Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG 3
2. METHODIK 3
2.1 DEFINITIONEN. 4
2.2 RELIABILITÄT 5
2.3 OPERATIONALISIERUNG. 6
2.3.1 Themenbereiche 6
2.3.2 Positionen 8
2.3.3 Frames 10
2.3.4 Redaktionelle politische Leitlinie. 12
3. EMPIRIE 12
3.1 VORSTELLUNG DER UNTERSUCHTEN ZEITUNGEN. 13
3.2 GESAMTÜBERBLICK DER GESAMMELTEN KOMMENTARE 14
3.3 ANALYSE DER THEMEN 15
3.4 ANALYSE DER POSITIONEN 16
3.5 ANALYSE DER FRAMES 18
3.6 ANALYSE DER REDAKTIONELLEN POLITISCHEN LEITLINIE. 25
4. FAZIT. 27
5. LITERATURVERZEICHNIS 29
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1.Einleitung
Zeitungen sind heutzutage ein immer noch breit genutztes Medium zur Erlangung von Informationen über das tagesaktuelle Geschehen. Im Besonderen stellen die Kommentare in den täglich erscheinenden Zeitungen eine spezielle Form der Meinungstendenz dar. Durch sie können die Redakteure ihre eigene Sichtweise der Ereignisse repräsentieren. In unserer Forschung wollen wir diese Kommentare näher untersuchen.
Am häufigsten beschäftigen sich Kommentare mit politischen Entwicklungen und Tendenzen, deswegen wollen wir unsere Forschung auf den politischen Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik lenken. Für unsere Forschung wählten wir einen Erhebungszeitraum von zwei Monaten, nämlich vom 15.10. bis 15.12.2008. Es wurden die Kommentare von drei bekannten österreichischen Tageszeitungen für unsere Forschung herangezogen. Wir wollten herausfinden in welchem Umfang die Kommentare sich mit der Außen- und Sicherheitspolitik in den österreichischen Tageszeitungen beschäftigen und in welchen Themen diese dargestellt werden. Haben sich die Kommentare überhaupt mit der Außen - und Sicherheitspolitik beschäftigt? Überwog die erwartete Häufigkeit der bedrohenden Themen? Wurden andere Themen überhaupt benutzt? Wir wollten die Kommentare ebenso daraufhin überprüfen in welchen Positionen sie verfasst worden sind. Wurden eher liberale, soziale oder konservative Postionen in den Medien Österreichs benutzt oder gibt es Tendenzen in eine bestimmte Richtung? Weiterhin wollten wir in unserer Forschung herausfinden, welche Frames hauptsächlich zur Darstellung genutzt werden, waren sie erwartungsgemäß eskalierend und pessimistisch, weil es gar keine Verwendung in der heutigen Medienlandschaft für Ereignisse gibt die nicht polarisieren? Nutzten die Redakteure ihre Möglichkeit der eigenen Wertedarstellung in den Kommentaren? Gab es überhaupt noch Kommentare die nüchtern abgebildet werden? Zusätzlich verglichen wir die Kommentare mit der vorhandenen politischen Leitlinie der untersuchenden Medien und fanden daraufhin heraus inwieweit die Redakteure diese in ihren Kommentaren berücksichtigen.
2. Methodik
Um eine möglichst aussagekräftige Analyse der oben genannten Fragestellungen durchzuführen, haben wir uns für ein Forschungsdesign entschieden, welches wir in den folgenden Unterkapiteln vorstellen werden. Beginnen werden wir damit, grundlegende Definitionen festzulegen, um eine klare Ausgangslage der weiteren Untersuchung zu schaffen. Anschließend folgt ein Reliabilitätstest, der eine hohe Verlässlichkeit unserer Untersuchungsinstrumente sicher stellen soll. Basierend auf den im ersten Teil bestimmten Definitionen wird schließlich
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die Operationalisierung der Kommentare anhand der zu untersuchenden Parameter Themen, Positionen, Frames und Leitlinie dargestellt.
