INHALT
1. EINLEITUNG. 5
1.1 Zur Entwicklung des Gegenstandes 5
1.2 Zur Auswahl des kooperativen Lernens als Thema der Arbeit 5
1.3 Zum Aufbau der Arbeit 6
2. BEGRÜNDUNG KOOPERATIVEN LERNENS. 8
3. WAS IST KOOPERATIVES LERNEN? 12
3.1 Definition 12
3.2 Grundprinzip 13
4. FÜNF GRUNDELEMENTE KOOPERATIVEN LERNENS. 15
4.1 Soziale Fertigkeiten/ Teamkompetenz 15
4.2 Direkte Interaktion/ Face-to-Face Interaktion 18
4.3 Individuelle Verantwortungsübernahme 18
4.4 Gegenseitige positive Abhängigkeit. 19
4.5 Evaluation/ Prozess-Reflexion durch die Gruppe 21
5. ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE THEORIEN 22
5.1 Soziokonstruktivistische Perspektive Piagets 22
5.2 Soziokulturelle Perspektive Vygotskis. 23
6. ZIELE DES KOOPERATIVEN LERNENS 25
6.1 Voneinander lernen 25
6.2 Gegenseitige Unterstützung. 25
6.3 Selbstmanagement. 26
6.4 Perspektivenwechsel 27
6.5 Förderung kooperativer Kompetenzen und sozialer Fertigkeiten 28
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7. VIER DIMENSIONEN DES KOOPERATIVEN KLASSENZIMMERS 29
7.1 Veränderung der Klassenstruktur 29
7.2 Veränderung des Aufgabentyps. 29
7.3 Veränderung der Lehrerrolle 31
7.4 Veränderung der Schülerrolle. 35
8. VERSCHIEDENE TYPEN KOOPERATIVER LERNGRUPPEN 36
9. WIE MANAGE ICH EIN KOOPERATIVES KLASSENZIMMER? 38
9.1 Motivationale Aspekte 38
9.2 Gruppenbildung. 40
9.3 Gruppenstärkung 41
9.3.1 Interview 41
9.3.2 Gruppenname und Gruppenlogo. 42
9.4 Probleme und Umgang mit Problemen 43
9.4.1 Gruppenbezogene Belohnung. 43
9.4.2 Das Zero-Noise Signal. 44
9.4.3 Besondere Anerkennung. 45
10. DAS GRUPPENPUZZLE. 46
10.1 Die Entstehungsgeschichte. 46
10.2 Wie funktioniert das Gruppenpuzzle? 47
10.2.1 Die Aufgaben der Lehrkraft 51
10.2.2 Lernfreude der Schüler 52
10.3 Die Wirksamkeit des Gruppenpuzzles 52
10.3.1 Untersuchungspunkte 53
10.3.2 Durchführung und Ergebnisse der Voruntersuchung 53
10.3.3 Durchführung und Auswertung der Hauptuntersuchung. 55
10.4 Worin liegen die Schwächen des Gruppenpuzzles? 58
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11. WEITERE METHODEN KOOPERATIVEN LERNENS 59
11.1 Die Gruppenrallye
(STAD Student Teams Achievement Divisions) 59
11.2 Think - Pair - Share. 60
11.3 Das Placemat- Verfahren. 61
12. KOOPERATIVE LERNFORMEN IM FREMDSPRACHE-N
UNTERRICHT 63
13. WIE BEWERTE ICH DIE LEISTUNG DER SCHÜLER? 66
13.1 Die Bewertung der Gruppenergebnisse. 66
13.2 Die Bewertung des Arbeitsverhaltens 67
13.3 Die Bewertung individueller Leistung durch Aufsätze 68
14. ZUSAMMENFASSUNG 70
15. FAZIT. 72
16. LITERATURVERZEICHNIS 74
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1. Einleitung
1.1. Zur Entwicklung des Gegenstandes
Bis Mitte der 1960er Jahre war der schulische Unterricht von einem konkurrenzorientierten und individualistischem Lernen geprägt. Kooperative Arbeitsweisen waren recht unbekannt oder wurden gänzlich ignoriert (Johnson & Johnson, 2008:16). Durch den gesellschaftlichen Wandel gewannen auch Gruppenarbeiten an Anerkennung, sodass sie sich zu einem beliebten Element in den neueren Unterrichtsformen entwickeln konnten.
