Zusammenfassung
An der Krankheit „Depression“ leiden heutzutage über 100 Millionen Menschen in der ganzen Welt. Was ein Mensch in einer Depression alles durchmacht und wie er sich fühlt, wird in dieser Arbeit anhand einer Literaturrecherche und an einem Fallbeispiel aufgezeigt. Ebenso wurde ein Interview mit einem Betroffenen und seinem Angehörigen durchgeführt.
Die Depression, deren Ursachen, Symptome sowie Therapiemöglichkeiten und das Thema „Suizid“ wird zum besseren Verständnis beschrieben. Es wird den Fragen nachgegangen, was Angehörige für ihren depressiven Menschen Gutes tun können und welche Ratschläge Personen im Umgang mit einem Depressiven meiden sollen. Weitere Ziele sind Hilfsangebote für Angehörige sowie die Selbstpflege. Im Interview wurde klar beschrieben, dass die Familie für den Depressiven das Wichtigste ist. Da die Angehörigen jedoch oft vergessen werden und alleine dastehen, wird ausführlich eingegangen, wie sie ihm gut und vor allem richtig helfen können. Von den verbalen Möglichkeiten bis hin zu Bäder ist alles enthalten. Eine wichtige Richtung für die Zukunft wäre die Selbstpflege für Angehörige. Die In-formationen wurden leider nur in einer Broschüre gefunden. In den meisten Büchern wurde sie leider nicht beschrieben.
Abstract
Nowadays more than 100 million people all over the world suffer from ‘depression’. The aim of this dissertation is to show how a person suffering depression feels, and what he/she experiences while depressive. A case study and literature research were both carried out. In addition there was an interview with a depressive person and his family.
For better understanding, a description of the following points has been written:
- depression
- causes of depression
- symptoms of depression
- depression therapy
- suicide.
Furthermore it discusses how relatives can help a depressed person, and what should be avoided. Other aims are offers of help for relatives and for self care. In the interview it was clear to see that the family played the most important role for the depressive person. As relatives are often literally left “standing in the rain”, much attention has been paid to ways of educating and helping them. Everything from verbal assistance to baths is included.
An important path for the future should include the self care for relatives, so that they can cope with the circumstances. Unfortunately it was not even mentioned in most books. Only one pamphlet with information was found.
Vorwort
Im Jahre 1996 erkrankte mein Vater an der am häufigsten auftretenden psychischen Erkrankung „Depression“. Es war für meine Mutter und mich sehr schwer, dieses Krankheitsbild zu verstehen. Wir wussten nicht richtig wie wir mit einem vorher fröhlichen und lustigen Vater und Ehemann, der nun zu Tode betrübt war, umgehen sollten. So richtig verloren fühlten wir uns, denn es drehte sich alles um den „Erkrankten“. Wir als Angehörige wurden „vergessen“. Bücher und Zeitschriften halfen uns auch nicht wirklich weiter, was wir unserem Matthäus Gutes tun hätten können. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, meine Arbeit speziell an die Angehörigen von Menschen mit einer Depression zu richten. Die Informationen sollen Ihnen weiterhelfen, damit sie sich nicht so hilflos und nutzlos fühlen. Eine solche Arbeit ist immer mit einem Lernprozess verbunden, der positiv von Menschen unterstützt wurde, die mich ermutigten, mir über Hürden halfen und sich für das Thema meiner Arbeit interessierten.
