Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG 3
1.1 ÜBERBLICK 3
1.2 URSPRÜNGE DES FUNKTIONALISMUS 3
1.3 GRUNDVORAUSSETZUNGEN 5
2 DIE TYPOLOGIEN DES FUNKTIONALISMUS 5
2.1 MALINOWSKIS FUNKTIONALISMUS 5
2.2 RADCLIFFE-BROWNS STRUKTURFUNKTIONALISMUS 6
2.3 THURNWALDS FUNKTIONALISMUS 8
2.4 KRITIK AM FUNKTIONALISMUS 8
3 DIE WEITERENTWICKLUNGEN DES FUNKTIONALISMUS 9
3.1 PROZESSUALISMUS 9
3.2 TRANSAKTIONALISMUS 9
3.3 BEDEUTUNG DES FUNKTIONALISMUS IN DER MODERNEN ETHNOLOGIE 10
4 LITERATURVERZEICHNIS 11
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1 Einführung
1.1 Überblick
Ziel und Zweck dieser Arbeit soll es sein, dem Leser einen Überblick über die ethnologische Theorie des Funktionalismus und deren Spielarten und Weiterentwicklungen zu geben, sowie ihre Bedeutung für heutiges ethnologisches Arbeiten aufzuzeigen. Funktionalismus sollte dabei nicht mit den gängigen architektonischen, philosophischen sowie psychologischen Bedeutungen verwechselt werden, die die Funktionalität von Gebäuden, das Bewusstsein als Funktion der Sinnesorgane und die Anpassung an die Umwelt durch psychische Funktionen betonen (Duden 2000:334).
Um einen Einstieg in die Materie zu erleichtern, möchte ich zuerst eine kurze Definition des Funktionalismus geben. Er hat die Gesellschaft selbst zum Thema und weniger Kultur per se. Nach Stagl befasst sich der Funktionalismus mit Folgendem (1999: 138):
1.2 Ursprünge des Funktionalismus
Der Funktionalismus hat seinen Ursprung in den soziologischen Ansätzen von Emil Durckheim und Marcel Mauss, die ihrerseits noch von den Auswüchsen des Evolutionismus beeinflusst waren. Dies zeigt sich in der Tatsache, dass Durkheim, der die Gesellschaft bestehend aus Teilen mit individuellen Funktionen auffasste, eine Diversifizierung jener im Verlaufe der Evolution konstatierte. Zum Funktionalismus Durkheims Roland Girtler (1980:266):
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Nach Durkheim wird die Funktion eines sozialen Phänomens als dessen Beitrag zur Erhaltung des normalen, „gesunden“ Zustandes einer Gesellschaft bestimmt. Die Funktionalistische Analyse besteht nun darin, einen funktionellen Bezugspunkt, nämlich den „Normalzustand“ der Gesellschaft anzugeben.
Was beabsichtigte Durkheim mit der intendierten Beschreibung von „Normalzuständen“ von Gesellschaften? Einerseits entwickelte er die These, dass das Verständnis für eine Institution nicht nur aus ihrem Nutzen, sondern auch aus ihrer Funktion für das soziale Ganze erwüchse, andererseits konstatiert er, dass die Funktion einer Institution auch in der Erhaltung struktureller Voraussetzungen beruhe, aus denen sie erwuchs, demnach ihrer eigenen Weiterexistenz. Girtler bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Die Tradition Durkheims zeigt sich in der Absicht, Tatsachen herauszuarbeiten, die universeller Natur sind, also eine allgemeine Funktionsfähigkeit besitzen“ (Girtler 1980).
Ein konkretes Beispiel für eine funktionalistische Analyse wäre die Aufgabe der Strafe, das Kollektivbewusstsein einer Gesellschaft zu stärken und ihre Struktur und ihren Aufbau zu bestätigen, was sich nach Durkheim auch in Formen von Ritualen äussert. In seinem Konzept der „segmentären Gesellschaft“, das er auf undifferenzierte soziale Einheiten bezieht (wahrscheinlich meint er Wildbeutergesellschaften), erfasst er ein kollektives, konformes Bewusstsein, das auf einer Totalität von Glaubensvorstellungen und Empfindungen beruht. Dieses kollektive Bewusstsein bildet die Grundlage für diverse Gesellschaftsformen (Girtler 1980:267).
In „Primitive Classification“ erkennt er zusammen mit seinem Neffen Maus die psychische Einheit der Menschheit anhand von kulturell übergreifenden Ähnlichkeiten. Die Bedeutung von Durkheim und Mauss für die Entwicklung des Funktionalismus ist vor allem darin zu sehen, dass sie die Wichtigkeit der Strukturen von Gesellschaften erkannten, und den Institutionen die sie zu erhalten versuchen (Girtler 1980:269). Sie interessierten sich für die Funktionsmechanismen von Gesellschaften an sich, und versuchten diese anhand der Beschreibung von Eigenschaften herauszufinden.
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Arbeit zitieren:
Simon Meier, 2006, Der Funktionalismus in der Ethnologie und seine Weiterentwicklungen, München, GRIN Verlag GmbH
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