II
Inhaltsverzeichnis
Symbolverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis IX
Abbildungsverzeichnis X
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Begriffliche Abgrenzungen 2
1.2.1 Definition des Strategieverständnisses 2
1.2.2 Arten von Strategien 3
1.2.3 Definition Geschäftsmodell 5
1.2.4 Der Unterschied von Strategie und Geschäftsmodell 7
2 Banken im Wandel 8
2.1 Bankensysteme im Wandel 8
2.2 Strategiewahlmöglichkeiten deutscher Banken 8
2.2.1 Arten von Spezialbanken 9
2.2.2 Near- und Non-Banks 10
2.2.3 Universalbanken 10
2.2.3.1 Kreditbanken 11
2.2.3.2 Sparkassen und Girozentralen 12
2.2.3.3 Genossenschaftsbanken und genossenschaftliche Zentralbanken 14
2.3 Abgrenzung des Finanzdienstleistungsmarktes 14
2.4 Unternehmensumweltanalyse deutscher Universalbanken 16
2.4.1 Die makroökonomischen Einflussfaktoren 16
2.4.2 Technologische Umwelt. 16
2.4.3 Politisch-rechtliche Umwelt 17
2.4.4 Sozio-kuturelle Umwelt 18
2.5 Wettbewerbsumfeld der deutschen Universalbanken 18
2.5.1 Die potenziellen Neuanbieter 19
2.5.2 Verhandlungsmacht der Abnehmer. 19
2.5.3 Substitutive Leistungen 20
2.5.4 Verhandlungsstärke der Lieferanten 20
2.5.5 Grad der Rivalität unter den bestehenden Banken 20
III
3 Strategische Ausrichtung am Privatkundengeschäft 21
3.1 Strategische Geschäftsfelder von Universalbanken 21
3.2 Die generisch-funktionale Wertkette von Universalbanken. 22
3.3 Die Bedeutung des Privatkundengeschäfts 24
3.4 Die Geschäftsfelder des Privatkundengeschäfts 29
3.5 Risiken im Privatkundengeschäft 30
3.6 Ansatzpunkte zur Gewinnoptimierung 31
3.6.1 Kostenführerschaft 32
3.6.2 Differenzierung 33
3.7 Identifikation erfolgsversprechender Geschäftsmodelle 35
3.7.1 Definition von Erfolg 35
3.7.2 Erfolgreiche Steuerung von Universalbanken mittels RORAC 37
3.7.3 Indikatoren zur Identifikation erfolgreicher Universalbanken 38
3.7.4 Erfolgsversprechende Geschäftsmodelle für Universalbanken 40
3.7.4.1 Das Geschäftsmodell des Local Player 41
3.7.4.2 Das Geschäftsmodell des Global Player 42
4 Die Banco Santander 44
4.1 Der konzeptionelle Aufbau der Banco Santander 44
4.2 Die strategische Ausrichtung der Banco Santander 49
4.3 Die Effizenzvorteile der Banco Santander 50
4.3.1 Effizienz durch das Management-Workflow-System 50
4.3.2 Effizienz durch die Konzernstruktur 52
4.3.3 Effizienz durch Erfahrungswerte 53
4.3.4 Vermeidung größenbedingter Nachteile 54
4.4 Die Erfolgskennzahlen der Banco Santander 55
4.4.1 Erfolg im Sinne des Shareholder-Value 55
4.4.2 Erfolg im Sinne der Bankenaufsicht 57
4.5 Schaffung von Kundennutzen 58
5 Fazit 60
Literaturverzeichnis 61
IV
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft Aufl. Auflage BAFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Banesto Banco Espanol de Credito BANIF Banco Internacional do Funchal Basel I Risk-Weighted Capital Adequacy Framework
BRIC Brasilien, Russland, Indien, China BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise ca. circa CAPM Capital Asset Pricing Model CEO Chief Executive Officer CIR Cost Income Ratio Corp. Corporation DBB Deutsche Bundesbank Deka Deutsche Kapitalanlagegesellschaft DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DK Durchschnittskosten DCF Discounted Cash Flow DSGV Deutscher Sparkassen und Giroverband DZ Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank e.V. eingetragener Verein EAD Exposure at Default E.B.I.F. European Banking & Insurance Fair EBT Earnings before Taxes EKKS Eigenkapitalkostensatz EL Expected Loss EONIA Euro Overnight Index Average
