Seminar Geld und Währung Thema: Der monetäre Ansatz zur Wechselkursbestimmung Falk Scherzer
WS 02/03
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 3
II. Bestandteile des Dornbuschmodells. 4
III. Auswirkungen einer Geldmengenvariation. 9
a.) Die kurzfristige Wechselkursanpassung. 11
b.) Der Weg zum langfristigen Gleichgewicht. 14
c.) Kurzfristige Auswirkungen auf den Output. 15
IV. Rationale Erwartungen. 17
V. Schlußwort. 19
VI. Anhang (Umformungen) 20
VII. Quellenangaben. 22
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Seminar Geld und Währung Thema: Der monetäre Ansatz zur Wechselkursbestimmung Falk Scherzer
WS 02/03
I. Einleitung
Dieser Aufsatz beschreibt den monetären Ansatz der Wechselkursbestimmung. Dabei wird insbesondere auf den Ansatz von Dornbusch (1976) eingegangen. Darin wird eine Theorie der Wechselkursentwicklung unter perfekter Kapitalmobilität entwickelt. Außerdem wird darin davon ausgegangen, dass sich der Gütermarkt langsamer an eine Geldmengenänderung anpasst, als der Kapitalmarkt. Dies bedeutet, dass es sich um eine Anpassung des Wechselkurses bei rigiden Preisen handelt. Die Anpassung bei flexiblen Preisen wird im Vergleich dazu ebenfalls beschrieben. Im Modell wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer konsistente Erwartungen über die zukünftige Entwicklung der Fundamentaldaten entwickeln.Dornbuschs Modell beschreibt die kurzfristigen und langfristigen Wechsel -kursentwicklungen bei einer Variation der Geldmenge. Dabei findet eine sofortige Wechselkursänderung statt, welche unmittelbare Auswirkungen auf die Handelsbilanz des Inlandes hat.Während des Anpassungsprozeßes ist daraufhin gleichzeitig eine Aufwertung der Inlandswährung sowie ein Anstieg des inländischen Preisniveaus zu beobachten, was im direkten Widerspruch zur Kaufkraftparitätentheorie steht.
In Teil III c.) wird die Auswirkung von Geldpolitik auf den inländischen Output betrachtet. Im Rahmen dieser Betrachtung stellt sich der Wechselkurs als entscheidender Kanal des monetären Transmissionsmechanismus heraus. Schließlich wird als Alternative zu Dornbuschs Theorie mit perfekter Voraussicht der Vermögenspreisansatz mit rationaler Erwartungsbildung vorgestellt.
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II . Das Modell von Dornbusch
A. Das Modell
Das Modell beschreibt die Wechselkursentwicklung in einer kleinen offenen Volkswirtschaft bei perfekter Kapitalmobilität. Kapitalmobilität sorgt dafür, dass bei einer Differenz zwischen dem exogen vorgegebenen Weltzinssatz r* und dem Inlandszinssatz r ein internationaler Ausgleich der Erträge aus Kapitalanlagen stattfindet. Dabei kommt es zu einer Änderung des Wechselkurses auf ein Niveau, auf dem die Zinsdifferenz exakt durch die erwartete Wechselkursänderung ausgeglichen wird. r = r* + x ( 1 )
In Gleichung ( 1 ) steht x für die erwartete Änderung des Wechselkurses . Um die Erwartung einer Aufwertung zu erzeugen, muss der Wechselkurs zunächst unter sein langfristiges Niveau fallen. Somit ist x = θ ( - e ) , ( 2 )
wobei θ eine Koeffizient für die Anpassung ist. Fast man die Gleichungen ( 1 ) und ( 2 ) zusammen erhält man eine Beziehung zwischen Zinsdifferenz und erwarteter Wechselkursentwicklung
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Im Modell werden Beziehungen zwischen dem Wechselkurs e und dem inländischen Preisniveau P beschrieben. Um lineare Funktionen zu erhalten, werden die Variablen logarithmiert ( ln( P ) = p ) ). Die Kernbestandteile des Modells stellen drei Funktionen dar. Dabei handelt es sich einmal um die QQ-Funktion welche alle Kombinationen von Preisniveau und Wechselkurs beschreibt, bei denen sich der Geldmarkt im Gleichgewicht befindet. Die zweite entscheidende Funktion ist die p = 0 Gerade, welche Kombinationen von p und e beschreibt, bei denen sich sowohl der Gütermarkt, als auch der Geldmarkt in einem kurzfristigen Gleichgewicht befinden. Schließlich bildet die 45° - Linie die dritte wichtige Funktion. Sie beschreibt langfristige Gleichgewichte zwischen p und e . Der Geldmarkt
Aus Geldnachfragefunktion
wird durch Logarithmieren
m - p = φy - λr . ( 4 )
Substituiert man Gleichung ( 3 ) in Gleichung ( 4 ), so erhält man die Preisniveaugleichung ( 5 ):
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Betrachtet man die lange Frist, so befindet sich der Wechselkurs auf seinem langfristig gleichgewichtigem Niveau . Daraus folgt für das langfristig gleichgewichtige Preisniveau p :
Setzt man ( 6 ) in ( 5 ) ein, so erhält man eine Beziehung zwischen Wechselkurs und Preisniveau :
Gleichung ( 7 ) ist die Gleichung der QQ-Funktion. Am Minuszeichen vor der Klammer kann man erkennen, dass diese Funktion eine negative Steigung besitzt, und es somit auf den Finanzmärkten einen negativen Zusammenhang zwischen Preisniveau und Wechselkurs gibt. Dies lässt sich wie folgt erklären: An der Geldnachfragefunktion ( a ) erkennt man, dass der Geldmarkt bei steigendem Preisniveau und fixem Output nur dann im Gleichgewicht bleibt, wenn gleichzeitig die Zinsen steigen. Bei steigenden Zinsen kommt es zu einer Aufwertung des Wechselkurses bis die ungedeckte Zinsparität gegeben ist, d.h. bis der inländische Zinsvorteil durch eine ebenso große Abwertungserwartung ausgeglichen wird. Im Modell wird angenommen, dass sich die Anpassungen auf dem Geldmarkt unendlich schnell vollziehen. Somit befinden sich Wechselkurs und Preisniveau zu jedem Zeitpunkt auf der QQ - Geraden.
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Arbeit zitieren:
Falk Scherzer, 2002, Der monetäre Ansatz zur Wechselkursbestimmung - Das Modell von Dornbusch, München, GRIN Verlag GmbH
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