Die Beziehungen zum Adel 8
3. Wirtschaftliche Entwicklung 8
4. Kulturelle und religiöse Entwicklung 9
5. Außenpolitik 10
V. Machtverlust 10
VI. Das Problem der poltischen Emanzipation 11
VII. Fazit 12
VIII. Literaturverzeichnis 13
1. Quellen 13
2. Forschungsliteratur 13
I. Einleitung
1. Thema und Fragestellungen
"Der Tyrann entsteht aus dem Kampf des Volkes und der Menge gegen die Angesehenen, damit das Volk durch diese nicht weiter unterdrückt werde." 1
Diese These aus der aristotelischen Schrift 'Politik' zeugt davon, daß schon in der Antike ein kausaler Zusammenhang zwischen der Tyrannis und dem Erstarken des 'demos' gezogen wurde. Für Athen und die Entwicklung der attischen Demokratie gewinnt demnach die Tyrannis der Peisistratiden eine besondere Bedeutung, da fast unmittelbar nach ihrem Ende die attische Gesellschaft durch die kleisthenische Reform umgewandelt wurde, die sowohl damals als auch heute oft als erste Etablierung des demokratischen Grundgedankens bewertet wird. Doch auf dieser pauschalen und rein chronologischen Verknüpfungsebene der Zusammenhänge sollte nicht verblieben werden. Es gilt also die aristotelische Behauptung zu hinterfragen, daß die Tyrannis als Ausdrucksform des Kampfes des Volkes gegen die Herrschenden zu betrachten ist. Im Hinblick auf die von mir zu untersuchende Phase heißt dies also zu ergründen, welche Elemente der peisistratidischen Tyrannis die Entwicklung der Demokratie beschleunigten, welche Elemente keinen Einfluß und welche Elemente eventuell sogar hemmende Eigenschaften besaßen. Es gilt also die Bedeutung herauszuarbeiten, die diese Tyrannis in der Kette der anderen Ereignisse, die schließlich zur Entstehung der Demokratie in Athen führten, einnimmt.
2. Vorgehensweise
Entsprechend den Anforderungen des Proseminars werde ich hierbei nicht den üblichen Weg der Auseinandersetzung mit dem Thema beschreiten, indem ich primär die Forschungsliteratur diskutiere, sondern ich werde mich dem Thema möglichst selbstständig über die Auswertung von Quellen nähern. Diese werden die entsprechenden Stellen bei Herodot, Thukydides und Aristoteles (vgl. Kap.1.3.) sein. Zur Abrundung der Thematik habe ich mich jedoch dazu entschlossen, mich an den Stellen der Analyse auf Forschungsliteratur zu beziehen, die eine Hinzuziehung von archäologischen Aspekten sowie eine Ausweitung der Quellenanalyse auf einen Rahmen außerhalb der peisistratidischen Herrschaft nötig machen.
Die Gliederung meiner Arbeit erfolgt nach chronologischen Aspekten, die jedoch einzeln systematisch behandelt werden. Ich beginne mit einem kurzen Abriß der nachsolonischen Phase und analysiere dann die Pase der Machtergreifung, die Phase des Machterhalts und die Phase des Machtverlustes der Tyrannis in Hinblick auf meine Arbeitszielsetzung, worauf ich
1 Arist., Pol., 5 p. 1310b.
4
mit einem gesonderten Kapitel über die politische Emanzipation der Bevölkerung und dem zusammenfassenden Schlußkapitel enden werde.
3. Quellenlage
Als wichtigste Komponente zum Verständnis der Quellensituation ist zu erwähnen, daß es zu der Zeit der Peisistratiden, also von ca. 560 bis 510 v.Chr., keine Geschichtsschreibung gegeben hat. Daraus ist zu schlußfolgern, daß die Überlieferung der Ereignisse fast ausschließlich mündlich geschehen sein muß. Erst um die Mitte des fünften Jahrhunderts begegnen uns bei Herodot die ersten ausführlichen Abhandlungen in der 'Historie' in Buch I 59-64, V 55-94 sowie VI 34-39. Weiterhin treffen wir bei Thukydides in seiner 'Geschichte des Peleponnesischen Krieges' auf einen Exkurs über dieses Thema, der sich jedoch nur mit den Söhnen des Peisistratos auseinandersetzt. Schließlich ist das aristotelische Werk 'Staat der Athener' zu erwähnen, der umfassend über die Zeit der Tyrannis berichtet, sich jedoch hauptsächlich auf Herodot stützt, so daß hier besonders die Abweichungen zu beachten sind. Aufgrund die andersgearteten Geschichtskonzeption sowie der großen zeitlichen Distanz der antiken Autoren zu der peisistratisischen Herrschaft, ist ein besonders kritischer Umgang mit dem Quellenmaterial nötig.
II. Die Situation nach den Reformen Solons
Die Reformen Solons schienen kurzfristig keinen Erfolg zu zeigen, Er wollte Ende der neunziger Jahre des 6. vorchristlichen Jahrhunderts durch die Umgestaltung der athenischen Gesellschaft von einer Aristrokatie zu einer Timokratie und durch die Abschaffung der Schuldknechtschaft eine 'Eunomia' - eine 'gute gesetzliche Ordnung' - schaffen, um die brennenden sozialen Konflikte der Zeit zu beseitigen. So berichtet Herodot von "Parteikämpfen im Innern" 2 und Aristoteles spricht von Bürgerkrieg, indem während zweier Jahre sogar kein Archont eingesetzt wurde. 3
"Danach, wieder im gleichen Zeitabstand (582/581), wurde Damasias zum Archonten gewählt; er blieb zwei Jahre und zwei Monate im Amt, bis er gewaltsam daraus entfernt wurde (580/579)." 4
Hierbei scheint es sich um einen legal gewählten Archonten zu handeln, der seine Macht unrechtmäßiger Weise auszuweiten versuchte. Die Tatsache, daß es ihm gelang, über zwei
2 Herod., 1, 59.
3 Arist., AP, 13, 1.
4 Arist., AP, 13, 2.
Arbeit zitieren:
Stephan Bliemel, 1999, Die Bedeutung der peisistratidischen Tyrannis für die Entstehung der attischen Demokratie, München, GRIN Verlag GmbH
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