INHALTSVERZEICHNIS
I
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VI
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 1
1.3 Aufbau der Arbeit 1
2 Grundlagen zu Spam 2
2.1 Begriff 2
2.2 E-Mail Spam-Kategorien 3
2.2.1 Unsolicited Bulk E-Mail 3
2.2.1.1 Kettenbriefe und Hoaxes 4
2.2.1.2 Scam 4
2.2.1.3 Phishing und Spearphishing 5
2.2.1.4 Malware 5
2.2.1.5 Joe Jobs 6
2.2.2 Unsolicited Commercial E-Mail 7
2.2.2.1 Betrügerischer Spam 7
2.2.2.2 Spammen für überteuerte Artikel 7
2.2.2.3 Job-Spam 7
2.2.3 Kollateraler Spam 8
2.3 Entwicklung von E-Mail Spam 9
2.3.1 Quantitative Entwicklung 9
2.3.2 Entwicklung der E-Mail Spam-Arten 10
2.3.3 Entwicklung themenspezifischer Kategorien 10
2.3.4 Regionalbezogene Entwicklung 12
3 Technik 13
3.1 Entstehung und Verbreitung von Spam 13
3.1.1 Gewinnung der Adressen 13
3.1.2 Open Relays 13
3.1.3 Open Proxies 13
3.1.4 „Zombie-PCs“ und „Botnetze“ 14
3.1.5 Sonstige Verbreitungswege 16
3.2 Erkennungsprinzipien 16
INHALTSVERZEICHNIS
II
3.2.1 Server- und clientseitige Bestimmung 16
3.2.2 Regelbasierte Erkennung 17
3.2.3 Dynamische Systeme - Bayes-Filter 17
3.2.4 Verteilte Erkennung 19
3.3 Maßnahmen zur Vermeidung von Spam 20
3.3.1 Protokollbasierte Verfahren 20
3.3.2 Whitelisting 23
3.3.3 Blacklists/ DNSBL 23
3.3.4 IP-Blacklisting mit Frequenzanalyse 24
3.3.5 Right Hand Side Blacklists 25
3.3.6 Greylisting 25
3.3.7 URIDNSBL 27
3.3.8 Filter 27
3.3.8.1 Heuristische Filter 27
3.3.8.2 Bildfilter 27
3.3.9 Robinsonlisten 28
3.3.10 Challenge-Response Verfahren 28
3.3.11 Kooperierende Maßnahmen 30
3.4 Vorbeugung: Tarnen der E-Mail Adressen 31
4 Rechtliche Situation 34
4.1 Parameter für eine Anti-Spam Gesetzgebung 34
4.2 Rechtslage in der EU 38
4.3 Rechtslage in Deutschland 40
4.4 Rechtslage in den USA 44
4.5 Rechtslage in sonstigen Ländern 46
4.6 Rechtliche Möglichkeiten gegen Spam 48
4.6.1 Einsetzbares Recht 48
4.6.2 Art der Ansprüche 48
4.6.3 Anspruchsgegner 49
4.7 Kritische Betrachtung der spambetreffenden Gesetze in Anbetracht
der Statistiken 52
4.7.1 Effekte des CAN-SPAM Acts und uneindeutige Statistiken 52
4.7.2 Trends und Verlagerungen 54
4.7.3 Was wird benötigt? 55
5 Ökonomische Aspekte 57
5.1 Kostenfaktoren für E-Mail Spam 57
5.2 Internationale Kostenbetrachtung 59
5.3 Spamkosten in Organisationen 61
INHALTSVERZEICHNIS
III
5.3.1 Spamkosten in Unternehmen 61
5.3.2 Spamkosten an einer Universität 64
5.3.3 Spamkosten bei Internet Service Providern 65
5.4 Verluste der Anwender durch besondere E-Mail Spam-Formen 65
5.4.1 Spamkosten durch „419er Spam“ 65
5.4.2 Kosten durch Aktien-Spam 66
5.5 Der Profit der Spammer 67
5.6 E-Mail Spam-Kostenberechnung: Ein Praxisbeispiel 68
5.6.1 Unternehmensübersicht 68
5.6.2 Allgemeine Angaben 69
5.6.3 Kostenblöcke 69
5.6.4 Ergebnisse und Diskussion 72
6 Fazit und Ausblick 74
7 Anhang A 76
Literaturverzeichnis 78
Rechtsquellenverzeichnis 93
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
Abkürzungsverzeichnis
Anz . . . . . . . . . . . . . . Anzahl
APWG . . . . . . . . . . Anti-Phishing Working Group BATV . . . . . . . . . . . Bounce Address Tag Validation BDSG . . . . . . . . . . . Bundesdatenschutzgesetz BetrVG . . . . . . . . . . Betriebsverfassungsgesetz BGB . . . . . . . . . . . . . Bürgerliches Gesetzbuch
BSI . . . . . . . . . . . . . . Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik CAN-SPAM . . . . . Controlling the Assault of Non- Solicited Pornography and Marketing
CAPTCHA . . . . . . Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart
CGI . . . . . . . . . . . . . Common Gateway Interface CNSA . . . . . . . . . . . Contact Network of Spam enforcement Authorities DCC . . . . . . . . . . . . . Distributed Checksum Clearinghouses DDoS attack . . . . . Distributed Denial-of-Service attack DNSBL . . . . . . . . . . Domain Name System Blackhole List ESMTP . . . . . . . . . . Extended Simple Mail Transfer Protocol EWR . . . . . . . . . . . . Europäischer Wirtschaftsraum FTC . . . . . . . . . . . . . Federal Trade Commission HADEF . . . . . . . . . Heinrich de Fries GmbH I.D.I. . . . . . . . . . . . . Interessenverband Deutsches Internet ICMP . . . . . . . . . . . . Internet Control Message Protocol ICPEN . . . . . . . . . . International Consumer Protection Enforcement Network IM . . . . . . . . . . . . . . . Instant Messaging IRC . . . . . . . . . . . . . . Internet Relay Chat ISP . . . . . . . . . . . . . . Internet Service Provider ITU . . . . . . . . . . . . . Internazional Telecommunication Union LAP . . . . . . . . . . . . . London Action Plan Malware . . . . . . . . . Malicious Software MMS . . . . . . . . . . . . Multimedia Messaging Service MTA . . . . . . . . . . . . Mail Transfer Agent MUA . . . . . . . . . . . . Mail User Agent NANAS . . . . . . . . . . news.admin.net-abuse.sightings OCR . . . . . . . . . . . . . Optical Character Recognition OECD . . . . . . . . . . . Organisation for Economic Co-operation and Development RFC . . . . . . . . . . . . . Requests for Comments RHSBL . . . . . . . . . . Right Hand Side Blacklists
