Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Persönlichkeitsbildung durch Sozialisation 3
2.1 Die Theorie der psychosexuellen Entwicklung als Voraussetzung für
gesellschaftliche Integration (Freud) 3
2.2 Die Internalisierung von Rollen: Integration-, Identitäts- und
Konformit ätstheorem 4
2.2.1 „Spielarten“ - universalistische und partikularistische Handlungsmuster 6
2.2.2 Die Bedeutung der „pattern variables“ 7
2.3 Eine kritische Betrachtung: Rolle als Persönlichkeit? 8
2.3.1 Der Mensch als passiver Gestalter der Gesellschaft 9
2.3.2 Kritik und Erweiterung der Systemtheorie Parsons´ nach Habermas 10
3 Schluss 11
Bibliographie 12
1
1 Einleitung
Talcott Parsons (1902-1979) gilt als der bedeutendste amerikanische Soziologe der Nachkriegszeit. Parsons befasste sich insbesondere mit der Gesellschaft in ihrer (struktur)funktionalistischen Bedeutung und vertrat die Annahme, dass ein gesellschaftliches System als ein sich selbst regulierender, autonomer Organismus verstanden werden muss, der über bestimmte Mechanismen verfügt um die soziale Ordnung aufrecht zu erhalten (vgl. Microsoft Encarta Encyclopedia 2003) Parsons vergleicht die Gesellschaft mit einem Organismus, in dem alle „Organe“ das Ziel verfolgen ebendiesen aufrecht zu erhalten. Der Organismus hält bei abweichendem Handeln „Mechanismen der sozialen Kontrolle“ bereit um zu Sanktionieren und somit Stabilität zu gewährleisten bzw. wiederherzustellen. Nach Parsons entsteht diese Ordnung durch das Zusammenspiel dreier Subsysteme des menschlichen Handelns.
Abb.1: Drei Subsysteme zur Aufrechterhaltung der Ordnung (nach Kaesler 2003: 33)
Da Parsons´ Theorie der Rollenschemata an Freuds Theorie der psychosexuellen Entwicklung angelehnt ist und zwischen beiden eine Brücke geschlagen werden kann, soll im ersten Kapitel kurz auf die entwicklungstheoretischen Hintergründe, die auf der Vorlage Freuds beruhen, eingegangen werden. Im Anschluss daran werden zentrale Begriffe der Systemtheorie Parsons´ an Beispielen erläutert und auf verschiedene Verhaltensmuster, wie den partikularistischen und universalistischen Handlungsweisen im Rahmen der „pattern variables“ eingegangen. Ein viel diskutiertes Problem in Parsons´ Systemtheorie ist die scheinbare „Ent-Individualisierung“ der handelnden Akteure, quasi die Reduktion des Subjekts hin zur Rolle. Hier bietet es sich an die Erweiterungen der Systemtheorie durch Jürgen Habermas anzubringen, der versuchte die verschiedenen Theoreme Parsons´ mit der persönlichen Individualität in Einklang zu bringen.
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2 Persönlichkeitsbildung durch Sozialisation
2.1 Die Theorie der psychosexuellen Entwicklung als Voraussetzung für gesellschaftliche Integration (Freud)
Parsons geht, in Anlehnung an Freud, davon aus, dass ein Kind verschiedene Entwicklungsphasen durchläuft. Diese Phasen entsprechen verschiedenen Altersstufen und werden in die vorödipalen Phasen (orale, anale Phase), ödipale Phase (=phallische Phase), Latenzperiode bis hin zur Adoleszensphase (genitale Phase, Pubertät) unterteilt. Dabei wird das Kind zu Beginn allein von seinen Trieben gesteuert, welche Freud als das Es bezeichnet. Das Kind handelt triebhaft ohne seine Handlung bewusst kontrollieren und beherrschen zu können. Im Alter zwischen zwei und drei Jahren (anale Phase) beginnt das Kind nun zwischen sich und seiner Umwelt zu unterscheiden. Nach und nach bildet sich das Ich heraus, indem das Kind begreift, dass es in Normen und Regeln seiner Umwelt eingebunden ist und seine Es-Impulse nicht jederzeit befriedigen kann. Diese von Außen kommenden Regeln hat das Kind jedoch noch nicht internalisiert, deshalb kann man hier noch nicht vom Über-Ich sprechen, der dritten Instanz des freudschen Selbstmodells; An dieser Stelle kann eine Brücke zu der Bedeutung des Kindes als Gesellschaftsmitglied geschlagen werden. Es ist in seiner Entwicklung nun so weit fortgeschritten, um in eine Institution als Sozialisationsinstanz, wie z.B. den Kindergarten einzutreten. Hier beginnt Parsons´ Sozialisationstheorie, also die Persönlichkeitsbildung und die Internalisierung verschiedener Rollen durch gesellschaftliche Interaktion, zu greifen. Dennoch klammert Parsons das Thema Kindergarten weitgehend aus, was damit begründet werden könnte, dass der Kindergarten keine für alle verpflichtende Institution ist. Ebenso hält das Kind nach Freud in dieser Phase für gewöhnlich sein andersgeschlechtliches Elternteil für die engste Bezugsperson und orientiert sich weniger somit weniger an der Gruppe der Gleichaltrigen. Nach Mead oder auch Piaget ist das Kind zu diesem Zeitpunkt noch nicht fähig, mit anderen Kindern in eine richtige Interaktion treten zu können. Kinder spielen hier eher allein oder nebeneinander, weswegen noch immer die Eltern den größten Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben. Für Parsons ist die „phallischödipale Phase in der psychosexuellen Entwicklung des Kindes von größter Bedeutung“ (Baumgart 2004: 86), in dieser Phase identifiziert sich das Kind mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil, das die Grundlage für die Herausbildung des Über-Ichs werden wird. Das Über-Ich wird gelegentlich auch als „Super-Ego“ bezeichnet und bezeichnet die, „durch Sozialisation und Internalisierung in der Struktur der Persönlichkeit
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Arbeit zitieren:
Sarah Kölzer, 2005, Sozialisationstheorie und Rollenschema nach Parsons, München, GRIN Verlag GmbH
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