Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Forschungshintergrund. 5
3. Der Grammatikunterricht 6
3.1 Allgemeines. 6
3.2 Geschichte des Grammatikunterrichts 6
3.3 Konzepte. 7
3.3.1 Systematischer Grammatikunterricht. 7
3.3.2 Situativer Grammatikunterricht. 7
3.3.3 Integrativer Grammatikunterricht 8
3.3.4 Funktionaler Grammatikunterricht. 8
3.3.5 Grammatikwerkstatt 9
3.4 Die Ziele des Grammatikunterrichts 9
3.5 Probleme des Grammatikunterrichtes 10
3.6 Verbindliche Voraussetzungen 12
3.6.1 Der Lehrplan und die Tempora 12
3.6.2 Die KMK - Bildungsstandards und „Verzeichnis grundlegender grammatischer
Fachausdr ücke“ 13
4. Die Tempora. 14
4.1 Übersicht 14
4.1.1 Allgemeines. 14
4.1.2 Präsens. 15
4.1.3 Präteritum 15
4.1.4 Perfekt 15
4.1.5 Plusquamperfekt. 16
4.1.6 Futur I. 16
2
4.1.7 Futur II. 16
4.2 Didaktische Analyse und Tempora 17
4.4 Zentrale Kategorien bei der Behandlung der Tempora 18
4.5 Unterrichtsvorschläge. 20
4.6 Analyse Lehrbuchaufgaben und Vorschläge Praxis Deutsch 22
4.7 Orientierungsarbeiten 25
5. Schlussbetrachtung. 26
6. Literaturverzeichnis. 27
6.1 Literatur. 27
6.2 Internet 28
3
1. Einleitung
Nicht erst seit heute muss sich Grammatikunterricht immer wieder die Frage nach seiner Sinnhaftigkeit gefallen lassen. Es ist wohl kaum ein (ehemaliger) Schüler zu finden, der über seine diesbezüglichen Erfahrungen in positiver Weise zu berichten vermag. Oftmals wird dabei auf das stupide Lernen lateinischer Begrifflichkeiten verwiesen oder nach dem Nutzen grammatikalischen Wissens gefragt. Im Laufe der letzten Jahre gab es immer wieder verschiedenste Ansätze, die Grammatik der Schule und vor allem den Lernern dienstbar zu machen.
In diesem Zusammenhang soll auch ein Blick auf die eigentlichen Ziele des Grammatikunterrichts geworfen werden und welche Probleme sich daraus ergeben. Diese Arbeit soll vor diesem Hintergrund einige dieser Ansätze in einer komprimierten Übersicht vorstellen. Vordergründig werden jedoch die Tempora und deren geeignete Vermittlung in den Fokus gerückt. Dabei sollen auch aufkommende Schwierigkeiten angesprochen und nach Möglichkeit versucht werden, Lösungsansätze dafür zu finden. Als Grundlage der Vermittlung der Kategorie Tempus wird sowohl dem Lehrplan der verschiedenen Schulstufen und den relevanten Entscheidungen der Kultusministerkonferenz ein Kapitel gewidmet sein.
Der Vollständigkeit halber beschäftigt sich ein Kapitel mit den Tempora als rein grammatisch zu betrachtende Kategorie. In diesem werden die einzelnen Formen hinsichtlich ihrer Bildung und Wirkung kurz besprochen.
Desweiteren werden Unterrichtsvorschläge vorgestellt und diese unter anderem auch auf ihre Tauglichkeit für den Unterricht hin untersucht. Dabei sollen auch Lehrbuchaufgaben näher betrachtet werden und Beispielaufgaben aus Fachzeitschriften, hier Praxis Deutsch, als Vergleichsgrundlage verwendet werden.
Eine kurze Auseinandersetzung mit den mittlerweile in einigen Bundesländern stattfindenden Orientierungsarbeiten erfolgt im abschließenden Kapitel. Der Schwerpunkt wird an dieser Stelle auf die Zeitformen ausgerichtet sein. Abschließend soll im letzten Abschnitt ein Resümee gezogen werden.