Die Idee des gemeinsamen Lernens wurde unter der Bezeichnung „Kooperatives Lernen“ neu aufgegriffen und weiterentwickelt. Seinen Anfang fand das angloamerikanische Cooperative Learning durch die Gestalt- und Gruppentherapie. Man ging von der Annahme aus, dass die gegenseitige Abhängigkeit der Gruppenmitglieder entscheidend ist im Hinblick auf die Gruppendynamik und der jeweiligen Zielvorgabe. Im Jahre 1979 fand die erste International Conference on Cooperation in Education in Tel-Aviv statt. Dabei ist zu erwähnen, dass die Idee des kooperativen Lernens vor allem in Israel, Nordamerika und Kanada seine erstmalige Anwendung fand (Borsch, 2005:10). In heutiger Zeit hat das Kooperative Lernen jedoch sowohl an Schulen als auch an Hochschulen Anerkennung gefunden und findet sich mittlerweile auf der ganzen Welt wieder.
1.2. Zur Auswahl des Kooperativen Lernens als Thema der Arbeit Das Interesse und die Idee den Themenbereich des kooperativen Lernens zum Thema meiner wissenschaftliche Hausarbeit zu nehmen, entstand im Rahmen eines Seminars, das ich an der Hochschule belegte. Dr. Frank Borsch stellte in diesem Seminar das kooperative Lernen vor, erläuterte die theoretischen Grundlagen und diskutierte mit den Seminarteilnehmern empirische Ergebnisse. Ich erhielt die Möglichkeit, verschiedene
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kooperative Methoden selber auszuprobieren und auszuwerten. Da ich in meiner Schulzeit nicht die Möglichkeit hatte, kooperatives Lernen kennenzulernen, war mir diese Lernform völlig neu. Dennoch begeisterten mich die Inhalte des kooperativen Lernens, da sie meiner Meinung nach wertvolle Gedanken und Anregungen beinhalten, die interessante und produktive Lernsituationen für die Schülerschaft schaffen können.
1.3. Zum Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Themenfeld des kooperativen Lernens im Schulunterricht auseinander. Kapitel 2 beinhaltet die Fragestellung, wieso die Verwendung kooperativer Lernformen im Unterricht eine Notwendigkeit darstellt und legt dar, welche gesellschaftlichen Veränderungen den Bedarf an neuen Lehrformen steigern. Zu diesem Zweck wird in den folgenden Kapitel 3 und 4 auf die Fragestellung eingegangen, was allgemein unter dem Begriff „kooperatives Lernen“ zu verstehen ist. Darüber hinaus werden Grundgedanken und Prinzipien dieser Lernform aufgezeigt und näher beleuchtet. Entwicklungspsychologische Hintergründe, die bei der Betrachtung kooperativen Lernens von großer Bedeutung sind, werden in Kapitel 5 erläutert. Kapitel 6 umfasst die Zielsetzung dieser Lernform. Eine neue Unterrichtsform fordert auch Veränderungen im Klassenzimmer. Sowohl die Schülerschaft als auch die Lehrkraft müssen eine neue Rolle einnehmen, um ein erfolgreiches kooperatives Lernen zu ermöglichen. Kapitel 7 geht daher auf die vier grundlegenden Veränderungen ein und definiert die neuen Rollen der Beteiligten. Kapitel 8 gibt einen Einblick in den Typus kooperativer Lernformen und seiner Variationen. In Kapitel 9 wird die Fragestellung beantwortet, wie ein Klassenzimmer mit solch einer Lernform in günstiger Weise zu leiten ist. Im Anschluss stelle ich in Kapitel 10 und 11 kooperative Lehr- und Lernformen vor, die, wie auch in Kapitel 12 beschrieben, auf den Fremdsprachenunterricht angewendet werden können. Große Unklarheiten
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im Rahmen des kooperativen Lernens lassen sich jedoch häufig in der Frage nach Bewertungsmöglichkeiten kooperativer Arbeit finden. In Kapitel 13 werden daher drei unterschiedliche Formen der Leistungsbewertung aufgegriffen und auf das kooperative Lernen übertragen.
