Inhaltsverzeichnis VII
Inhaltsverzeichnis
Vorwort IX
Verzeichnis der verwendeten Symbole XI
1 Betrachtung der Lernschritte des Unterrichtsmodells zum
H örfertigkeitstraining:
linguistisch -lernpsychologische Überlegungen. 1
2 Internationales Phonetisches Alphabet 3
3 Vokale („Vokoide“) 9
4 Monophthonge 12
4.1 Übungen zu den „i-Lauten“ 13
Übungen zu den „e-Lauten“ , e: , : 19
4.2
Übungen zu den „a-Lauten“ a , : 29
4.3
Übungen zu den „ü-Lauten“ , y: 36
4.4
4.5 Übungen zu den „ö-Lauten“ œ , ø: 44
Übungen zu den „u-Lauten“ , u: 52
4.6
Übungen zu den „o-Lauten“ , o: 55
4.7
4.8 Wiederholungsübungen 61
Literaturverzeichnis 73
Vorwort
Wichtige Ziele in der gegenwärtigen Fremdsprachendidaktik sind die Aussprache und die kommunikative Kompetenz. Die kommunikativ-pragmatische Orientierung des Fremdsprachenunterrichts erfordert den Einsatz spezieller Lehrmaterialien und Übungen zur deutschen Aussprache. Die „Übungs- und Aufgabensammlung zur Phonetik/Sprecherziehung der deutschen Gegenwartssprache - Teil I. ‚Vokoide‘“ wendet sich primär an ausländische Lerner der Fachrichtung „Deutsch als Fremdsprache“ in allen Studienrichtungen zur Vorbereitung auf deren Sprachprüfung sowie auch an alle anderen Interessierten, beispielsweise Personen mit künftigen oder bereits gegenwärtig sprachbezogenen Berufen.
Das vorliegende Material ist für Studenten und Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Fähigkeiten erarbeitet worden. Zielsprachenorientiert geht es von den Gesetzmäßigkeiten der deutschen Standardaussprache aus und ist als Arbeitsmaterial konzipiert. Das Buch vermeidet bei der Einführung der jeweiligen Laute bzw. Lautverbindungen die Häufung vielfältiger und zumindest am Anfang vorhandener Lautbildungsschwierigkeiten. Jeder Laut wird in einer rhythmischen Gruppe, einer Wortgruppe, einem Satz und in kognitiven Texten dargeboten. Die Reihenfolge der einzelnen Kapitel ist für die Übungsabfolge nicht relevant.
1 Betrachtung der Lernschritte des
Unterrichtsmodells zum Hörfertigkeitstraining:
linguistisch-lernpsychologische Überlegungen
Bevor wir zu den eigentlichen Hör- und Ausspracheübungen kommen, halte ich es für notwendig, dass die Betrachtung der Lernschritte, die zum gewünschten Erfolg führen sollen, aus der Lernerperspektive vorgenommen wird. Dies soll die einzelnen Phasen der Lerneraktivität näher bestimmen, die eigentliche Aufgabe des Lerners in diesem Unterricht definieren sowie gegebenenfalls seinen späteren Beruf als DaF- Lehrer unterstützen.
Aufnahme → Festigung → Anwendungsphase
Erläuterungen
Schritt 1: stellt die Fähigkeit zum kursorischen Textverständnis dar, dem
Schritt 2: stellt die eigentliche Festigungsphase dar, bei der die Entwicklung
Schritt 3: stellt die spontane Realisierung der Kommunikationsstrategie
Folgende Übungstypen werden angewandt und bei den einzelnen Übungen empfohlen:
1. Transformation (Umformungsübung)
vorgegebenen Stimulus nach dem Muster eines vorgegebenen Satzmodells um (z. B. „Dies hat dem Motor den Rest gegeben.“ - „Nein, sie haben dem Motor nicht den Rest gegeben.“).
2. Substitution (Ersetzungsübung)
oder Wortverbindungen vor, die kursiv gekennzeichnet sind. Der Lerner setzt selbst zu bestimmende Elemente in ein vorgegebenes Satzmodell ein (z. B. „Sie sind mein rettender Engel!“ - „Er hält mich für seinen rettenden Engel.“).
3. Kontextualisation
substantivische Muster auf seine zuvor formulierte Frage (z. B. „der Feldweg“ - Was für ein Land befindet sich hinter den Hügeln? Da liegt nur das Feld mit dem „Feldweg.“). Die Kontextualisation ist erst dann zu empfehlen, wenn die Artikulation des Vokals vom Lernenden eingeprägt wurde. Sie sollte der Überprüfung der richtigen Beherrschung der Artikulation dienen.
4. Repetition (Wiederholungsübung als Kommentarübung) Lerner wiederholt vorgegebene Wörter, Wortverbindungen und Wortgruppen wörtlich und erläutert, welcher Laut der IPA benutzt wird. Im nächsten Schritt beginnt er mit der eigentlichen Aufnahme.
2 Internationales Phonetisches Alphabet
Das Internationale Phonetische Alphabet ist ein phonetisches Alphabet, das aus phonetischen Zeichen besteht, mit deren Hilfe die Laute aller menschlichen Sprachen präzise beschrieben werden können. Das IPA (international benutzte Abkürzung für den oben genannten Fachterminus) verwendet in seiner Zeichentabelle teilweise abgewandelte und ergänzte Buchstaben, die aus dem lateinischen und dem griechischen Alphabet stammen. Folgende Übersicht zur artikulatorischen Beschreibung der im Deutschen unterscheidbaren Vokale soll die von mir behandelten „Vokoide“ zuerst artikulatorisch, im Hinblick auf die Zungenstellung und den Öffnungsgrad, möglichst genau spezifizieren.