2.1 Definitionen
Bevor nun Kommentare eines Printmediums auf ihren außen- und sicherheitspolitischen Anteil untersucht werden können, müssen die zu untersuchenden Faktoren genau definiert sein. In Bezug auf die Außen- und Sicherheitspolitik, welche wir später mit ASP abkürzen werden, haben wir uns für folgende, allgemein gültige Definition entschieden: Definition von Außen- und Sicherheitspolitik:
„Außenpolitik ist die inhaltliche Ausformung und organisatorische Steuerung der Beziehung einer staatlich verfassten Gesellschaft zu ihrer Umwelt. Sie basiert auf denjenigen gesellschaftlichen Werten und Interessen, die im Inneren als allgemeinverbindliche Werte und Interessen auf Zeit durchgesetzt wurden, wobei diese Prozesse auch durch Akteure und Entwicklungen in der internationalen Umwelt beeinflusst werden können.“ 1
„Sicherheitspolitik,
1) die institutionellen, prozessualen und entscheidungsinhaltlichen Aspekte des sozialen (d.h. zweckhaft auf das Tun und Lassen anderer bezogen) Handelns, das darauf gerichtet ist, regelungsbedürftige Angelegenheiten der Sicherheit eines Gemeinwesens und seiner Bürger allgemeinverbindlich zu gestalten.
2) Im Besonderen die gesellschaftlichen Bestrebungen, die auf Herbeiführung, Wahrung oder Mehrung der inneren 2 und äußeren Sicherheit eines Gemeinwesens gerichtet sind. Zu ihnen gehören neben der Militärpolitik und der Schaffung von Systemen kollektiver Sicherheit, wie Militärbündnissen, die Außenpolitik, z.B. eine auf internationale Zusammenarbeit und Entspannung gerichtete Politik.“ 3
Es galt festzulegen, was innerhalb unseres Untersuchungsbereiches als Kommentar angesehen werden kann. Zunächst muss ein Kommentar deutlich als solcher gekennzeichnet sein, d.h. er muss grafisch abgegrenzt bzw. formal erkennbar sein. Weil es sich bei Kommentaren um eine
1 Jäger, Thomas: http://www.jaeger.uni-
koeln.de/fileadmin/templates/onlinetutorium/AP/le1_grundbegriffe_0405.pdf, (Stand: 02.03.2009).
2 Für unsere Zwecke ist nur die äußere Sicherheitspolitik relevant.
3 Schmidt, Manfred G.: Wörterbuch zur Politik, Stuttgart 2004, S. 639.
4
Offenlegung des redaktionellen, politischen Profils handelt, 4 wird der Leitartikel, der als Identitätsausweis einer Zeitung gilt, 5 ebenso miteinbezogen. Kolumnen sowie Glossen werden dagegen aus unserer Analyse ausgeschlossen, da die Anzahl der Kolumnen in den zu untersuchenden Zeitungen zu marginal war um sie zu beachten, und es sich bei der Glosse um einen Beitrag mit gewollt sarkastisch-polemischem Tenor handelt, der die Ergebnisse unserer auf einer deskriptiven Inhaltsanalyse basierenden Untersuchung verzerren würde. Ebenfalls unbeachtet blieben übernommene Kommentare aus anderen Zeitungen sowie Leserbriefe, da es sich hierbei um Autoren handelt, die nicht repräsentativ für die Meinungstendenzen der Redaktion stehen.
Aus den oben erarbeiteten Erkenntnissen ergibt sich, dass Außen- und Sicherheitspolitik gemäß Definition Thema eines Kommentars ist, wenn Handlungen (beabsichtigt oder ausgeführt) bzw. Kommunikation eines politischen Akteurs (individuell/kollektiv, national/supranational) die politischen Akteure anderer Staaten(-verbindungen) direkt betreffen/adressieren und/oder die Wahrung/Mehrung der äußeren Sicherheit zum Ziel haben. Als Sonderfall wurde von uns die Staatenverbindung der EU eingestuft. Insofern sind politische Handlungen, die von der EU ausgehen, dann als außen- und sicherheitspolitisch relevant zu kategorisieren, wenn ein Staat etwas über die EU erreichen will bzw. wenn sie als quasistattlicher Akteur auftritt. Als supranationales Organ fällt die EU aus dem Raster.