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
SMS . . . . . . . . . . . . . Short Message Service
SMTP . . . . . . . . . . . Simple Mail Transfer Protocol SPF . . . . . . . . . . . . . Sender Policy Framework SPIM . . . . . . . . . . . . Spam over Instant Messaging SPIT . . . . . . . . . . . . Spam over Internet Telephony StGB . . . . . . . . . . . . Strafgesetzbuch TACD . . . . . . . . . . . Trans Atlantic Consumer Dialogue TCP . . . . . . . . . . . . . Transmission Control Protocol TKG . . . . . . . . . . . . Telekommunikationsgesetz TLS . . . . . . . . . . . . . Transport Layer Security TMG . . . . . . . . . . . . Telemediengesetz UBE . . . . . . . . . . . . . Unsolicited Bulk E-Mail UCE . . . . . . . . . . . . . Unsolicited Commercial E-Mail UDP . . . . . . . . . . . . . User Datagram Protocol UKlaG . . . . . . . . . . . Unterlassungsklagengesetz
URIDNSBL . . . . . . Uniform Resource Locator Domain Name System Blackhole List UWG . . . . . . . . . . . . Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb
TABELLENVERZEICHNIS VI
Tabellenverzeichnis
1 Länderspezifische Anti-Spam Gesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 2 Verschiedene Marketing Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 3 E-Mail-Anwender in der HADEF GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . 68 4 Kosten der serverbasierten Antispam-Technologie . . . . . . . . . . . 70 5 Firewall: Zugestellte und geblockte E-Mails . . . . . . . . . . . . . . . 76 6 Allgemeine Angaben zu HADEF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76 7 Kostenblöcke durch E-Mail-Spam bei HADEF . . . . . . . . . . . . . 77
Abbildungsverzeichnis
1 Angestiegener Spamanteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 2 E-Mail-Spam-Themen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 3 Herkunft von E-Mail-Spam 2007 - 2008 . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 4 Nationale Herkunft von E-Mail-Spam am 13./ 14. Sept. 2008 . . . . . 12 5 Zentralisierte Topologie (l.) und dezentralisierte Topologie (r.) . . . . 15 6 Begriffsdatenbank für den Filter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 7 Beispiel einer SMTP-Kommunikation mit Greylisting . . . . . . . . . 26 8 Serielle Modularisierung von Filterverfahren . . . . . . . . . . . . . . 30 9 Tarnverfahren-Ergebnisse eines neunmonatigen Feldversuchs . . . . . 33 10 Parameter für Antispam-Gesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 11 E-Mail-Spam-Herkunft im internationalen Vergleich: 2004 - 2007 . . . 53 12 Spam-Kosten/ Mailbox 2005 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 13 Spam-Kostenanteil/ Einwohner 2005 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 14 Spam-Kostenanteil am Bruttonationaleinkommen 2005 . . . . . . . . 60 15 Unternehmen mit typischen Spamkosten . . . . . . . . . . . . . . . . 62 16 Unternehmen mit hohen Spamkosten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 17 Unternehmen mit geringen Spamkosten . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 18 Kostenverteilung für die Anti-Spam-Maßnahmen bei HADEF . . . . . 72
1 EINLEITUNG 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
E-Mail-Spam wird in den letzten Jahren zunehmend zu einem Problem für die Benutzer, die Administratoren und die Betreiber der Mailserver. Das Spam-Phänomen entwickelt sich von weltweit ursprünglich 600 Spam-E-Mails 1978 1 bis ca. 100 Mrd. Spam-E-Mails/ Tag im Juni 2007 2 . Seit 2005 steigt die Spammenge um 5000 % 3 . Die Spam-E-Mail-Menge nimmt anteilsmäßig zur Gesamt-E-Mail-Menge von 2001 mit 5 % auf 90-95 % für 2007 zu 4 . Der E-Mail-Sicherheitsdienstleister „Antispameurope“ ermittelt eine E-Mail-Spam-Quote von über 99 % für die eingegangenen E-Mails seiner Kunden im Mai 2008 5 . Die E-Mail-Spam-Versendung über ferngesteuerte „ZombiePCs“, Windows-PCs, die über einen Trojaner oder Wurm mit „Backdoorkomponenten“ infiziert werden und in Botnetzwerken zusammengeschlossen auftreten, sind nach Studien die Ursache für 80 % des E-Mail-Spam-Aufkommens 6 . Anderen Untersuchungen zufolge sind sie der Grund für 60 % 7 des E-Mail-Spam. So können mit 300.000 Zombie-PCs täglich 60 Mrd. Spam-E-Mails aus dem Botnetzwerk „Srizbi“ versendet werden 8 .
