Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. II
Abbildungsverzeichnis IV
Vorwort V
1 Einleitung und Fragestellung 1
2 Mittel zur Finanzierung von Theaterbetrieben 3
2.1 Eigenmittel 4
2.2 Öffentliche Fördermittel. 5
2.2.1 Finanzierungsformen. 6
2.2.2 Finanzierungsmittel 7
2.3 Drittmittel. 9
2.3.1 Stiftungen 9
2.3.2 Public-Private-Partnership 10
2.3.3 Fundraising. 10
3 Fundraising 11
3.1 Herkunft und Entwicklung in Deutschland. 11
3.2 Begriffsbestimmung 12
3.3 Methoden des Fundraising 13
3.3.1 Förderverein 13
3.3.2 Spendenbeschaffung. 17
3.3.3 Sponsoring 27
3.3.4 Weitere Fundraisinginstrumente. 34
3.4 Fundraisingmanagement 35
3.4.1 Grundlagen für wirksames Fundraising 35
3.4.2 Fundraisingstrategie 35
3.4.3 Kommunikationspolitik. 38
3.4.4 Steuerliche Aspekte. 41
4 Darstellung der Theaterlandschaft. 43
5 Umfrage unter Theaterbetrieben 46
5.1 Methodenwahl und Verlauf der Erhebung. 46
5.2 Auswahl der Theaterbetriebe. 47
5.3 Umsetzung am Amateurtheater 47
5.3.1 Betriebliche Grundlagen 47
5.3.2 Haushaltssituation 49
5.3.3 Fundraising. 50
5.4 Umsetzung am Privattheater 51
5.4.1 Betriebliche Grundlagen 51
5.4.2 Haushaltssituation 52
5.4.3 Fundraising. 53
II
5.5 Umsetzung am Öffentlichen Theater 54
5.5.1 Betriebliche Grundlagen 54
5.5.2 Haushaltssituation 55
5.5.3 Fundraising. 56
6 Auswertung und Diskussion der Ergebnisse 58
7 Fazit. 62
8 Anhang. 67
9 Literaturverzeichnis. 68
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Beziehungskreis eines Fördervereins
Abbildung 2: Spenderpyramide
Abbildung 3: Marketingstrategie spendensammelnder Theaterbetriebe
Abbildung 4: Das „Sponsoring-Produkt“
Abbildung 5: Einbindung des Fundraising in die Unternehmensstruktur
Abbildung 6: Grundlagen für wirksames Fundraising
Abbildung 7: Einsatz von Fundraising an Theatern im Vergleich.
Abbildung 8: Auslastungsgrad des Sponsorings im Jahr 2005.
IV
Vorwort
Die Literatur zur Kulturförderung an Theaterbetrieben betrachtet die professionellen Betriebsformen. Über ein Jahrzehnt Praxis an Amateurtheatern und freien Theatern ohne feste Spielstätte prägten die Herangehensweise an diese Untersuchung. Erstmalig wurde der Einsatz von Fundraisinginstrumenten am Amateurtheater mit denen an professionellen Theaterbetrieben in einer Arbeit beschrieben. Die Darstellung des Fundraising wurde hierbei bewusst allgemein gehalten.
Vielmehr als bisher sollte sich die Literatur mit den nicht professionell betriebenen Kulturbetrieben befassen um gerade die hier generierten Wertschöpfungen darzustellen. Hierzu soll dieses Buch einen grundlegenden Beitrag leisten. Mein Dank gilt dem Vorstand des Theater im Steinbruch e.V. in Emmendingen für die Zusammenarbeit sowie Frau Marion Wirbser bei der Unterstützung im Zusammenhang mit den Schreibarbeiten und der technischen Koordination. Ettlingen, im August 2009 Marc Sommer
V
1 Einleitung und Fragestellung
Anfang der 90er Jahre kam das in den USA verwendete Mittel des Fundraising nach Deutschland. Fundraising gilt in den USA als Oberbegriff aller Aktivitäten im Bereich der Geldmittelbeschaffung für Non-Profit-Organisationen. Die Erfolgsausrichtung der Non-Profit-Organisationen ist nicht gewinnorientiert. Die Zweckerfüllung, beispielsweise der Dienst im Sinne der Wohlfahrt oder für die Kultur, steht bei den Kulturbetrieben im Vordergrund. Dies ist auch bei Theatern, selbst in privater Trägerschaft, der Fall und kann daher auf Theaterbetriebe übertragen werden (vgl. Urselmann, 1998, S.5ff.). Im Folgenden sei daher im diesem Zusammenhang nur noch von Theatereinrichtungen bzw. Theaterbetrieben gesprochen.
