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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Allgemeine Betrachtungen 4
3 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form 9
3.1 Segmente in der Taylor-Form 9
3.2 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form für äquidistante x-Werte 10
3.3 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form
f ür äquidistante x-Werte in gekürzter Form 17
3.4 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form
f ür nicht äquidistante x-Werte 20
3.5 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form
f ür nicht äquidistante x-Werte in gekürzter Form 28
3.6 Schrittweise Berechnung der Koeffizienten in der Taylor-Form
bei bekannten Anfangswerten 34
4 Periodische Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form 37
4.1 Segmente in der Bernstein-Bézier-Form 37
4.2 Periodische Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form
f ür äquidistante Parameterwerte 40
4.3 Periodische Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form
f ür äquidistante Parameterwerte in gekürzter Form 49
4.4 Periodische Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form
f ür nicht äquidistante Parameterwerte 52
4.5 Periodische Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form
f ür nicht äquidistante Parameterwerte in gekürzter Form 62
4.6 Parametrisierung 66
4.7 Schrittweise Berechnung der Bézier-Punkte bei bekannten Anfangswerten 74
5 Periodische Spline-Interpolation unter Verwendung
von B-Spline-Basisfunktionen 78
5.1 B-Spline-Basisfunktionen 78
5.2 Periodische Spline-Interpolation unter Verwendung von
B -Spline-Basisfunktionen für äquidistante Parameterwerte 81
5.3 Periodische Spline-Interpolation unter Verwendung von
B -Spline-Basisfunktionen für äquidistante Parameterwerte in gekürzter Form 88
5.4 Periodische Spline-Interpolation unter Verwendung von
B -Spline-Basisfunktionen für nicht äquidistante Parameterwerte 90
5.5 Periodische Spline-Interpolation unter Verwendung von B-Spline-Basisfunktionen
f ür nicht äquidistante Parameterwerte in gekürzter Form 103
5.6 Eigenschaften der B-Spline-Kurven 108
5.7 Schrittweise Berechnung der Kontrollpunkte bei bekannten Anfangswerten 118
6 Referenzen 122
3
1 Einleitung
In dieser Abhandlung wird anhand von einfachen Beispielen die Vorgehensweise bei der
periodischen Spline-Interpolation erläutert. Periodisch heißt hier nicht, dass man nur
periodische Funktionen oder geschlossene Kurven erzeugen kann, was eine starke Ein-
schränkung bedeuten würde. Mithilfe der periodischen Spline-Interpolation erhält man auch
translationsinvariante Funktionen und Kurven. In der Abbildung 1 ist eine translations-
invariante Kurve dargestellt, die man durch Interpolation in den Punkten
) 0 | 0 ( X , 1
Es müsste eigentlich statt „periodische Spline-Interpolation“ genauer „Interpolation mit
periodischen Randbedingungen“ heißen. Zwingend periodisch sind nur die Ableitungen ersten
und zweiten Grades, wenn man für die Segmente ganzrationale Funktionen dritten Grades
oder sogenannte kubische Bézier-Kurven verwendet. In unserer Abbildung stimmen die erste
und zweite Ableitung in den Punkten X und X überein. Die Segmente für Spline- 0 5
Funktionen werden in dieser Abhandlung in der Taylor-Form dargestellt. Die Segmente für
Spline-Kurven werden sowohl in der Bernstein-Bézier-Form (Bézier-Spline-Kurven) als
auch unter Verwendung von B-Spline-Basisfunktionen (B-Spline-Kurven) angegeben. Die
Koeffizienten für die Taylor-Form, die Bézier-Punkte für die Bernstein-Bézier-Form und
die Kontrollpunkte (de Boor-Punkte) für die Darstellung unter Verwendung von B-Spline-
Basisfunktionen werden hier nach einer neuartigen iterativen Methode berechnet. Ein-schränkungen, was die Anzahl der Interpolationspunkte (Datenpunkte) angeht, müssen nicht
gemacht werden. Die Rechenzeit für die Koeffizienten (Taylor-Form), Bézier-Punkte oder
Kontrollpunkte (de Boor-Punkte) für einen XP-Rechner (AMD Athlon Dual Core Processor
3800+) mit einem als JAVA-Applet geschriebenen Programm liegt für 10000 Interpolations-
punkte (Datenpunkte) bei rund 19 s. Als kleine Hilfe für Programmierer werden wesentliche
Programmteile in Form eines Struktogramms angegeben.
