Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Das Medium ist die Botschaft 3
2.1 Der Inhalt jedes Mediums ist immer ein anderes Medium? 4
2.2 Medien als Bedrohung? 6
2.3 Der Kampf Mensch vs. Maschine 8
3. Heiße Medien und kalte 11
3.1 Der Wandel vom kalten Medium zum heißen 11
3.2 Die unterschiedliche Wirkung heißer und kalter Medien. 13
4. Fazit 15
5. Quellen 17
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1. Einleitung
Medien sind - das ist eine von Marshall McLuhans grundlegenden Ansichten -Ausweitungen des Körpers, Technologien, Werkzeuge, Artefakte, die die Möglichkeiten des Menschen, seine Wahrnehmungsfähigkeit, seine Macht sowie seine Schnelligkeit steigern. Diese Begrifflichkeiten haben die damalige Zeit geprägt und viel Nachdruck hinterlassen. Doch kann man diese auch auf unser heutiges „Medienzeitalter“ übertragen? Wie stark haben die Medien die Gesellschaft geprägt? Ist der Inhalt der Medien wirklich so trivial? Kann man heute noch zwischen heißen und kalten Medien unterscheiden? In dieser Arbeit möchte ich einige ausgewählte Thesen von McLuhan in Anlehnung an diese Fragen untersuchen. Dazu beziehe ich mich auf die ersten beiden Kapitel seines wohl bekanntesten Werkes „Die magischen Kanäle: Understanding Media“ von 1964. An Hand des ersten Kapitels „Das Medium ist die Botschaft“ werde ich die Bedeutung des Inhaltes für die Wirkung der Medien diskutieren, sowie die Frage, ob Medien eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen oder der Mensch die kompletten Möglichkeiten seiner eigenen Kreationen sogar selbst behindert.
Im Anschluss daran werde ich mit dem zweiten Kapitels „Heiße Medien und kalte“ als Grundlage die Unterscheidung in diese zwei Termini in Bezug auf ihre Gültigkeit analysieren und die unterschiedlichen Wirkungen heißer und kalter Medien (ebenfalls in Hinsicht auf den bisherigen verschiedenen zeitlichen Etablierungsphasen der einzelnen Medien) diskutieren. Doch zu allererst sollte McLuhans Theorie kurz dargestellt werden.
2. Das Medium ist die Botschaft
In dem ersten Kapitel „Das Medium ist die Botschaft“ erklärt McLuhan, dass die Struktur eines Mediums auch die Inhalte, die durch es hindurch übermittelt werden, beeinflusst und überformt. Nicht die Inhalte bestimmen die Medien, sondern die Form strukturiert die Inhalte. Daher sind Medien keine neutralen Werkzeuge, sondern prägen die Gesellschaft auf entscheidende Weise, indem sie die Form des menschlichen Zusammenlebens gestalten und steuern.
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Für ihn liegt das Wesentliche des Mediums in seiner Form und nicht in dem vom Medium übermittelten Inhalt. Nicht die aus dem Inhalt zu entschlüsselnde Botschaft ist für eine Medientheorie relevant, sondern die aus dem Medium heraus entstehende Wirkung. Der Inhalt eines Mediums ist wiederum ein zeitlich hervorgehendes Medium. McLuhan betrachtet Veränderungen von Medientechnologien als wesentliche Ursache für soziale Veränderungen und räumt Medien somit eine enorme Macht gegenüber dem Menschen ein. Für ihn sind Medientechnologien Ausweitungen des menschlichen Körpers, die das menschliche Handeln optimieren bzw. ersetzen. McLuhans Grundannahmen basieren auf einem sehr weit gefassten Medienbegriff. Seiner Definition zu Folge beinhaltet fast jeder Gegenstand mediale Eigenschaften: „Denn die ‚Botschaft‘ jedes Mediums oder jeder Technik ist die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt.“ 1 Demnach ist das Buch ebenso ein Medium wie die Eisenbahn und auch das Geld weitet unser persönliches Sinnesleben aus und hat somit einen medialen Charakter. Für McLuhan ist die Botschaft des Buches also nicht, was es dem Leser inhaltlich vermittelt, sondern welche Auswirkungen es auf Individuum und Gesellschaft hat. Insofern verwendet er den Begriff „Botschaft“ gleichbedeutend mit „Wirkung“.