Die vorliegende Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Schlusskommentar ab.
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2. Begründung kooperativen Lernens
Zunächst lässt sich die Frage aufwerfen, warum ein Individuum in einer Gruppe lernen sollte. Dabei ist anzumerken, dass unsere Gesellschaft eine Entwicklung vollzogen hat, die immer neue Anforderungen an das Wissen und an die Bildung des Einzelnen stellt. Dies begründet sich darin, dass in den letzen Jahrzehnten gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Veränderungen vonstatten gingen, welche im weiteren Verlauf dieser Arbeit erläutert werden (vgl. Weidner, 2008:18). Folglicherweise muss sich ebenso der Schulunterricht ständig an Veränderungen und den neuen Erwartungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen anpassen und sich neu organisieren. Zusätzlich zum Fachwissen, wird von der Institution Schule erwartet, Kompetenzen wie z.B. die Entwicklung von Lernstrategien zu vermitteln. Auch lernpsychologische Erkenntnisse weisen eine neue Herausforderung auf, denn die Erkenntnisse der Gehirnforschung und die der pädagogischen Psychologie lassen erkennen, dass Lernen nicht nur das Übernehmen von Informationen bedeutet, sondern vielmehr, dass der Lerner die erhaltenen Informationen individuell verarbeitet und aktiv in seine Wissensstrukturen integrieren kann (vgl. Brüning & Saum, 2007:11). Unser Gehirn empfängt also nicht nur Informationen, sondern verarbeitet diese auch. Ruhl, Hudges und Schloss (1987) erkannten, dass Schüler besser Informationen speichern, wenn sie die Möglichkeiten besitzen, zusätzlich auch mit anderen Schülern zu diskutieren und sich auszutauschen. (vgl. Kooperatives Lernen und Lernpsychologie-http://www.learnline.nrw.de/angebote/greenline/lernen/grund/cl_lernen.ht ml, rev. 06.02.2009). In jedem Fall besteht ein tiefgründiges Lernen nicht allein im Behalten von Informationen oder Zusammenhängen, denn auch, wenn die Gedächtnisfähigkeit eine wesentliche Rolle im Rahmen des Lernen besitzt, ist ein Großteil der Informationen nur im Kurzzeitgedächtnis verankert. Um zu behalten, was man uns beibringt, müssen wir es verarbeiten.
Lernen wird demnach verstärkt, wenn wir aktiv die empfangen Informationen verarbeiten, u.a. durch
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Ohne die Gelegenheit sprachlich zu kommunizieren, wird echtes Lernen nicht eintreten. Mit Bezug auf das Themenfeld „kooperatives Lernen“, lässt sich feststellen, dass Lernen durch die kooperative Zusammenarbeit der Schüler unterstützt wird. Grundidee ist hier der Gedanke, das Wissen nicht nur zu empfangen, sondern gemeinsam zu erarbeiten, zu diskutieren und besser einzuprägen.