4
2 Allgemeine Betrachtungen
Wir beginnen mit der Definition der
Spline-Funktion
für die periodische Spline-
Interpolation (Abb. 2 und Abb. 3 für polationspunkten (Datenpunkten)
durch die folgenden vier Eigenschaften definiert:
a) Die Spline-Funktion ) (x s ist im gesamten Intervall ] , [ 0 n x x zweimal stetig differenzier-bar.
b) ) (x s ist in jedem Intervall ] , [ l x x für 1 ..., , 1 , 0 n l durch eine ganzrationale 1 l Funktion dritten Grades
2 3 d x c x b x a x s ) ( l l l l l
gegeben. (Das Schaubild dieser ganzrationalen Funktion heißt Segment.)
) (x s n l ..., , 1 , 0 erfüllt die Interpolationsbedingung y x s ) ( für . c) l l
d) Für die periodische Spline-Interpolation muss die periodische Randbedingung
x s x s und ) ( ) ( 0 x s x s erfüllt sein. ) ( ) ( 0 n n y Ist y , so lässt sich die Spline-Funktion zu einer überall zweimal stetig differenzier- n 0
baren Funktion periodisch fortsetzen (Abb. 2).
y y , so lässt sich die Spline-Funktion zu einer überall zweimal stetig differenzier-Ist n 0
baren Funktion translationsinvariant fortsetzen (Abb. 3).
5
Die Definition der Spline-Kurve für die periodische Spline-Interpolation (Abb. 4 und Abb. 1
Spline-Kurve
vektoren l x ( n l ..., , 1 , 0 , ) und den Parameterwerten (Knoten) u u u ... ist n 2 n 1 0
durch die folgenden vier Eigenschaften definiert:
b) ) (u s ist in jedem Intervall
gegeben. (Das zugehörige Schaubild heißt Segment.)
u x s ) ( für n l ..., , 1 , 0 . c) ) (u s erfüllt die Interpolationsbedingung l l
d) Für die periodische Spline-Interpolation muss die periodische Randbedingung
u u s s und ) ( ) ( 0 u u s s erfüllt sein. ) ( ) ( 0 n n x x , so ist die Spline-Kurve überall zweimal stetig differenzierbar und geschlossen Ist n 0 (Abb. 4).
0 Kurve translationsinvariant fortsetzen (in Abb. 1 Seite 3 ist
Die Darstellung der Segmente in b) ist weitgehend willkürlich gewählt. In der Praxis erweist
sich für Spline-Funktionen die Taylor-Form (Seite 10) und für Spline-Kurven die Dar-
stellung in der Bernstein-Bézier-Form (Seite 38 (15)) (Bézier-Spline-Kurve) oder die Dar-
stellung unter Verwendung von B-Spline-Basisfunktionen (Seite 82) (B-Spline-Kurve) als
wesentlich günstiger. Diese Darstellungsformen sind der Inhalt der Kapitel 3, Kapitel 4 und
Kapitel 5 und werden dort an einfachen Beispielen erläutert.
Jedes der drei Kapitel (Kapitel 3 bis Kapitel 5) folgt ungefähr dem gleichen Ablauf. Das hat
den Vorteil, dass die Kapitel unabhängig voneinander gelesen werden können.
In den Abschnitten 3.1 bzw. 4.1 werden die Segmente ) (x s l bzw. ) (u s und im Abschnitt 5.1 l
die B-Spline-Basisfunktionen genauer untersucht. In den Abschnitten 3.2, 4.2 und 5.2 be-
fassen wir uns mit der periodischen Spline-Interpolation für äquidistante (l. aequus gleich; l.
; distantia Entfernung, Abstand) x-Werte n l x l ..., , 1 , 0 bzw. äquidistante (uniforme (l.