In Deutschland werden beim Gebrauch des Konstrukts Fundraising die Zuwendungen der öffentlichen Hand vernachlässigt. Eigenmittel der Theater reichen bei Weitem nicht aus um die entstandenen Finanzierungslücken zu schließen. Hierdurch sehen sich immer mehr Theaterbetriebe gezwungen, neuere Formen der Finanzierung zu finden, um die uneingeschränkte und durch das Grundgesetz garantierte künstlerische Freiheit (vgl. Jarass, 2006, S.201) weiterhin zu gewährleisten. Die Unterstützung der Theaterbetriebe durch Fördermittel der Öffentlichen Hand reduzierte sich in den vergangenen Jahren weiter (vgl. Statistisches Bundesamt, 2004, S.59).
In den USA existiert eine große kulturelle Infrastruktur, obwohl es dort an Unterstützung durch die öffentliche Hand mangelt. Betrachtungen über die Thematik des Fundraising in Theatereinrichtung existieren bereits in der deutschsprachigen Literatur.
Ziel dieser Arbeit ist es, diese Ergebnisse auf Theaterbetriebe zu übertragen und um aus der Arbeit gewonnene Erkenntnisse, welche Empfehlungen für praktische Anwendungen darstellen können, zu ergänzen. Hierbei wird nicht der Anspruch der vollständigen Erwähnung aller Instrumente im Rahmen des Fund-
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raising verfolgt. Alle ausgewählten Beispiele sind exemplarisch gewählt und sollen einen Überblick über den Sachverhalt verschaffen. Zunächst erfolgt eine Darstellung aller wesentlichen an Theaterbetrieben gebräuchlichen Finanzie-rungsformen und Instrumente. Durch die abschließende Erwähnung der Finan-zierungsform Fundraising wird eine Überleitung in diese Thematik erkennbar. Es liegen in der Literatur Unterteilungen des Sponsoringbegriffes vor. Es ist hier überwiegend von Sportsponsoring, Sozialsponsoring und Kultursponsoring die Rede. Da sich die Betrachtungen dieser Arbeit ausschließlich mit dem Kultur-sektor insbesondere mit dem Bereich der Theater beschäftigen wird in diesem Kontext unter Sponsoring Kultursponsoring verstanden. Herkunft des Fundraising in Deutschland sowie Definitionsunterschiede zum amerikanischen Begriff des Fundraising werden erläutert. Daran anschließend wird auf die gebräuchlichen Methoden und Instrumente des Fundraising eingegangen und das Fundraising im Rahmen des Managementsprozesses einer Theaterbetrieben besprochen.
Es findet eine empirische Betrachtung, die eine Bestandsanalyse des Einsatzes von Fundraisingmethoden und -instrumenten an drei unterschiedlichen Theaterbetrieben im Raum Freiburg beinhaltet, statt. Fundraisinginstrumente eines städtischen Theaterbetriebes, eines Privattheaters sowie eines Amateurtheaters werden, unter Einbeziehung der jeweiligen Rechtsform, analysiert und besprochen. Die langjährige Erfahrung des Verfassers in der dortigen Theaterszene und kommunalen Kulturpolitik fließt in die Arbeit mit ein. Um die Betriebs-und Rechtsformen sowie deren Struktur besser nachzuvollziehen zu können, wird zuvor die deutsche Theaterlandschaft beschrieben. Letztlich ergibt sich aus einer Untersuchung der Theaterbetriebe, der einzelnen betrieblichen Grundlagen und des durch den Haushalt für notwendig befundenen Finanzierungsbedarfs eine Notwendigkeit des mehr oder weniger starken Einsatzes des Fundraising.
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Die exemplarische Untersuchung soll verdeutlichen, wie und ob Fundraising in Theaterbetrieben umgesetzt wird. Die Arbeit möchte die Antwort auf die Frage geben, ob das Instrument Fundraising generell auf solche Kulturbetriebe anwendbar ist.
Wenn ja, setzen es alle Theaterbetriebestypen, ob öffentlich-rechtlich, gemeinnützig-kommerziell, privatrechtlich-kommerziell, um? Schöpfen die Theaterbetriebe die Möglichkeiten eines für Sie möglichen Fundraising überhaupt aus?
