Ständig zunehmende Kundenanforderungen im Hinblick auf neue, qualitativ hochwertige Produkte in immer kürzeren Zeitabständen zu möglichst niedrigeren Preisen und der damit verbundene wachsende Wettbewerbsdruck zwingen die Unternehmen ihre Leistungsfähigkeit fortlaufend zu überprüfen und zu verbessern. Dabei gestaltet sich die kontinuierliche Suche und Ausnutzung von Erfolgspotential als ein wesentlicher Einflussfaktor für die Überlebensfähigkeit von Unternehmen im nationalen und internationalen Wettbewerb. Um Verbesserungspotentiale identifizieren und Leistungslücken schließen zu können, genügt allerdings nicht nur eine auf die Innenansicht des Unternehmens bezogene Betrachtungsweise – vielmehr erscheint es notwendig, in einem nach außen gerichteten Unternehmensvergleich zusätzliches Wissen über die optimalen Prozesse, Strukturen und Produkte zu erlangen. Eine solche Wettbewerbsanalyse kann zwar in erster Linie Antwort auf die Frage nach den Ursachen, nicht aber zu den Ansatzpunkten für eine Verbesserung der eigenen Wettbewerbsposition geben. Letztere Fragestellung steht im Mittelpunkt des Benchmarking-Konzeptes.
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Konzept des Benchmarking auseinander und zeigt Fallstricke und Probleme im Benchmarking-Prozess auf.
Inhaltsverzeichnis
A. Ausgangspunkt und Bedeutung des Benchmarking
B. Grundlagen des Benchmarking
I. Konzeptionelle Abgrenzung des Benchmarking
II. Varianten des Benchmarking durch Kombination verschiedener Ausprägungsformen
III. Idealtypische Phasen im iterativen Benchmarking-Prozess
C. Probleme und Grenzen des Benchmarking
I. Festlegung des Benchmarking-Objektes
II. Unsicherheit bei der Auswahl der Benchmarking-Partner
III. Fehlbesetzung des Benchmarking-Teams
IV. Probleme bei der Erhebung und Analyse der Daten
V. Mangelhafte Gestaltung und Umsetzung der Veränderungsmaßnahmen
D. Gestiegene Bedeutung des Benchmarking in der Wirtschaftskrise?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Konzept des Benchmarking als Instrument des strategischen Controlling, um Unternehmen dabei zu unterstützen, durch einen systematischen Vergleich mit externen Partnern ihre Leistungsfähigkeit zu steigern und Wettbewerbsvorteile zu generieren.
- Konzeptionelle Einordnung und Definition des Benchmarking
- Differenzierung verschiedener Benchmarking-Varianten und Prozessphasen
- Identifikation methodischer Fallstricke bei der Umsetzung
- Analyse von Problemen bei der Datenbeschaffung und Partnerwahl
- Bedeutung von Benchmarking im Kontext wirtschaftlicher Krisenzeiten
Auszug aus dem Buch
I. Konzeptionelle Abgrenzung des Benchmarking
Der Begriff „Benchmark“ stammt ursprünglich aus dem Bereich der Vermessungskunde und bezeichnet dort einen Referenzpunkt zur Bestimmung von Höhenunterschieden. Benchmarking bedeutet in diesem Zusammenhang zunächst die Orientierung an dem zuvor festgelegten Referenzpunkt.