2.2 Reliabilität
Die korrekte Anwendung des methodischen Instrumentariums und die Möglichkeit der Reproduzierbarkeit inhaltsanalytischer Ergebnisse setzt eine Verlässlichkeit des Untersuchungs-vorgangs voraus. Um dieses Kriterium zu erfüllen, führten wir die so genannte Intercoder-Reliability durch, was bedeutet, dass dasselbe Textmaterial von verschiedenen Codierern 6 gleichzeitig und unabhängig von einander codiert wird. Kommen dabei jeweils dieselben Ergebnisse zustande, zeigt sich die Inhaltsanalyse als verlässlich. In unserem Fall stellte sich das wie folgt dar:
4 Neidhardt, Friedhelm/Eilders, Christiane/Pfetsch, Barbara: Die „Stimme der Medien“ - Pressekommentare als Gegenstand der Öffentlichkeitsforschung, in: Eilders, Christiane/Neidhardt, Friedhelm/Pfetsch, Barbara (Hrsg.), Die Stimme der Medien: Pressekommentare und politische Öffentlichkeit in der Bundesrepublik, Wiesbaden 2004, S. 11-38, S. 15.
5 Ebd.: Fußnote 3, S. 15.
6 Hierbei handelt es sich um die Autoren.
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Bei der Einteilung von relevanten und nicht-relevanten Kommentaren codierten wir gegenseitig alle Kommentare aller Zeitungen. Lag bei den einzelnen Kommentaren eine 2/3 Übereinstimmung vor, wurde diese Codierung übernommen. 7
Anders gestaltete sich die Reliabilitätsanalyse bei der Codierung der Themen, Positionen und Frames. Hier wurde eine Stichprobe von 10 % aller relevanten Kommentare 8 jeweils von den drei Codierern codiert. Um dabei zu messbaren Aussagen zu kommen, benutzten wir die Reli-abilitätsformel von Werner Früh:
CR = Codierer-Reliabilität
Ü = Anzahl der übereinstimmenden Codierungen
= Anzahl der Codierungen von Codierer 1 = Anzahl der Codierungen von Codierer 2 = Anzahl der Codierungen von Codierer 3
Quelle: Früh, Werner: Inhaltsanalyse - Theorie und Praxis, Konstanz 2004, S. 179.
Als Ergebnis erhielten wir in den drei Fällen Werte zwischen .77 und .92, was nach Früh als guter Qualitätsstandard betrachtet werden kann. 9 Somit erfüllten wir mit unserem Konzept das Kriterium der Reliabilität.
2.3 Operationalisierung
In den folgenden Unterkapiteln werden wir darauf eingehen, wie die als relevant kategorisierten Kommentare so operationalisiert werden, dass wir zu Ergebnissen kommen, die die oben genannten Fragen beantworten können. Hierbei werden die vier Bereiche Themen, Positionen, Frames und redaktionelle Leitlinie sowie ihre Verarbeitung mit den Kommentaren einzeln vorgestellt.
2.3.1 Themenbereiche
Die Strukturierung des Themenhaushaltes unserer gesammelten Kommentare vollzog sich in zwei Phasen. Die erste Phase beginnt bereits in der Redaktion der jeweiligen Zeitung. Dort werden mit dem sogenannten „Agenda Setting“ konkrete Themenschwerpunkte gesetzt, die von der Redaktion als besonders wichtig eingeschätzt werden bzw. im besonderen Interesse