6
uniformis einförmig)) Parameterwerte n l u l ..., , 1 , 0 . Da für eine große Anzahl von Inter-polationspunkten (Datenpunkten) (ab etwa 400 Punkten) die Vorgehensweise in den Ab-
schnitten 3.2, 4.2 und 5.2 keine Ergebnisse mehr liefert (für die Beispiele in unserer Ab-
handlung gibt es diese Probleme wegen der geringen Punktzahl allerdings nicht), wird in den
Abschnitten 3.3, 4.3 und 5.3 die gekürzte Form verwendet, in welcher der Nachteil der Be-
schränkung der Anzahl von Interpolationspunkten (Datenpunkten) nicht mehr auftritt. In den
Abschnitten 3.4, 4.4 und 5.4 wird die periodische Spline-Interpolation für nicht äquidistante
; x-Werte n l x l ..., , 1 , 0 bzw. für nicht äquidistante (nicht uniforme) Parameterwerte
; ..., , 1 , 0 behandelt. Für den Fall, dass eine große Anzahl von Interpolationspunkten n l u l
(Datenpunkten) vorliegt, muss auch hier das gekürzte Verfahren (in den Abschnitten 3.5, 4.5
und 5.5) angewendet werden. Da unsere Methode zwar zur Bestimmung eines jeden
Segments angewendet werden kann, dann aber für eine große Anzahl von Interpolations-punkten (Datenpunkten) relativ langsam ist, behandeln wir im letzten Abschnitt jedes der ge-
nannten Kapitel 3, 4 und 5 eine Methode, wie man eine begrenzte Zahl (bis etwa 20) von
Zwischensegmenten schneller bestimmen kann. Eine Betrachtung, in der die Zeitersparnis
durch dieses Vorgehen dargestellt ist, wird angefügt. In jedem der Kapitel (Kapitel 3, 4 und 5)
werden einfache Beispiele (Taschenrechner oder Computer-Algebra-System sind
empfehlenswert) durchgerechnet. Es sind aber auch rechenaufwändigere Beispiele angefügt,
für die ein Computerprogramm unerlässlich ist. Damit interessierte Leser die Beispiele nach-rechnen können, werden die Eingabewerte als Tabellen angefügt. Wir verwenden bei der Dar-stellung der Zahlen durchweg die angloamerikanische Schreibweise.
Einige Sachverhalte, die für alle Kapitel wichtig sind, wollen wir nun im Folgenden be-schreiben.
Die Striche ’ und ’’, die ab hier in diesem Kapitel auftreten, dienen nur zur Unterscheidung
und haben mit Ableitungen nichts zu tun. Für die Anzahl der Interpolationspunkte (Daten-
punkte) wird immer n und für die Nummerierung der Segmente immer l, beginnend bei 0,
verwendet.
a , Für die periodische Spline-Interpolation spielen die Koeffizienten l vor dem linearen und
1
a , vor dem quadratischen Glied der Taylor-Form (siehe Seite 13 (6)) eines jeden Segments l 2
a , a , s eine wesentliche Rolle. Hat man und bestimmt, so kann man die fehlenden l 1 l 2 l
a , a , a , a , Koeffizienten und leicht berechnen. Für und (also die Koeffizienten vor l 0 l 3 l 1 l 2
dem linearen und dem quadratischen Glied) gilt
und
mit y r l
Interpolationspunkte (Datenpunkte). Es ist
erfolgen. Die Definition von
Interpolation in der Taylor-Form für nicht äquidistante x-Werte“ auf Seite 20.
7
Bei der periodischen Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form spielen die inneren
b b Bézier-Punkte B und B mit den Ortsvektoren und für jedes Segment 3 3 3 3 1 l 2 l 1 l 2 l s 1 ..., , 1 , 0 ; n l eine wesentliche Rolle. Es gilt für die Ortsvektoren dieser Bézier-Punkte l ([24] THEOREM 7 Seite 14)
und
x mit r l
Interpolationspunkte (Datenpunkte). Es ist
Auch hier kommt wieder n
„Periodische Spline-Interpolation in der Bernstein-Bézier-Form für nicht äquidistante (nicht
uniforme) Parameterwerte“ auf Seite 52 und Seite 53.
Bei der periodischen Spline-Interpolation unter Verwendung von B-Spline-Basisfunktionen
spielen die Kontrollpunkte (de Boor-Punkte) l D (einer für jedes Segment) mit den Orts-
d ( l d beeinflusst vier aufeinanderfolgende Segmente) eine wesentliche Rolle. Es vektoren l
gilt ([24] THEOREM 9 Seite 18)
x mit r l
v zu tun. Die Definition von d , erfolgt im Abschnitt 5.4: „Periodische Splinewieder mit n n l r ,
Interpolation unter Verwendung von B-Spline-Basisfunktionen für nicht äquidistante (nicht
uniforme) Parameterwerte“ auf Seite 91.