Mein besonderer Dank gilt DGKS Sommerbauer Sieglinde - akademische Lehrerin im Gesundheitswesen, die sich bereit erklärt hat, meine Arbeit zu betreuen. Bedanken möchte ich mich auch bei meinem Vater und meiner Mutter über die offenen und ehrlichen Informationen, die sie mir gegeben haben. Für die Bereitschaft des Korrekturlesens sage ich meinem Vater Vergeltsgott. Meiner Familie und meinen Freunden danke ich für ihr Verständnis und die Sicherheit, die sie mir während meiner gesamten Ausbildungszeit entgegengebracht haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Methodik 4
3 Depression 5
3.1 Definition „Depression“ 5
3.2 Ursachen für eine Depression 7
3.2.1 Faktoren für die Entstehung einer Depression im Altertum 7
3.2.2 Gründe für die Entstehung einer Depression im 20. Jahrhundert 7
3.2.2.1 Biologische Ursachen 7
3.2.2.2 Psychologische Ursachen 8
3.2.2.3 Soziale Ursachen 9
3.3 Symptome einer Depression 10
3.4 Suizid 12
3.5 Behandlungen der Depression 15
3.5.1 Psychotherapie 15
3.5.2 Soziotherapie 16
3.5.3 Physiotherapie 16
3.5.4 Spezielle Depressionsbehandlungen 16
3.5.4.1 Schlafentzug 16
3.5.4.2 Lichttherapie 17
3.5.4.3 Elektrokrampftherapie 17
3.5.5 Pharmakotherapie 17
3.6 Unterstützungsmöglichkeiten der Angehörigen 20
3.7 Ratschläge, die „Schläge“ für den Betroffenen sind 27
3.7.1 Interview mit meinem Vater, der an einer Depression erkrankt war 30
3.7.2 Interview mit meiner Mutter, die die Depression ihres Mannes miterlebt hat 32
3.8 Hilfsangebote für Angehörige in Vorarlberg 34
3.8.1 Internetseiten 34
3.8.2 Institutionen 34
3.9 Tipps für Angehörige, um selber gesund zu bleiben 36
4 Fazit 38
5 Literaturverzeichnis 40
6 Abbildungsverzeichnis 43
1 Einleitung
Ein Mensch, der an einer Grippe erkrankt ist oder starke Migräne hat, bleibt selbstverständlich zu Hause. Wenn man sich jedoch niedergeschlagen fühlt, einem alles schwer fällt, jede Anforderung wie ein großer Berg vor einem steht oder sich nicht mehr freuen kann, schleppt man sich qualvoll zur Arbeit. Der Mensch versucht wie immer weiterzumachen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es wirklich nicht mehr geht - Diagnose: „Depression“ (Nuber 1994 S: 20).
Die Krankheit „Depression“ ist weltweit das gefährlichste, teuerste und tödlichste Krankheitsbild (Dahlke 2006 S: 22). Es wird geschätzt, dass heute über 100 Millionen Menschen in der ganzen Welt daran leiden (Gilbert 1999 S: 23). Wie sich ein Mensch fühlt, der an Depression erkrankt ist und was er alles durchgemacht hat, möchte ich Ihnen an dem Fallbeispiel meines Vaters aufzeigen. Er beschreibt folgendes:
„Nach mehr als 30 jähriger Lehrer- und Leitertätigkeit an der Volksschule stand ich am Morgen in der Schulklasse und konnte auf einmal nicht mehr unterrichten. Ich versuchte es immer wieder - aber es gelang mir nicht. Sogar im Fach Leibesübungen hatte ich Probleme mit den Kindern zu turnen und zu spielen. Ich war kraft- und antriebslos, konnte nicht mehr schlafen, hatte Existenzängste und keinen Appetit mehr. Ich lag den ganzen Tag auf dem Kanapee, starrte an die Decke und grübelte über das Leben nach. Mein Kopf war wie eine Drehscheibe - es kamen immer wieder die gleichen Gedanken.
Zu Hause erzählte ich es meiner Frau und meiner Tochter und in der Schule suchte ich das Gespräch mit meinen engsten Lehrerkollegen. Sie rieten mir einen Arzt aufzusuchen und ein Gespräch mit ihm zu führen. Der Arzt verschrieb mir einige verschiedene Antidepressiva, die sich gedanklich immer wieder anders auswirkten. Das reichte von schlimmen Gedanken bis hin zu suizidalen Vorstellungen. Durch das Medikament „Valium“ war ich gelöster und konnte mich wieder den Menschen zuwenden. Da „Valium“ jedoch ein starkes Nervenmittel ist und es keine Lösung war,
-1-
es immer wieder zu nehmen, habe ich mich entschlossen, dieses Medikament abzusetzen.
