0 Einleitung
Die Gestalt Jesus von Nazareth unterliegt, wie die anderer Religionsstifter auch, vielen Spekulationen. Seitdem sich die Ansicht durchgesetzt hat, dass der historische Jesus und der Jesus der biblischen Erzählungen nicht ein- und dieselbe Person sind, befasst sich auch die Wissenschaft mit der Frage, wie viel über den historischen Menschen abseits der religiösen Figur aussagbar ist. Diese als „Third Quest“ bekannt gewordene Forschungsrichtung hat bereits gute Ergebnisse hervorbringen können, die es uns erlauben, Thesen über das Leben Jesu zu formulieren, die nicht nur durch die Heilige Schrift gestützt werden. Doch beziehen sich diese meist nur auf den Anfang und das Ende seiner Lebenszeit. Für die Zeit zwischen seiner Jugend und seinem Auftreten als Messias hat man keinerlei Hinweise entdecken können. Am wahrscheinlichsten scheint es, Jesus habe den Beruf seines Vaters ergriffen und sei Handwerker gewesen, bis er sich eines Tages entschloss als religiöser Lehrer zu wirken. 1 Zu dieser Variante gibt es allerdings noch weitere, welche meist behaupten, Jesus habe weite Reisen unternommen, um Wissen anzusammeln, das er später an seine Schüler weitergab. Eine dieser Thesen ist die Jesus-in-Indien-Legende. Sie darzustellen, wird Ziel dieser Arbeit sein. Dazu werde ich ihrer Entstehungsgeschichte entlang gehen und mit den Autoren beginnen, die erstmalig in ganzen Werken über diese Legende geschrieben haben. Daraufhin beschreibe ich die moderne Form der Legende anhand ihrer heutigen Autoren. Die leitgebende Fragestellung wird dabei nicht sein, ob die Legende historische Abläufe richtig erfasst oder nicht. Das Ziel wird vielmehr sein zu sehen, wie sie argumentiert, wie sie funktioniert, um so ihren Reiz darzustellen und zu erklären, warum sie sich als These im populärwissenschaftlichen Feld einerseits hält, jedoch auf der anderen Seite auch stark angefeindet wird. Dies wird die Basis für mein Fazit bilden in dem ich darauf eingehen werde, wie man mit einer solchen These in wissenschaftlichem Rahmen umgehen kann.
1 Vgl. Ebner, Martin. Jesus von Nazareth in seiner Zeit. Ebner vertritt die These, Jesus habe auf dem Weg zum jährlichen Pesach-Fest in Jerusalem Johannes den Täufer in der Wüste getroffen und sei daraufhin sein Schüler geworden. Jesus habe aber das Reich Gottes als bereits angebrochen verstanden, während Johannes noch darauf wartete. So sei Jesu eigener Schülerkreis entstanden.
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1 Die Geschichte der Jesus-in-Indien-Legende
Um die Jesus-in-Indien-Legende, kurz JiIL, verstehen zu können, benötigt man zu Beginn einen Blick auf ihre Entstehungsgeschichte. Als bisher einziger hat Günter Grönbold versucht, eine Darstellung dieser Entstehungsgeschichte zu geben. Ihm zufolge gibt es zu verschiedenen Zeiten immer wieder neue, voneinander abhängige Werke, die der heutigen JiIL als Grundlage dienen. Auf Basis seiner Darstellung lassen sich Entstehungsphasen nachzeichnen.
Grönbold sieht die Anfänge der JiIL in den Schwärmereien des 18. und 19. Jahrhunderts für alles Indische, insbesondere der Schriftsprache Sanskrit. Weil Indien als das Ursprungsland der großen indogermanischen Sprachfamilie galt, wurde schnell angenommen, dass auch der Mensch dort seine frühesten Wurzeln habe und man durch genaue Suche altes, verschollenes Wissen wiederentdecken könne. 2 Als Beispiel für einen solchen Schwärmer nennt Grönbold Louis Jacolliot, der in seinen „Indischen Studien“ Sprachvergleiche unternimmt. Diese Vergleiche, so Grönbold, entbehrten jeglicher Grundlage und nahezu alle Zitate seien falsch. 3 Dennoch sei Jacolliot so erfolgreich gewesen, dass seine Theorien eine weite Verbreitung fanden und insbesondere seine Ergebnisse aus Wortvergleichen für die JiIL übernommen wurden. 4
In einer zweiten Phase entstehen im späten 19. Jahrhundert drei Texte, die für Grönbold die eigentliche Grundlage der JiIL bilden:
1. Das Testament des St. Issa - ein vom Russen Nicholas Notovitch verfasster Text, welcher die Übersetzung eines Sanskrit-Originals aus dem Kloster Hemis im Himalaya-Gebirge sein soll.