V
et al. et alii EU Europäische Union EURIBOR Euro Interbank Offered Rate evtl. eventuell EW Erwartungswert EWR Europäischer Wirtschaftsraum EZB Europäische Zentralbank f. folgende ff. fortfolgende FDIC Federal Deposit Insurance FED Federal Reserve System FIRB Fortgeschrittener Internal Ratings Based Approach GB Großbritannien GE General Electric GenG Genossenschaftsgesetz HBG Hypothekenbankgesetz HH Haushalte Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel i.V.m. in Verbindung mit IAS International Accounting Standard Inc. Incorporated
Internal Ratings Based Approach Basisansatz IRBB Isban Ingenieria de Software Bancario IT Informationstechnologie IuK Informations- und Kommunikationstechnologie k.A. keine Angabe Kfz Kraftfahrzeug KWG Kreditwesengesetz L Leitlinie LGD Loss given Default M Maturity M Monate M&A Mergers and Acquisitions
VI
Mio. Millionen Mrd. Milliarden NRW Nordrhein-Westfalen OCC Office of the Comptroller of the Currency OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung p.a. per anno PD Probability of Default POS Point of Sale RAROC Risk Adjusted Return on Capital RBS Royal Bank of Scotland ROE Return on Equity RORAC Return on Risk Adjusted Capital
Return on Risk Adjusted Capital (am Ende der Planungsperiode) RORAC Ist RORAC Ziel Hurdle Rate S. Seite(n) S.A. Sociedad Anonima S&P Standard & Poor´s SEC United States Securities and Exchange Commission SGE Strategische Geschäftseinheit SGF Strategisches Geschäftsfeld SME Small and Medium-sized Enterprise SpkG Sparkassengesetz(e) sog. so genannt Tab. Tabelle Tsd. Tausend Tz. Textziffer u.a. unter anderem UL Unexpected Loss URL Uniform Resource Locator US Vereinigte Staaten (von Amerika) USA Vereinigte Staaten von Amerika VaR Value at Risk Vgl. Vergleiche Vol. Volume
VII
WGZ Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank WTO World Trade Organization X Produktionsmenge z.B. zum Beispiel
VIII
Symbolverzeichnis
Konfidenzniveau systematisches Risiko im Rahmen des Capital Asset Pricing Model m2,p1 Kreuzpreiselastizität der Unternehmen 1 und 2 Veränderungsrate m 2 Absatzmenge des Unternehmens 2 p 1 Preis des Produktes des Unternehmens 1 r f risikoloser Zinssatz r m Rendite des Marktportfolios Euro $ (US-)Dollar Ø Durchschnitt % Prozent ungefähr gleich
IX
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Geschäftsstruktur deutscher Universalbanken................................................ 12
Tab. 2: Vermögensentwicklung der Haushalte ........................................................... 27
Tab. 3: Standardansatz nach Basel II .......................................................................... 28
Tab. 4: Technologiekosten der Banco Santander ....................................................... 51
X
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Arten von Strategien nach den Ebenen des Planungssystems
Abb. 2: Generisch-funktionale Wertkette von Universalbanken.
Abb. 3: Auswirkungen der Subprime-Krise am Interbanken-Geldmarkt.