1.2 Zielsetzung
Ausgehend von der Entwicklung des Spam-Phänomens werden die Techniken des Spammens, Erkennungskonzepte und Maßnahmen zur Vermeidung von Spam-E-Mails erläutert. Ziel dieser Arbeit ist es, insbesondere die national unterschiedlich rechtliche Situation für das Spamming darzustellen. Darüber hinaus sollen die ökonomischen Aspekte für die Prozessbeteiligten, für den Spammer, die Unternehmen oder die Administratoren aufgezeigt werden.
1.3 Aufbau der Arbeit
Nach der Darstellung der Grundlagen werden die technischen Zusammenhänge sowohl für den Prozess des Spammens als auch für den der Prävention beschrieben. Daraufhin wird die rechtliche Situation in den Ländern, die maßgeblich am Spamming beteiligt sind, dargestellt. Ein weiteres Kapitel zeigt die ökonomischen Aspekte des Spamming. Mit einem Fazit und Ausblick schließt diese Arbeit ab.
1 Vgl. Lischka (2008).
2 Vgl. Stiller (2008).
3 Vgl. Mann (2008).
4 Vgl. o.V. (2007a).
5 Vgl. o.V. (2008b).
6 Vgl. Kamluk (2008), S. 2 ff.
7 Vgl. o.V. (2005g).
8 Vgl. Stewart (2008).
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 2
2 Grundlagen zu Spam
2.1 Begriff
Definition Wird der Begriff Spam auf E-Mail angewandt, so wird er im Englischen UBE (Unsolicited Bulk E-Mail) genannt. Im Deutschen wiederum heißt dieser Ausdruck „Unverlangte Massen E-Mail“. „Massen“ heißt es, da die E-Mail mit vielen anderen E-Mails und inhaltlich mit identischem Inhalt verschickt wird. Beide Aspekte müssen gemeinsam beim Spam zutreffen: „unverlangt“ und „in Massen“. Aus technischer Sicht wird eine E-Mail als Spam bezeichnet, wenn die Identität des Empfängers und der Zusammenhang unbedeutend ist, da die Nachricht auf viele andere Empfänger zutrifft. Darüber hinaus hat der Empfänger kein nachweisliches, explizites und widerrufbares Einverständnis abgegeben, die Nachricht zu erhalten 9 . Eine Spam-E-Mail kann auch in ihrer Anrede personalisiert sein; dabei wird jedoch nie auf die individuellen Umstände des Adressaten eingegangen 10 . Erwünschte E-Mails werden im Vergleich zu Spam auch als Ham definiert.
Hinsichtlich des Inhalts einer Spam-E-Mail, die klassische Kennzeichen haben kann, zeigt sich mitunter das subjektive Empfinden des Empfängers, da Spam z.T. sehr persönlich formuliert sein kann und deshalb für den einen Empfänger Ham und für den anderen Spam darstellt 11 .
Im juristischen Sinne ist die Definition für Spam-E-Mail bzgl. des Kontextes etwas eingeschränkter formuliert. Hier heißt es: 12
• „Werbender Inhalt mit kommerziellem Hintergrund. Nichtkommerzielle E-Mails für karitative Zwecke sind in der Regel zulässig“;
• „Unverlangte Zusendung: Keine vorherige Anforderung von Informationen durch den Empfänger“;
• „Kein bereits bestehender geschäftlicher Kontakt zwischen Versender und Empfänger“.
Demnach bezieht sich die Gesetzgebung mit wenigen Abweichungen nur auf kommerzielle Inhalte 13 .
Entstehung Der amerikanische Lebensmittelhersteller Hormel Foods bietet u.a. ein Konservenfleischprodukt an, das gewürztes Schweinefleisch und Schinken, also
9 Vgl. o.V. (o.J.g).
10 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 38.
11 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 14.
12 Topf u. a. (2005), S. 38.
13 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 38.
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 3
„Spiced Pork and Ham“ enthält, in der Kurzform: SPAM; der Name hierfür entsteht 1936.
Die Bedeutung, die Spam heutzutage für die E-Mail-Benutzer hat, erlangt SPAM in einem Sketch einer englischen Comedy-Gruppe: Ein Ehepaar bestellt bei einem Kellner, der nur SPAM-Produkte anbietet. Jedesmal, wenn das Wort SPAM fällt, ertönt ein Wikinger Chor mit dem lauten Gesang im Hintergrund: „Spam, spam, spam, spam, lovely spam, wonderful spam.“ Dadurch wird jede Unterhaltung unmöglich. Später wird der Begriff Spam in Newsgroups auf das mehrmalige Online-Setzen des gleichen Beitrags übertragen; dieses wiederholte Einstellen wird Spamming genannt. Im Folgenden werden die Begriffe Spam und Spamming auf den E-Mail-Verkehr ausgeweitet 14 .