2. Das Buch „Jesus starb in Indien“ vom muslimischen Inder Mirza Ghulam Ahmad, Gründer der Ahmadiyya-Sekte.
3. Das Wassermann-Evangelium vom amerikanischen Medium Levi Dowling, der seine ihm in Meditation geoffenbarten Visionen niedergeschrieben hat.
Diese drei Quellen werden im weiteren Verlauf noch ein wenig näher beleuchtet, da vor allem das Testament des St. Issa für die Entstehung der modernen JiIL von grundlegender Bedeutung ist.
2 Vgl Grönbold, Günter. Indien. 36
3 Vgl Grönbold, Günter. Indien. 40
4 Vgl Grönbold, Günter. Indien. 23 - 27, 41
3
In der letzten Phase werden die Texte der zweiten Phase als Quellen von verschiedensten Autoren herangezogen und immer mehr zu einer Theorie mit offenkundig wissenschaftlichem Anspruch ausgebaut. Zu nennen sind hier Paramesch Choudhury, Siegfried Obermeier und Andreas Faber-Kaiser die teilweise zeitgleich und in Antwort aufeinander geschrieben haben. Modernster Vorreiter ist allerdings Holger Kersten der sich gleich mit fünf Büchern dem Thema der Reise Jesu nach Indien widmet. Bei ihm findet sich die zurzeit ausgereifteste Form einer JiIL.
In den folgenden Kapiteln soll nun ein Blick auf die Quellen der zweiten und dritten Phase geworfen werden, um ein Verständnis für die Inhalte der JiIL und ihre innere Motivation entwickeln zu können.
2 Die „alten Quellen“
2.1 Das Leben des Issa - Nicholas Notovitch
Gerade von moderneren Autoren wird immer wieder auf Nicholas Notovitch verwiesen, der im Jahre 1887 eine Reise nach Ladakh, Tibet unternahm und dort im buddhistischen Kloster Hemis auf Schriftstücke stieß, die das Leben, Wirken und den Tod eines heiligen Issa zum Inhalt hatten. Den in Pali verfassten Text lässt Notovitch mit Hilfe seines Bergführers übersetzen und veröffentlicht ihn dann 1894 zunächst auf Französisch, danach auf Englisch.
2.2 Das Leben des St. Issa
Das Leben des St. Issa (im Folgenden LIN = Leben des Issa nach Notovitch) enthält im Prinzip zwei Erzählungen. Die Erste ist eine Art Zusammenfassung des AT. Sie berichtet vom Leben der Israeliten in Ägypten, von Mose und vom Exodus (LIN Kap. 1-3).
Kapitel IV behandelt die Geburt des Issa bis zu seinem 13. Lebensjahr, in dem er beschließt, sich den Kaufleuten auf dem Weg zum Sindh anzuschließen „um sich in der Kenntnis des göttlichen Wortes zu vervollkommnen und die Gesetze der großen Buddhas zu studieren.“ (LIN IV, 13) Kapitel V erzählt von Issas Lehrjahren in Indien, bei verschiedensten Lehrmeistern (Jainas, Brahmanen, Vaishyas und Shudras) und wie er die dortigen Lebensverhältnisse ablehnt: „Er lehnte sich mächtig dagegen auf, daß ein Mensch sich anmaße, seine Mitmenschen ihrer Menschenrechte zu berauben. ‚Wahrlich’, sagte er, ‚Gott, der Vater, macht keinen
4
Unterschied zwischen seinen Kindern, sie sind ihm alle gleich lieb.’“ (LIN V, 11) Die brahmanischen Priester beschließen daraufhin seinen Tod, doch Issa kann fliehen. (LIN VI, 1-2) Er lernt Pali und predigt „verschiedenen Völkern“ auf seinem Weg vom Himalaya nach Westen. (LIN VI, 3-5) Die Kapitel VI bis VIII beschreiben Issas Reise nach Israel, wo er im Alter von 29 Jahren ankommt. Er kümmert sich um das unter den Römern leidende Volk und verbreitet seine Lehre der Nächstenliebe auch in Israel. (LIN IX) In Kapitel X predigt er im Jerusalemer Tempel.
Auch damit erregt er Feindseligkeiten wie zuvor in Indien woraufhin ihn Pilatus festnehmen lässt. Kurz darauf lässt er ihn jedoch wieder frei, weil ihm die Schriftgelehrten Israels keine böse Tat nachweisen können. (LIN X + XI, 1-3) In den folgenden Tagen wird Jesus durch Spione des Pilatus überwacht und durch Fragen getestet. (LIN XI, 4; XII) Schließlich wird er doch wieder festgenommen: „Aber der Gouverneur Pilatus fürchtete die zu große Popularität des heiligen Issa, der seinen Widersachern zufolge das Volk aufwiegeln wolle, um sich zum König ausrufen zu lassen. Er trug einem seiner Agenten auf, ihn anzuklagen.“ (LIN XIII, 3) Issa wird gefoltert und mit zwei weiteren gekreuzigt.