Wir können kurz folgendermaßen zusammenfassen:
a , a , a) Für Spline-Funktionen sind die Koeffizienten vor dem linearen und vor dem l 1 l 2
quadratischen Glied in der Taylor-Form eines jeden Segments
l
s
immer eine Linear-
kombination der b) Für Spline-Kurven sind die Differenzen
jeden Segments l
Dabei lassen sich die Koeffizienten dieser Linearkombinationen immer als Brüche mit dem
v darstellen. Nenner n
Um später die etwas mehr theoretischen Teile besser zu verstehen und um die Berechnung
v , das ja in jedem der drei Kapitel (Kapitel 3, Kapitel 4 und Kapitel 5) vorkommt, von n
durchführen zu können, müssen die folgenden Definitionen bekannt sein. Eine wesentliche
Rolle spielen die zweireihigen Matrizen der Form
8
([23] Seite 10 (1.3); [24] Seite 3 und [34] Seite 43 ) denn es kommen häufig Produkte solcher
Matrizen vor. Wir definieren das Matrixprodukt ) ( ... ) ( ) ( a G a G a G ([24] 1 i j j
DEFINITION 2 Seite 4)
Da auch Matrixprodukte vorkommen, in denen der untere Index den oberen Index um 1 oder
2 übersteigt, definieren wir zusätzlich, wenn i um 1 größer als j ist
(1)
und wenn i um 2 größer als j,
(2)
v , das in den Formeln der einzelnen Kapitel nur im Nenner vorkommt ist definiert als ([24] n THEOREM 2 Seite 9)
Um uns etwas mehr mit der Materie vertraut zu machen, wollen wir 3
2 und bestimmen. Das Ergebnis 3 v kommt als Zwischenergebnis in späteren 3
Rechnungen zu einem Beispiel (Seiten 59 und 98) vor.
bestimmen. Das führt auf die Rechnung
,
i
Wir erhalten mit den obigen
oder mit dem Produkt der beiden rechten Matrizen als Teilprodukt
Es ist dann nach der Definition (3) von n v
66 17) ( 47) ( 2 v .
3
9
3 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-
Form
3.1 Segmente in der Taylor-Form
In Abb. 5 sehen wir vier Schaubilder von Funktionen, die auf dem Intervall [-5, 5] definiert
0 P und und gehören zu ganzrationalen sind. Alle haben sie die Endpunkte ) 1 | 5 ( ) 3 | 5 ( P 1
Funktionen vom Grad 3. Wir verwenden zunächst die Eigenschaft, dass alle vier Schaubilder
dieselben Endpunkte haben. Der Ansatz in der Taylor-Form (B. TAYLOR, 1685 - 1731,
englischer Mathematiker) liefert
mit dem Zusatz, dass dann
also
0 1 a
und
3 1000 100 10 1 ) 5 ( a a a f , 3 2 1
also o. B. d. A. nach 3 a aufgelöst
Damit also alle vier Schaubilder durch die Punkte
zugehörigen Funktionen die Form
100 10 2 a a 3 2 2 1 . ] 5 , 5 [ ; ) 5 ( ) 5 ( ) 5 ( 1 ) ( x x x a x a x f a 2 1 , 2 a 1000 1
Es handelt sich um eine Funktionenschar mit den Parametern 1 a und 2 a . In unserem Beispiel
(Abb. 5) gilt für die Schaubilder von oben nach unten
10
und
3 2 . ] 5 , 5 [ ; ) 5 ( 023 . 0 ) 5 ( 2 . 0 ) 5 ( 1 . 0 1 ) ( x x x x x f 2 . 0 , 1 . 0
Der Leser kann dies selbst, z. B. mithilfe eines Computer-Algebra-Systems, nachprüfen.
Wir behandeln nun das Problem etwas allgemeiner. Dazu suchen wir die Schar der ganz-
) | ( rationalen Funktionen dritten Grades, deren Schaubilder durch ) | ( y x P und mit y x P 1 1 1 0 0 0 x 0 x gehen. Wie oben am speziellen Beispiel erläutert, muss dann mit dem Ansatz 0 1
0 ) ( y x f 0
also
a y 0 0 und
3 2 1 ) ( y a a a y x f , 1 3 2 1 0 also damit und mit y y y o. B. d. A. 0 1 0
Damit also alle Schaubilder einer Schar ganzrationaler Funktionen dritten Grades durch die
0 haben. Es wird hier nicht ohne Grund das Wort „können“ verwendet, da man als Parameter ja
a und 3 a oder auch 2 a und 3 a hätte verwenden können. auch 1
3.2 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form für
äquidistante x-Werte
Im Folgenden sollen nun Funktionen betrachtet werden, für deren Schaubilder gilt: Es werden
Teilstücke der Schaubilder von Funktionen wie oben, nämlich ganzrational vom 3. Grad, „an-
einandergesetzt“.
Vergleichen wir dazu zunächst die Schaubilder der Abb. 6 und Abb. 7 Seite 11.
Was fällt auf?
] 6 , 10 [ a) Beide zu den Schaubildern gehörenden Funktionen sind auf dem Intervall
definiert.
11
b) Beide Schaubilder haben einen „glatten“ Verlauf.
