1. Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung. 4
3. Davis’ Forschungsreisen nach Haiti 5
3.1. Davis´ Auftrag 5
3.2. Davis´ Vorgehen auf Haiti 5
3.2.1. Die Giftherstellung bei Marcel Pierre. 6
3.2.2. Die Giftherstellung bei LaBonté 6
3.2.3 Die Giftherstellung bei Herard Simon 6
3.2.4. Davis´ Schlussfolgerungen über die verschiedenen Arten der Giftherstellung. 7
3.2.5 Drei weiter Zeremonien 7
4. Der geschichtliche Ursprung der Geheimgesellschaften. 8
4.1. Die Entdeckung Saint Dominques und die Kolonialzeit. 8
4.2. Sklavenaufstände und die Entstehung der Geheimgesellschaften 9
4.3. Francois Macandal. 10
5. Die Vodun Religion auf Haiti 11
5.1. Der Ursprung des vodoun. 11
5.2. Das Weltbild im vodoun 11
5.2.1. Die fünf Grundkomponenten des Menschen. 12
5.2. 2.Besessenheit durch Loas 13
5.2.3. Houngan und Sokor 14
5.2.4. Einstellung der vodoun Gläubigen zum Tod 14
6. Die Bizango Gesellschaft 15
6. 1. Ihre Erscheinung in der Öffentlichkeit. 15
6.2. Mitgliedschaft und Zusammensetzung der Bizango 16
6.3. Rituelle Zusammenkünfte 16
6.4. Die Aufgaben der Bizangos. 17
6.5. Die Bizangos als Geheimbund? 17
2
7. Die Erschaffung eines Zombies und das Zombiegift. 18
7. 1. Die Erschaffung eines Zombies. 18
7. 1. 1. Das Beispiel Clairvius Narcisse. 19
7. 1. 2. Das Beispiel von Francina IIleus. 20
7.2.Der Umgang der Bevölkerung mit dem Phänomen der Zombies 20
7.3. Die Zusammensetzung des Giftes 21
7.4. Tetrodotoxin in anderen Ländern 21
8.Schlussbemerkung....................................................................................................................................................... 23
9.Literaturangaben 24
3
2. Einleitung
E. Wade Davis, ein amerikanischer Ethnobotaniker, behandelt in seinem Buch "The Serpent and the Rainbow" (1985) das Zombie‐Phänomen auf Haiti, er geht dabei auch auf die Vodoun‐Religion und die Geheimgesellschaft Bizango ein. Vodoun ist ein Wort aus den Fon‐Sprache und "bedeutet einfach Gott oder Geist" (Davis 1986: 11). Das Wort begegnet einem in den unterschiedlichsten Schreibweisen, unter anderem „wodu“, „voodoo“ oder „vodo“. Ich werde mich im folgenden Text an die Schreibweise von E. Wade Davis halten: vodoun. Ich beziehe mich bei der Arbeit vorwiegend auf Davis' "The Serpent and the Rainbow" und werde andere Autoren zur Ergänzung oder zur
Gegenüberstellung heranziehen. Aus "The Serpent and the Rainbow" habe ich mir verschiedene Aspekte als Schwerpunkt gesucht, wie zum Beispiel die Geschichte Haitis, die Geheimgesellschaft 'der Bizangos und das Gift um Menschen zu Zombies zu machen, die ich versuchen werde näher zu erläutern und eventuell durch die Forschungsergebnisse und
Meinungen der anderer Autoren zu ergänzen. Während ich auf die einzelnen Aspekte eingehe, werde ich, soweit es mir möglich ist, versuchen Verbindungen zu Afrika herzustellen, da der Vodoun und die Geheimgesellschaft der Bizango ihren Ursprung in diesem Land haben. In der Zeit des Sklavenhandels gelangten die verschiedenen Religionen nach Haiti und vermischten sich hier mit Elementen des haitianischen Vodoun.
Dies führte unter anderem dazu, dass sich in einzelnen Regionen und Geheimgesellschaften unterschiedliche Glaubensrichtungen des Vodoun herausbildeten und eine davon, die Bizango, hat Davis untersucht.
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3. Davis’ Forschungsreisen nach Haiti
3.1. Davis´ Auftrag
E. Wade Davis bekam den Auftrag zu einer Feldforschung auf Haiti am Anfang des Jahres 1982 in New York. Seine Auftraggeber waren Dr. Nathan S. Kline, ein Psychiater, der an der Entwicklung von Reserpin, einem Beruhigungsmittel aus der indischen Schlangenwurzel, mithalf. Das dazu führte, dass die Anzahl der Patienten in den psychiatrischen Anstalten drastisch sanken. Kline war davon überzeugt, dass geistige' Störungen auf Stoffwechselstörungen zurückführbar sind und durch Medikamente behoben werden können. Weiterhin war Prof. Heinz Lehmann einer der Auftraggeber, er war Leiter der Psychiatrie und Pharmakologie an der McGiII‐University. Die finanzielle Hauptbelastung für die Forschungsreise trug David Merick, ein Industrieller.