Doch er bereut bald seine Tat und übergibt den Leichnam Issas dessen Verwandten. (LIN XIII, 5) Drei Tage später ist Issas Leichnam nicht mehr aufzufinden und das „Gerücht“ verbreitet sich, Engel hätten Issa mitgenommen. (LIN XIII, 7) Die letzten zwei Verse behandeln die Taten der Jünger Issas: „Die jünger des heiligen Issa verließen das Land Israel und gingen in alle Richtungen zu den Heiden und predigten, daß sie ihre Irrtümer fahren lassen und auf das Heil ihrer Seelen bedacht sein müßten und auf die vollkommene Glückseligkeit, die die Menschen in der immateriellen, glanzerfüllten Welt erwartet, wo der große Schöpfer in völliger Reinheit und Majestät ruht. Die Heiden, ihre Könige und Krieger hörten auf die Prediger, entsagten ihrem Aberglauben, verließen ihre Priester und Götzen und priesen den weisesten Schöpfer des Weltalls, den König der Könige, dessen Herz erfüllt ist von unendlicher Barmherzigkeit.“ (LIN XIII 10 + 11) 5
Exkurs: Hans-Jürgen Trebst
Gerade wegen der Bedeutung des Issa-Manuskripts hat Hans-Jürgen Trebst ein Buch verfasst, das allein die Frage nach der Echtheit der von Notovitch
5 Trebst, Hans-Jürgen. Jahre. 82 - 105.
Vgl. dazu auch das englische Originial: Notovitch, Nicholas. The unknown life of Jesus Christ.
47 - 73
5
behaupteten Quelle behandelt. Denn nach seiner Rückkehr nach Europa sah sich Notovitch einer Welle von Kritik ausgesetzt, in welcher nicht nur behauptet wurde, er habe den Text erfunden. Es wurde teilweise sogar bezweifelt, er sei je in Hemis gewesen. 6 Trebst befasst sich also mit der inneren Schlüssigkeit der Pro und Contra Argumente und gelangt zu dem Schluss, dass sowohl der Reisebericht als auch die Übersetzung schlecht und fehlerhaft verfasst seien, jedoch einen wahren Kern enthielten. 7 Der Kritik an Notovitch hält er entgegen, sie sei emotional motiviert und nicht wissenschaftlich. 8 Bis 1999 unternahmen unterschiedliche Forscher daraufhin insgesamt elf Reisen in das Kloster Hemis auf der Suche nach dem Original, das dem Text von Notovitch zugrunde liegt. Die Ergebnisse lassen jedoch kein endgültiges Urteil zu. Wenn dieser Text jemals existiert hat, kann er heute als verschollen gelten. 9
2.3 Ghulam Ahmad
Hazrat Mirza Ghulam Ahmad war Gründer der muslimischen Ahmadiyya-Sekte und lebte von ca. 1839 - 1908. 10 1899 schrieb er auf Urdu das Buch „Masih Hindustan Mein“, dass 1978 auf Englisch, später dann auf Deutsch unter „Jesus starb in Indien“ erschien. In ihm wendet sich Ahmad gegen die Vorstellung einiger muslimischer Gruppen, Jesus sei von zwei Engeln in seinem irdischen Körper hinweggenommen und in den Himmel getragen worden. Denn daraus resultiere für diese Gruppen die Hoffnung, er werde in der Endzeit herabsteigen und alle Nicht-Muslime töten, wenn sie nicht ohne zu zögern konvertierten. 11 Demgegenüber stellt er seine Auffassung, Jesus sei in der Tat nicht am Kreuz gestorben, sondern habe überlebt und sei nach Indien gegangen, wo er im Alter von 120 Jahren in Srinagar starb; sein Grab liege in der Khan-Yar-Street. 12 Nach diesen Überlegungen fügt Ahmad eine Reihe von Beweisen an: „Beweise aus der Bibel“, „Beweise aus dem Koran“, „Beweise aus der Medizin“ und „Beweise aus den Büchern der Geschichte“, womit Erzählungen aus
6 Vgl. Trebst, Hans-Jürgen. Jahre. 132 - 137
7 Vgl. Trebst, Hans-Jürgen. Jahre. 290 f
8 Vgl. Trebst, Hans-Jürgen. Jahre. 132 sowie 285 - 288
9 Vgl. Trebst, Hans-Jürgen. Jahre. 292
Die Reisen brachten sehr widersprüchliche Ergebnisse. So scheint es, dass der Abt des Klosters in Hemis sich in einigen Fällen gut an den Aufenthalt Notovitchs erinnern kann, anderen besuchern vorher und nachher aber die Information gibt, während seiner Amtszeit hätte er nie einen Europäer aufgenommen. Auch das Manuskript will von einigen Besuchern des Klosters mal komplett aufgefunden worden sein, dann wieder in Teilen oder man zeigte den Forschern nur den Einband des Buches.
