Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. II
TABELLENVERZEICHNIS III
1. EINLEITUNG. - 1 -
2. SELBSTHILFE - 2 -
2.1 Gesundheitliche Selbsthilfe - 2 -
2.2 Merkmale und Arbeitsweise von Gesundheitsselbsthilfegruppen. - 3 -
2.3 Motive zur Teilnahme und Arbeit in Gesundheitsselbsthilfegruppen - 4 -
2.4 Moderne Formen der Gesundheitsselbsthilfe. - 5 -
3. STRUKTUREN DER SELBSTHILFE IN DEUTSCHLAND - 6 -
3.1 Selbsthilfeorganisationen - 6 -
3.2 Selbsthilfeverbände - 7 -
3.3 Selbsthilfekontaktstellen - 7 -
3.4 Förderung der Gesundheitsselbsthilfe. - 8 -
3.5 Förderung der Selbsthilfe gemäß § 20 c SGB V - 9 -
4. AUSGEWÄHLTE EMPIRISCHE STUDIEN. - 10 -
4.1 Beteiligung und Informiertheit in Deutschland - 10 -
4.1.1 Methodisches Vorgehen. - 10 -
4.2 Kooperationen von Ärzten und Selbsthilfegruppen - 12 -
4.2.1 Methodisches Vorgehen. - 12 -
4.2.2 Ergebnisse der Befragung. - 13 -
5. ZUSAMMENFASSUNG - 17 -
Anhang - 18 -
Literaturverzeichnis - 20 -
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Darstellung der Struktur der Selbsthilfelandschaft in D.
Abbildung 2: Befragungsergebnisse nach Alter und Geschlecht.
Abbildung 3 Sichtweisen der Selbsthilfegruppen der Jahre 1989 und
über die Einstellung von Ärzten zu Selbsthilfegruppen.
II
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Aufstellung der Befragungsergebnisse nach Alter und Geschlecht...19
Tabelle 2: Anzahl der Ärzte und Selbsthilfegruppen, die an den Befragungen
teilnahmen..........................................................................................13 Tabelle 3: Ergebnisse der Befragung zur Kontaktintensität................................13
Tabelle 4: Anliegen der Selbsthilfegruppen an die Ärzte....................................14
Tabelle 5: : Arten der Kontakte zwischen Selbsthilfegruppen und Ärzten..........15
III
1. Einleitung
Die Gesundheitssysteme westlicher Industriegesellschaften werden zunehmend mit zwei Problemen konfrontiert.
Auf der einen Seite wächst der Bedarf an medizinischer Versorgung aufgrund eines Wandels der Morbiditätsstruktur. Es kommt hinzu, dass die Leistungsfähigkeit der primärsozialen Netzwerke wie z.B. Familie und Nachbarschaft weiter abnimmt. Auf der anderen Seite stehen den Gesundheitssystemen u.a. durch den Anstieg der Behandlungskosten zunehmend weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Zur Bewältigung können auf der einen Seite die Reorganisation und qualitative Verbesserung der Versorgung sowie ihrer Finanzierung und auf der anderen Seite die Senkung des Bedarfs an medizinischen Leistungen genannt werden. 1 Die Selbsthilfe hat sich vor allem in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung entwickelt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung Betroffener außerhalb des professionellen
Dienstleistungssektors. Sie kann durch ihre Stärkung von Eigenverantwortung und Teilhabe der Betroffenen eine Reduktion der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen bewirken. Ebenso leistet sie psychologische Unterstützungen, die in diesem Ausmaß nicht vom professionellen System getragen werden können. 2
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe und ihrer besonderer Merkmale. Neben der Arbeitsweise werden die überregionalen verbandlichen Strukturen der Selbsthilfe in Deutschland vorgestellt und deren Zusammenhänge erläutert. Nach allgemeinen Erläuterungen wird anhand einer Studie speziell die Informiertheit der Bevölkerung dargestellt, um
Aktivierungspotentiale für das Engagement in Selbsthilfegruppen aufzuzeigen. Eine zweite Studie zeigt den aktuellen Stand der Kooperationen zwischen Selbsthilfegruppen und Ärzten.