• Veränderung familiärer Strukturen
Veränderungen im Bereich der Familienstruktur sind besonders prägend für die Begründung kooperativen Lernens. In Deutschland wird etwa jede dritte Ehe wieder geschieden. Dies hat zur Folge, dass die Kinder oft nur mit einem Elternteil oder in Stieffamilien aufwachsen müssen. Für die Kinder kann dies bedeuten, dass sie in komplizierten Verhältnissen aufwachsen. Die daraus entstehenden Probleme sind meist in Ballungsgebieten zu erkennen, in denen Kinder vermehrt aggressives und destruktives Verhalten sowie eine erhöhte Gewaltbereitschaft aufweisen (vgl. Weidner, 2008:18.). Des Weiteren deutet Weidner darauf hin, dass der Wandel familiärer Strukturen eine Veränderung der Erziehungsvorstellungen zur Folge hat (2008:19).
„Ein eher liberaler, partnerschaftlicher Erziehungsstil ist geprägt von Verständnis, weniger Strenge und Gewährung von mehr Freiheiten und geht einher mit dem Abbau einer einseitig dominanten Erwachsenenautorität“(ebd.)
Dieser freie Erziehungsstil kann sich in dem Verhalten der Kinder im Schulunterricht widerspiegeln, die ihre Lehrkraft nicht als
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Autoritätsperson anerkennen und mangelnde Disziplin aufzeigen. Dies kann daraufhin deuten, dass ein großer Bedarf an der Aneignung sozialer Kompetenzen besteht.
• Veränderungen der Arbeitswelt und wirtschaftlicher Wandel Nicht nur kulturelle und gesellschaftliche Normen sind von sozialen Umbrüchen betroffen. Ebenso von dieser Veränderung betroffen ist die Berufswelt, die in heutiger Zeit ein hohes Maß an Flexibilität fordert. Weidner beschreibt, dass die Unternehmen sich von der strengen arbeitsteiligen Organisation entfernt haben und auf mehr integrativen Arbeitskonzepten und komplexeren Tätigkeitszuschnitten zielen. Teamorientierte Arbeitsweisen und das Erreichen von Sozialkompetenz werden nun als eine grundlegende und zentrale Schlüsselqualifikation anerkannt (Weidner, 2008:20). Kooperation und Austausch von Informationen sowie Verbesserungsvorschlägen sollen den Mitarbeiter von Heute kennzeichnen. Es ist daher dringend notwendig, neue Strategien frühzeitig zu erlernen, um den Umgang mit anfallenden Anforderungen der Arbeitsgeber bewerkstelligen zu können.
Wie zu erkennen ist, sind demnach die Fähigkeit zur Kooperation und die Aneignung sozialer Kompetenzen nicht nur im Berufsleben bedeutsam. Eine tragende Rolle kommt ihr auch in vielen anderen Lebensbereichen zu. Da aber die Schüler diese Erfahrungen kaum noch außerhalb der Schule machen können und die Fähigkeiten eines Lernenden allein oftmals nicht ausreichen die Informationsmenge zu bewältigen, ist es gerade deshalb notwendig, dass die Ausbildung in der Schule auf die Entwicklung kooperativer Fertigkeiten ausgerichtet ist. Um den geschilderten Anforderungen und Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es daher der Intention, das Wissen mehrerer Individuen verknüpfen zu wollen. Darüber hinaus ist es von großer Wichtigkeit, den Lernprozess der Schüler nicht individuell, sondern als ein soziales System
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zu betrachten, in dem mehrere Schüler zusammen arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können.
Das kooperative Lernen kann hier als besonders wichtig empfunden werden, da es eine gute Vorbereitung für den spätere Lebenslaufbahn darstellt. Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und soziales Handeln können hierbei vermittelt werden (Weidner, 2008:20). Die Schüler sollen so früh wie möglich daran gewöhnt werden, in Gruppen zu arbeiten und fächerübergreifend zu denken.
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3. Was ist kooperatives Lernen?