Davis' Aufgabe war es herauszufinden, was es mit den Geheimnis der Zombies auf sich hatte und welche Inhaltsstoffe das Gift und das Gegengift haben. Mit dem Ziel einer "Revolution der modernen Chirurgie" (Davis
1986:38) sollten die Mittel in der Medizin eingesetzt werden, ein Beispiel für die Verwendungsmöglichkeit der Mittel ist die Anästhesie. Kline und Lehmann gingen davon aus, dass man das Gift, das zum Scheintod ähnlichen Zustand führt, zum betäuben nutzt kann und das Gegengift, das angeblich den Toten zurück in das Leben holt, dazu dient den Patienten problemlos wieder zurück ins Bewusstsein zu bringen. 3.2. Davis´ Vorgehen auf Haiti
Davis plante keinen mehrjährigen Aufenthalt auf Haiti, sondern drei kürzere Feldforschungen. Die erste von Anfang April 1982 bis zum Ostersonntag, die nächste vom Juli 1982 bis Anfang 1983 und den letzten Aufenthalt begann er Anfang 1984 bis zum Sommer des Jahres. Während seiner Zeit auf Haiti nahm Davis auch an
verschiedenen Zeremonien und Ritualen der vodoun‐Anhänger und der Geheimgesellschaft der religiösen Gruppierung teil, die im Folgenden näher erläutert werden. Die ersten Kontaktadressen bekam Davis von seinen Auftraggebern. Es waren die
Adressen von Max Beauvoir, einen Mann der intellektuellen Elite Haitis und eine Autorität auf dem Gebiet der voudoun‐Religion, und von Marcel Pierre, einen vodoun‐Prister, der der BBC schon Proben des Zombiegiftes zur Verfügung gestellt hat.
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3.2.1. Die Giftherstellung bei Marcel Pierre
Nachdem Davis das Vertrauen von Marcel Pierre gewonnen hatte, zeigte ihm Pierre die Herstellung des Giftes. Davis und seine ständige Begleiterin auf Haiti, Rachel, wurden von Pierre und seinem Gehilfen auf eine abgelegene Ebene geführt. Zum Schutz aller Beteiligten mussten sie sich Tücher vor ihre Gesichter binden und sich mit eine grüne Flüssigkeit einreiben. Pierre stellte das Gift nicht persönlich her, sondern sein Gehilfe mischte die verschiedenen Ingredienzen, wie zum Beispiel menschliche Knochen, Kröten, Kugelfisch und Pflanzen, in einer Schüssel. Während er sie mit einem Mörser zerstampfte, begann Marcel im Rhythmus mit zu singen. Davis interpretiert Marcels passive Rolle bei der Giftherstellung als entscheidend für die Wirkung des Giftet. "Aus diesem Grund war Marcels Präsenz entscheidend. Ohne seine spirituelle Führung hatten unsere Aktivitäten ein völlig ambivalentes Potential für Gut und Böse. Er war derjenige, der letztlich die Verantwortung trug." (Davis 1986: 129). 3.2.2. Die Giftherstellung bei LaBonté
Wie auch schon bei Marcel wurde auch bei LaBonté als erstes ein Ritual zum Schutz der Beteiligten durchgeführt. LaBontés Schutzritual war aufwendiger als Marcels. Bei LaBonté wurde ein Hahn geopfert, drei der Anwesende wurden von Loas besessen und führten alle Teilnehmer in ein Kräuterbad zur Reinigung, bei dem der tote Hahn als Schwamm benutzt wurde, um seine Energie auf zunehmen. Das Gift stellte LaBonté persönlich her und ließ es nicht wie Marcel von einem Gehilfen herstellen. Für dieses Gift wurden vier Zutaten gebraucht: "Die erste war eine Mischung aus vier Talkarten, die zweite die gemahlene Haut eines Frosches, die dritte Schießpulver und die vierte eine Mischung aus Talk und zu Staub zerriebener Gallenblasen eines Maultiers und eines Menschen." (Davis 1986: 207). Bei dem Gift von LaBonté gibt es auch ein Anwendungsritual um den "Täter" zu schützen. Er musste den Todesgeist rufen, eine Kerze vor die Tür des Opfers stellen, dann zum eigenen Schutz aus seiner Schutzflasche trinken, danach das Pulver auf die Kerze streuen und den Namen des Opfers rufen, das Opfer würde beim Überschreiten des Giftes sofort sterben.
3.2.3 Die Giftherstellung bei Herard Simon
Für die Herstellung dieses Giftes benötigt man eine ganze Woche. Herard Simon stellte zuvor das Gegengift her, welches aus verschiedenen Pflanzen bestand, die jedoch pharmakologisch unwirksam waren. Das Gift wurde in drei Stufen hergestellt. Als erstes wurden eine Schlange und eine Ago‐Kröte zusammen in ein Gefäß gesperrt, "bis sie vor Wut starben" (Davis 1986: 221), durch ihre Aggressionen schied die Kröte ihr gefährliches Gift aus. Dann wurden vier Pflanzen mit gemahlenen Taranteln und Tausendfüßlern gemischt. Die Bestandteile wurden gemischt und für zwei Tage in der Erde vergraben. In der zweiten Stufe wurden zwei unbekannte Pflanzen hinzu gemischt. Und auf der letzen Stufe wurden vier Pflanzen dazu gemischt,
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Arbeit zitieren:
M.A. Kristin Müller-Wenzel, 2002, Haitis lebende Tote, München, GRIN Verlag GmbH
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