0 1 2 ) 2 | 10 ( P , , , c) Beide Schaubilder verlaufen durch die Punkte ) 0 | 6 ( ) 3 | 2 ( P P
) 3 | 2 ( P und . ) 2 | 6 ( P 3 4
d) Der Abstand der x-Koordinaten aufeinanderfolgender Punkte P beträgt bei beiden
e) Die erste Kurve kann, wie man in Abb. 8 sieht, in den Punkten
periodisch und „glatt“ fortgesetzt werden (siehe auch Abb. 2 Seite 4).
0 ) 2 | 10 ( P und zwar periodisch fort-Die zweite Kurve kann in den Punkten ) 2 | 6 ( P 4
gesetzt werden, ist dort auch stetig aber nicht differenzierbar (Abb. 9).
Wir wollen nun an unserem Beispiel (Abb. 6 Seite 10) genauer erklären, was man unter
) (x s periodischer Spline-Interpolation versteht: Dabei ist eine Funktion zu bestimmen, deren
Schaubild durch die oben vorgegebenen Punkte, die Interpolationspunkte (Datenpunkte),
verlaufen soll. Zwischen diesen Interpolationspunkten (Datenpunkten) soll das Schaubild
möglichst glatt verlaufen. Dazu eignen sich z. B. ganzrationale Funktionen (hier 3. Grades).
Die Teilstücke des Funktionsschaubildes zwischen aufeinander folgenden Interpolations-
3 , 2 , 1 , 0 , ) ( l x s l werden Segmente punkten (Datenpunkten) (einschließlich dieser Punkte)
12
genannt. Diese Segmente sollen so aneinandergefügt sein, dass die linksseitige Ableitung (bis
zum zweiten Grad) am rechten Ende eines Segments mit der rechtsseitigen Ableitung (bis
zum zweiten Grad) am linken Ende des darauffolgenden Segments übereinstimmt. Es soll also
(4)
gelten.
Da es sich um die periodische Spline-Interpolation handelt, soll die rechtsseitige Ableitung
P mit der linksseitigen Ableitung (bis zum zweiten (bis zum zweiten Grad) im ersten Punkt 0
P
übereinstimmen. Das bedeutet Grad) im letzen Punkt
4
(5)
Die Funktion ist also zweimal stetig differenzierbar periodisch fortsetzbar, wenn außerdem
die y-Werte des ersten und letzten Punktes übereinstimmen, wie es in unserem Beispiel der
Fall ist. Denken wir uns alle möglichen zweimal stetig differenzierbaren Fortsetzungen auf
... , 2 , 1 , 0 , 1 , 2 ..., , ] 16 6 , 16 10 [ k k k eingezeichnet, so erhalten wir den Intervallen
Abb. 8 Seite 11.
Die entstandene Funktion hat die Eigenschaft, dass für alle
) 16 ( x f
Unter einer periodischen Funktion mit der Periode h > 0 versteht man eine Funktion f(x), für
die für alle x aus der Definitionsmenge f(x + h) = f(x) gilt.
in Abb. 6 Seite 10 durch ) 2 | 6 ( P , so hat das so Ersetzen wir den letzten Punkt ) 2 | 6 ( P 4 4
erhaltene Schaubild das folgende Aussehen (Abb. 10).
Zeichnet man die, dann auch hier möglichen, zweimal stetig differenzierbaren Fortsetzungen
ein, so bekommt man das Schaubild der Abb. 11 Seite 13.
Das Schaubild ist translationsinvariant bezüglich des eingezeichneten Vektors
bedeutet: Es wird bei einer Verschiebung bezüglich des eingezeichneten Vektors auf sich ab-
gebildet. Wir wollen auch die dazu gehörende Funktion translationsinvariant nennen. Das
führt auf die folgende Definition:
Unter einer
translationsinvarianten Funktion
versteht man eine Funktion
alle x aus der Definitionsmenge gilt:
Für die Funktion von Abb. 11 Seite 13 (siehe auch Abb. 3 Seite 4) gilt
für eine translationsinvariante Funktion p = 0, so ist sie eine periodische Funktion.
Periodische Funktionen sind also ein Spezialfall der translationsinvarianten Funktionen.
Gehen wir wieder zur Abb. 6 Seite 10 zurück. In der Taylor-Form lassen sich alle vier
s l in der Form Segmente
darstellen. Wie schon oben auf Seite 10 erwähnt, gilt (
und
(7)
wenn man noch
3 , 2 , 1 , 0 l ) hat also die Form Das l + 1-te Segment (
) ( x s l
Es bleibt also noch die Aufgabe, die l
Bedingungen Seite 12 (4) und Seite 12 (5) erfüllt sind.
Dazu dienen die folgenden Zahlenreihen, die man den Abb. 12 und Abb. 13 Seite 14 ent-
nehmen kann.