3.1 Definition
Theoretiker fordern den Einsatz der Gruppenarbeit, da so die Lernleistungen steigen würden, die Kommunikation zwischen den Schülern sich erhöhe und die Lernmotivation steige. Dennoch verdeutlicht die schulische Praxis, dass Gruppenarbeiten aufgrund negativer Erfahrungen wie großer Unruhen selten eingesetzt werden. Es besteht dabei häufig die Gefahr, dass nicht alle Gruppenmitglieder im gleichen Maße aktiv an den Arbeitsphasen teilnehmen. Ein weiterer Vorwurf sei die Tatsache, dass sich die Schüler leicht gegenseitig ablenken lassen. Diese Nachteile sollten mit dem Ansatz der kooperativen Unterrichtsform reduziert werden. Anders als der traditionelle Unterricht thematisiert das kooperative Lernen besonders die sozialen Prozesse. Kooperatives Lernen wird als eine spezifisch strukturierte Sozialform des Unterrichts gesehen, in welcher sich arbeitsfähige Kleingruppen mit mindestens zwei Personen bilden und eine von der Lehrkraft gegebene oder selbst erarbeitete Themenstellung in einem begrenzten Zeitrahmen bearbeiten, dabei miteinander kommunizieren und sich wechselseitig beim Erlernen von Kenntnissen und Fertigkeiten unterstützen und anschließend ihre Arbeitsergebnisse im Klassenverband vorstellen (vgl. Weidner, 2008:28). Es handelt sich hierbei um ein aktives, selbständiges und soziales Lernen. Kooperatives Lernen wird zur Förderung der sozialen Fertigkeiten der Schüler genutzt. Es thematisiert die Ausbildung von Sozialkompetenzen und Sozialfertigkeiten und nimmt neben den fachlichen oder sachlichen Lernzielen einen gleichrangigen Platz ein. Ziel dieser Methode ist es also, in jeder kooperativen Unterrichtseinheit sowohl stets fachliche Ziele als auch ein oder mehrere Sozialziele verbindlich festzulegen und später in Bezug auf ihre Handhabung zu reflektieren und zu bewerten (ebd. S.29). Neben den sozialen Fertigkeiten und fachlichen Kompetenzen, stehen im Rahmen des kooperativen Lernens persönliche und methodische Kompetenzen im Vordergrund (Bochmann & Kirchmann, 2006:13). Die Verbindung aus diesen vier Bereichen soll dazu beitragen, die
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Lernmotivation der Schüler aufrechtzuerhalten. Damit soll ein positives Lernergebnis sowie ein hohes Leistungsniveau erreicht werden. Ferner wird mit kooperatives Lernmethoden versucht, die Qualität der Anwendbarkeit zu festigen. Man geht davon aus, dass die Schüler durch diese Lernmethoden ein besseres Verständnis für den Lernstoff erlangen, wenn es ihnen z.B. möglich ist, sich gegenseitig etwas erklären. Dadurch, dass sich mehrere Schüler zusammensetzen und ihr Fachwissen miteinander in Verbindung bringen, kann die Lösung komplexer Probleme und Aufgaben erleichtert werden.