10 Die Lebensdaten von Ghulam Ahmad variieren in der Literatur. Laut der deutschen Übersetzung seines Buches „Jesus starb in Indien“ wurde er bereits 1835 geboren
11 Ahmad, Ghulam. Jesus. 16
12 Ahmad, Ghulam. Jesus. 24
6
muslimischen und buddhistischen Traditionen gemeint sind, sowie Vergleiche zwischen Ausdrücken und Namen der orientalischen Sprachen. 13 Besonders deutlich treten hier einige Argumente, die später besonders bei Kersten und Obermeier eine Rolle spielen. So interpretiert er die Selbstaussage Jesu, er sei zu den verlorenen Schafen Israels gesandt worden, so, dass Jesus vorhatte die verlorenen Stämme seines Volkes wiederzufinden. Dieses Vorhaben habe ihn nach Indien führen müssen. 14 Dass sich besagte Stämme im fernen Orient angesiedelt hätten, versucht Ahamd mit eben diesen Wortvergleichen und Geschichten zu belegen. 15 Vor allem aber ist hier wahrscheinlich der Ursprung der Überzeugung zu finden, Jesus habe die Kreuzigung überlebt. Ahamd bezieht sich zum Beweis seiner auf „Bücher der Medizin“ und auf Stellen des Neuen Testaments in denen Jesus davon spricht, wie real er ist, etwa wenn er seine Wunden beschreibt oder sagt, er habe mit anderen gegessen oder sei zu einem Ort gegangen. 16 Bei seinen Überlegungen zur medizinischen Möglichkeit eine Kreuzigung zu überleben beschreibt er altes Wissen über das Heilkraut Myrrhe. Bereits im frühen Islam hätte man dieses Kraut als Salbe zur Heilung von offenen Wunden verwendet, da es sehr effektiv Blutungen stoppe. Daher sei die Verwendung von Myrrhe ein Beweis dafür, dass Jesus nicht für das Grab gesalbt, sondern vielmehr damit gesund gepflegt werden sollte. 17
2.4 Das Wassermann-Evangelium
Das Wassermann-Evangelium ist eine Darstellung des Lebens Jesu, welche im Original vom Amerikaner Levi H. Dowling niedergeschrieben wurde, inspiriert durch drei Visionen. Sein Evangelium orientiert sich in vielen Punkten am Neuen Testament, fügt jedoch eine Passage über Jesu Reise nach Indien ein und erzählt bekannte Teile des NT in anderer bzw. interpretierter Form nach. Das Wassermann-Evangelium (im folgenden WEv genannt) erzählt zu Anfang von der Geburt Marias, sowie parallel die Kindheitsgeschichten von Jesus und Johannes dem Täufer. Nach der Flucht vor den Häschern Herodes’ werden ihre Mütter in Zoan, Ägypten vom Lehrer Elihu in altes Wissen eingeweiht, dass sie an ihre Söhne weitergeben sollen. Es folgen einige weitere Episoden über die Erziehung Jesu und seine Unterweisung durch Lehrer. Nach einiger Zeit kehren die Familien nach Israel zurück und Jesu lehrt
13 Ahamd, Ghulam. Jesus. 27 - 112
14 Ahmad, Ghulam. Jesus. 28
15 Ahmad, Ghulam. Jesus. 77 - 112, hier vor allem 110 - 112
16 Ahmad, Ghulam. Jesus. 30 - 32
17 Ahmad, Ghulam. Jesus. 67 - 75
7
im Tempel. Er wird vom indischen Prinzen Ravanna gehört und nach Indien eingeladen um von den Brahmanen zu lernen. Jesus geht mit dem Prinzen nach Indien und beginnt auch dort zu predigen. Seine kritische Einstellung gegenüber religiösen Praktiken, wie dem Feueropfer, und sozialen Gefügen, wie dem Kastentum, sorgen dafür, dass er schnell angefeindet wird und fliehen muss. Jesus gelangt so unter anderem nach Tibet. Als er sich auf den Rückweg nach Israel macht, führt ihn sein Weg über nahezu alle großen Kulturen der Antike. So gelangt er nach Persien und lernt die Religion des Zarathustra kennen und besucht Persepolis. Weiter geht er nach Ur und den Ruinen des alten Babylon; schließlich nach Griechenland. Am Ende kommt er nach Ägypten, wo er nach sieben Initiationsprüfungen die „Christusweihe“ erhält und in einen alten Orden aufgenommen wird. Er redet in Alexandrien vor dem „Rat der sieben Weisen“ bevor er schlussendlich in der Wüste auf Johannes den Täufer trifft. Ab hier erzählt das WEv abwechselnd eigene und auch dem NT ähnelnde Perikopen über Gleichnisse und Wundertaten, wie das Gleichnis vom Sämann oder die Speisung der fünftausend. Wegen seiner Lehren, die der jüdischen Priesterschaft missfällt, wird er zum Tode verurteilt. Er stirbt am Kreuz und ersteht nach drei Tagen in einem Geistleib wieder auf. Dieser wird in der Seelenwelt transformiert, damit er in Fleisch und Blut unter den Menschen wandeln kann. Dieser Geistleib ermöglicht es ihm, an allen Orten seines Wirkens zu erscheinen, also auch in Indien, Persien und Griechenland. Am Ende fährt er dann in den Himmel auf. Das WEv schließt mit einer Erzählung des Pfingstereignisses, sowie der Aufnahme Matthias’ in den Kreis der Zwölf als Ersatz für Judas.
