Inhalt
A. Einleitung 3
B. Hauptteil
1. Das „Drei-Instanzen Modell“ 4
1.1 Die mythische Instanz 5
1.2 Die gesellschaftliche Instanz. 6
2. Hagen, der Ritter der Burgunden 7
2.1 Hagen, der Mörder Siegfrieds 8
2.2 Hagen, der Held der Burgunden 10
3. Die religiöse Instanz 11
C. Schlussteil 13
Literaturverzeichnis S. 14
2
A. Einleitung
Wer ist Hagen von Tronje? Warum beschäftigt sich die Forschung so intensiv mit dieser Figur? Warum unterscheidet sie sich so sehr von den anderen Figuren des Nibelungenliedes? Warum empfindet man Sympathie für Hagen obwohl er doch der „Bösewicht“ ist? Was war die Absicht des Autors? Dies sind Fragen die man sich als Leser des Nibelungenliedes automatisch stellt. Diese Arbeit soll einmal mehr den Charakter und die Funktion des Hagens von Tronje analysieren. Mithilfe ausführlicher Literatur habe ich den Versuch unternommen, ein Modell zu entwickeln, welches die Rolle und Funktion der Figur im damaligen Weltbild darstellen soll.
3
B. Hauptteil
1. Das Drei-Instanzen Modell
Das Drei-Instanzen Modell basiert auf einer Überlegung, welche STECH in seiner Arbeit „Das Nibelungenlied. Appellstrukturen und Mythosthematik in der mittelhochdeutschen Dichtung“ 1 anstellt. STECH greift die Identitätsfrage der Figuren auf und beleuchtet damit einen wichtigen Aspekt der Nibelungenforschung. Er unternimmt den Versuch, die Figuren ihrem Ursprung nach zuzuordnen und dadurch diese zu definieren. Für diese Arbeit ist seine Überlegung deswegen wichtig, da sie klären soll, warum der Erzähler eine Figur wie Hagen von Tronje so entscheidend positioniert, warum es schwierig ist, dieser Figur eine feste Rolle zuzuordnen und warum seine „Einmaligkeit“ 2 fortwährend
1 Stech, Julian: S. 177ff.
2 Wahl Armstrong, Marianne: S. 148
4
hervorgehoben wird. Das Modell besteht aus drei übereinander geordneten Instanzen. Die erste Instanz legt die mythologischen Figuren des Nibelungenliedes fest, die zweite die höfisch-sozialen Figuren, wobei Hagen von den anderen noch einmal differenziert betrachtet werden muss, und die dritte Instanz die des allmächtigen Gottes, welcher über den anderen beiden Instanzen steht. Die Ausbaufähigkeit und Präzisierung des Modells wäre eine Überlegung für weitere Forschungsansätze, soll hier aber nur oberflächlich erläutert werden, damit in den folgenden Kapiteln dieser Arbeit auf die Figur Hagens von Tronje eingegangen werden kann.
1.1 Die mythische Instanz
Die Figuren Siegfried und Brünhild befinden sich auf einer „mythischen Emanzipationsstufe des Menschen“ 3 , und somit auf der ersten Ebene des Modells. Diese alten, mythischen Figuren transportieren die Idee einer Idealrealität. Schon lange vor dem Nibelungenlied haben sie in unzähligen Mythen existiert. Der Mensch hat sich in seiner Unmündigkeit und Schwäche gegenüber dem allmächtigen Gott einen Helden erschaffen müssen, einen der zwischen beiden Welten wandelt, einen überirdischen Führer auf Erden. Diese Idee kommt nicht von ungefähr. Im neuen Testament, schickt Gott seinen fleischgewordenen Sohn auf die Erde um die Menschheit zu leiten, eine menschliche Figur mit übermenschlichen Fähigkeiten. Jesus vollbringt Wunder und der Mensch folgt. 4 So sagt auch Hagen über Siegfried: „er hât mit sîner krefte sô menegiu wúndér getân“ (Av. 3, 102). Siegfried vollbringt durch seine übermenschliche Stärke wahre Wunder und niemand zweifelt seine Unbesiegbarkeit an. Was ändert sich nun im Nibelungenlied? Warum muss Siegfried sterben? Wie bereits erwähnt ist jedem zur damaligen Zeit der Mythos um Siegfried den Drachentöter bekannt. Jeder weiß um die verwundbare Stelle, die einzige Verbindung des Helden zum Menschsein. Für den Autor ist es also nicht mehr nötig zu beschreiben wie Siegfried mit dem Drachen kämpft oder Brünhild begegnet. Lediglich die Erwähnung dieser beiden Ereignisse, (Av. 3, 100) und (Av. 6, 330ff.) dienen als
3 Stech, Julian: S. 177
4 Die Bibel: Das Evangelium nach Matthäus
5
Arbeit zitieren:
Ursula Breckner, 2006, Hagen von Tronje - Eine Einordnung in das "Drei-Instanzen-Modell", München, GRIN Verlag GmbH
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