Abb. 4: Typisierte Geschäftsfelder im Privatkundengeschäft
Abb. 5: Auswirkung von Größendegressionseffekten
Abb. 6: Erfolgsverprechende Geschäftsmodelle für Universalbanken
Abb. 7: Vereinfachtes Organigramm der Banco Santander
Abb. 8: SGF und SGE der Banco Santander
Abb. 9: Der EBT der SGF der Banco Santander
Abb. 10: Cost Income Ratio: Deutsche Bank vs. Banco Santander
Abb. 11: Risiko-adjustierte Kennzahlen der Banco Santander
Abb 12: ROE der Banco Santander
1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die Struktur der nationalen und internationalen Bankenlandschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchsituation. Der wirtschaftliche Integrationsprozess in Europa, sozio-kulturelle Veränderungen, neue aufsichtsrechtliche Vorschriften, der technologische Fortschritt und nicht zuletzt die Auswirkungen der US-Subprime-Hypothekenkrise 1 in den Jahren 2007 und 2008 haben die Ausgangssituation und Perspektiven der Banken nachhaltig verändert. Banken ohne Wettbewerbsvorteile können sich diesem Wandel nur schwer anpassen und haben deshalb versucht, ihre strukturellen Defizite durch risikointensivere Eigengeschäfte auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten zu kompensieren. Auch traditionelle europäische Universalbanken mit grundsätzlich breit diversifiziertem Leistungs- und Kundenspektrum entkoppelten daher zunehmend ihre Geschäftstätigkeit vom eigentlichen Kundengeschäft. Die Folgen dieser Entwicklung wurden durch die US-Subprime-Hypothekenkrise offensichtlich. 2
Ziel dieser Arbeit ist es, zu verdeutlichen, dass der Gesamterfolg einer Universalbank in engem Bezug zum Erfolg im Privatkundengeschäft steht. Ferner werden erfolgsversprechende Strategien und Geschäftsmodelle identifiziert, die eine optimale Nutzung der Ertragspotenziale des Privatkundengeschäfts gewährleisten.
Hierfür werden in Kapitel 1 zunächst die Begriffe Strategie und Geschäftsmodell definiert und voneinander abgegrenzt. Am Beispiel des deutschen Universalbanksystems werden in Kapitel 2 die unterschiedlichen Universalbankformen sowie die direkten Wettbewerber im Privatkundengeschäft vorgestellt. Es wird erörtert, welche Relevanz das Privatkundengeschäft zum gegenwärtigen Zeitpunkt in deutschen Großbanken, Sparkassen und Volksbanken hat und in welcher Art und Weise sich der Wandel der Umwelt- und Umfeldfaktoren auf die etablierten Teilnehmer am deutschen Finanzdienstleistungsmarkt auswirkt. In Kapitel 3 rücken die existenzielle Bedeutung, die Chancen und die Risiken des Privatkundengeschäfts für Universalbanken in den Fokus. Es werden Strategien vorgestellt, die zur Margen-Optimierung im Privatkundengeschäft führen. Im Anschluss werden Geschäftsmodelle identifiziert, die den Ansprüchen der Privatkunden und damit letztlich auch den Ansprüchen der Bankenaufsicht sowie der Anteilseigner entsprechen. In Kapitel 4 werden die Erkenntnisse aus den vorangegangen
1 Vgl. BAFin (2008), S. 9ff.
2 Vgl. hierzu näher wiwo.de (2008).
2
Abschnitten hinsichtlich der Relevanz für die Praxis überprüft. Als Beispiel dient hierfür die privatkundenorientierte Universalbank Banco Santander, die bereits gegenwärtig die theoretisch erarbeiteten Erkenntnisse in die Praxis umsetzt. In Kapitel 5 erfolgt letztlich ein abschließendes Fazit.