Überaus notwendige Möglichkeiten des Mittelzuflusses durch Fundraising sollten genutzt werden, um sich nicht nur auf zukünftige weitere Zuschusskürzungen der öffentlichen Hand vorzubereiten. Die Darstellung der durch diese Arbeit gewonnen Erkenntnisse erfolgt im abschließenden Fazit. Es wird darauf eingegangen dass mit dem Einsatz des Finanzierungsinstruments Fundraising nicht nur Vorteile verbunden sind. In diesem Zusammenhang werden auch Möglichkeiten, Hindernisse und Risiken aufgezeigt.
2 Mittel zur Finanzierung von Theaterbetrieben
Drei Säulen bilden die Grundlage für die Finanzierung der Kultur- und Theater-landschaft in Deutschland. Die ersten beiden Säulen bilden die Finanzierung durch Eigenmittel und durch Mittel der öffentlichen Hand. Die dritte Säule stellt die Konstruktion der Finanzierung durch Fundraising dar. Wird von Einteilung der Finanzierungsgruppen in der Literatur gesprochen ist des Öfteren nur von einer Einteilung in Eigen- und Fremdmittel die Rede. Um eine klare Abgrenzung zu treffen sind in der folgenden Arbeit die Fremdmittel in Öffentliche Mittel und Drittmittel unterteilt.
Um allen Bevölkerungsschichten den Zugang zum Theater zu ermöglichen, bezuschusst die öffentliche Hand die jeweiligen Theaterbetriebe. Würde dies nicht geschehen, hätten nur Wenige die Möglichkeit, eine Theatervorstellung zu
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besuchen; dies hätte zur Folge, dass die Kapazitäten nicht ausgelastet wären. Die Verknappung der öffentlichen Ressourcen zur Finanzierung der Kultur wurde in der Vergangenheit bereits spürbar. Auf weitere Kürzungen müssen sich die Betriebe einstellen. Sparmaßnahmen und Zuschusskürzungen wirken sich auf die künstlerische Freiheit und die Qualität aus, daher ist ein Umdenken in der Finanzierung zwingend erforderlich (Hausmann, 2005, S.1).
2.1 Eigenmittel
Der Theaterbetrieb erzielt als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb eine Reihe von Umsatzerlösen. Diese gliedern sich hauptsächlich in die Einnahmenbereiche aus dem
• Verkauf von Theaterkarten
• Verkauf von Merchandisingprodukten
• Bewirtungsbetrieb
Theaterbetriebe in Deutschland decken hierdurch Ihre Kosten nur zu einem kleinen Teil durch Eigenmittel. Hierbei belaufen sich die Einnahmen aus Eigenmittel auf etwa 16 % des Gesamtetats (vgl. Heinrichs, 2006, S.222). Bei der Höhe der Umsatzerzielung können das ausgewählte Stück und der Auf-führungsort eine entscheidende Rolle spielen. Die Bekanntheit und Beliebtheit eines Stückes in der breiten Öffentlichkeit sorgt für große Besucherzahlen. Der Aufführungsort, beispielsweise ein altehrwürdiges Theaterhaus, kann seinerseits durch das Image für eine Erhöhung der Besucherfrequenz sorgen. Die beiden Determinanten Stück und Aufführungsort können auch Garanten für die Größe des Erfolges bei der Einwerbung von Drittmitteln sein.
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2.2 Öffentliche Fördermittel
Die Öffentliche Hand (der Kommunen, der Länder, des Bundes und der Europäischen Union) stellte durch ihre Zuwendungen die Arbeit der Kultur- und Theaterbetriebe sicher. Durch einen Zuschuss zur Theaterkarte von etwa 95 € wurde bisher dem Bürger der Konsum dieses Kulturguts ermöglicht (vgl. Heinrichs 2006, S.221f.). Kulturausgaben der öffentlichen Hand werden maßgeblich von Ländern und Gemeinden bestritten. Vom Bund werden Kulturgüter von nationaler Bedeutung gefördert. Daneben spielt die Europäische Union (EU) zunehmend eine Rolle in der Finanzierung von Kulturprojekten. Laut Art. 151 EG-Verträge können die EU fördernd, unterstützend und ergänzend zur mitgliedstaatlichen Kulturpolitik tätig werden.
Sich einen Überblick über die zahlreichen EU-Programme zu verschaffen oder gar eine Quantifizierung pro Mitgliedstaat vorzunehmen ist nur erschwert möglich (vgl. Statistisches Bundesamt, 2004, S.96). Daher schließt die nachfolgende Betrachtung diese aus. Als förderungswürdig erachtet und durch die Öffentliche Hand gefördert, werden öffentliche Theaterbetriebe, Privattheater und Amateurtheater. Professionell organisierte Betriebsformen bekommen den Zuschuss vom Land angewiesen. Die Zuwendungen der Kommunen fließen allen genannten Theatereinrichtungen direkt zu.