4
2. Forschungshintergrund
Ein Sprachunterricht kann nicht ohne Grammatik existieren und diese bedarf ihrerseits einem möglichst einheitlichen Fundus an grammatikalischen Termini. Lange Zeit fand man in diversen Sprachbüchern aber unterschiedliche Fachbegriffe. Der Wunsch nach einer Vereinheitlichung wurde laut. 1982 kam die Kultusministerkonferenz (KMK) dem Bedürfnis nach verlässlichen Einheitsbegriffen nach. Genaueres dazu wird in späteren Kapiteln besprochen.
Nicht nur die Grammatiktermini ließen ein Potential zu Auseinandersetzungen erkennen, auch der Umgang mit ihnen und der Grammatikunterricht im Allgemeinen war und ist immer wieder Ansatz für Reformierungsversuche. Der traditionelle Grammatikunterricht, der darauf ausgerichtet war, durch das Lernen von Regeln eine Verbesserung des Sprachbewusstseins zu erzielen, wurde bald als nicht mehr zeitgemäß betrachtet. Bald stellte sich daher die Frage, wie es man eine methodische Verbesserung des Unterrichts erzielen konnte und sogar danach, ob Grammatikunterricht überhaupt noch sinnvoll ist, beziehungsweise wie ausgeprägt er zu sein hat. Zusammen mit der Frage nach der Auswahl der Unterrichtsgegenstände ergaben sich seit den 70er Jahren verschiedene Konzepte. 1
Im Hinblick auf die Integration des Problemfeldes „Tempus“ in den Unterricht lässt sich zunehmend eine Anlehnung der Lernwerke an den integrativen Grammatikunterricht bemerken. Dabei wird versucht ein engerer Zusammenschluss mit dem Literaturunterricht zu erreichen. 2
1 Siehe hierzu Kapitel 3.3.
2 Näheres in Kapitel 4.6.
5
3. Der Grammatikunterricht
Im folgenden Kapitel soll ein kurzer Abriss der Geschichte des Grammatikunterrichts dargelegt werden. Desweiteren erfolgt anschließend eine knappe Darstellung der Ziele und der Probleme.
3.1 Allgemeines
Der Grammatikunterricht nimmt unabhängig vom Lehrplan bei jedem Lehrer und somit in seinem Unterricht einen anderen Stellenwert ein. So wird er den Lernenden mit wechselnder Intensität und unterschiedlichem Engagement vermittelt. Untersucht man die Gründe, mit denen Lehrer einen verstärkten Grammatikunterricht rechtfertigen, gelangt man zu drei Schwerpunkten. Angestrebt wird eine Verbesserung der Sprach- und Textproduktion, das Wissen um den Aufbau von Texten und seinen Einheiten und schlussendlich ein Nachdenken über Sprache und ihre Wirkung. 3
3.2 Geschichte des Grammatikunterrichts
Der Ursprung des Grammatikunterrichts findet sich in den Lateinschulen des Mittelalters. Diese waren auch der Ausgangspunkt der noch heute gültigen „Wort-und Satzgliedgrammatik“. 4 Die aus dem Strukturalismus hervorgegangenen linguistischen Arbeiten, als eines der bekanntesten Beispiele sei hier die Noam Chomskys 5 genannt, lieferten den Anstoß, Schülern die Kompetenz zu theoretischem Nachdenken über Sprache zu vermitteln. Das Ende der 70er Jahre markierte die „kommunikative Wende“. Die Bestrebungen gingen dahin, Grammatikunterricht mehr an alltäglichen
Kommunikationssituationen anzulehnen und sich von einer zu systematischen Vermittlung der Gegenstände abzuwenden. Das situativ angelegte Unterrichtskonzept 6 wurde daraufhin positiv propagiert. Schnell fanden sich auch Kritiker, denen eine auf Spontanität angelegte Vermittlung von grammatischen Kenntnissen denkbar ungeeignet für den Aufbau eines auf kontextuellem Wissen angelegtes Verständnis schien. Ein weiterer Kritikpunkt bestand auch
3 Vgl. Peyer, Ann: Grammatikunterricht, in: Günter Lange & Swantje Weinhold (Hrsg.): Grundlagen der
Deutschdidaktik. Sprachdidaktik - Mediendidaktik - Literaturdidaktik. Baltmannsweiler 2005, S. 73f.