2.1 Der Inhalt jedes Mediums ist immer ein anderes Medium?
McLuhan ist davon überzeugt, dass die Medien unsere Gesellschaft verändert haben. So führten beispielsweise die Eisenbahn oder das Flugzeug zu einer Beschleunigung unseres Lebens und zur Vergrößerung unseres Reisehorizonts. Dies beweist, dass die Art und Weise der Verwendung der Medien nicht primär entscheidend für die Botschaft der Medien ist. Für das Medium Eisenbahn ist es unwichtig, wohin sie fährt oder wer bzw. was transportiert wird. Allein die Tatsache, dass sie zum Beispiel das Transporttempo beschleunigt, ist entscheidend und lässt sie als Medium wirken. So verhält es sich auch mit dem elektrischen Licht. Erst die Verwendung macht es zu einem Medium mit Inhalt, der auch wieder ein weiteres Medium ist, wie zum Beispiel die Beleuchtung der
1 McLuhan, Marshall, Die magischen Kanäle: Understanding Media, Dresden: Verlag der Kunst 1994 [1964],
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Leinwand im Kinosaal, die das Medium Film sichtbar werden lässt. Allerdings wird das elektrische Licht als Medium dann nicht mehr wahrgenommen, denn der „’Inhalt’ jedes Mediums [macht] der Wesensart des Mediums gegenüber blind.“ (McLuhan 1964, Seite 23) Doch hier stellt sich die Frage, was die Wesensart des Mediums ist? Heute dienen Medien hauptsächlich der Verbreitung von Informationen, dem Vermitteln von Bildung, sowie der Unterhaltung. Wozu sie primär genutzt werden, ist von dem Inhalt abhängig. Die Aufzeichnung einer politischen Rede kann man so für die Allgemeinheit nicht als Unterhaltungsmedien verstehen und Talk-Shows tragen auch nicht zur Bildung der Gesellschaft bei. Es ist also doch relevant, was mit den Medien vermittelt wird. Das Medium Videospiel beispielsweise wird nicht aus technischer Sicht diskutiert, sondern der Inhalt der Spiele erregt viel Aufmerksamkeit (zum Beispiel bei Videospielen mit brutalen Inhalten). Doch man darf das Medium selbst auch nicht unbeachtet lassen. Die heutigen Videospiele erscheinen bereits so real, dass es logisch klingt, dass einige Kinder nicht mehr zwischen Realität und Medienwirklichkeit unterscheiden können. Es scheint also, als würde das Zusammenspiel von Technik und Spiel diese Wirkung erzielen. Das Medium ohne Inhalt wäre so wirkungslos wie der Inhalt ohne mediale Vermittlung. McLuhans Wachhund-Beispiel ist in diesem Zusammenhang sehr interessant. Er vergleicht dabei den Inhalt eines Mediums mit einem Stück Fleisch, das der Einbrecher mit sich führt, um die Aufmerksamkeit des Wachhundes abzulenken (McLuhan 1964, Seite 38). McLuhan geht also davon aus, dass der Inhalt eines Mediums von einem anderen (eventuell für den Empfänger bedeutenderen) Medien-Inhalt ablenken kann und somit den „Mediennutzer“ (in diesem Fall den Wachhund) täuscht. Das Stück Fleisch ist jedoch auch ein Medium mit Inhalt, ohne dessen der Hund nicht reagieren würde. Hätte der Einbrecher beispielsweise eine Gurke mitgebracht, wäre er wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich gewesen. Das zeigt, dass der Inhalt eines Mediums doch eine Rolle spielt, auch wenn diese darin besteht, von der eigentlichen Botschaft des Mediums abzulenken (denn auch das muss glücken).
Wie bereits erwähnt, geht McLuhan davon aus, dass „der ‚Inhalt’ jedes Mediums immer ein anderes Medium ist“ (McLuhan 1964, Seite 22) Doch gibt es unendlich viele Inhalte? Gibt es so etwas wie ein „Über-Medium“? Betrachtet man zum Beispiel die Schrift, so könnte man sagen, dass menschliche Denkvorgänge das Medium Sprache ermöglichten, diese das Medium Schrift zur Folge hatte, welche
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Arbeit zitieren:
Ellen Thießen, 2007, Marshall McLuhan: Das Medium ist die Botschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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