Im Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) ist der Großteil der Amateurtheater organisiert. Der Landesverband des BDAT in Baden-Württemberg stellt die ihm zugedachten Landesmittel seinen Mitgliedern zur Verfügung. Die Bühnen, die oft in der Form eines kommerziell-gemeinnützigen Vereins geführt werden, bekommen zwei Primärarten von Zuschüssen. Der Spielzuschuss für die Saison bzw. das Jahr orientiert sich an der Höhe der Mitglieder. Ein Investitionszuschuss wird dem Theater auf Grundlage einer Drittelregelung gewährt. Hierzu muss die Kommune, in der die Bühne ansässig ist, ein Drittel und die Bühne selbst ein Drittel der Investitionskosten tragen, damit der BDAT das letzte Drittel übernimmt (Staatsministerium Baden-Württemberg, 1990, S. 31).
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2.2.1 Finanzierungsformen Präsentation in den Medien
Medien bieten der Kultur eine Plattform, deren Wert nicht unterschätzt werden darf. In der Literatur zur Thematik der Kulturförderung findet dieser Punkt wenig Beachtung. Laut Artikel 1 des Staatsvertrages haben die Programme der öffentlich rechtlichen Rundfunksender die Kultur in ihrem Programm anzubieten (vgl. Akademie der Künste, Pressemitteilung von 5. Juni 2004). Dem kommen beispielsweise die ARD und das ZDF durch ihre Spartenkanäle nach. Der Kulturauftrag im Gesetz für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gilt ungeachtet vom jeweiligen Stellenwert der Kultur.
Finanzielle Kulturförderung
Ein finanzieller Rahmen, wie ihn die jeweiligen Kulturhaushalte abstecken, entscheidet wesentlich darüber, welche Theater eingerichtet, aufrechterhalten und unterstützt werden. Kulturausgaben des Bundes, der Länder und der einzelnen Gemeinden werden jeweils in Haushaltsplänen für ein Haushaltsjahr oder einen Doppelhaushalt festgelegt. Kulturpolitik setzt finanzielle Rahmenbedingungen durch die Aufstellung und Beschließung von Haushaltssatzungen. Die Entscheidungen hängen von verschiedenen Rahmenbedingungen und Konditionen ab (vgl. Klein, 2003, S.82f.). Die öffentliche Hand setzt ferner bei der Kulturförderung darauf, das Engagement Dritter zu unterstützen. Es geht dabei darum, durch die Unterstützung kultureller Initiativen der Bürgerinnen und Bürger die Bandbreite des Angebots zu erhöhen und gleichzeitig das kulturelle Wirken durch Schaffung einer gewissen Handlungsfreiheit zu fördern. Generell lassen sich drei unterschiedliche Formen von Förderungen unterscheiden.
Institutionelle Kulturförderung
Im Rahmen der institutionellen Förderung werden Theaterereinrichtungen durch Zuwendungen der öffentlichen Hand gefördert. Dies geschieht meist über längere Zeit (vgl. ebd., S.198f.).
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Projektförderung
Im Gegensatz zur institutionellen Zuwendung dient die Projektzuwendung zur Deckung von Ausgaben für einzelne abgegrenzte und noch nicht begonnene Vorhaben. Eine Projektzuwendung stellt eine zeitlich und inhaltlich begrenzte Maßnahme dar. In diesem Zeitraum können im vorher festgelegten Umfang Betriebskosten und Investitionen bezuschusst werden. Vorteile der Projektförderung liegen in einem gewissen Innovationszwang beim Geförderten und der Vermeidung des Aufbaus dauerhafter, zur Unflexibilität neigender Organisationen und Apparate. Nachteile liegen in einer gewissen finanziellen und an der existentiellen Unsicherheit bei den Projektträgern (Klein, ebd., S.201).
Personenbezogene Förderung
Staat und Kommunen fördern einzelne Personen direkt wie beispielsweise Musiker. Ausbildungen für Kulturschaffende werden durch Stipendien ermöglicht (vgl. Heinrichs / Klein, 2001, S.189).
2.2.2 Finanzierungsmittel
Förderungen von Projekten können auf unterschiedliche Arten erfolgen. Dabei ist zunächst einmal zwischen Teilfinanzierung und Vollfinanzierung zu unterscheiden.