2.2 E-Mail-Spam-Kategorien
Neben E-Mail-Spam existiert u.a. noch Mobile Spam, eine Art von Spam, bei der ungebetene Angebote für kommerzielle Produkte über SMS (Short Message Service) oder MMS (Multimedia Messaging Service) verschickt werden. Mobile Spam ist im Verhältnis zu E-Mail-Spam ein Problem geringeren Umfangs, da das kommerzielle-und Dienstleistungsumfeld für handyspezifische Dienstleistungen prinzipiell resistenter gegenüber Spam ist, z.B. über Spammelde-Serviceprogramme für Kunden 15 . Wei-
tere Spamformen stellen Voice over IP Spam bzw. SPIT (Spam over Internet Telephony), Suchmaschinen-Spam, Blog-Spam 16 und SPIM (Spam over Instant Messaging) dar; auch massenhaft verschickte Faxe sind eine Form des Spammens 17 .
Im Folgenden werden die E-Mail-Spam-Kategorien betrachtet:
2.2.1 Unsolicited Bulk E-Mail
Die Merkmale einer UBE sind „Unerwünschtheit“ und „massenhafter Versand“ 18 .
UBE und Spam werden im allgemeinen synonym verwandt, obwohl Spam eine weiterreichende Bedeutung hat. Spam kommt ursprünglich im „Usenet News“ vor. Dort können E-Mails nicht angefordert oder abgelehnt werden, obwohl es einige Newsgroups explizit als Teil der Gruppencharta erlauben. Die erste Version des Berichts des Internet Mail Consortium von 1997 enthält noch den Begriff UCE (Unsolicited Commercial E-Mail), weil in den USA, in der zu jener Zeit die zentrale Diskussion über Spam entsteht, zwar kommerzielle Kommunikation gesetzlich geregelt werden kann, nicht aber politische oder religiöse. Als jedoch der internationale Umfang des
14 Vgl. Lerg (2003), S. 7.
15 Vgl. o.V. (2006d), S. 22 ff.
16 Vgl. o.V. (2006d), S. 24 f.
17 Vgl. Eibl (2007).
18 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 13.
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 4
Problems deutlich wird, wird die Terminologie in dem Bericht von UCE auf UBE geändert. Die begrenzten Möglichkeiten, Spam zu kontrollieren, was z.B. die Notwendigkeit von verschiedenen Gesetzen für politische UBE und kommerzielle UCE verdeutlicht, reflektieren regionale/ nationale Gegebenheiten 19 .
Bei der Betrachtung von UBE wird oft das „Social Engineering“ angeführt. Social Engineering wird allgemein als eine Betrugs- und Manipulationsmethode definiert, mit der private Informationen anderer Menschen erlangt werden können 20 . Es gibt diverse Arten des Social Engineering: 21
• Betrügerische Mails;
• Phishing;
• Spearphishing.
2.2.1.1 Kettenbriefe und Hoaxes In Kettenbriefen in Form einer E-Mail werden Empfänger aufgefordert, die Mitteilung an viele Bekannte weiterzuleiten. Den Empfänger würden als Belohnung Glück in diversen Lebenssituationen und Pech bei Nichtweiterleitung erwarten 22 .
Hoax ist die englische Bezeichnung für „Schabernack“ 23 . Dies sind Kettenbriefe bzw.
-mails, die als Falschmeldungen vor neuen Gefahren wie Viren im Internet warnen oder auch Petitionen z.B. für eine Knochenmarkspende für einen Leukämiekranken enthalten 24 . Die Folgen von letztgenannten Hoaxes können unzählige Anrufe bei
dem Betroffenen sein, dessen Kontaktdaten in der E-Mail genannt sind und der oft nichts von seiner Krankheit weiß.
2.2.1.2 Scam In Scam-Mails, insbesondere den 419er-Spam-E-Mails, die auch Nigeria-Spam genannt werden, nutzt der Spammer die Leichtgläubigkeit der Opfer in Verbindung mit der Gier nach schnellem Reichtum aus 25 . Dabei wird dem
E-Mail-Empfänger eine Geschichte beschrieben, die von Bankgeschäften, Toten ohne Erben, Lottogewinnen u.a. handelt. Das Prinzip ist immer, dass eine finanzielle Hilfe benötigt wird, um die großen beschriebenen Beträge transferieren zu können und dem Opfer die hohen zugesagten Gelder auszahlen zu können. Folgt ein Opfer den Anweisungen in den E-Mails, wird er schrittweise betrogen. Dabei müssen z.B. immer wieder erfundene Rechnungen beglichen werden 26 .
19 Vgl. Hoffman (1997).
20 Vgl. o.V. (o.J.s).
21 Vgl. o.V. (2007h).
22 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 13.
23 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 13.
24 Vgl. Ziemann (2002).
25 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 15.