3 Die modernen Autoren
Wie eingangs erwähnt sieht Grönbold diese Quellen als Grundsteine für die moderne JiIL an. Choudhury, Faber-Kaiser, Obermeier und Kersten hätten die Idee für ihre Theoreme aus diesen Quellen entnommen und ihre Beweisargumente gingen auf die Autoren der ersten Phase wie Jacolliot zurück. Der Beweis dieser Annahme gestaltet sich indes schwierig, weil diese Autoren zwar offenkundig Ideen und teilweise ganze Passagen aus Quellen und den Büchern anderer JiIL-Vertreter übernehmen, dies aber in keiner Weise oder nur ungenügend kennzeichnen. Selbst wenn man allerdings annimmt, die modernen JiIL-Autoren hätten voneinander Texte übernommen, verändert das die Darstellung der Legende nicht. Denn die
8
Unterschiede liegen im Detailgrad der Darstellung. So geht beispielsweise Obermeier wenn er über die Gemeinde der Essener spricht im Detail nicht so weit wie dies Kersten tut. Die Rolle, welche diese Gemeinde in der JiIL spielt, ist jedoch bei beiden dieselbe.
3.1 Die moderne Jesus-in-Indien-Legende
Die Jesus-in-Indien-Legende besteht im Wesentlichen aus vier Behauptungen:
1. Das Volk der Israeliten stammt ursprünglich aus Indien
2. Jesus hat in der Zeit, in der das Neue Testament nichts von ihm berichtet, eine Reise nach Indien und Tibet unternommen
3. Jesus hat die Kreuzigung überlebt
4. Jesus ist in hohem Alter in Kashmir gestorben 18 Diese vier Punkte finden sich in allen Büchern zu dieser Theorie wieder. Am deutlichsten wird dies, wie bereits angedeutet, bei Holger Kersten, der dieses Thema von verschiedensten Seiten mit jeweils anderen Schwerpunkten präsentiert - weder Faber-Kaiser noch Obermeier gehen in ihren Darstellungen derart ins Detail. 19
3.2 Verbindungen zwischen Israel und Indien
Den Rahmen um die JiIL bilden die einzelnen Autoren mit einer Analyse der Urväter-Erzählung bzw. des Pentateuch. Demnach stammt das Volk Israel ursprünglich aus Indien und ist mit Abraham in das Heilige Land eingezogen. 20
3.2.1 Die Urgeschichte nach der JiIL
Nach der JiIL beginnen die Verbindungen bereits in der Frühgeschichte der Menschheit. So findet Paramesh Choudhury das Ursprungsland der Sumerer in Indien. Sumer ist für ihn wiederum das Land in dem die Israeliten siedelten, nachdem sie aus Indien ausgezogen waren. Er macht Indien somit zum Land der Genesis. 21 Dabei greift er auf Ähnlichkeiten zwischen Sumer und Indien in Architektur, Nautik und Sprache zurück. 22 Vor allem aber versteht er die Geschichte des Jona, die Sintflut-Erzählung und die Landnahme-Berichte als aus demselben Ursprung
18 Vgl. Grönbold, Günter, Ende. 18f
19 Kersten stellt in „Jesus starb nicht am Kreuz“ das Turiner Grabtuch in den Mittelpunkt. „Der Ur-Jesus“ behandelt die Parallelen zwischen Buddhismus und Christentum und „Das Jesus Komplott“ betrachtet die JiIL als Ganzes.