1.2 Begriffliche Abgrenzungen
1.2.1 Definition des Strategieverständnisses
Der Strategiebegriff entstammt aus der altgriechischen Wortkombination Das AgeiFühren). In der betriebswirtschaftlichen Literatur wird der Begriff Strategie eng mit dem Begriff Unternehmensplanung verbunden. 3 Eine einheitliche Definition des Strategiebegriffs konnte sich bis heute weder in den Medien, der Praxis noch in der Wissenschaft durchsetzen. Klassische Ansätze des Strategieverständnisses u.a. von Chandler und Ansoff sind stark prozessorientiert. Chandler definiert Strategie (...) the determination of the basic long-term goals and objectives of an enterprise 4 . a strategy is a set of decision-making rules for guidance of organizational behavio 5 und verdeutlicht damit wie Chandler (...) structure follows strategy (...) 6 den Zusammenhang zwischen einer Strategie und der Organisationstruktur einer Unternehmung. Ein langfristig geplantes und rationales top-down-Handeln prägt hierbei die Sichtweise der Autoren von Strategie. Strategien und strategische Ziele sind gemäß des klassischen Strategieverständnisses differenziert zu betrachten. Sowohl Chandler als auch Ansoff fordern im Rahmen der Strategieplanung, dass das Kompetenzprofil einer Unternehmung konsequent auf die Anforderungen der Unternehmensumwelt auszurichten sind. Da Ressourcen einer Unternehmung nur begrenzt zur Verfügung stehen, sind Strategien das Ergebnis von Aushandlungsprozessen. 7 Resümierend und grundlegend für den Kontext ist folgende Definition: Strategien sind geplante, zeitlich begrenzte Maßnahmenbündel zur Sicherung des langfristigen Erfolgs. Strategien beziehen sich auf die Systemgestaltung und -steuerung des Gesamtunternehmens. Eine erfolgreiche Strategie entsteht, indem auf Basis der aktuellen Unternehmensbedingungen eine Vision des Unternehmens in der Welt des Übermorgens entwickelt wird. Von der Vision wird dann auf die Strategie in der Welt des Morgens zurückgeschlossen. 8
3 Vgl. Eschenbach/Eschenbach/Kunesch (2003), S. 5ff.
4 Chandler (1962), S. 13.
5 Ansoff/McDonnell (1990), S. 43.
6 Chandler (1962), S. 14.
7 Vgl. Bea/Haas (2005), S. 15f., und Welge/Al-Laham (2008), S. 18f.
8 Vgl. Flascha/Hanisch/Hartmann (2008), S. 114ff.
3
1.2.2 Arten von Strategien
In der Literatur werden Arten von Strategien nach den unterschiedlichen Planungsebenen differenziert. 9 Im Vergleich zu Ein-Produkt-Unternehmen agieren Unternehmen mit zunehmender Größe für gewöhnlich in mehreren Geschäftsfeldern. Die Abb. 1 soll einführend einen Überblick über die marktorientierten Strategien bieten.
Abb. 1: Eigene Darstellung Arten von Strategien nach den Ebenen des Planungssystems 10 Grant/Nippa sehen zwei Wege zum Erfolg. Erfolg bedingt, dass die Verzinsung des eingesetzten Kapitals dauerhaft die Kapitalkosten übersteigt. Das Unternehmen sollte in jenen Geschäftsfeldern tätig sein, in denen Gewinne über dem Wettbewerbsniveau erzielt werden können. Entscheidend ist dabei die Positionierung und Schaffung von Marktmacht. Diese Ursachen begründen die strategische Ausrichtung bzw. die vom Unternehmen letztlich zu wählenden Strategien. 11
Konzern-/Unternehmensstrategien: Die generelle strategische Ausrichtung des Unternehmens erfolgt auf Unternehmensebene (primäre Hierarchieebene). Die Unterneh- 9 Vgl.Bea/Haas (2005), S. 168ff.