3.2 Grundgedanken
Die Basiselemente des kooperativen Lernens sind die wechselseitige Verantwortung füreinander und die individuelle Verantwortlichkeit, die jedes einzelne Gruppenmitglied zur Gruppenleistung mit beiträgt. Hier ist es bedeutsam, dass kooperatives Lernen nicht einfach nur mit Gruppenarbeit gleichgesetzt werden kann, denn durch die Strukturierung der Gruppenarbeit unterscheiden sich kooperative Lernformen deutlich von der unstrukturierten Form der Gruppenarbeiten. In den meisten unstrukturierten Gruppenarbeiten werden die Aufgabenstellungen unter den Gruppenmitgliedern aufgeteilt. Nach einer Zeitvorgabe, in der jeder seine Teilaufgabe für sich gelöst hat, werden die individuellen Ergebnisse dann, ohne oftmals vorher besprochen zu werden sowie ohne jegliche Wechselbeziehung zwischen den Lernenden, zu einem gemeinsamen Resultat zusammengesetzt und am Ende der Erarbeitungsphase separat voneinander vorgestellt. Ziel Kooperativen Lernens ist jedoch die Umgehung dieses Problems und die gemeinsame Erarbeitung, sodass idealerweise jeder Schüler einen ähnlichen Wissensstand erreichen kann. Kooperatives Lernen folgt dem Unterrichtsprinzip „Denken- Austauschen-Vorstellen“ (Brüning & Saum, 2007:16). Dies bedeutet, dass sich die Schülerinnen und Schüler zuerst individuell mit dem Lerngegenstand beschäftigen. Im zweiten Schritt tauschen in kleinen Gruppen ihre Ideen und Gedanken aus und stellen anschließend ihre Ergebnisse der gesamten
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Klasse vor. Kooperatives Lernen ist dabei insbesondere als ein aktiver, konstruktiver Prozess zu verstehen, der sowohl kommunikative als auch soziale Fähigkeiten stärken soll. Die verschiedenen Arbeitsformen des kooperativen Lernens sollen motivieren, sich miteinander auszutauschen und zu kooperieren (vgl. Pütz, 2007:18). Durch die Kooperation sind alle Mitglieder der Lerngruppe dazu angehalten, für das Lösen der Aufgabe zusammenzuarbeiten (ebd.).
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4. Fünf Grundelemente kooperativen Lernens
Ein kooperatives Klassenzimmer ist nur dann erfüllbar und zeigt Effektivität, wenn folgende fünf grundlegende Elemente eingebracht werden (vgl. Weidner, 2008:35ff.): 1. Soziale Fähigkeiten /Teamkompetenz, 2. Direkte Interaktion/Face-to-Face Interaktion, 3. Individuelle Verantwortungsübernahme, 4. Positive gegenseitige Abhängigkeit und 5. Evaluation/ Prozess-Reflexion durch die Gruppe.
4.1 Soziale Fähigkeiten/Teamkompetenz:
Kooperative Lernformen verfolgen neben dem Ziel der fachlichen Qualifikation auch soziale Zielsetzungen. Soziale Fertigkeiten sind ein wesentliches Merkmal des kooperativen Lernens. Jurowski und Hänze schreiben, dass ein sozial kompetent handelnder Schüler sich im Austausch mit anderen Gruppenmitgliedern Wissen aneignet und sein eigenes Wissen an seine Gruppenmitglieder abgibt (2008:21). Unter sozialer Kompetenz verstehen sie einen Menschen, der sich in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen der Durchsetzung persönlicher Ziele und der Anpassung an Anforderungen aus der Umwelt befindet (vgl. ebd.). Kooperatives Lernen kann aber nur dann gelingen, wenn die Schüler eine Basis an sozialen Kompetenzen besitzen und bereit sind, diese auch während der Gruppenarbeitsphase einzusetzen und zu erweitern, denn Fähigkeiten und Kenntnisse im zwischenmenschlichen Umgang bilden die Grundlage für einen Zusammenschluss von kleinen Gruppen und damit ebenfalls für eine erfolgreiche Interaktion zwischen Schülern in kooperativen Lernformen (vgl. Johnson & Johnson, 2008:18). Die Schüler haben die Aufgabe, sich gegenseitig zuzuhören, sich nicht zu unterbrechen, Kritik in einer sozialförderlichen Weise zu äußern, einander zu helfen und zu ermutigen. Solche Fähigkeiten fördern die Kommunikation und bilden die Grundlage für das gegenseitige Vertrauen, denn Grundlage für jede kooperative Gruppenarbeit ist die Bereitschaft der Gruppenmitglieder, ihr Wissen miteinander zu teilen.
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Arbeit zitieren:
Hasret Deliorman, 2009, Kooperatives Lernen im Schulunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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