26 Vgl. o.V. (o.J.x).
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 5
Wird das Geld vom Opfer bezahlt, ist das Geld verloren, und der betrügende Geschäftspartner mit den hohen zugesagten Prämien ist nicht mehr erreichbar 27 . Der Nigeria-Spam stammt ursprünglich aus Nigeria, wo der oben beschriebene „Vorausbetrug“ nach dem 419er Paragraphen strafbar ist 28 . Nach den Statistiken der Firma Ultrascan, die das Phänomen des Nigeria-Spam seit 1996 untersucht, gibt es 2007 weltweit 300.000 Betrüger in 70 Ländern. Dies sind 3 % mehr als 2006. 250.000 Spammer stammen dabei aus Nigeria 29 .
2.2.1.3 Phishing und Spearphishing Mit Phishing E-Mails werden Internetbenutzer auf präparierte Webseiten geführt, auf denen vertrauliche Zugangsinformationen wie Zugangsdaten für das Online-Banking abgefragt werden, die die Spammer abfangen und nutzen, um Geld von dem Bankkonto des Opfers auf ein Konto ihrer Geldkuriere zu transferieren 30 .
Die präparierten Webseiten imitieren die Webseiten der Geschäftspartner der Opfer. Es sind meistens Banken, etwas seltener das Auktionshaus „Ebay“ und elektronische Versandhäuser 31 .
Das „PH“ in dem Begriff Phishing hat seinen Ursprung im „Phreakerkreis“, in dem „Telekommunikations-Hacker“ mit „Tonfrequenz-Hacks“ bzw. „Blue Boxing“ Aufsehen im amerikanischen Telefonnetz „Ma Bell“ zwischen dem Jahr 1960 und 1990 erregen. Die Ähnlichkeit zum Phishing besteht darin, dass Phreaken grundsätzlich eine Irreführung des Operators ist 32 .
Spearphishing meint, dass eine persönlich scheinende Spam-E-Mail an einen konkreten Adressatenkreis, z.B. Angestellte eines Unternehmens geschickt wird. In dieser E-Mail zeigt sich der Spammer beispielsweise als IT-Leiter, der Kennwörter abfragt oder den empfangenden PCs Malware wie Trojaner oder einen Virus übermittelt 33 .
2.2.1.4 Malware Malware (Malicious Software) ist im allgemeinen eine Software, die in einem Informationssystem installiert wird, um dort oder auf anderen Systemen Schaden zu verursachen oder den Nutzen der Systeme anders auszurichten als es der Besitzer beabsichtigt 34 . Dabei definiert die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) 35 1992 in ihren „Richtlinien für die Sicherheit von Informationssystemen“ ein Informationssystem als Computer, Kommunikationsmittel, Computer- und Kommunikationsnetzwerke, Daten und Informationen,
27 Vgl. o.V. (o.J.x).
28 Vgl. o.V. (2008p).
29 Vgl. o.V. (2008a), S. 1 ff.
30 Vgl. o.V. (o.J.q).
31 Vgl. o.V. (o.J.r).
32 Vgl. Schultz (2006).
33 Vgl. o.V. (2007h).
34 Vgl. o.V. (2008g), S. 10.
35 zu Dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 6
die gelagert, verarbeitet, abgefragt oder übertragen werden können, einschließlich Programme, Spezifikationen und Verfahren für ihre Prozesse, ihr Nutzen und Erhaltung 36 .
Viele Typen von Malware, wie Viren oder Trojaner erfordern vom Internetbenutzer eine interaktive Handlung, z.B. das Klicken eines Links in einer E-Mail oder das Öffnen einer Anlage, damit sich diese installiert.
Mit Social Engineering, dem derartigen Verfälschen einer E-Mail, dass diese wie eine E-Mail eines rechtmäßigen Unternehmens erscheint, und dem anschließenden Verschicken, kann erreicht werden, dass der E-Mail-Empfänger einen schädlichen Link klickt oder Malware herunterlädt 37 .
Über Malware kann ein Fernzugriff auf ein Informationssystem erlangt werden, wobei Daten dort gespeichert und von diesem System zu einem dritten System gesendet werden können. Dabei weiß der Systembenutzer nicht, dass sein System angegriffen wird oder die System- und Datenintegrität beeinträchtigt werden und Sicherheitseinstellungen deaktiviert werden 38 .
Mit Malware können so Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit eines Informationssystems und Netzwerke unterwandert werden 39 .
Es werden die folgenden Malwareformen unterschieden: „Virus“, „Würmer“, „Trojanische Pferde“, „Hintertüren“ („Backdoors“), „Tasten-Rekorder“ („Keystroke Loggers“), „Administratorenbausätze“ („Rootkits“) und „Spionageprogramme“ („Spyware“).
2.2.1.5 Joe Jobs Spammer machen es sich insbesondere zu Nutze, dass E-Mails von einem anderen Absender gesendet werden können. Auf diese Weise können sie E-Mails im Namen von Firmen verschicken, so dass sich die Empfänger von den unwissenden Firmen belästigt fühlen und eventuell gegen diese oder ihre Provider etwas unternehmen 40 .
Der Name stammt von einem bekannt gewordenen Ereignis aus dem März 1997, als Joe Doll, ein Betreiber eines Portals für kostenlose Webseiten, einen Spammer aus seinem System entfernt. Dieser Spammer fälscht E-Mails an andere Nutzer, so dass diese sich mit Beschwerden in Form von E-Mail, Anpingen und anderen Angriffen an joes.com rächen und sein System für zehn Tage funktionsunfähig machen 41 . Letztere Art der Sabotage wird auch als DDoS attack (Distributed Denial-of-Service attack) bezeichnet 42 .