Vollfinanzierung
Eine Vollfinanzierung von Projekten durch die öffentliche Hand kommt prinzipiell erst zustande, wenn das Interesse des Staates an der Durchführung des Projektes höher ist als das des Zuwendungsempfängers. Fälle der Vollfinanzierung bzw. der Gesamtkostendeckung durch die öffentliche Hand kommen selten vor.
Teilfinanzierung
Nach dem Subsidiaritätsprinzip zieht die öffentliche Hand in aller Regel eine Teilfinanzierung in Betracht. Diese deckt nur einen Teil der Ausgaben eines Vorhabens ab. Zur Finanzierung müssen noch andere Quellen ergänzend hinzugezogen werden.
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Innerhalb der Teilfinanzierung sind folgende Arten zu unterscheiden:
Fehlbedarfsfinanzierung
Mittelempfänger erfahren durch die Fehlbedarfsfinanzierung eine Förderung zur Deckung der Ausgaben, die er nicht durch Eigene oder Drittmittel decken kann. Hierdurch entsteht kein finanzielles Risiko für den Zuwendungsempfänger.
Festbetragsfinanzierung
Das zu fördernde Theater empfängt durch die Festbetragsfinanzierung
einen Betrag zur Deckung seiner Ausgaben. Diese Finanzierungsart birgt einen Vorteil für den Zuwendungsempfänger, da diese Beträge nicht zu-rückgefordert werden, selbst wenn diese Mittel nicht verbraucht wurden oder Alternativfinanzierungen möglich gewesen wären.
Anteilsfinanzierung
Bei der Anteilsfinanzierung beteiligt sich der Staat an den zuwendungsfähigen Ausgaben des Mittelempfängers mit der Begrenzung auf einen bestimmten Prozentsatz oder Betrag. Diese Finanzierungsart fördert häufig Investitionsmaßnahmen (vgl. Teske, 2001, S. 974).
Der Umbau des Kultursektors in Deutschland verläuft in den nächsten Jahren radikal. Zum Teil sind jährliche Einsparungen bei der institutionellen Kulturförderung in Höhe von 20% bis 50% der jeweiligen Förderungshöhe geplant. Werden die verschiedenen Subventionsberichte zu Grunde gelegt, muss für den Kultur-sektor mit einem jährlichen Rückgang von mindestens 3% in den öffentlichen Kulturetats insgesamt gerechnet werden (vgl. Söndermann, 2004, S.205).
Seit dem die Unterstützung durch die öffentlichen Mittelgeber abgenommen hat, machen sich immer mehr Betriebe Gedanken über die Finanzierung durch den so genannten „Dritten Sektor“. Der „Dritte Sektor“ beinhaltet weder öffentliche
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Zuwendungen noch Eigenmittel, sondern ist dem privaten Sektor zuzuordnen (vgl. Haibach, 2006, S.29f.).
2.3 Drittmittel
Zur Drittmittelfinanzierung gehören die Bereiche außerhalb der Eigenmittel und öffentlichen Fördermittel (vgl. Kulturrat Nordrhein-Westfalen, 2006)
2.3.1 Stiftungen
Stiftungen tragen, wenn nicht in staatlicher Trägerschaft, zur Drittmittelfinanzierung kultureller Einrichtungen bei. Etwa 95 % aller Stiftungen sind gemeinnützig (lt. Aussage des Bundes Deutscher Stiftungen e.V., Berlin vom 11.10.2006). Eine Stiftung ist von ihrem Grundsatz her eine zweckgewidmete Vermögensmasse. Jede Stiftung muss zwingend einen oder mehrere Zwecke haben. Der Zweck jeder Stiftung wird in der Satzung festgelegt. Dieser sollte mit der künstlerischen Arbeit der zu fördernden Theatereinrichtung harmonisieren. Die Funktion einer Stiftung beschränkt sich nicht darauf Projekte zu fördern. Sie kann eigene Theater betreiben und eigene Projekte durchführen. Stiftungen können ebenso wie Vereine und gemeinnützige GmbHs Spenden, Zuschüsse, Sponsoring- Entgelte usw. akquirieren. Eingerichtet werden Stiftungen von unterschiedlichen Trägern und unter bestimmten Beweggründen. Der Gesetzgeber legt keinerlei Rechtsform für eine Stiftung fest. Es existieren Stiftungen des öffentlichen Rechts, Stiftung GmbHs, Stiftungsvereine und nicht rechtsfähige Stiftungen. Öffentliche Stiftungen
Stiftungen des öffentlichen Rechts, wie die Kulturstiftung des Bundes- und der Länder, fördern die Theaterbetriebe von besonderer nationaler Bedeutung (vgl. die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, 2004, S.138ff.).
