1. Vorgeschichte des Limes 1
2. Aufbau des Limes 2
3. Funktion und Weiterentwicklung 3
4. Aufbau der Gebäude am Limes 5
5. Bildverzeichnis 7
6. Literaturverzeichnis 7
7. Anhang 8
1. Vorgeschichte des Limes
Julius Caesar eroberte zwischen 58 und 51 v. Chr. Gallien und „dehnte damit den römischen Machtbereich nach Norden bis zum Rhein aus“ 1 . Erste Versuche, sich jenseits des Rheins festzusetzen, wurden unter Kaiser Augustus (28 v. Chr.-14 n. Chr.) gemacht 2 . Ab etwa 11 v. Chr. gab es immer wieder Feldzüge in germanisches Land, wobei die Römer bis zur Elbe vordrangen. Sie eroberten zwar nur sehr wenig Land, schlossen aber viele Verträge mit germanischen Stämmen. Diese Feldzüge setzten sich fort, bis 9. n. Chr. die verheerende Niederlage Roms im Teutoburger Wald folgte, bei der Rom bis zu 20 000 Soldaten eingebüßt haben soll 3 . Nach dieser Niederlage und weiteren verlustreichen Kämpfen unter dem Feldherren Germanicus wurden die Germanenfeldzüge 16. n. Chr. abgebrochen 4 . Die Legionstruppen wurden aus dem Alpenvorland abgezogen, wo nur Hilfstruppen verblieben, da aufgrund von Verträgen mit dem Stamm der Hermunduren keine akute Gefahr bestand.
Erst unter Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) wurden neben den Hilfstruppen am Rhein auch Auxiliartruppen an die Donau vorgezogen, wo sie Kastelle errichteten. Die acht Legionen sowie einige Hilfstruppen, die bei Beendigung der Germanenfeldzüge am Rhein standen, waren in zwei Abteilungen gegliedert: eine obergermanische mit Kommandositz in Mainz und eine untergermanische mit Kommando in Köln. In Mainz wurde ein Brückenkopf gebildet um Angriffe germanischer Seite abzuwehren. Dieser wurde noch unter Claudius erweitert 5 . Unter den Kaisern Vespasian (69-79), Titus (79-81) und Domitian (81-96 n. Chr.) wurden Rhein und Donau erneut überschritten und neue Kastelle errichtet. Im den Jahren 83 und 84 wurde ein Krieg gegen die Chatten, die am Mittelrhein lebten, geführt. Diese verfolgten aufgrund ihrer starken zahlenmäßigen Unterlegenheit eine Taktik der militärischen Nadelstiche mit plötzlichen Überfällen gegen die Römer. Die Römer stärkten ihre Position, indem sie über etwa 180 Kilometer Länge Schneisen (limites) in den Wald schlugen 6 . Nach längeren Gefechten
1 Klee, Margot, Der Limes zwischen Rhein und Main. Vom Beginn des obergermanischen Limes
bei Rheinbrohl bis zum Main bei Großkrotzenburg, Stuttgart 1989, S. 13
2 Vgl. ebenda, S. 13
3 Vgl. ebenda, S. 13
4 Vgl. Bechert, Tilmann/Willems, Willem, Die römische Reichsgrenze. von der Mosel bis zur
Nordseeküste, Stuttgart 1995, S. 24
5 Vgl. ebenda, S. 13 f.
6 Vgl. Klee, Limes Rhein Main, S. 15
1
unterwarfen sich die Chatten und wurden Bündnispartner. Im Anschluss hieran gründete Domitian die Provinzen Germania inferior mit der Hauptstadt Köln und Germania superior mit der Hauptstadt Mainz 7 .
Dies zog den Aufbau der Verwaltung nach sich und im Rahmen dessen besonders die klare Abgrenzung der Provinzgrenzen. Dies beschleunigte den Bau des obergermanischen Limes, um die Grenze nicht nur vertraglich, sondern auch militärisch zu sichern. Dieser erste Abschnitt hatte eine Länge von etwa 130 Kilometern 8 .
2. Aufbau des Limes
Ab Ende der achtziger Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurden weitere Kastelle in der Nähe des östlichen Endes des Limes verlegt und weitere Limesstrecken abgesteckt. Dies hing zum einen mit dem Saturninusaufstand und zum anderen mit Kämpfen im Osten des römischen Imperiums zusammen. Der Saturninusaufstand 88/89 unter dem Provinzstatthalter Saturninus konnte schnell niedergeschlagen werden, aber die Kämpfe im Osten hatten einen großen Truppenabzug zur Folge was die Grenzen schwächte. Bis ins Jahr 100 wurde der Bau des Limes aus diesen Gründen weiter vorangetrieben, sodass der Limes zu dieser Zeit eine Gesamtlänge von knapp 300 Kilometern besaß 9 und es am niedergermanischen Limes 30 Lager und Kastelle gab 10 . Während der Regierungszeit Kaiser Trajans (98-117) wurden die Lücken in der obergermanischen Grenze durch den Limes oder durch Flussgrenzen geschlossen 11 . Auch an der Grenze der Provinz Raetien mit der Hauptstadt Augsburg wurde der Grenzschutz weiter ausgebaut, verlief hier allerdings langsamer, da die Grenze weniger bedroht war. Unter Trajans Nachfolger, Kaiser Hadrian (117-138), wurde der Limes durch eine Palisade als Annäherungshindernis gesichert.
Mitte des 2. Jahrhunderts, zu Beginn der Regierung von Antonius Pius (138-161), ergaben sich erhebliche Änderungen am Limes. Einige hölzerne Kastelle wurden durch steinerne ersetzt, während auch die Wachtürme am Limes durch steinerne
7 Vgl. ebenda, S. 16
8 Siehe Abbildung 1 im Anhang
9 Siehe Abbildung 2 im Anhang
10 Vgl. Bechert, Tilmann/Willems, Willem, römische Reichsgrenze, S. 25
11 Vgl. ebenda, S. 71
2
Arbeit zitieren:
Fabian Hartl, 2009, Der römische Limes , München, GRIN Verlag GmbH
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