10 Eigene Darstellung modifiziert aus: Bea/Haas (2005), S. 170, und Grant/Nippa (2006), S. 45.
11 Vgl. Grant/Nippa (2006), S. 44ff.
4
mensleitung entscheidet, in welchen Geschäftsfeldern die Unternehmung vertreten ist und in welcher Form knappe Ressourcen aufgeteilt werden. 12 Die Formulierung einer wertschaffenden Unternehmensstrategie ist dabei von elementarer Bedeutung. Es gilt, drei Basisstrategien zu unterscheiden. Wachstumsstrategien repräsentieren eine offensive Grundeinstellung der Unternehmensleitung. Innerhalb erschlossener Märkte und/oder durch Erschließung neuer Märkte wird aktiv die Positionierung im Wettbewerb verändert. Basierend auf der Produkt-Marktkombination von Ansoff wächst ein Unternehmen aufgrund überlegener Marktdurchdringungs-, Marktentwicklungs-, Produktentwicklungs- und/oder Diversifikationsstrategien. 13 Dieses Wachstum kann auf lokaler bis globaler Ebene stattfinden, über organisches oder anorganisches Wachstum erfolgen und mit oder ohne strategische Partner geplant werden. Ist die Unternehmensführung bestrebt die Positionierung im relevanten Markt zu halten, wird eine defensive Stabilisierungsstrategie gewählt. Die Stabilisierungsstrategie ist wie die reaktivgezwungene Desinvestionsstrategie vermehrt in schrumpfenden Märkten zu identifizieren. Bei einer Desinvestionsstrategie trennt sich das Unternehmen von unrentablen Kapazitäten. 14
Geschäftsfeldstrategien: Mehr-Produkt-Unternehmen haben i.d.R. hochkomplexe Unternehmensstrukturen. Zur Reduktion der Komplexität ist es erforderlich die strategische Planung nicht ausschließlich auf zentraler Unternehmensebene durchzuführen. Eine zweck- und sachgerechte Abgrenzung einzelner Geschäftsbereiche in strategische Geschäftsfelder (SGF) ist daher sinnvoll. 15 Die Geschäftsfeldstrategien sind dem entsprechend im wesentlichen Wettbewerbsstrategien. Diese liegen im Spannungsfeld zwischen Kunden, eigenem Unternehmen und den Wettbewerbern (costumer, company, competitor). Diese Abhängigkeiten fundamentieren das sche . Wett-bewerbsvorteile entstehen wiederum in der Beziehung zwischen dem eigenen Unternehmen und dem Wettbewerber. Der Kunde entscheidet dabei mit seiner Kaufentscheidung, wem der Wettbewerbsvorteil zukommt. 16 Ziel der Geschäftsfeldstrategien ist folglich das Schaffen von Wettbewerbsvorteilen. Porter definiert im wesentlichen drei generische Strategien zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen: die umfassende Kostenführerschaft, die Differenzierungsführerschaft und die Konzentration auf Schwer-
12 Vgl.Bea/Haas (2005), S. 170f.
13 Vgl. Ansoff (1988), S. 94ff., und S. 108ff.
14 Vgl. Bartsch/Börner (2007), S. 2ff., und Bea/Haas (2005), S. 179ff.
15 Vgl. Büschgen (1998), S. 558.
16 Vgl. Ohmae (1982), S. 91ff.
5
punkte. 17 Gelingt es einem Unternehmen nicht, sich erfolgreich zu differenzieren oder die Kostenführerschaft der Branche zu erlangen, droht dem Unternehmen das s- verlusten und letztlich zum Marktaustritt. 18
Funktionalstrategie: Ziel der spezifischen Funktionalstrategien ist, die gewählte Geschäftsfeldstrategie sukzessive zu konkretisieren und auf die Funktionsbereiche zu übertragen. Dies bedeutet schließlich die Konkretisierung und integrative Abstimmung der Geschäftsfeldstrategie mit den Wertaktivitäten der Wertkette des Unternehmens. 19 Die Wertketten der Wettbewerber müssen sich unterscheiden, denn nur unter dieser Voraussetzung kann ein Wettbewerbsvorteil entstehen. 20 Die Ergebnisse einer umfassenden Wertkettenanalyse zeigen die unternehmenseigenen Potenziale auf und dienen dem Unternehmen als Ansatzpunkte zur Strategieformulierung. Die Funktionalstrategien auf der untersten hierarchischen Stufe des Strategiewahlprozesses sind somit die Schnittstelle von Strategiewahl und Strategieimplementierung. 21
1.2.3 Definition Geschäftsmodell
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es in der Theorie keine allseits anerkannte Definition von Geschäftsmodellen. 22 Porter sieht als unzureichend
definiert an und lehnt es daher prinzipiell ab: Instead of talking in terms of strategy and competitive advantage, (...) players talk about ´business models´ 23
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit ist die Definition von Geschäftsmodellen nach Bieger et al. grundlegend. Die Autoren sehen in Geschäftsmodellen den Versuch einer vereinfachten Darstellung der Mechanismen sowie der Art und Weise, wie ein Unternehmen am Markt Werte schafft. 24 Geeignet erscheint diese modelhafte Darstellung der Geschäftstätigkeit besonders im Sinne des investor relations. Geschäftsmodelle werden in der betriebswirtschaftlichen Literatur auch zur ganzheitlichen Unternehmensanalyse verwendet und als Substitut der klassischen Analyseeinheiten des strategischen Mana-