4 Bartnitzky, Horst: Sprachunterricht heute. Sprachdidaktik, Unterrichtsbeispiele. Planungsmodelle. 5. Aufl.
Berlin 2007, S. 217.
5 Vgl. Chomsky, Noam: The Logical Structure of Linguistic Theory. New York 1975.
6 Vgl. Boettcher, Wolfgang; Sitta, Horst: Der andere Grammatikunterricht. München 1978.
6
darin, dass eine Behandlung der vom Lehrplan ausgewiesenen Themenbereiche so nur schwer zu realisieren ist. 7 Ein Gegenkonzept zeigt sich dann mit dem integrativen Grammatikunterricht. 8 Daneben findet sich ein funktionalistischer Entwurf, für den unter anderem Köller eintritt. 9 Nicht unerwähnt bleiben soll das Konzept der Grammatik-Werkstatt, welches auf dem Entwurf von Eisenberg und Menzel aufbaut und von letzterem später erweitert worden ist. 10
3.3 Konzepte
Nachdem der traditionelle Grammatikunterricht für die Schüler als für ungeeignet befunden wurde, zeigten sich während den letzten Jahrzehnten innovative neue Konzepte. Darunter fallen der situative, integrative und funktionale Grammatikunterricht, aber auch das Prinzip der „Grammatikwerkstatt“ von Wolfgang Menzel. 11 Aufgrund einer Vielzahl von empfehlenswerten Überblicksdarstellungen 12 , soll an dieser Stelle lediglich eine kurzgehaltene Zusammenfassung der genannten Konzepte erfolgen.
3.3.1 Systematischer Grammatikunterricht
Der traditionelle Grammatikunterricht geht von einem systematischen Aufbau der Grammatik aus. Eine Vermittlung der Kategorien erfolgt meist isoliert in Einheiten. Vorteile des Grammatikunterrichtes werden darin gesehen, dass ein in dieser Hinsicht fundiertes Wissen für den Fremdsprachenerwerb förderlich ist. Die Ausrichtung erfolgt curricular, am Lernziel orientiert. Nachteile dieser Unterrichtsmethode ist in der Produktion von Wissen zu sehen, was ohne Anwendungsnutzen bleibt.
3.3.2 Situativer Grammatikunterricht
„Der andere Grammatikunterricht“ wurde 1978 von W. Boettcher und H. Sitta in ihrer gleichnamigen Arbeit vorgestellt.
7 Vgl. Steets, Angelika: Lernbereich Sprache in der Sekundarstufe I, in: Kämper van den Boogaart, Michael
(Hrsg.): Deutschdidaktik. Leitfaden für die Sekundarstufe I und II. Berlin, 2003, S. 213f.
8 Vgl. Gnutzmann, Carsten; Köpcke, Klaus-Michael: Integrativer Grammatikunterricht. Wider die Trennung von
Mutter- und Fremdsprachenunterricht, in: Neusprachliche Mitteilungen 41, S. 75-84.
9 Vgl. Köller Wilhelm: Funktionaler Grammatikunterricht. Tempus, Genus, Modus: Wozu wurde das erfunden?
3. Aufl. Hannover 1991.
10 Vgl. Menzel, Wolfgang: Grammatik-Werkstatt. Theorie und Praxis eines prozessorientierten
Grammatikunterrichts für die Primar-und Sekundarstufe. Seelze-Velber 1999.
11 Siehe dazu: Ebd.
12 Vgl. Boettcher; Sitta 1978.
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Arbeit zitieren:
Sindy Geißler, 2009, Die Tempora im Grammatikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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