I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Problemstellung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2 Vergleich der Rettungspakete 3
2.1 Einführung 3
2.2 Unterschiede der Finanzsysteme 4
2.3 Kategorisierung 6
2.4 Überblick über die staatlichen Rettungspakete 7
2.4.1 Die Rettungsmaßnahmen der USA 7
2.4.1.1 Liquiditätshilfen 7
2.4.1.2 Eigenkapitalhilfen 8
2.4.1.3 Bilanzierungshilfen. 8
2.4.2 Die Rettungsmaßnahmen der Bundesrepublik Deutschland 9
2.4.2.1 Liquiditätshilfen 9
2.4.2.2 Eigenkapitalhilfen 9
2.4.2.3 Bilanzierungshilfen. 10
2.4.3 Die Rettungsmaßnahmen von Großbritannien 11
2.4.3.1 Liquiditätshilfen 11
2.4.3.2 Eigenkapitalhilfen 11
2.4.3.3 Bilanzierungshilfen. 11
2.5 Vergleich der Maßnahmen. 12
2.5.1 Zentralbankpolitisches Krisenmanagement und erste staatliche Maßnahmen 12
2.5.2 Vergleich der staatlichen Liquiditätshilfen 15
2.5.3 Vergleich der staatlichen Eigenkapitalhilfen 17
2.5.4 Vergleich der staatlichen Bilanzierungshilfen 18
3 Reaktion der Märkte 20
3.1 Verlauf DAX, Dow Jones und FTSE 20
3.2 Zukünftige Entwicklung 21
Literaturverzeichnis VI
Quellenverzeichnis XII
Anhang XIII
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Verläufe der Leitindizes
Abbildung 2: Verläufe der Leitzinsen 2002 - 2008
Abbildung 3: Verläufe der Leitzinsen 2006 - 2008
Abbildung 4: FTSE 100 Chart
Abbildung 5: Leitindizes und Bankwerte auf Talfahrt
Abbildung 6: Aggregierte Bilanzsummen
Abbildung 7: Abschreibungen auf Wertpapiere
Abbildung 8: Hypo Real Estate Holding Chart
Abbildung 9: Dax 100 Chart
Abbildung 10: Dow Jones Industrial Average
III
Abkürzungsverzeichnis
BoE Bank of England
CDO Collateralized Debt Obligations
CPP Capital Purchase Program
DAX Deutscher Aktien Index
EESA Emergency Economic Stabilization Act
ESZB Europäisches System der Zentral Banken
EZB Europäische Zentralbank
FDIC Federal Deposit Insurance Corporation
FED Federal Reserve System
FMS Finanzmarktstabilisierungsfonds (entspricht SoFFin)
FMSA Finanzmarktstabilisierungsanstalt
FMStErgG Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz
FMStG Finanzmarktstabilisierungsgesetzt
FTSE-Index Financial Times Stock Exchange Index
GDP Gross Domestic Product
IFRS International Financial Reporting Standards
MBS Mortgage-Backed Securities
MFI Monetäres Finanzinstitut
Mrd. Milliarden
PDCF Primary Dealer Credit Facility
SoFFin Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (entspricht FMS)
TAF Term Auction Facility
TARP Troubled Asset Relief Program
TSLF Term Securities Lending Facilities
1
1 Problemstellung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Mitte des Jahres 2007 leitete sich mit der Nachricht der Probleme der US-Amerikanischen Investmentbank Bear Stearns, die größte Finanzkrise seit dem zweiten Weltkrieg ein. 1 Grund für die aufkeimenden Probleme war die Veränderung der Finanzierung in den USA, beruhend auf der Mentalität von Kreditnehmern undgebern. 2 Verleitet durch niedrige Zinssätze wurden etliche Immobilien ohne Sicherheiten finanziert, was einen enormen Anstieg des gesamten Kreditvolumens in den USA zur Folge hatte. Diese Kredite, darunter auch viele Darlehen an Schuldner zweifelhafter Bonität (sogenannte Subprimes), wurden dann von den Banken gebündelt, verbrieft und verkauft, um die vergebenen Kredite und damit verbundenen Unsicherheiten nicht in ihren Bilanzen ausweisen zu müssen. 3 Auch deutsche und europäische Kreditinstitute griffen in vielen Fällen auf Fonds zurück, die Kredite mit unterschiedlichen Risiken bündelten (sogenannte CDOs oder MBS 4 ), da diese in Zeiten geringer Zinsen hohe Gewinne versprachen 5 . Als in den USA die Zinsen wieder stiegen, konnten viele Schuldner ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen. Die verbrieften Kreditpapiere, die von Bank zu Bank verkauft wurden, fielen stark im Wert und die Märkte waren plötzlich nicht mehr bereit, solche Aktiva zu erwerben. Aufgrund des entstandenen gegenseitigen Misstrauens unter den Banken, wurden diese bei ihrer Kreditvergabe extrem vorsichtig. Vor allem die nun fehlende Bereitschaft Darlehen auf dem Interbankenmarkt zu vergeben, brachte insbesondere die Institute, die aufgrund ihrer strategischen Ausrichtung darauf angewiesen waren sich kurzfristig zu refinanzieren, in erhebliche Schwierigkeiten. 6 Nun sahen sich viele Finanzinstitutionen aufgrund des rückläufigen Eigenkapitals zu einer Reduktion ihrer Aktiva gezwungen, was die Vermögenspreise zusätzlich belastete. 7 So nahmen das Verlustrisiko und die Notwendigkeit von Abschreibungen im Wertpapier- und Kreditportfolio der Banken zu. Es resultierte ein erhöhter Anpassungsbedarf in den Bankbilanzen. Die