17 Vgl.Porter (2008), S. 71ff.
18 Vgl. Porter (2000), S. 44f.
19 Vgl. Bruns (2006), S. 49.
20 Vgl. Porter (2000), S. 67f.
21 Vgl. Bea/Haas (2005), S. 188f.
22 Vgl. Bach/Buchholz/Eichler (2003), S. 10.
23 Porter (2001), S. 73.
24 Vgl. Bieger/Bickhoff/Knyphausen-Aufseß (2002), S. 4.
6
gements angesehen. 25 Aufgrund des hohen Abstraktionsgrades von Geschäftsmodellen sollten sie aber eher ergänzend, denn primär auf operative Aspekte ausgerichtet sein. 26
Entscheidend für ein Unternehmen ist, dass die Kunden, die Aufsichtsorgane, die Mitarbeiter, die Partner, aber vor allem die Anteilseigner die Vorteile des Geschäftsmodells und dessen Leistungssysteme verstehen. Wird ein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell entsprechend kommuniziert, kann damit der Unternehmenswert dauerhaft gesteigert werden. 27 Im Mittelpunkt eines erfolgsversprechenden Geschäftsmodells sollte demzufolge primär der Kundennutzen (Value Proposition), ergänzend die Architektur der Wertschöpfung und das Ertragsmodell, stehen. 28
Value Proposition: Die Value Proposition verdeutlicht, welche Kundenbedürfnisse ein Unternehmen befriedigen möchte. Neben der Beschreibung des Nutzens für den End-kunden kann die Value Proposition auf Wertschöpfungspartner (Lieferanten / Komplementäre) motivierend wirken, Teil des Geschäftsmodells zu werden. 29
Wertschöpfungsarchitektur: Das Unternehmen muss sein Produktangebot zur Bedürfnisbefriedigung verdeutlichen. Dabei ist entscheidend, auf welchen Märkten das Unternehmen konkurrieren möchte und wie es den Markt abgrenzt. Eine Marktabgrenzung kann bspw. über geographische Kriterien oder über Kundensegmente erfolgen. 30 Nach der Festlegung der Produkt-/Markt-Kombination ist entscheidend, wie und mit welcher Wertkettenkonfiguration die Kombination erstellt wird. Elementar ist, ob es sich um ein vertikal integriertes oder ein spezialisiertes Unternehmen handelt. Hybride Formen (sog. Koordinatoren) sind ebenfalls im Markt vertreten. Vertikal integrierte Unternehmen bedienen den Großteil ihrer Wertschöpfungsaktivitäten in Eigenregie, akzentuieren aber bestimmte Teile ihrer Wertkette. Integratoren weisen in der Regel eine hohe Kapitalbindung auf und werden deshalb häufig als weniger flexibel angesehen. Aufgrund der hohen Komplexität der Durchführung aller bzw. eines Großteils der unternehmenseigenen Wertschöpfungsaktivtäten fokussieren sich Integratoren überwiegend auf ein und dieselbe Industrie. Im Gegensatz zu den Integratoren konzentrieren sich spezialisierte Unternehmen lediglich auf eine Stufe der Wertkette. Spezialisten gehen vermehrt dazu
