Gliederung
Einleitung 3
Herkunft und Werdegang Adalberts 4
Adalberts Einbindung in die Politik Heinrichs III. in Sachsen 5
Der beginnende Herrschaftsausbau. 6
Die Patriarchatspläne. 8
Adalberts Wirken unter Heinrich IV. 10
Niedergang und Wiederaufstieg. 11
Quelle. 14
Literatur 14
2
Einleitung
Diese Arbeit stellt eine Zusammenfassung der bedeutendsten Ereignisse aus dem Leben des Erzbischofs Adalbert (~1000-1072) von Hamburg-Bremen dar. Der Untersuchungsschwerpunkt liegt dabei auf der Frage, welche machtpolitischen Voraussetzungen ihn planen ließen im Norden des Reiches ein kirchliches Patriarchat, bestehend aus einem Dutzend einzelner Bistümer, zu errichten. Die politisch-geographische Lage, in der sich Norddeutschland zu seiner Zeit befand, spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Einbindung Adalberts in die wechselnden Machtgefüge des Reiches und seiner Nachbarn im 11. Jahrhundert. Die Grundlage zur Betrachtung seines Lebens und Wirkens bildet die durch den Geschichtsschreiber Adam von Bremen verfasste Geschichte der Hamburger Erzbischöfe „Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificium“. Das dritte Buch dieses Werkes stellt eine Art Biographie Adalberts mit teilweise tiefgehenden Charakterstudien dar. Adam spart hierin ebenso wenig mit Kritik am Lebenswandel Adalberts, wie mit der Bewunderung für dessen Leistungen.
Die umfangreichen Darstellungen des außergewöhnlichen persönlichen und politischen Werdegangs Adalberts können in dieser Arbeit nicht vollständig wiedergegeben werden. Verschiedene, oftmals persönliche Besonderheiten, Situationen und Personen im Leben dieses Erzbischofs, der es verstand das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, finden jedoch neben seiner machtpolitischen Entwicklung ihre Erwähnung. Insbesondere seine umfangreichen Aktivitäten in der skandinavischen und slawischen Missionsarbeit sind unter Berücksichtigung des Untersuchungsschwerpunktes nur punktuell herausgearbeitet.
3
Herkunft und Werdegang Adalberts
Adalbert wurde um das Jahr 1000 als Sohn des Grafen Friedrich von Goseck bei Naumburg an der Saale geboren. Seine Mutter Agnes war die Tochter des Grafen Wilhelm II. von Weimar-Orlamünde. 1 Adalberts Bruder Dedo, der 1056 von einem Priester seiner Diözese erschlagen wurde, und Friedrich waren nacheinander Pfalzgrafen von Sachsen. 2 Die einzige Schwester heiratete den Grafen von Sommereschenburg. In jungen Jahren wurde Adalbert in die Domschule von Halberstadt gegeben. Als der dortige Dompropst Hermann 1030 Erzbischof von Hamburg-Bremen wurde, machte er Adalbert zu seinem Subdiakon. Adam von Bremen beschreibt ihn zu diesem Zeitpunkt bereits als einen „unheimlichen Redner mit einem überheblichen Auftreten“. 3 Nach dem Tode Hermanns im Jahr 1032 kehrte Adalbert nach Halberstadt zurück und erlangte dort später das Amt des Dompropstes. Anfang Mai 1043 wird er in Aachen unter Teilnahme König Heinrichs III., der Reichsfürsten und zwölf Bischöfen zum Bischof ordiniert. 4 Der vorherige Bischof des Erzstiftes Hamburg-Bremen, Bezelin, verstarb am 15. April 1043. Aufgrund der kurzen Zeitspanne zwischen Bezelins Tod und der Einsetzung Adalberts kann man vermuten, dass Adalbert bereits als Dompropst am Hofe Heinrichs III. bekannt war. Es wird sogar davon ausgegangen, dass Adalbert bereits der Hofkapelle angehört habe. 5 Der Werdegang Adalberts ist typisch für viele deutsche Erzbischöfe seiner Zeit. Sie entstammten hochadeligen Familien, waren vor ihrer Ordination als Pröpste eingesetzt, und der Dienst am Hof als Kanzler oder Kapellan, der auch für Adalbert angenommen wird, war die gängige Vorstufe für das Bischofsamt. 6