1 Vgl. Borgetto (2004) S. 22.
2 Vgl. GBE (2004), S. 20.
- 1 -
2. Selbsthilfe
Selbsthilfe bezeichnet eine Form des bürgerschaftlichen Engagements bei dem sich Bürger solidarisch für das eigene Wohl und/oder das Wohl anderer einsetzen. Es handelt sich um ehrenamtliche Tätigkeit in selbstorganisierten Kleingruppen, die sich aus verschiedensten sozialen Verbindungen herausbilden können. 3 „Selbsthilfe läßt sich, wie andere Formen des freiwilligen Engagements, jenseits der primären sozialen Netze (Verwandte, Nachbarn, Freunde) und diesseits der professionellen Dienstleistungssysteme verorten“. 4 Eine Kooperation mit professionellen Akteuren in Rahmen beratender Funktion und Fachvorträgen ist jedoch nicht ausgeschlossen. Als allgemeine Ziele der Selbsthilfe sind Selbstveränderung, Selbstmanagement und eine Stärkung der Eigenkompetenz zu nennen. 5 Die Selbsthilfe leistet ihre Arbeit komplementär zur Arbeit des Staats in Problembereichen bei denen der Staat nicht in der Lage ist seine Kernaufgaben ausreichend zu erfüllen. 6
2.1 Gesundheitliche Selbsthilfe
Aufgrund der aktuell geschätzten Anzahl von 70.000 bis 100.000 Selbsthilfegruppen mit mehr als 3 Mio. Mitgliedern aus den unterschiedlichsten Themenbereichen fällt eine eindeutige Zuordnung von Selbsthilfegruppen zum Bereich der Gesundheitsselbsthilfegruppen meist schwer. 7
Der Begriff der gesundheitlichen Selbsthilfe meint in diesem Zusammenhang jedoch alle individuellen und kollektiven Handlungsformen, die der Vorbeugung und besseren Bewältigung von Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten dienen, ohne dass professionelle Dienste der Gesundheitsversorgung hinzugezogen werden. 8 Eine Kooperation mit professionellen Akteuren in Form von Fachvorträgen oder allgemeiner Beratung wird jedoch nicht ausgeschlossen (Vgl. Kapitel 4.2). 9 Unter individueller Selbsthilfe wird in diesem Zusammenhang die Hilfe zur Bewältigung eines Zustands im Rahmen natürlicher sozialer Gebilde wie der Familie
3 Vgl. Braun (1997), S. 12.
4 Braun (1997), S. 13.
5 Vgl. Braun (1997), S. 12.
6 Vgl. Olk (1996), 119.
7 Vgl. GBE (2004), S. 7, DAGSH (2008), S. 13.
8 Vgl. Badura (1983), S. 10.
9 Vgl. Braun (1997), S. 12.
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oder innerhalb eines Haushalts verstanden. 10 Individuelle Selbsthilfe umfasst somit neben Selbstdiagnose, -behandlung, und -medikation auch die Versorgung und Pflege hilfsbedürftiger Angehöriger. 11
Findet die Selbsthilfe im Rahmen eigens zu diesem Zweck geschaffener Gruppierungen statt so wird von kollektiver Selbsthilfe gesprochen. 12 Im Folgenden wird daher speziell die kollektive Selbsthilfe in Form von
Gesundheitsselbsthilfegruppen betrachtet.
2.2 Merkmale und Arbeitsweise von Gesundheitsselbsthilfegruppen
Das erste und entscheidende Merkmale von Selbsthilfegruppen und somit auch der Gesundheitsselbsthilfegruppen besteht in ihrem Handeln in „eigener Sache“. Diese Selbstbetroffenheit macht den Unterschied zwischen Selbsthilfegruppen und anderen Initiativen aus. Des Weiteren lässt sich aus diesem Prinzipien schließen, dass alle Teilnehmer gleichgestellt sind und kein Mitglied anderen vorgesetzt ist. Eine freiwillige, eigenverantwortliche und gegenseitige aktive Zusammenarbeit bildet daher den Grundsatz dieser Gruppen. Die Gruppen treffen sich über einen längeren Zeitraum einmal wöchentlich zu zwei- bis dreistündigen Treffen. 13 Gesundheitsselbsthilfegruppen bestehen meist aus 6 bis 12 Mitgliedern, da bei einer geringeren Zahl von Mitgliedern die Gefahr des Zerfalls der Gruppe besteht. Ebenso ist auch die maximale Anzahl der Mitglieder geregelt, um die persönlichen Bindungen und Interaktionen innerhalb der Gruppe nicht zu gefährden. 14 Die Mitwirkung professioneller Helfer ist auf ein geringes Maß beschränkt und es herrscht keinerlei Gewinnorientierung. Vorherrschend ist das Ziel der gemeinsamen Selbst- und/oder Sozialveränderung. 15
Vor allem im Bereich der Gesundheitsselbsthilfe treten neben der Verarbeitung von persönlichen Problemen und Gefühlen, die Information, die Beratung und der Erfahrungsaustausch im Umgang mit einer Krankheit in den Vordergrund. Es wird auf gegenseitiger Basis die Fachkompetenz jedes einzelnen Teilnehmers verbessert. Zum Teil bilden sich innerhalb der Gruppen Kompetenzgruppen 16 heraus, welche
10 Vgl. Borgetto (2004), S. 79.
11 Vgl. GBE (2004) S. 8.
12 Vgl. Borgetto (2004), S. 80.
13 Vgl. Moeller (1996), S. 93-95.
14 Vgl. Moeller (1984), S. 18.
15 Vgl. v. Ferber (1987), S. 80.
16 Bei genauerer Betrachtung der „Laien“ stellt sich heraus, dass sie über ein sehr spezialisiertes Fachwissen im
Bezug auf die eigene Krankheit verfügen. Vgl. Huber (1994), S. 15.
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Arbeit zitieren:
Florian Mallmann, 2008, Gesundheitsselbsthilfegruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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