20 Vgl. Kersten, Holger. Indien. 57 - 59
21 Choudhury, Paramesh. Palestine. 9
22 Vgl. Choudhury, Paramesh. Palestine. 10 - 62
9
entstammend. 23 Moses und die Sintflut sind auch bei Obermeier und Kersten zentrale Themen. Nach Kersten beziehen sich die Ortsangaben in Gen und in Jos auf Orte in Indien, wie am Beispiel „Haran“ deutlich wird, der in Gen genannten Heimat des Mose. Bis heute, so Kersten, existiere ein gleichnamiger Ort in Nordindien, einige Kilometer nördlich von Srinagar. Für Kersten sind diese beiden Orte identisch. 24
3.2.2 Die zwölf Stämme
Die Suche nach den indischen Wurzeln der Israeliten hat in der JiIL eine grundlegende Bedeutung. Denn diese Verbindung erlaubt es zu erklären, warum Jesus überhaupt den Weg in den Fernen Osten angetreten haben könnte: Er war auf der Suche nach den verlorenen Stämmen der Israeliten. Besonders Obermeier baut diesen Punkt intensiv aus; Kersten schneidet ihn an, Faber-Kaiser erwähnt es nur in zwei kurzen Kapiteln. 25 Alle drei bringen eine Darstellung der Ereignisse des Königreiches Israel bis zum Exil der Oberschicht in Babylon. Und ebenfalls alle drei gehen davon aus, dass sich im Exil Israeliten und Babylonier vermischten. So weit, dass am Ende der Gefangenschaft, Obermeier nennt hier eine Zeitspanne von 50 -60 Jahren, nur die Angehörigen von zwei Stämmen, Juda und Benjamin, nach Israel zurückkehren wollten. 26 Obermeier stellt nun die Frage, was mit den übrigen zehn Stämmen passiert ist und kommt zu dem Schluss, dass ein Teil sich im heutigen Afghanistan angesiedelt haben muss, wo sich die Einwohner selbst als Beni Israel -Söhne Israels bezeichnen würden. 27 Von dort sei der Weg bis Indien und Kashmir nicht mehr weit: „Ich halte diese zitierten Hinweise - und es gäbe noch mehr davondoch für geeignet, die These, in Afghanistan (und Kashmir) lebten bis heute Nachkommen der »verlorenen Stämme«, zu untermauern. […] Das heutige Afghanistan grenzt im Westen an Pakistan und im äußersten Nordwesten an Kashmir. Gerade in Kashmir aber haben sich zahlreiche Spuren und Traditionen erhalten, die auf eine Besiedelung durch Juden hinweisen.“ 28
23 Vgl. Choudhury, Paramesh. Palestine 43 - 109
24 Vgl. Kersten, Holger. Indien. 57 f
25 Vgl. Obermeier, Siegfried. Kashmir. 110 - 129, Kersten, Holger. Indien. 68 - 83, Faber-Kaiser, Andreas. Jesus. 52 - 57
Choudhury hat dieses Thema überhaupt nicht, obwohl sich sein Buch fast ausschließlich um die Herstellung einer Verbindung zwischen Israel und dem alten Indien bemüht.
26 Vgl. Obermeier, Siegfried. Kashmir. 123
27 Vgl. Obermeier, Siegried. Kashmir. 126 f
28 Obermeier, Siegfried. Kashmir. 128 f
10
3.3 Jesus von Nazareth
In den Texten von Ghulam Ahmad und Levi Dowling war bereits die Rede davon, dass Jesus sich auf die Suche nach den verlorenen Schafen seines Volkes gemacht habe. Dieser aus dem NT stammende Terminus wird nun so interpretiert, dass er ganz konkret auf der Suche nach den verlorenen Stämmen Israels war und zu diesem Zweck in Orient aufbrach. Denn Jesu Ziel war es, sein Volk zu sammeln. Die moderne JiIL nach Obermeier, Faber-Kaiser und Kersten erzählt die Zeit in Indien meist genau wie bei Notovitch, Levi oder Ahmad beschrieben. Erst wenn es um das Ende von Jesu Leben geht, folgt vor allem Kersten nur noch Notovitch und Ahmad. Bei Kersten lässt sich sogar annehmen, er sei der Überzeugung alle Erklärungen und Thesen, jede Darstellung der Frühgeschichte Israels und jeder Verweis auf das Issa-Manuskript, die Bibel oder die Apokryphen diene einzig und allein dem Nachweis, Jesus sei nicht auferstanden, sondern habe die Kreuzigung überlebt und sei nach einer zweiten Reise in Indien gestorben. 29 Für ihn scheint dies der eigentliche Kern der JiIL zu sein. Wie bei seiner Darstellung der israelitischen Frühgeschichte versucht Kersten auch hier, mit wissenschaftlicher Argumentation zu arbeiten, indem er sich auf Stellen im NT und auf antike Texte, wie die Schriftrollen aus Qumran beruft. 30
3.3.1 Die Kreuzigung Jesu
In den Grundzügen gleichen sich Faber-Kaiser, Obermeier und Kersten. Alle drei halten fest, dass Jesus nicht bereits nach sechs Stunden am Kreuz tot sein konnte und der Sympathisant Joseph von Arimathea Jesus in seinem Familiengrab versteckte, bis dieser sich erholt hatte. Während Faber-Kaiser es bei diesen Feststellungen belässt, geht Obermeier das Problem medizinisch an: Er bezieht sich dabei nicht nur auf den Todeszeitpunkt, der ja bereits Pilatus verwundert hatte, sondern ebenso auf den Lanzenstich in die Brust. 31 Bei diesem ist nach Johannes Wasser und Blut ausgetreten, was Obermeier als Beweis dafür sieht, dass Jesus noch am Leben gewesen sei: „[…] daß nach dem Lanzenstoß immer noch Blutzirkulation vorhanden war, da aktives Bluten mit dem Herzschlag aufhört und den Tod bedeutet.“ 32 Seine Atmung sei durch die Tortur so weit geschwächt gewesen,
29 Vgl. Kersten, Holger. Indien. 97 - 139; 203 - 287
30 Vgl. Kersten, Holger. Indien. 120 - 124
31 Vgl. Obermeier, Siegfried. Kashmir. 66 - 71
32 Obermeier, Siegfried. Kashmir. 69
11
dass man ihn für tot gehalten habe: „Wegen diesem stark reduzierten physiologischen Zustand zeigte kein Zeichen der Atmung denen, die Christus gekreuzigt hatten, diese Tatsache, daß in unserem Herrn noch Leben war […]“ 33 Kersten stützt sich ebenfalls auf medizinische und exegetische Überlegungen, fügt diesen jedoch noch die historische Dimension hinzu, wenn er sich auf die Umstände der Grablegung bezieht.