1 Vgl. Witterauf 2008, S. 2 und Ackermann 2009, S. 2.
2 Vgl. Witterauf 2008, S. 2.
3 Zitiert aus: Witterauf 2008, S. 2.
4 CDO = Collateralised Debt Obligations / MBS = mortgage-backed securities.
5 Vgl. Witterauf 2008, S. 2.
6 Vgl. Cecchetti 2008, S. 3.
7 Vgl. SVR 2008, S. 117.
2
Eigenkapitalbasis wird durch die wachsenden Bewertungsverluste geschmälert. Diese Aktiva mussten bzw. müssen veräußert oder zumindest ausgelagert werden. 8
Die Insolvenz von Lehman Brothers löste einen vollständigen Vertrauensverlust in die Finanzsysteme aus und führte zum gänzlichen Erliegen des Interbankenmarktes. 9 Im Vergleich zu historischen Finanzkrisen, insbesondere der Weltwirtschaftskrise 1929 und der „Dotcom-Krise“ 2000, zeichnete sich diese Krise durch eine jahrelange Falscheinschätzung und systematische Fehleinpreisung des Risikos aus und nicht wie bei den beiden vorherigen Krisen durch eine Überbewertung bestimmter Wertpapiere. 10 Durch die internationale Vernetzung der Finanzmärkte hatten diese Kreditausfälle weitreichende Konsequenzen auf den gesamten Kapitalmarkt, so mussten viele Banken enorme Wertberichtigungen vornehmen. 11 Ohne die umfassenden Rettungsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken hätte es zu einem systematischen Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems kommen können. 12 Ziel dieser Arbeit ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Ursachen und Hintergründe, der zur Rettung notleidender Banken ergriffenen Maßnahmen in entwickelten Ländern herauszuarbeiten.
1.2 Gang der Untersuchung
Mit dem Ziel die Rettungspakete der entwickelten Länder zu vergleichen, werden in dieser Arbeit die Maßnahmenpakete für Banken exemplarisch an drei der führenden Wirtschaftsnationen - USA, Deutschland und Großbritannien - gegenübergestellt. Vorangehend wurde im ersten Kapitel die Finanzkrise und damit die Ursachen der systematischen Bankenkrise zum Verständnis der Problematik beschrieben. Zu Beginn des zweiten Kapitels wird die jeweilige Ausgangslage der drei zum Vergleich herangezogenen Nationen unter Berücksichtigung der finanzsystematischen Besonderheiten dargestellt, um ein besseres Verständnis für die Hintergründe der resultierenden Rettungspakete zu schaffen. Anschließend werden die Maßnahmen der Rettungspakete nach finanzpolitischen Kriterien kategorisiert, indem zwischen Liquiditätshilfen, Eigenkapitalhilfen und Bilanzierungshilfen unterschieden wird. Darauf aufbauend werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie das
8 Vgl. Helaba 2009, S. 14.
9 Vgl. SVR 2008, S. 117.
10 Vgl. Dibelius 2008, S. 1.
11 Vgl. Witterauf 2008, S. 2.
12 Vgl. SVR 2008, S. 144. und S. 117.
3
Zentralbankpolitische Krisenmanagement während der Krise erarbeitet. Abschließend werden im dritten Kapitel die Reaktion der Märkte sowie die bisher absehbaren Folgen der Rettungspakete analysiert.
