1. Planungsrelevante Faktoren.................................................................................... 2 1.1 Schülerbezogene Planungsfaktoren................................................................. 2 1.2 Lehrerbezogene Planungsfaktoren ....................................................................... 3 1.3 Organisatorische Planungsfaktoren ...................................................................... 3 2. Entscheidungen ................................................................................................... 4 2.1 Weiterreichende Zielsetzungen und Intentionen .............................................. 4 2.2 Einordnung des Themas in den Lehrplan und in den laufenden Unterricht...... 5
2.3 Inhalts- und Reduktionsentscheidungen ............................................................... 6 2.4 Unterrichtliche Ziele .............................................................................................. 7 3. Methoden, Medien und Phasierung......................................................................... 8 4. Verlaufsplanung .................................................................................................... 12 Literaturangaben: ......................................................................................................... 13 Anhang: ........................................................................................................................ 13
1. PLANUNGSRELEVANTE FAKTOREN
1.1 Schülerbezogene Planungsfaktoren
Die Klasse FOF2 besteht aus 25 Schülern und zwei Schülerinnen 1 und ist seit Beginn des letzten Halbschuljahres im Februar 2002 an der G10. Das Alter der Schüler variiert zwischen 19 und 28 Jahren, so dass der Altersdurchschnitt bei 24 Jahren liegt. Zu-gangsvoraussetzung für die Fachoberschule ist eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Für die Schüler ist die kognitive Arbeit im Sportunterricht eher ungewohnt, weil ihr Sportverständnis sehr stark fertigkeitsorientiert angelegt ist und sie die aktive Bewegung im Sportunterricht erwarten. Mittlerweile sind die Schüler es aber gewohnt, dass jede sportliche Aktion mit einem Handlungsziel in Verbindung steht und dieses reflektiert wird. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass einige Schüler schwer zu motivieren sind, sich konzentriert an den Arbeitsaufgaben und dem anschließenden Gespräch zu beteiligen.
Dem Lehrgangsthema „Erkennen, Vorbeugen und Ausgleichen individueller physischer Belastungen durch zielgerichtete sportliche Aktivitäten bei überwiegend sitzender beruflicher Tätigkeit“ stehen viele Schüler jedoch offen gegenüber, da sie nach dem Unterricht weiterhin an ihren Rechnern sitzen und es bei einigen Schülern zu muskulären
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Verspannungen gekommen ist. Aufgrund dieser Aspekte und den Eindrücken aus den vorangegangenen Stunden gehe ich davon aus, dass die Schüler grundsätzlich bereit sind, sich auf das Thema der Stunde einzulassen.
1.2 Lehrerbezogene Planungsfaktoren
Ich unterrichte die Klasse seit Beginn des letzten Schulhalbjahres bedarfsdeckend mit einer Doppelstunde pro Woche am Donnerstag. Im Verlauf des Schuljahres hat sich ein angenehmes und freudvolles Lernklima eingestellt. Zwischen den Schülern und mir hat sich ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis entwickelt und ich fühle mich von den Schülern als Sportlehrer und als Person akzeptiert.
Der Gedanke, einen Lehrgang zur „Rückenproblematik“ anzubieten, resultierte aus meiner Beobachtung, wie dieses Schülerklientel an ihrem Arbeitsplatz Computer sitzt und den Rückenbeschwerden eines Schülers. In Absprache mit meinem Mentor und den Schülern führe ich somit zum ersten Mal diesen selbständig entwickelten Lehrgang durch.