Wie man die obigen Tabellen bestimmt, wird später erklärt werden. Die Zahlenreihen in den
Tabellen können als Vektoren zusammengefasst werden. Für unser Beispiel (
Wir erinnern uns vielleicht noch an die
Betrachtungen“. Hier kommen drei Indizes vor. Dass in
(
Zahlenreihen für jedes Segment die gleichen sind, wie wir weiter unten sehen werden, der
Index l also weggelassen werden kann. Außerdem kommen zwei Querstriche vor. Das liegt
werden, durch einen Faktor unterscheiden. Wir berücksichtigen zusätzlich, dass
y y . In Computerprogrammen kann es günstiger sein, y y y mod zu verwenden. und 2 6 3 7 n l
zwar unerheblich, für
0 1 ) 2 | 10 ( P 1 ..., , 1 , 0 n l für unser Beispiel (wir erinnern uns, dass die Punkte , , ) 0 | 6 ( P
2 , ) 3 | 2 ( P und vorgegeben waren) sind also (-2, 3, -6, 5), (3, -6, 5, -2), ) 3 | 2 ( ) 2 | 6 ( P P 3 4
(-6, 5, -2, 3) und (5, -2, 3, -6). Wie man sieht, sind die Werte in den Klammern zyklisch ver-
tauscht. 0 a , den Koeffizienten des linearen Glieds aus der Taylor-Darstellung, erhalten wir , 1
aus
Für unser Beispiel also
a 0 , 1
a , den Koeffizienten des quadratischen Glieds aus der Taylor-Darstellung, erhalten Für 0 , 2
wir
und für unser Beispiel also
a 0 , 2
15
Wegen des Ergebnisses von Seite 13 (7) ergibt sich
Das erste Segment lautet also in der Taylor-Form
Für die anderen Segmente muss man entsprechend (
a
a 2
und
a 2
berechnen.
Man stellt dann fest, dass die Darstellung der restlichen Segmente
und
ist.
Nun zur Berechnung obiger Vektoren
(
ordinaten bei äquidistanten x-Werten sind
(8)
und
16
(9)
1 n n n . mit ) ) 3 2 ( ) 3 2 (( ) 1 ( 2 v n
Man sieht, dass die rechten Seiten in beiden Formeln nicht von l abhängen und also für jedes
Segment dieselben sind. Dies gilt nur, wenn die x-Werte der Punkte äquidistant sind. Da die
Formeln außerdem ähnlichen Aufbau haben, wollen wir uns darauf beschränken nur für eine
u von der Formeln einen Wert zu berechnen, und zwar ) , , , ( u u u u . Aus der 4 , 2 4 , 3 4 , 2 4 , 1 4 , 0
1 sein muss. Wir setzen Tabelle (Abb. 12 Seite 13) wissen wir schon, dass das Ergebnis 8
und Verwendet man dann das pascalsche Dreieck und fasst gleichartige Terme zusammen, so er-
hält man
mit den Potenzrechenregeln
und nach dem Zusammenfassen der Ausdrücke
Mithilfe eines Taschenrechners bekommt man
und mit weiteren Teilergebnissen
Es wird im Folgenden (Abb. 14 Seite 17) ein Struktogramm für den Programmteil angegeben,
der für die Berechnung aller Koordinaten von ) ..., , , ( u u u und ) ..., , , ( u u u , 1 , 1 , 0 n n n n , 1 , 1 , 0 n n n n
(im Struktogramm mit u1 und u2 bezeichnet) relevant ist.
Gibt man „große“ Werte für n ein, z. B. n = 400, so stellt man fest, dass der Computer manche
Koordinaten von ) ..., , , ( u u u ) ..., , , ( u u u nicht mehr berechnet. Als bzw. , 1 , 1 , 0 n n n n , 1 , 1 , 0 n n n n
Begründung soll hier der Nenner der Formeln von Seite 15 (8) und Seite 16 (9) für n = 400
angegeben werden. Es ist
6 012 000 573 505 986 450 142 098 840 668 400 400 399 ) 3 2 ( ) 3 2 ( ) 1 ( 2 v 400
597 428 410 587 043 906 339 909 644 908 607 369 957 261 873 714 089 165 163 401 554
156 940 623 509 078 767 243 239 903 035 335 367 919 536 373 980 867 801 842 281 244
524 479 782 480 409 129 736 088 952 465 189 517 268 457 191 084 705 030 099 738 661
395 663 872, also eine 229stellige Zahl. Wenn man darüber hinaus noch bedenkt, dass für den
v | | n 1 lim Betrag des Nenners von Seite 15 (8) und Seite 16 (9) ([24] Seite 19) gilt, so n ) 3 2 ( n
ist dieser große Wert von 400 v nicht weiter verwunderlich.