36 Vgl. o.V. (1998).
37 Vgl. o.V. (2008g), S. 12.
38 Vgl. o.V. (2008g), S. 10.
39 Vgl. o.V. (2008g), S. 14.
40 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 15.
41 Vgl. Doll (o.J.).
42 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 16.
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 7
2.2.2 Unsolicited Commercial E-Mail
E-Mails mit kommerziellen Inhalten, die unverlangt oder von einem vorliegenden Geschäftsverhältnis unberührt verschickt werden, werden UCE genannt 43 . UCEs
werden meist von Spammern geschickt, die Provisionen von den Werbefirmen bekommen 44 . Folgende Formen der UCE lassen sich unterscheiden:
2.2.2.1 Betrügerischer Spam Aktien- bzw. Börsen-Spam kann zum einen als Scam und zum anderen auch als eine Form des Betrugs betrachtet werden, da der Spammer den Aktienkurs durch wahrscheinliche Zukäufe der Spamopfer, aufgrund von gefälschten positiv formulierten Meldungen für die vor dem Konkurs stehenden Unternehmen, in die Höhe treiben möchte, nachdem er zuvor die Aktien gekauft hat. Steigt der Aktienwert bis zum Limit des Spammers, so verkauft er die Aktien mit Gewinn 45 . Dabei handeln die Spammer besonders „Pennystocks“, da der Markteinfluss
eines Kaufs durch einen Individualanleger bei einer geringen Liquidiät besonders hoch ist. Dies zeigen auch Tests einer Studie der Universitäten Dresden und Mannheim im April 2006, bei der die Marktaktivität für Pennystocks gemessen wirdzum einen für Spam beworbene Aktien und zum anderen für nicht beworbene 46 .
2.2.2.2 Spammen für überteuerte Artikel Bei dieser Form von E-Mail-Spam wird für diverse Artikel wie z.B. Warnwesten im Zusammenhang mit einer 2004 eingeführten verkehrstechnischen Richtlinie oder Medikamente, die nicht frei verkäuflich sind oder noch nicht zugelassen sind, geworben. Dabei sind die Preise im Vergleich zu Marktpreisen sehr überhöht. Eine weitere genutzte Kategorie stellt Software dar, wobei entweder veraltete Versionen zu Marktpreisen der neuen Versionen oder Raubkopien zu etwas geringeren Preisen als die Originalversion, aber als solche, beworben werden 47 .
2.2.2.3 Job-Spam Ziel des Spammers ist es, über den neuen zu werbenden „Angestellten“ einen Geldempfänger bzw. Mittelsmann für Scheinbestellungen zu haben, der dann das Geld vom vermeintlichen Spamopfer auf ein Firmenkonto überweist. Hierbei fällt für den Mittelsmann eine Provision an. Dafür werden in E-Mails Stellenanzeigen versendet. Die Stellenbeschreibungen liegen oftmals völlig unter den
43 Vgl. Karge u. a. (2006), S. 5.
44 Vgl. Schryen (2007), S. 13.
45 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 17 f.
46 Vgl. Böhme und Holz (2006), S. 7 f.
47 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 21 f.
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 8
üblichen Anforderungen für diesen Typ von Stelle. So wird beispielsweise für den „Financial Manager Europe“ nur die Möglichkeit zum Online Banking erwartet 48 .
Der jeweilige Bewerber macht sich bei seiner Tätigkeit für den Spammer der Beihilfe zum Computerbetrug schuldig und ist schadenersatzpflichtig 49 .
2.2.3 Kollateraler Spam
Kollaterale E-Mails sind Spam-E-Mails, die als Antwort auf entgegengenommene E-Mails erstellt und an eine außenstehende dritte Partei geschickt werden. Hauptursache für kollateralen Spam sind Malware- oder Spam-E-Mails mit manipulierten Absenderadressen. Über die folgenden drei Vorgehensweisen kann es zu dieser Form von Spam kommen: 50,51
1. Die gefälschte Absenderadresse des vermeintlichen Dritten in der E-Mail, führt bei nicht existierender Empfängeradresse je nach Konfiguration des Servers zur E-Mail-Annahme durch selbigen und dann zum Senden der „Unzustellbarkeitsnachricht“ an den Dritten.
2. Neben der automatischen Erzeugung der E-Mail-Antworten durch den MTA (Mail Transfer Agent) können Antworten auch einzeln und individuell gezielt von den Empfängern erzeugt werden, die sich der gefälschten Absenderadresse, beispielsweise beim Verschicken ihrer Beschwerde-E-Mails, unbewusst sind.
3. Abwesendheitsnachrichten als „Autoresponder“ können auch häufig zu kollateralen Spam führen.
48 Vgl. Eggendorfer (2007b), S. 23 f.
49 Vgl. AG Hamm, Urteil vom 05.09.2005, Az: 10 Ds 101 Js 244/05-1324/05, url: http://www.aufrecht.de/urteile/delikt-strafr/beihilfe-zum-computerbetrug-bei-phishing-ag-hamm-urteil-vom-050905-az-10-ds-html und Urteil des AG Überlingen, Az: 1 Cs 26466/05 AK
183/06, url: http://www.jurpc.de/ aufsatz/20060108.htm
50 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 16.