Phonetische Zeichen für:
[ i: ] gespanntes, geschlossenes, langes, vorderes, ungerundetes „ i “ (z. B. in „die Wiese, die Biene, etc.“)
[ ] ungespanntes, offenes, kurzes, vorderes, ungerundetes „ i “ (z. B. in
„die Mitte, die Kippe, etc.“)
[ y: ] gespanntes, geschlossenes, langes, gerundetes, vorderes „ ü “ (z. B. in „die Mühle, die Bühne, etc.“)
[ Y ] ungespanntes, offenes, kurzes, gerundetes, vorderes „ ü “ (z. B. in „die Schüssel, schütteln, etc.“)
[ ] ungespanntes, offenes, kurzes, gerundetes, hinteres „ u “ (z. B. in „die
Schuld, der Schuß, etc.“)
[ e: ] gespanntes, geschlossenes, langes, ungerundetes, vorderes „ e “ (z. B. in „die Hefe, die Lehne, etc.“)
[ ] ungespanntes, offenes, kurzes, ungerundetes, vorderes „ e “ (z. B. in
„die Zelle, die Helle, etc.“)
[ : ] ungespanntes, offenes, langes, ungerundetes, vorderes „ e “ (z. B. in
„die Mägde, die Fäden, wählen, etc.“)
[ ] ungespanntes, offenes, kurzes, ungerundetes, zentrales „ e “ (z. B. in „die Rose, sagen, öffnen etc.“)
[ ] kurzes, dunkles, zentrales, ungerundetes „ a “ (z. B. in „einsam, hatte
etc.“)
[ a ] kurzes, helles, ungerundetes, vorderes „ a “ (z. B. in „der Bann, die Matte, etc.“)
[ : ] langes, zentrales, ungerundetes, „ a “ (z. B. in „die Bahn, die Made,
etc.“)
[ o: ] gespanntes, geschlossenes, langes, gerundetes, hinteres „ o “ (z. B. in „der Ton, der Sohn, etc.“)
[ ] ungespanntes, offenes, kurzes, gerundetes, hinteres „ o “ (z. B. in „der
Schotte, die Posse, etc.“)
[ ø: ] gespanntes, geschlossenes, langes, gerundetes, vorderes „ o “ (z. B. in „die Schöße, schön, etc.“)
[ œ ] ungespanntes, offenes, kurzes, gerundetes, vorderes „ o “ (z. B. in „der Schöffe, die Stöcke, etc.“)
[ ] tiefes, zentrales, ungerundetes „ r “ (Vokalisierungsprodukt), (z. B. in
„das Haar, der Bart, der Lehrer, etc.“)
Vokale können ganz genau durch die Annäherung eines Artikulators (das artikulierende Organ), in diesem Fall des Zungenrückens, an eine Artikulationsstelle (ohne Engebildung wie bei den Frikativen) spezifiziert werden.
Im Bereich des Palatums (harter Gaumen) wird der Mund-/Rachenraum in zwei Resonanzräume geteilt, die den im Kehlkopf erzeugten Grundton in charakteristischer Weise modulieren:
Vorderzungenvokale [ i: , , y: , Y , e: , , :, œ , ø ]: Hier hier liegt
1.
die Zungenaufwölbung im Bereich der Vorderzunge und nähert sich dem vorderen harten Gaumen (Palatum), wobei die Höhe der Zungenaufwölbung bei [ i: ] am höchsten, bei [ , :, ø , œ ] am niedrigsten ist.
Hinterzungenvokale [ , o: , , u: ]: Hier liegt die Zungenauf- 2.
wölbung im Bereich der Hinterzunge und nähert sich dem hinteren Palatum, wobei die Höhe der Zungenaufwölbung bei [ u: ] am höchsten, bei [ ] am niedrigsten ist. Die Lage der Zunge ändert sich durch die Position der Aufwölbung. Bei [ u: ] zieht sie sich nach hinten zurück, bei [ i: ] steckt sie sich nach vorne. Zentrale Vokale [ : , , , ]: Ist keine Zungenaufwölbung vor-
3.
handen, die Zunge ist löffelförmig nach unten gewölbt. Eine Modulation der Vokalen kann durch Lippenrundung erfolgen [ y: , Y , ø , œ , o: , , u: , ].
Die Hinterzungenvokale sind im Deutschen immer gerundet. Ferner kann eine Modulation durch Nasalierung erfolgen, Nasalvokale gibt es aber im Standarddeutschen nicht und das Mittelbairische hat die Nasal- vokale ebenso verloren (ab ca. 1960).
Im Fremdsprachenunterricht sind besonders Laute, die artikulatorisch in Ausgangs- und Zielsprache voneinander abweichen, mit besonderer Sorgfalt zu beachten, zu lernen und einzuüben.
Die in Kapitel 4 folgenden Übungen sollen den didaktischen Aspekt der kommunikativen Kompetenz bei den Fremdsprachenlernern unterstützen und beeinträchtigende lautliche Abweichungen ausschließen.
Arbeit zitieren:
Stepanka Neumann, 2006, Das Lernziel „Aussprache“ als Bestandteil der kommunikativen Kompetenz, Teil I. „Vokoide“, München, GRIN Verlag GmbH
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