1.3 Organisatorische Planungsfaktoren
Die Lehrprobe findet während des planmäßigen Sportunterrichts am Donnerstag statt. Die für diese Sportstunde benötigten Materialen, wie z.B. Isomatten, Stühle, etc. habe ich im Vorwege besorgt und die Arbeitsplätze in der Pause vorbereitet. Für den Unterricht steht uns dieses Schulhalbjahr ein Hallendrittel zur Verfügung. Sollten die anderen Hallendrittel durch andere Sportgruppen belegt sein, ist davon auszugehen, dass der Geräuschpegel sehr hoch ist. Von daher ist das konzentrierte Bearbeiten eines Arbeitsauftrages mit anschließender Präsentation sowie der Anleitung und Durchführung von Übungen für die Schüler sehr schwierig und neu, da wir im vorigen Schulhalbjahr die Sporthalle alleine hatten und somit keinen störenden Einflüssen ausgesetzt waren. Des Weiteren kann der Unterricht und somit die Atmosphäre durch Schüler der anderen Klasse negativ beeinflusst werden, wenn diese durch unser Hallendrittel laufen, um in ihre Umkleidekabine zu gelangen.
1 Aus pragmatischen Gründen werde ich im weiteren Verlauf des Entwurfes nur die männliche Form verwenden.
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2. ENTSCHEIDUNGEN
2.1 Weiterreichende Zielsetzungen und Intentionen
Grundsätzlich möchte ich mit meinem Sportunterricht die Schüler in ihrem Bewegungsverhalten und ihrer Bewegungsmotivation unterstützen. Der Unterricht soll ihnen aufzeigen, dass Sport einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung, Förderung und Wiederherstellung des individuellen Wohlbefindens leisten kann. Die Schüler sollen erfahren, dass ich ihnen durch den Sportunterricht eine Vielzahl von Erfahrungsmöglichkeiten vermitteln möchte, die sie sowohl für ihre individuelle als auch ihre berufliche Entwicklung nutzen können.
Daneben möchte ich den Schülern vermitteln, dass Sport nicht nur bewusstes Bewegen des eigenen Körpers sein kann, sondern auch freudvolles Miteinander in einer Gruppe. Durch den Sportunterricht sollen bei ihnen soziale Fähigkeiten, wie z.B. Kommunikations-, Kooperationsvermögen usw. gefördert werden, die sie sowohl in ihrem privaten als auch in ihrem späteren beruflichen Umfeld benötigen. Eine wesentliche Intention des „Rücken-Lehrgangs“ ist die Förderung eines arbeits-und lebensweltorientierten Gesundheitsbewusstseins der Schüler. In diesem Zusammenhang finde ich es sinnvoll und notwendig, an der konkreten Lebenswelt der Schüler anzusetzen. Die Ausbildung der Schüler ist geprägt durch einen hohen Anteil an Computer- bzw. Bildschirmarbeit, die sich nicht nur auf die Schule beschränkt, sondern sich auch durch den Alltag zieht und sich in ihrem späteren Beruf fortsetzen wird. Von daher geht der Lehrgang von alltäglichen sowie beruflichen Belastungen aus und versucht, den Schülern Ansatzpunkte für eine bewusstere Selbstwahrnehmung zu liefern:
• Physisch belastende schulische und berufliche Anforderungen (z.B. gleichförmige Tätigkeiten und Arbeitsabläufe, geringe Bewegungsintensität),
• Ungenügende Leistungs- und Belastungsfähigkeit zur Bewältigung physischer Beanspruchung (z.B. Schwächen der Haltemuskulatur),
• Defizite in den materialen Voraussetzungen des Alltags (z.B. die Bestuhlung der Klassenräume, schlechte ergonomische Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes)
Den Schülern soll die positive Wirkung von Bewegungsaktivitäten auf die eigene Befindlichkeit vermittelt werden, um sie dadurch anzuregen, die bestehenden Bewegungsmöglichkeiten des Alltags zu entdecken und zu nutzen.
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Darüber hinaus gilt es, den Schülern die Reaktion des Körpers auf unterschiedliche Belastungen bewusst zu machen und ihnen den Aufbau und die Funktion der Wirbelsäule zu vermitteln.
Die so erlangten Kenntnisse sollen die Schüler am Ende des Lehrgangs dazu befähigen, selbständig Bewegungspausen zu erstellen und durchzuführen, die auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind.