3.3.2 Grablegung und Heilung
Ein Kapitel darüber, was direkt nach der Kreuzigung passiert ist, hat nur Kersten. Er weist darauf hin, dass die Kreuzigung und Grablegung Jesu in jeder Hinsicht unüblich war. Neben der zu kurzen Zeit am Kreuz und dem Blut des Lanzenstichs findet er Besonderheiten vor allem in der Art der Grablegung. Jesus sei nicht, wie oft angenommen, mit „καιριαι“ umhüllt, sondern lediglich mit einem Tuch „οθονια“ bedeckt worden. 34 Seiner These nach verfügten die Anhänger Jesu über das Wissen der Heilkräuteranwendung. Die bei Johannes erwähnten einhundert Litra Balsamierungskräuter Myrrhe und Aloe (Joh 19,39), seien, so sagt er, dazu verwendet worden, Jesu Wundmale zu heilen. Dies macht er daran fest, dass die Kräuter a) damals nirgendwo sonst für eine Einbalsamierung verwendet wurden und
b) in einer überaus großen Menge vorhanden waren. 35 Das Tuch, in das man ihn nicht einwickelte, sondern nur über ihn legte, war also eine Art Heilverband.
3.3.3 Das Grabtuch und die Essener
Kersten, Obermeier und Faber-Kaiser unterstellen alle, dass Jesus eine Verbindung zu den Essenern hatte. Bei Obermeier und Faber-Kaiser hat dies theoretische Gründe. Sie wollen erklären, wie Jesus überhaupt von Indien und den verlorenen Stämmen erfahren konnte. Zudem bildeten die Essener eine Art „Christentum vor Jesus“, denn die Essenische Gemeinschaft habe, so die Autoren, bereits vor seinem messianischen Auftreten die Werte und Normen gelebt, die er seinen Mitmenschen zu vermitteln versuchte. Um diese Annahme zu stützen, verweist Kersten auf die Schriftrollen aus Qumran, die eindeutig die Lebensregeln der Essener wiedergeben würden. Er spricht der Gruppierung darüber hinaus noch eine wichtige Rolle bei der Rettung Jesu zu. Denn die Essener seien es gewesen, die das alte Heilwissen des
33 Obermeier, Siegfried. Kashmir. 70
34 Vgl. Kersten, Holger. Komplott. 277 - 278
35 Vgl. Kersten, Holger. Komplott. 284
12
Fernen Ostens bewahrt und so Jesus mit einem Betäubungsmittel auf dem Ysop-Zweig (Joh 19,29) erst bewusstlos gemacht und dann im Grab des Joseph von Arimathea geheilt hätten. 36 Erneut wird hier ein Beweis angeführt: Das Turiner Grabtuch. Sowohl Obermeier als auch Kersten halten das Tuch für echt und versuchen darzulegen, dass die Abbildung des Gesichtes auf dem Tuch nur durch das Heilkraut Myrrhe entstanden sein könne. All dies zusammen führe zu dem Schluss, Jesus habe mit der Hilfe seiner Sympathisanten die Kreuzigung überlebt. Zu dem Kreis seiner Anhänger gehörte demnach sowohl Joseph von Arimathea wie auch der Soldat, der den Lanzenstich vollzog. Pilatus war ihm zumindest wohl gesonnen, dass er ihn so früh und unversehrt vom Kreuz herunternehmen ließ. 37
3.3.4 Tod in Kashmir
Wie die Vorlagen des Issa-Manuskriptes nach Notovitch und auch der Text von Ghulam Ahmad es bereits erzählen, erklärt sich Jesu Wirken nach seiner Kreuzigung auf diese Weise sehr pragmatisch. Kersten weist darauf hin, dass Jesus für seine Jünger, denen er erschien, sehr wirklich und real wirkte. Die Vehemenz, mit der dieser Fakt betont wird, erklärt Kersten daraus, dass Jesus ganz einfach nicht tot, sondern absolut lebendig war und sein Körper kein Geistleib, sondern sein echter Körper war, der die Wundmale der Kreuzigung aufwies, welche noch nicht abgeheilt waren. Sei es, weil Jesus seine Aufgabe als erfüllt ansah, sei es, dass er sich in Israel nicht mehr sicher fühlen konnte - Faber-Kaiser, Obermeier und Kersten führen verschiedene Gründe an, warum Jesus nach diesem letzten Abschied an seine Jünger beschließt, nach Indien zurückzukehren, wo er im Alter von 120 Jahren stirbt. Zumindest Kersten will sein Grab in Srinagar, Kaschmir, entdeckt haben. 38