In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur existiert keine einheitliche Definition des Begriffs. Zu den zentralen und am häufigsten zitierten Definitionen zählt die von Camp, einer der maßgeblich an dem ersten Benchmarking-Projekt beteiligten Managern der Rank Xerox Corp., die lautet:
„Benchmarking is the search for industry best practice, that lead to superior performence.“
Beim Benchmarking handelt es sich allerdings nicht um eine wissenschaftliche oder pragmatische Neuheit, sondern das Konzept basiert im Kern auf einer Reihe anderer betriebswirtschaftlicher Verfahren, durch deren Zusammenwirken ein übergeordnetes Planungsinstrument geschaffen werden soll. Zunächst muss das Benchmarking von den bereits bestehenden Verfahren abgegrenzt werden. Dementsprechend stehen im Mittelpunkt vieler Publikationen zum Benchmarking Systematisierungsüberlegungen in Abhängigkeit eingesetzter Instrumente oder organisatorische Überlegungen, wie z.B. der Ablauf des Benchmarking-Prozesses zu gestalten ist. Je nach Erfahrungshintergrund von eigenen Benchmarking-Projekten definieren die Autoren Benchmarking in mehr oder weniger unterschiedlicher Weise. Dabei lassen sich jedoch grundlegende Gemeinsamkeiten erkennen. Benchmarking wird demnach als ein kontinuierlicher Prozess verstanden, bei dem ein Vergleichen, Messen und Beurteilen der eigenen Leistung im Verhältnis zu der des Benchmarking-Partners im Vordergrund steht.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Ausgangspunkt und Bedeutung des Benchmarking: Erläutert den wachsenden Wettbewerbsdruck als Treiber für die Notwendigkeit, durch Benchmarking kontinuierlich Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
B. Grundlagen des Benchmarking: Definiert Benchmarking als systematischen Vergleichsprozess und stellt verschiedene Ausprägungsformen sowie den iterativen Prozessverlauf vor.
C. Probleme und Grenzen des Benchmarking: Analysiert kritische Herausforderungen wie die Objektauswahl, Partnerwahl, Teamzusammensetzung sowie Datenanalyseschwierigkeiten und Umsetzungshürden.
D. Gestiegene Bedeutung des Benchmarking in der Wirtschaftskrise?: Diskutiert die Rolle von Benchmarking in Krisenzeiten als notwendiges, aber nicht als pauschales Allheilmittel zur Sicherung der Überlebensfähigkeit.
Schlüsselwörter
Benchmarking, Strategisches Controlling, Wettbewerbsanalyse, Best Practice, Prozessoptimierung, Leistungsmessung, Unternehmensvergleich, Leistungsfähigkeit, Kennzahlenanalyse, Veränderungsmanagement, Wettbewerbsvorteile, Prozessanalyse, Benchmarking-Partner, Wirtschaftskrise, Planungsinstrument
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Benchmarking als zentrales Instrument des strategischen Controlling zur kontinuierlichen Verbesserung der Unternehmensleistung durch externe Vergleiche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der konzeptionellen Abgrenzung, den verschiedenen Prozessphasen, den praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung und der strategischen Relevanz in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen Benchmarking systematisch nutzen können, um durch Prozessoptimierung ihre Wettbewerbsposition nachhaltig zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung und kritische Analyse des Benchmarking-Konzepts unter Einbeziehung relevanter wirtschaftswissenschaftlicher Literatur und Managementtheorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Begriffsbestimmung, die Systematisierung von Benchmarking-Varianten und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Problemen und Grenzen des Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Wesentliche Begriffe sind Benchmarking, Strategisches Controlling, Best Practice, Prozessoptimierung und Wettbewerbsvorteile.
Warum wird Benchmarking im Text als iterativer Prozess bezeichnet?
Da Benchmarking keine einmalige Maßnahme ist, sondern eine kontinuierliche Schleife aus Initiierung, Datenerhebung, Vergleich, Interpretation und Umsetzung erfordert.
Warum kann die Partnerwahl beim Benchmarking problematisch sein?
Probleme entstehen oft durch mangelnde Kooperationsbereitschaft von Best-Practice-Unternehmen oder die Schwierigkeit, Partner zu finden, die in relevanten Parametern wie Größe oder rechtlichen Bedingungen vergleichbar sind.
Welche Rolle spielt das Controlling beim Benchmarking?
Das Controlling ist verantwortlich für die methodisch korrekte Gestaltung und Leitung der Benchmarking-Prozesse, da es die notwendige Methodenkompetenz bereitstellt.
Wie sollte ein Benchmarking-Team idealerweise besetzt sein?
Es sollten Spezialisten einbezogen werden, die sowohl technisches Prozesswissen als auch Verständnis für ökonomische Rahmendaten der jeweiligen Leistungserstellung mitbringen.
- Quote paper
- Marco Piltz (Author), 2009, Methodische Fallstricke bei der Anwendung des Benchmarking, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135212