51 Vgl. o.V. (o.J.m).
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 9
2.3 Entwicklung von E-Mail-Spam
2.3.1 Quantitative Entwicklung
Bei einer Gesamtbetrachtung des E-Mail-Verkehrs hat der Anteil von Spam-E-Mails in den letzten Jahren überproportional steigend zugenommen. Vgl. Abbildung 1. Dabei ist es kaum möglich, allgemein gültige und konkrete Aussagen über den Anteil von Spam-E-Mails zu machen, da die Statistiken einzelner Dienstleister wie z.B. MessageLabs oder Barracuda Networks auf jeweils unterschiedlichen Daten basieren 52 . Barracuda Networks verzeichnet bei seinen Messungen von täglich über einer Mrd. E-Mails seiner Kunden einen Anteil von Spam-E-Mails, der von 2001 mit 5 % auf 90-95 % für 2007 gestiegen ist 53 .
Der Anti-Spam und Anti-Virus Dienstleister MessageLabs kann mit seinen Messungen den Spamtrend von Barracuda Networks bestätigen. Für 2007 liegen sie unter den Ergebnissen von Barracuda Networks. So ermittelt MessageLabs für 2006 ca. 86,2 % und für 2007 eine Rate 84,6 % 55 . Im Mai 2008 liegt der Wert bei 82,2 %. Die Statistiken basieren auf der täglichen Überprüfung von 2,5 Mrd. E-Mail Verbindungen und 1 Mrd. Webseitenaufrufe seiner 18.000 Kunden in 86 Ländern 56 . Das Kontrollieren von über ca. 95 Mio. E-Mails stündlich von Barracuda Networks ergibt für die letzten 24 Std. des 3. Sept. 2008 ohne die Berücksichtigung der ge-
52 Vgl.Aycock, J., zitiert nach Cheng (2007).
53 Vgl. o.V. (2007a).
54 Vgl. Barracuda Networks, o.V. (2007a), in Anlehnung an Asay, M. Asay (2007).
55 Vgl. o.V. (2007c), S. 5.
56 Vgl. o.V. (2008h), S. 8 ff.
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 10
blockten vireninfizierten E-Mails eine Durchschnitt-Spam-E-Mail-Rate von 91,99 % und zeigen deutlich das Anhalten des Trends 57 .
Der steigende E-Mail-Spam-Anteil lässt sich auf die neue Vorgehensweise der Spammer zurückführen 58 (s.u.). Dies zeigt sich auch in der Zunahme der Spam-E-Mails neuerer Art. Diese sind von 63,4 % 2006 auf 73,9 % 2007 angestiegen 59 .
2.3.2 Entwicklung der E-Mail-Spam-Arten
Seit 2005 setzen Spammer aufgrund leistungsfähigerer Spamfilter vermehrt Bilder statt Text in ihren E-Mails ein 60 . Diese Spamform beobachtet auch MessageLabs 2007, als der Spam-E-Mail-Anteil mit Bild als Anlage bei bis zu 20 % liegt. Der Sicherheitssoftwareanbieter Symantec schätzt in seinem monatlichen Bericht „The State of Spam“ einen Spitzenwert von 52 % für „Bildanlagen-Spam“ für Anfang 2007, der bis zur Mitte 2007 auf 8 % zu Gunsten von „pdf-Anlagen-Spam“ zurückgeht 61 . Diese Berichte umfassen die Daten eines monatlichen Zeitraumes, der am 25. des jeweiligen Monats vor der Berichtserscheinung endet 62 . Im Juni 2007 erkennt MessageLabs die ersten Spam-E-Mails mit pdf-Anlagen. Im Oktober folgen Spam-E-Mails mit mp3-Anlagen, die Werbebotschaften enthalten 63 . Im Mai 2008 entdeckt MessageLabs Links in Spam-E-Mails, die auf Dokumente im doc-Format auf der Google-Plattform verweisen. So nutzen Spammer zum einen Google, um die E-Mails mit den Google-Links an den traditionellen Spamfiltern vorbeizusenden und zum anderen können sie ihren Erfolg über Google Analytics messen. Ähnlich verfahren Spammer bei SkyDrive, dem Onlinedateispeicher Microsofts, auf dem HTML-Dokumente mit Links per Weiterleitung zu den Webseiten der Spammer platziert werden 64 .
2.3.3 Entwicklung themenspezifischer Kategorien
Symantec differenziert in seinen monatlichen Spamberichten zwischen den folgenden Themen:
• Waren (Products): Z.B. Geräte, Ermittlungsdienste, Kleidung oder Makeup;
• Artikel und Dienstleistungen für Erwachsene über 18 Jahre (Adult): z.B. Pornographie oder Beziehungsratgeber;