2 Vergleich der Rettungspakete
2.1 Einführung
Aufgrund der zentralen Rolle des Bankenwesens im weltweiten Finanzsystem ist der Finanzsektor aller entwickelten Volkswirtschaften bereits heute der meistregulierteste Sektor und untersteht einer umfassenden staatlichen Aufsicht. 13 Gründe hierfür basieren im Wesentlichen auf zwei Überlegungen. 14 Erstens sind Finanzintermediäre und Finanzmärkte als finanzielle Infrastruktur eine unverzichtbare Voraussetzung für die Effizienz einer Volkswirtschaft. Zweitens erzeugt das Finanzsystem ein dichtes Netz von Kredit- und Finanzbeziehungen, das Haushalte und Firmen miteinander verbindet. Die Festigkeit dieses Netzes basiert ganz wesentlich auf dem Vertrauen, das den Elementen der finanziellen Infrastruktur von den Marktteilnehmern entgegengebracht wird. 15 Tatsächlich sind Banken die wichtigsten Finanzintermediäre in allen Wirtschaften, vor allem für ihre Rolle als Versorger von Liquidität. 16 Aufgrund der starken Vernetzung und dem hohen Maß an notwendigem Vertrauen haben systemische Bankenkrisen wie die aktuelle das Potenzial, den gesamten Finanzsektor einer Volkswirtschaft zum Zusammenbruch bringen zu können. Gravierende Verluste bei einigen wenigen Banken eines Landes sind meist der Ausgangspunkt für eine solche Krise, häufig gefolgt von einem allgemeinen Vertrauensverlust mit folgendem „Bankrun“, also dem generellen Abzug von Einlagen. Infolgedessen sieht sich das gesamte Finanzsystem mit einem Liquiditätsproblem konfrontiert. Grund dafür ist in den meisten, wie auch im aktuellen Fall, der Zusammenbruch eines überwiegend kreditfinanzierten Immobilienbooms. Einzelne Banken können dem auftretenden Liquiditätsproblem zwar kurzfristig durch den Verkauf von Aktiva entgegenwirken, dem gesamten Bankensystem ist dies jedoch nicht zwingend möglich. 17 Im Interesse einer schnellen Stabilisierung des Finanzsystems erklärt sich der Staat bzw. die
13 Vgl. Cecchetti 2008, S. 3.
14 Vgl. Krahnen 2006, S. 2 und SVR 2008, S. 145.
15 Zitiert aus Krahnen 2006, S.2.
16 Vgl. Cecchetti 2008, S. 3.
4
Zentralbank bereit einen erheblich Teil der Bankverluste zu übernehmen. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Zentralbank als „Lender of last Resort“. 18 In dieser Funktion stellt sie den Banken gegen gute Sicherheiten unbegrenzt die benötigte Liquidität zur Verfügung. 19 Diese Maßnahmen genügen im Idealfall um den Vertrauensverlust der Krise zu kompensieren. Handelt es sich jedoch um eine systematische Bankenkrise, in der das gesamte Bankensystem mit erheblichen Verlusten konfrontiert wird, müsste die Notenbank zunehmend Bankforderungen mit zweifelhafter Qualität ankaufen, wodurch die Zentralbank in dieser Funktion rasch an den Rande ihrer Möglichkeiten gedrückt wird. 20 Ohne eine umfassende staatliche Intervention würde eine systemische Krise zu einem Zusammenbruch des Finanzsystems führen. 21 Ausgehend von historischen Bankenkrisen und dem folgendem plötzlichen Vertrauensverlust 22 berichtet die empirische Literatur von Wohlfahrtseinbußen von 15 Prozent bis 20 Prozent des GDP/BIP. 23 Aus diesem Grund haben die meisten Industrieländer umfangreiche Rettungspakete verabschiedet, die im Folgenden untersucht werden.
2.2 Unterschiede der Finanzsysteme
„Bank mit Rekordgewinnen“, so und so ähnlich lautete es in den Geschäftsberichten der deutschen Banken noch im Jahr 2006. 24 Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit verzeichneten Banken, vor allem Investment Banken, stetig steigende Gewinne, ebenso auch in England und den USA. „Solide wie eine Bank“, so war beispielsweise die einstimmige Meinung von Finanzexperten über die Investmentbank Lehmann brothers, die 2 Jahre später im Jahr 2008 insolvent ging. 25
Nicht nur Banken erzielten wachsende Gewinne, sondern die Wirtschaft im Allgemeinen war im Aufschwung. Entscheidend für den Aufschwung in Deutschland war unter anderem das konstante niedrige Niveau des Leitzinses der EZB von 2
17 Vgl. SVR 2008, S. 145.
18 Vgl. Krahnen 2006 S. 2.
19 Vgl. SVR 2008, S. 142.
20 Vgl. SVR 2008, S. 144.
21 Zitiert aus: SVR 2008, S. 145.
22 Vgl. Krahnen 2006, S. 2.
23 Vgl. Hoggarth 2001, S. 3.
24 Vgl. Deutsche Bank 2006.
25 Vgl. Manager Magazin 2006.
Arbeit zitieren:
H. Silken, N. Anders, R. Assaturi, 2009, Vergleich der Rettungspakete zwischen den entwickelten Ländern, München, GRIN Verlag GmbH
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