3.3 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form
für äquidistante x-Werte in gekürzter Form
Ein einfacher Trick für das am Ende von Abschnitt 3.2 erwähnten Problem, dass Rechnungen
und Nenner in den Koordinaten von
n 1 2 ( ) 1 (
und
Da auch hier die zwei Formeln ähnlichen Aufbau haben, wollen wir uns darauf beschränken,
u von wieder nur die Koordinate ) , , , ( u u u u (auch zum Vergleich mit dem Vor- 4 , 2 4 , 3 4 , 2 4 , 1 4 , 0
hergehenden) zu berechnen.
Unter Verwendung des pascalschen Dreiecks bekommen wir
Für die beiden nächsten Umformungen habe ich zugegebenermaßen zum Taschenrechner ge-
griffen.
und
Ausmultiplizieren in Zähler und Nenner und anschließendes Zusammenfassen und Ausklam-
mern ergibt
Mithilfe eines Taschenrechners
Nach Multiplikation, Subtraktion und Division
und
Das Obigem entsprechende Struktogramm ist weniger umfangreich als das für die ungekürzte
Form und hat zusätzlich den Vorteil, dass man jetzt mit „großen“ Werten für n rechnen kann.
Abb. 15
Das Struktogramm zur graphischen Ausgabe der Segmente kann dann folgendermaßen ausse-
hen
Abb. 16
Minimal- und Maximaltemperaturen
Im Anschluss wollen wir ein Beispiel für die periodische Spline-Interpolation für äquidistante
x-Werte angeben. Es handelt sich dabei um einen Auszug aus den Wetteraufzeichnungen
meiner Frau für den Monat April im Jahre 2007. Sie werden feststellen, dass es ein ziemlich
warmer April war. Natürlich ist nicht zwingend erforderlich, dass man bei dieser Grafik für
beide Kurven die periodische Spline-Interpolation verwendet. Sie ist aber eine von mehreren
Möglichkeiten. Eine translationsinvariante, zweimal stetig differenzierbare Fortsetzung für
jede der Kurven wäre zwar möglich, würde aber keinen Sinn machen. Der Temperaturverlauf
im vorangehenden März und dem darauffolgenden Mai würde dem mit Sicherheit wider-
sprechen. Um dem Leser, der das Schaubild selbst mithilfe eines Programms erzeugen will,
das Ablesen der Werte aus dem Diagramm zu ersparen, wird die zugehörige Wertetabelle
beigefügt. Wie schon in der Einleitung erwähnt wurde, sind die Zahlenwerte in der anglo-amerikanischen Form angegeben.
20
3.4 Periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form
für nicht äquidistante x-Werte
Der folgende Teil handelt davon, wie man und für nicht äquidistante x-Werte be- a , a , l 1 l 2
rechnen kann. Noch ausführlicher wird das nach diesem Teil beschrieben und durchgeführt.
In dem Kapitel „Allgemeine Betrachtungen“ (Seite 6) wurde schon erwähnt, dass
und
Fasst man dann noch die
) ..., , , ( u u u a , bzw. a , für zusammen, so lässt sich einem Vektor , , 1 , , 1 , , 0 n l n n l n l l 1 l 2 1 ..., , 1 , 0 n l als
T ) ..., , , ( ) ..., , , ( u u u y y y a , , 1 , , 1 , , 0 1 1 , 1 n l n n l n l n l l l l
bzw.
schreiben. Dabei ist
(Seite 8 (3)). ) 2 , 2 ( g ) 1 , 1 ( g 2 v 1 1 n n n 0 0
Für die periodische Spline-Interpolation in der Taylor-Form gelten die folgenden Formeln für
und . u , u , n l r , n l r ,
oder
u n l r , ,
und
21
oder
u n l r , ,
ergibt sich also als Summe der zweiten Koordinate des Zeilenvektors von u , n l r ,
und der ersten Koordinate des Spaltenvektors von
g 1 n l 1 r l g 1 n l 1 r l
ergibt sich also als Summe der ersten Koordinate des Zeilenvektors von u , n l r ,
und der zweiten Koordinate des Spaltenvektors von
1) (1, g 1 n l 1 r l 1) (2, g 1 n l 1 r l
Sinnvoll ist natürlich, die Matrizenprodukte
durch schrittweises Ausmultiplizieren, beginnend bei
Also G ( 1 l
usw. Desgleichen ist es sinnvoll, die Matrizenprodukte
durch schrittweises Ausmultiplizieren, beginnend bei
Also G ( l n 3 r ) ( ) ( G G für usw. 2 1 n l n l
Damit auch bei dem zweiten Produkt die Zählung bei 0 beginnt, wollen wir dort die Index-
1 r n transformation vornehmen.