1 Seegrün, Theologische Realenzyklopädie, „Adalbert von Hamburg-Bremen“,
Bd. I, Berlin 1977, S.407
2 Adam Bremensis, Gesta Hammaburgensis ecclesiae Pontificium. Darmstadt 1974,
III, 56 (55)
3 Adam, II, 68 (66)
4 Adam, III, 1
5 Jordan, Lexikon des Mittelalters. „Adalbert“, Bd. I, Zürich-München 1999, Sp. 97
6 Glaeske, Die Erzbischöfe von Hamburg-Bremen als Reichsfürsten (937-1258), Quellen
und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Bd. 60, Hildesheim 1962, S.57
4
Adalberts Einbindung in die Politik Heinrichs III. in Sachsen
Die Regentschaft Heinrichs III. (1039-1056) war eine unruhige Zeit für das Reich. Zunehmende Kritik an Missständen in der Kirche führte im Laufe dieser Zeit zu einer grundlegenden Reformbewegung in fast ganz Europa. Diese richtete sich insbesondere gegen die Verweltlichung des Klerus, welcher sich die Güter der Kirche aneignete, ohne seinen geistlichen Pflichten in ausreichendem Maße nachzukommen. Geistige Wegbereiter dieser Kirchenreform waren die strengreligiösen Reformklöster mit Cluny an ihrer Spitze. 7 Der von dieser Zeitströmung einer ernsthaften Frömmigkeit erfasste Heinrich III. förderte die Bewegung und bekämpfte mit Nachdruck die entsprechenden Unsitten, wie den Ämterkauf (Simonie) und die Priesterehe (Nikolaitismus). Diesbezüglich ist anzunehmen, dass seine Beliebtheit in den traditionellen Kreisen der Kirche durch diese Maßnahmen nicht gerade gesteigert wurde. Heinrich heiratete 1043 in zweiter Ehe Agnes von Poitou und Aquitanien. Agnes stammte aus genau dem Herzogshaus, welches das burgundische Reformkloster Cluny gestiftet hatte. Dieser Umstand wirkte sich in jener Zeit wahrscheinlich sehr vorteilhaft auf Heinrichs frommen Reformwillen aus. 8
In herrschaftlicher Hinsicht machte Heinrich III. das traditionelle Selbstverständnis des hohen Adels zu schaffen. Diese sahen in ihm eine Konkurrenz für ihre eigene Herrschaftsausübung. Dadurch kam es im Laufe seiner Regierung insbesondere mit verschiedenen Herzögen zu einer starken politischen Auseinandersetzung. 9
Von den Herzögen in Sachsen 10 , den Billungern wurde der neue Erzbischof als Spion Heinrichs und zunehmend als Rivale bei ihren eigenen Plänen einer Güterexpansion gesehen. 11 Adam berichtet diesbezüglich, dass Herzog Bernhard Billung (1011-1059) oft erklärte, er und seine
7 Müller, Helmut, Schlaglichter der deutschen Geschichte. Leipzig-Mannheim 2002, S.47
8 Fuhrmann, Horst, Deutsche Geschichte im hohen Mittelalter. Von der Mitte des 11. bis
zum Ende des 12. Jahrhunderts, Deutsche Geschichte, Bd. 2, Göttingen 1978, S.54
9 Im Hinblick auf den Wirkungsbereich Adalberts, wird aus der Menge der innerdeutschen
Adelsopposition besonders das Verhältnis zu den sächsischen Herzögen näher in
dieser Arbeit untersucht. (Anm.d.Verf.)
10 Der Titel lautet nicht „von“ Sachsen, da eine förmliche Übertragung der Herzogswürde
nicht stattgefunden hatte. (Anm.d.Verf.)
11 Seegrün, Theologische Realenzyklopädie, „Adalbert von Bremen“ S.407;
Fuhrmann, Deutsche Geschichte im hohen Mittelalter, S.55
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Arbeit zitieren:
Studienrat Andreas Büter, 2004, Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen, München, GRIN Verlag GmbH
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