Der Arzt schrieb mich dann krank und empfahl mir die Krankenheilstätte „Valduna“ aufzusuchen, was ich jedoch wegen des abschreckenden Namens „Valduna“ - früher genannt Irrenanstalt - nicht befolgte. Ich suchte ein anderes Krankenhaus in Vorarlberg auf und wurde dort von einem Psychiater untersucht und begleitet. Weil jedoch auch hier kein Erfolg vorauszusehen war, entschloss ich mich doch das Landesnervenkrankenhaus aufzusuchen. Da eine meiner Lehrerkolleginnen mit dem Oberarzt der Psychiatrie verheiratet ist, untersuchte dieser mich, und ich konnte bei ihm eine Gesprächstherapie durchführen. Diese Therapiestunden halfen mir sehr viel und ich wurde von Gespräch zu Gespräch lockerer. Nach meinem 14-tägigen stationären Aufenthalt suchte ich auch danach noch gerne meinen inzwischen ge-wordenen Freund der Psychiatrie auf. In wöchentlich regelmäßigen Gesprächen fühlte ich mich von Sitzung zu Sitzung immer besser.
So konnte ich dann nach einem halben Jahr Krankenstand meinen Beruf als Lehrer und Leiter wieder ausüben.
Sehr viel hat mir dabei meine Familie geholfen und mich durch diese schwere Zeit begleitet. Ich bin ihnen sehr dankbar dafür und weiß, dass ich es ohne sie niemals geschafft hätte aus diesem schwarzen Loch wieder herauszukommen. Diese Zeit war für meine Familie sicherlich sehr schwer, da sie nicht genau gewusst haben, wie sie mit einem vorher liebevollen, lustigen Ehemann und Vater und nun mit einem grübelnden, zu nichts motivierenden Menschen richtig umgehen sollen.“ Aus diesem Grund habe ich mich für dieses Thema entschlossen, um den hilflosen und verzweifelten Angehörigen eine hoffentlich hilfreiche Information über die Krankheit „Depression“ selbst und den Umgang damit zu geben.
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Ich habe mich für folgende Forschungsfragen entschieden: 1. Welche Möglichkeiten stehen Angehörigen zur Verfügung, um Personen mit einer Depression zu unterstützen? 2. Welche Ratschläge sind Schläge für den Betroffenen? 3. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es in Vorarlberg für Angehörige? 4. Welche Regeln sollten Angehörige im Umgang mit depressiven Personen beachten, damit sie sich nicht überfordern?
Um diese Forschungsfragen zu beantworten, habe ich mich für eine Literaturarbeit entschlossen. Ebenso interviewte ich meinen Vater, der selbst an einer Depression erkrankt war und meine Mutter als Angehörige.
-3-
2 Methodik
Das Ziel dieser Fachbereichsarbeit ist es, Informationen für Angehörige von Menschen mit einer Depression zu geben. Dabei wird auf das Krankheitsbild selbst eingehen, welche Möglichkeiten es gibt dem „Depressiven“ zu helfen und was die Angehörigen vermeiden sollen. Ebenso werden die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige in Vorarlberg erwähnt. Zum Schluss werden Informationen zum Thema „Selbstpflege“ gegeben, damit man nicht selbst in dieses tiefe Loch der Depression fällt. Bei meiner Methodikwahl entschied ich mich für eine Literaturarbeit und zusätzlich noch für zwei Interviews.
Ich bin bei der Literaturrecherche wie folgt vorgegangen: Am Anfang suchte ich zu Hause was für Bücher und Prospekte wir hatten. Anschließend ging ich in die Schul-Mediathek in Feldkirch und in die Landesbibliothek in Bregenz. Weiters forschte ich im Internet nach brauchbaren Informationen. Suchprotokoll:
Arbeit zitieren:
Sara Ellensohn, 2009, S.O.S. Depression - Was nun?, München, GRIN Verlag GmbH
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