25 Vgl. Bailer (1997), S. 152.
26 Vgl. Schuster (2005), S. 286.
27 Vgl. Bieger/Bickhoff/Knyphausen-Aufseß (2002), S. 10.
28 Vgl. Büschgen/Börner (2003), S. 200.
29 Vgl. Strähler (2002), S. 42f.
30 Vgl. Strähler (2002), S. 43.
7
über, ihre Kompetenzen zwischen den einzelnen Wertschöpfungssystemen einzusetzen. 31
Ertragsmodell: Die Wertschöpfungsarchitektur ist notwendig, um die Value Proposition zu erfüllen. Das Ertragsmodell dient, in Ergänzung zu Porters Wertkette, der expliziten Verdeutlichung der Ertragsquellen des Unternehmens. 32 Erträge stammen gemäß des International Accounting Standard (IAS) 18.1 und 18.2 aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens. Sie generieren sich aus Ertragsquellen für die Erbringung von Dienstleistungen wie Provisionen, Gebühren, Zinsen, Dividenden sowie aus dem Verkauf von Gütern. Außerordentliche Erträge oder Einlagen von Anteilseignern können zwar für einen Investor von Bedeutung sein, sind aber für den nachhaltigen Erfolg eines Geschäftsmodells irrelevant. Der Mix der genannten Ertragsquellen eines Unternehmens ergibt letztlich das Ertragsmodell. 33
1.2.4 Der Unterschied von Strategie und Geschäftsmodell
31 Vgl. Knyphausen-Aufseß/Meinhard (2002), S. 69ff.
32 Vgl. Knyphausen-Aufseß/Meinhard (2002), S. 76.
33 Vgl. Strähler (2002), S. 47.
34 Vgl. Magretta (2002), S. 90f.
35 Vgl. Krotsch/Linn (2002), S. 34ff.
36 Vgl. Strähler (2002), S. 49.
Arbeit zitieren:
Dennis Kirck, 2009, Universalbanken im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Relationship Marketing im Retail Banking
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 197 Seiten
Bonuszahlungen am Beispiel der Dresdner Bank
Unternehmensverantwortung in d...
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Referat (Ausarbeitung), 16 Seiten
Entwicklung der Deutschen Bank zu einer internationalen Investmentbank
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 21 Seiten
Marketingcontrolling - Instrumente und Organisation im Überblick
Seminararbeit, 26 Seiten
Strategien im Wertpapiergeschäft von Kreditinstituten
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Masterarbeit, 121 Seiten
Vor- und Nachteile einer flexiblen Vergütung im Bankbetrieb
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
Von der Subprime-Krise bis hin zur Finanzkrise, unter besonderer Berüc...
BWL - Investition und Finanzierung
Studienarbeit, 48 Seiten
Das Grundgesetz der weichen Fa...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 20 Seiten
Universal- und Spezialbankprinzip als Organisationsalternativen eines ...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Studienarbeit, 17 Seiten
Mitarbeiter-Motivation durch leistungsorientierte Vergütung im TVöD
Fallstudie zu einem Buchartike...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 9 Seiten
Internationalisierung der Rechnungslegung
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Referat (Handout), 21 Seiten
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Seminararbeit, 13 Seiten
Fair Value in der IFRS-Rechnungslegung - Konzeption, Inhalt und Zweckm...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit, 13 Seiten
Das Burnout-Syndrom - Symptome und die Möglichkeit der Selbstanalyse
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 14 Seiten
Ursachen und Auswirkungen von Personalaltersstrukturen auf Unternehmen
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 41 Seiten
Dennis Kirck's Text Universalbanken im Wandel ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Dennis Kirck hat den Text Universalbanken im Wandel veröffentlicht
Dennis Kirck hat einen neuen Text hochgeladen
Strategische Erfolgsfaktoren im Privatkundengeschäft von Banken
Identifikation von best-practi...
Nicole Gulich, Jost W. Kramer, Julia Neumann-Szyska, Karl Wolfhardt Nitsch, Gunnar Prause, Andreas Weigand, Joachim Winkler
Strategische Führung auf dem Prüfstand
Chancen und Herausforderungen ...
Sven Kunisch, Christian Welling, Ramona Schmitt
Strategisches Kompetenzmanagement
Von der Strategie zur Organisa...
Peter J. Glas, Dirk H. Pieler, Lutz von Rosenstiel
A Van Der Kooi
Montage strategisch ausrichten - Praxisbeispiele marktorientierter Pro...
Klaus Feldmann, Hans-Joachim Gergs, Stefan Slama, Ulrike Wirth
Strategischer Wandel des Managements öffentlicher Dienste
Design-orientierte Managementl...
Rainer Koch
Veränderte Preismodelle in der Anlageberatung einer Universalbank für ...
Das "All-in-Fee" Konzept als C...
Ralf Klitzschmüller
0 Kommentare