57 Vgl. o.V. (2008e).
58 Vgl. o.V. (2008c).
59 Vgl. o.V. (2007c), S. 5.
60 Vgl. o.V. (2008l).
61 Vgl. o.V. (2007f), S. 7.
62 Vgl. E-Mail von Dermot Harnett, Symantec, Harnett (2008a).
63 Vgl. o.V. (2007c), S. 7.
64 Vgl. o.V. (2008h), S. 2 f.
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 11
• Angebote im Finanzenbereich, Aktienmarkt (Financial): z.B. Anlagengüter, Darlehen oder Grundbesitz;
• Betrügerische E-Mails (Scam): Absichtlich irreführende E-Mails oder für betrügerische Handlungen seitens des Senders bekannte E-Mails, z.B. Nigeria-Anlagen;
• Gesundheit (Health): Werbung für gesundheitsbezogene Produkte und Dienstleistungen, z.B. Medikamente oder Kräuterheilmittel;
• Täuschung/ Betrug (Fraud), z.B. Phishing zur Bankkontobenachrichtigung;
• Freizeit (Leisure), z.B. Urlaubsangebote, Online Casino oder Spiele;
• Internetbezogene Angebote wie z.B. Webhosting, Webdesign oder Spamware.
In Symantecs Berichten „The State of Spam“, die nach Auskunft von Dermot Harnett, Antispamexperte bei Symantec, auf der Auswertung ihres Testnetzwerkes mit
zwei Millionen E-Mail-Accounts weltweit beruhen 65 , zeigt sich, dass sich die Themenschwerpunkte der Spam-E-Mails in den letzten beiden Jahren etwas verschieben (Vgl. Abbildung 2). Von 2007 zu 2008 hat sich der thematische Schwerpunkt bei den Spam-E-Mails in den Monaten Juni bis August von dem Waren- (28 %) auf den Internet- (27 %), Gesundheit- (17 %) und Finanzbereich (17 %) verlagert.
65 Vgl. Telefonische Mitteilung von Harnett, D., Symantec, Harnett (2008c).
66 in Anlehnung an Symantec: o.V. (2008n); o.V. (2007f); o.V. (2007g); o.V. (2008o).
2 GRUNDLAGEN ZU SPAM 12
2.3.4 Regionalbezogene Entwicklung
Nach Symantecs Statistiken stammen 2008 ein Drittel aller Spam-E-Mails für den Zeitraum Juni bis August aus den USA. Tendenziell ist der Spamanteil in Europa, Australien, Ozeanien und Afrika um jene 10 % gestiegen, die die USA von 2007 zu 2008 verloren haben. Vgl. Abbildung 3.
Abbildung 4 zeigt, dass E-Mail-Spam, national betrachtet, weiterhin vorwiegend von den USA ausgeht. Die Daten für dieses Diagramm entstammen den Messungen Barracuda Networks über 24 Stunden vom 13.09. auf den 14.09.2008. Als „Momentaufnahme“ zeigen sie deutlich die regionale Konzentration in den USA.
Abbildung 4: Nationale Herkunft von E-Mail-Spam am 13./14. Sept. 2008 68
67 in Anlehnung an Symantec: o.V. (2008n); o.V. (2007f); Vgl. E-Mail von Harnett, D., Symantec, Harnett (2008b).
68 in Anlehnung an Barracuda Networks: o.V. (2008k).
3 TECHNIK 13
3 Technik
3.1 Entstehung und Verbreitung von Spam
3.1.1 Gewinnung der Adressen
Spammer gelangen über unterschiedliche Wege an die E-Mail-Adressen:
• „Harvester“-Programme, im Folgenden als Harvester bezeichnet, werden genutzt, um Adressen auf Internetseiten, in Newsgroups oder in Chatbereichen zu sammeln 69 .
• Der Spammer kann Adressen aus E-Mail-Programmen des Opfers bei vireninfizierten Systemen verwenden 70 .
• Oft werden Adresssammlungen aus rechtlich korrekt erhobenen Datenbeständen gesetzwidrig weitervermittelt und zum Spammen missbraucht 71 .
• E-Mail-Adressen werden mit Hilfe von Wörterbüchern oder Vornamen erzeugt. Eine andere Methode besteht in „brute force attacks“, wobei jede denkbare Zeichenfolge als E-Mail-Adresse genutzt wird. Die erstellten Adressen werden an Mailservern auf Funktionstüchtigkeit getestet 72 .
3.1.2 Open Relays
Verbreitungswege für E-Mail-Spam sind „Open Relays“. Dieses sind Mailserver, die aus jeder Domain E-Mails in andere senden können. Der Vorteil besteht darin, dass vom Absender ein Mailserver einer fremden Domain für den Versand gewählt werden kann, wenn der eigene nicht erreichbar ist. Während dieses Konzept noch bis in die 1990er Jahre genutzt wird, sind die „Open Relays“ inzwischen aufgrund der Missbrauchgefahr kaum noch im Einsatz. Durch eine falsche Serverkonfiguration können sie sich dennoch ergeben 73 .
3.1.3 Open Proxies
Über inkorrekt eingestellte Proxies, die von außerhalb des eigenen Netzwerkes erreicht und verwendet werden können, kann Spam verbreitet werden. Dabei werden die „Received from“ Informationen hinsichtlich der Spamquelle nicht übermittelt.
69 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 27.
70 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 27.
71 Vgl. Karge u. a. (2006), S. 6.
72 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 27.
73 Vgl. Topf u. a. (2005), S. 24 f.
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Dipl. Ing. (FH) Dipl. Wirt. Inf. (FH) Randolph Morawe, 2009, Spam - Prävention und Bekämpfung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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