36 Vgl. Kersten, Holger. Indien. 226 - 229
37 Vgl. Kersten, Holger. Komplott. 292 - 305
38 Vgl. Kersten, Holger. Indien. 276 - 284
13
4 Fazit
Ziel dieser Arbeit war es, einen Überblick über Entstehung und Inhalt der Legende von Jesus in Indien zu liefern und einen Einblick in ihre Selbstbegründung zu geben. Die moderne JiIL fußt auf der einen Seite auf „modernen Mythen“, also Fragen, die die Wissenschaft bisher nicht eindeutig oder vollständig geklärt hat, wie die Herkunft des Turiner Grabtuchs oder Sinn und Zweck der Essenischen Gemeinde. Sie baut zudem auf Ideen auf, die ihren Ursprung im 19. und 20. Jahrhundert zu haben scheinen. Hinzu kommt, dass sie Erkenntnisse der Bibelwissenschaften nutzt. Was die Legende dabei so faszinierend macht ist natürlich der Gedanke, dass hinter den Dinge, die wir wissen, hinter den Dingen, die wir kennen noch eine weitere Wahrheit steckt. Ein tieferes Geheimnis, das es zu entschlüsseln gilt. Dabei setzen sich die JiIL-Autoren der Gefahr aus, ihre Wissenschaftlichkeit aufzugeben und „unsauber“ (d.h. unkritisch, ohne Quellenangaben, Hineinlesen von Ergebnissen in die Fakten etc.) zu argumentieren was ja genau das ist, was ihnen ihre Kritiker vorwerfen.
Natürlich reicht der Rahmen einer solchen Arbeit nicht aus, um dieses Thema erschöpfend zu behandeln und die Legende von Jesus in Indien von allen Seiten zu beleuchten. So wäre es lohnend sich vertiefend mit eben jener Kritik zu beschäftigen, die ihr entgegengebracht wird. Denn diese gebärdet sich meist sehr polemisch und weckt ihrerseits Zweifel.
Zudem wäre es sicherlich aufschlussreich die JiIL auf ihre historische und religionshistorische Möglichkeit hin zu untersuchen. Hätte der Mann aus Nazareth, Sohn eines Handwerkers, den weiten und beschwerlichen Weg nach Indien gehen können? Und geben die Lehren Jesu Grund zur Annahme, dass er sie aus einer anderen religiösen Umwelt als der jüdisch-israelitischen haben könnte? Gibt es Parallelen zwischen den Lehren der Brahmanen, Buddhas und Jesu? Gibt es vielleicht sogar eine ältere Erzähltradition, auf der die JiIL beruht und existiert eine solche auch noch in anderen Kulturregionen außer der unsrigen?
All dies könnte Aufschluss darüber geben, ob in der Jesus-in-Indien-Legende ein wahrer Kern steckt, oder ob es sich dabei um eine Art „modernes Märchen“ handelt, dass sich im wissenschaftlichen Halbdunkel entwickelt hat.
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Literaturverzeichnis
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Choudhury, Paramesh. From Kashmir to Palestine. Jesus Christ lived, prospered & died in India, how & why? New Delhi. 1996
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Notovitch, Nicolas. The unknown life of Jesus Christ. Portland. 2005 Obermeier, Siegfried. Starb Jesus in Kaschmir? Das Geheimnis seines Lebens und Wirkens in Indien. Holzminden. 1994
Trebst, Hans-Jürgen. Jesu verborgene Jahre. War er in Indien. Frankfurt /Main. 2005
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Arbeit zitieren:
Mark Bothe, 2009, Die Jesus-in-Indien-Legende, München, GRIN Verlag GmbH
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