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Private und Unternehmensgebundene Stiftungen
Stiftungen von Privatpersonen und Unternehmen werden oft aus steuerlichen Gründen ins Leben gerufen. Private Stiftungen, speziell von Firmen, können kulturellen Einrichtungen dienen. Unternehmen verfolgen indirekte wirtschaftliche Interessen hiermit. Diese eignen sich für öffentlichkeitswirksame Aktionen des Unternehmens, wodurch eine Verbesserung des Unternehmensimages erreicht wird. Stiftungen dieser Art unterstützen nicht direkte unternehmensgesteuerte Aktivitäten und zeigen gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein. Bereits 1992 unterhielt jedes zehnte kulturfördernde Unternehmen eine eigene Stiftung (vgl. Hummel, 1992, S.15).
2.3.2 Public-Private-Partnership
Beim Public-Private-Partnership handelt es sich um eine öffentlich-private Mischfinanzierung durch die ein Finanzierungspool gebildet wird. Nach außen wird deutlich, wer sich als Sponsor am Pool beteiligt, doch nicht in welchem Umfang. Hierdurch wirkt das Public-Private-Partnership „mäzenatischer“ als das Sponsoring. Durch „Partnerschaften“ für die Kultur verfolgen die Unternehmen nicht vorrangig ökonomische Ziele sondern die möglichst gemeinsame Förderung von Theatern. Die Gegenleistung ist, dass die Verantwortungsbereitschaft der beteiligten Unternehmen deutlich wird, was ihr Ansehen fördert. Meist können hierdurch größere Projekte realisiert werden. Abwicklungen dieser Art von Kooperation finden in Deutschland meist über Vereine oder Stiftungen statt. (vgl. Bendixen/Heinze, 2004, S. 36).
2.3.3 Fundraising
Zum Fundraising werden in Deutschland alle gesellschaftlichen Mittel außerhalb des Bereichs der Eigenmittel und der öffentlichen Hand gezählt (vgl. ebd., S.30). Die in Deutschland gängigen Definitionen des Fundraising schließen Mittel aus Stiftungsfinanzierung und des Public-Private-Partnership nicht mit ein, obwohl diese privates Engagement aufweisen. Fundraising ist eine in den USA entwickelte Form eines gezielten und geplanten Einwerbens von gesellschaftlichen Zuwendungen.
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Eine eindeutige Definition für den in Deutschland gängigen Begriff des Fundraising ist der vorliegenden Literatur nicht zu entnehmen. Die Vorliegenden Betrachtungen weisen jedoch alle Unterschiede zur amerikanischen Bedeutung des Fundraising auf.
3 Fundraising
3.1 Herkunft und Entwicklung in Deutschland
In Deutschland wird die Unterstützung der Theaterlandschaft, im Gegensatz zu manch anderen Ländern, als öffentliche Aufgabe angesehen. In den USA wird der Theaterbetrieb als privatwirtschaftliche Unternehmung betrachtet und meist nur durch Fundraisingmittel finanziert. Öffentliches Theater bedeutet in Deutschland subventioniertes Theater.
Die Übersetzung des aus dem englischen stammenden Wortes Fundraising ins Deutsche bedeutet Geld- oder Kapitalbeschaffung. Ohne den Auf- und Ausbau von Beziehung und dem Beschaffungsmarketing wäre ein funktionierendes System des Fundraising nicht möglich; dies muss daher Berücksichtigung finden (vgl. Haibach, 2006,S.88f.).
Der folgende Text einer us-amerikanischen Anzeige im Internet zeigt nicht nur den Stellenwert, den das Fundraising dort hat, sondern die praktische Vorgehensweise in der dortigen Wirtschaft.
„I am trying to raise money to build a theatre in Mechanicsville, VA. I am taking
donations and selling bonds but I’m wondering if anyone out there has any
other ideas. I need to raise $ 10.000.000 to complete the project.” (Sager, Tony,
2006)
In diesem Fall sollen Mittel den Aufbau eines Theaters, welches namhafte amerikanische Künstler betreiben wollen, finanzieren.
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Arbeit zitieren:
Marc Sommer, 2009, Fundraising an Theaterbetrieben, München, GRIN Verlag GmbH
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