Daneben werden den Schülern Kenntnisse vermittelt, die über eine sportliche Vermittlung hinausgehen und eher die Einflüsse der ergonomischen Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes beinhalten. Dabei sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, eigenverantwortlich ihren Arbeitsplatz zu gestalten und selbständig Veränderungen an ihm vornehmen zu können.
2.2 Einordnung des Themas in den Lehrplan und in den laufenden Unterricht Für den Sportunterricht der FOS an den Hamburger Berufsschulen gibt es zurzeit keinen verbindlichen Lehrplan. Von daher richte ich mich nach den mir vorliegenden Rahmenrichtlinien -Sport- im Vorsemester und in der Studienstufe an Hamburger Gymnasien von August 1977.
Die Unterrichtsinhalte werden dabei mit den Schülern gemeinsam abgestimmt, wobei sich diese Unterrichtsinhalte sowohl an der Motivationslage der Schüler als auch an den grundlegenden Zielsetzungen des Berufsschulsports und den Überlegungen zu deren Umsetzung orientieren, wie sie in der Rahmenkonzeption „Berufsschulsport in der dualen Berufsausbildung“ entwickelt worden sind. Das tragende Element der ge-sundheitsfördernden Aufgabe ist dabei eine arbeits- und lebensorientierte Gesundheitsförderung. „Diese stellt gegenwärtige und künftige, berufliche und private, individuelle und soziale Belastungen heraus, die das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit stören bzw. begrenzen und darüber hinaus gesundheitsgefährdend sind“. (KNUD-SEN/SCHWIDDER u.a. 1996)
Die Lehrprobe gliedert sich wie folgt in den Lehrgang ein:
2.3 Inhalts- und Reduktionsentscheidungen
Die Erarbeitung und Analyse besonders belasteter Muskelgruppen greift inhaltlich ein Themengebiet der vorangegangenen Stunde auf, in der alle Muskelgruppen mit Funktion und Aufbau vorgestellt wurden, die die Funktion der Wirbelsäule ganzheitlich beeinflussen. Der Begriff des muskulären Ungleichgewichts wurde in diesem Zusammenhang erläutert.
Die Lehrprobe ist die erste Stunde, in der die Schüler in Gruppenarbeit die bislang erarbeiteten Inhalte dahingehend nutzen sollen, selbständig über Auswirkungen muskulärer Ungleichgewichte an der Muskulatur während einer sitzenden Tätigkeit nachzudenken, und gesundheitsorientierte Übungen kennen zu lernen. Dazu stehen jeder Gruppe ein Tisch, ein Stuhl, eine Tastatur und ein Foto mit einer typischen Arbeitshaltung einer sitzenden Person 2 zur Verfügung, um die Situation nachzuspielen und herauszustellen, welche Muskeln sich verkürzen bzw. abschwächen. Zusätzlich erhalten die Schüler zwei Informationsblätter 3 , um die zu bearbeitende Tabelle auszufüllen. Anschließend bereiten die Schüler in ihren Gruppen die ihnen ausgegebene Übung 4 zum Dehnen oder Kräftigen vor, präsentieren diese im Plenum und leiten die anderen Gruppen an.
2 Siehe Anhang: Arbeitsblatt: Erarbeitungsphase -Auswirkungen einer sitzenden Tätigkeit auf die Muskulatur- 3 SieheAnhang: Informationsblätter 1&2 -Muskelkunde-
4 SieheAnhang: Arbeitsblätter: Arbeitsauftrag -Übung zum Dehnen bzw. Kräftigen durchführen, präsentieren und anleiten-
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Arbeit zitieren:
Michael u. Britta Bech, 2002, Erkennen, von muskulären Ungleichgewichten bei sitzender Tätigkeit an der Wirbelsäule und der sie umgebenden Muskelgruppen, sowie die Präsentation und Anleitung verschiedener Übungen als präventive Maßnahme, München, GRIN Verlag GmbH
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