Das obige Ergebnis lässt sich dann folgendermaßen schreiben.
ergibt sich als Summe der zweiten Koordinate des Zeilenvektors von u , n l r ,
(10)
und der ersten Koordinate des Spaltenvektors von
22
(11)
g
g
mit
ergibt sich als Summe der ersten Koordinate des Zeilenvektors von u , n l r ,
(12)
und der zweiten Koordinate des Spaltenvektors von
(13)
g
g
mit
Da
1 ..., , 1 , 0 ; ) 2 , 2 ( g ) 1 , 1 ( g 2
n l v
1 1
l n l n
n
l l
n
([24] Seite 9, THEOREM 2) und wir im Verlauf der obigen Rechnung für
berechnet haben, muss nur noch
(14)
bestimmt werden, da n v sich als Differenz von 2 und der Spur dieser Matrix ergibt.
Hier folgt nun der genaue Algorithmus, der an einem einfachen Beispiel erklärt wird.
P
und
4
Die periodische Spline-Funktion (hier periodisch, da die
y-Werte
von
0
stimmen) soll durch die Punkte
) 1 | 8 ( P 4 für das erste Segment. Mit
2 2 und
7 10 gelten oder wir rechnen mit
y mod ). (siehe auf Seite 14 die Erklärung zur Rechnung mit n l
Mit der folgenden Methode bekommt man nach n Iterationen den exakten Wert. Was bei zu
großen n geschieht, wird später erklärt werden. Bei der Bestimmung der Koeffizienten a , l 1
und a , kann man folgendermaßen vorgehen. Wir wollen dabei die einzelnen Teile der Vor- l 2
gehensweise, nämlich
auf drei Arten angeben: a) in allgemeiner Form, b) für unser obiges Beispiel mit
3 1 2 10 4 2 , , und c) als Struktogramm. Wir beziehen uns im Folgenden auf ein
festes n und auf ein bestimmtes Segment, d. h. auf ein festes l. Deswegen wollen wir die Be-
u statt u statt zeichnungen der Einfachheit halber folgendermaßen wählen: r u , und r n l r , . u , n l r ,
Setzen der Anfangswerte
wegen der Ergebnisse von Seite 21 (10) und Seite 22 (12) für
wegen der Ergebnisse von Seite 22 (11) und Seite 22 (13) und
u und u2[r] für r u erhalten wir das Struktogramm der Abb. 19 Seite 24. c) Mit u1[r] für r
Abb. 19
Bestimmen der Iterationen
1 ..., , 2 , 1 n r Iteration für
a)
wegen der Ergebnisse von Seite 21 (10) und Seite 22 (12).
r wegen der Ergebnisse von Seite 22 (11) und Seite 22 (13) für .
b) Iteration für r = 1
Iteration für r = 2
Iteration für r = 3
u und u2[r] für r u erhalten wir das Struktogramm der Abb. 20 c) Mit u1[r] für r
Warum muss man mithilfe von
G1_[1, 1]:= G1[1, 1], G1_[1, 2]:= G1[1, 2], G1_[2, 1]:= G1[2, 1] und G1_[2, 2]:= G1[2, 2]
Kopien erstellen? Warum verwendet man nicht z. B. einfach
G1[2, 1]:= -6/∆[(l + n - 1) mod n]*G1[1, 1] - 2*G1[2, 1]?
Der Grund ist der Folgende: Zwei Zeilen über dieser Anweisung (dort allerdings mit G1_[1, 1]
und G1_[2, 1] auf der rechten Seite) wurde G1[1, 1] schon neu berechnet, wir wollen aber das
alte G1[1, 1], nämlich G1_[1, 1], verwenden.
Arbeit zitieren:
Dr. rer. nat. Friedrich Krinzeßa, 2009, Einführung in die Periodische Spline–Interpolation an einfachen Beispielen, München, GRIN Verlag GmbH
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J. Goebbels - Sportpalast-Rede, Analyse
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Referat / Aufsatz (Schule), 8 Seiten
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Franz Kafka - Das Urteil - Die Verwandlung
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Hausarbeit, 22 Seiten
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Spline Functions and Multivariate Interpolations
H. Hakopian, B. Sahakian, Borislav D. Bojanov
Spline Functions and Multivariate Interpolations
Borislav D. Bojanov, B. Sahakian, H. Hakopian
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