7 Befanden also zwei der drei Codierer einen Kommentar als relevant, wurde dieser operationalisiert.
8 Wir kamen auf 99 relevante Kommentare, insofern betraf die Stichprobe 10 Kommentare.
9 Früh, Werner: Inhaltsanalyse - Theorie und Praxis, Konstanz 2004, S. 181.
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der öffentlichen Meinung liegen. 10 Dies bedeutet, dass schon während der journalistischen Arbeit eine Einschränkung der Themen vollzogen wird, die später mit einem Kommentar belegt werden. Somit entsteht schon hier eine erste Gliederung des Themenhaushaltes. Die zweite Phase der Themensondierung fand während unserer Analyse statt. Um die zahlreichen speziellen Themen wie z.B. „Piraterie“, „Nahostkonflikt“ und „Gipfeltreffen“ zu Minimieren um später eine klare Aussage über die behandelten Themen zu erlangen, entschieden wir uns, wenige Hauptthemen zu kreieren, denen wir dann die zahlreichen Ereignisse zuordnen konnten (s. Tabelle 1). Die Bezeichnungen der Hauptthemen gestalten sich nach allgemein bekannten Begriffen aus der Politikwissenschaft, welche nach ausführlicher Lektüre der Kommentare am kompatibelsten für den zu untersuchenden Zeitraum angesehen wurden. Jeder Codierer kategorisierte nun den Inhalt jedes gelesenen Kommentars einem Thema zu. Aus zwei Gründen galt hier, dass jeder Kommentar nur jeweils einem Themenfeld zugeordnet werden durfte. Zum einen, orientierten wir uns damit an einem der für inhaltsanalytische Ka-tegoriensysteme geltenden fünf Qualitätskriterien, der sogenannten Eindeutigkeit bzw. Trennschärfe. Dies Kriterium besagt, dass jeder codierte Fall eindeutig und nur einer Kategorie zu-geordnet werden soll. 11 Zum anderen ergab sich später durch dieses System eine klare und übersichtliche Gliederung der Themenschwerpunkte. Beinhaltete ein Kommentar mehrere Themen, galt es, das Hauptthema zu betrachten und diesem folgend zu kategorisieren. Tabelle 1: Themenaufkommen der am häufigsten genannten Issue-Felder der Außen-und Sicherheitspolitik
10 Neidhardt, Friedhelm: Kommentarthemen - die mediale Policy-Agenda, in: Die Stimme der Medien, S. 106-128, S. 107.
11 Bonfadelli, Heinz: Medieninhaltsforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen, Konstanz 2002, S. 90.
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2.3.2 Positionen
Zur Beantwortung der Frage nach den Positionen und der redaktionelle Leitlinie, galt es, den Kommentaren Positionen zuzuführen, um diese politisch einordnen zu können. Zu diesem Zweck entschieden wir uns für ein dichotomes Grundkonfliktesystem nach Katrin Voltmer. 12 Voltmer setzt 16 Grundkonflikte fest, die ihrer Meinung nach politisches Handeln strukturieren und auch nahezu alle politischen Auseinandersetzungen abdecken. Bei diesen Konflikten handelt es sich um binär codierte Problemlagen, so dass bei einer Zuordnung gleichzeitig eine politische Position auf der klassischen rechts-links Skala festgelegt werden kann. In Anlehnung an die Untersuchung von Voltmer änderten wir einige Codierungen, um eine Kompatibilität zu unserem Thema herzustellen, so dass unser System nun aus sieben außen- und sicherheitspolitischen Grundkonflikten besteht (s. Tabelle 2).
Die Codierer analysierten die Kommentare anhand der sieben Positionen und ordneten auf jeder Ebene dem Kommentar die Einheiten A, B oder C zu, welche die jeweilige Position darstellen, je nachdem zu welcher Einheit der Schwerpunkt des Inhalts tendierte. Anschließend wurde eine Valenz der sieben Ergebnisse berechnet, die dem Kommentar eine linke, rechte oder eher neutrale Position zuordnen konnte. Diese Analyse half dabei den tatsächlichen Tenor einer Zeitung politisch einzuordnen, um später den Vergleich zur formalen redaktionellen Leitlinie ansetzen zu können Tabelle 2: Positionen
12 Vgl.: Voltmer, Katrin: Medienqualität und Demokratie: Eine empirische Analyse publizistischer Informations-und Orientierungsleistungen in der Wahlkampfkommunikation, Baden-Baden 1998.
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Arbeit zitieren:
Jens Möller, Armin Kille, 2009, Mediale Vermittlung von Bedrohung - Die Darstellung von Außen- und Sicherheitspolitik in Pressekommentaren, München, GRIN Verlag GmbH
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