Seminar : PS Geschlechtsspezifische Sozialisation WS 2001 /02 Verfasser : Bisrat Wolday
Thema : Moral und Geschlecht Datum : 18 03 2002
I Einleitung 3
II Moralische Entwicklung 3
1.0 Moralisches Reifen nach Kohlberg 3
1.1 Präkonventionelles Niveau 4
1.1.1 Stadium 1 4
1.1.2 Stadium 2 5
1.2 Konventionelles Niveau 5
1.2.1 Stadium 3 5
1.2.2 Stadium 4 6
1.3 Postkonventionelles Niveau 6
1.3.1 Stadium 5 6
1.3.2 Stadium 6 7
2.0 Moralisches Reifen nach Gilligan 7
2.1 Niveau I 8
2.1.1 Übergangsphase 1 9
2.2 Niveau II 9
2.2.1 Übergangsphase 2 9
2.3 Niveau III 9
III Geschlechtsspezifische Moralauffassung 9
1.0 Ursprünge geschlechtsspezifische Moralauffassung 10
2.0 Perspektive der Gerechtigkeit 10
3.0 Perspektive der Fürsorge 11
IV Kritische Betrachtungen 11
1.0 Moral als eine Frage der Betroffenheit 12
2.0 Weibliche Fürsorgemoral als eine Rollenmoral 12
3.0 Projektion geschlechtsstereotyper Erwartungen 13
V Schluss 14
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Seminar : PS Geschlechtsspezifische Sozialisation WS 2001/02 Verfasser : Bisrat Wolday
Thema : Moral und Geschlecht Datum : 18.03.2002
VII Literaturverzeichnis ................................................................................................. 15
VI Anmerkungen............................................................................................................ 16
I Einleitung
Die Frage nach einer „feministischen Ethik“, wurde erstmals ausgelöst durch das 1982 veröffentlichte Buch: „ In a different Voice“ von der Entwicklungspsychologin Carol Gilligan 1 . Dessen Erscheinen entfachte in der feministischen Theoriebildung heftigste Diskussionen und Kritiken der Thesen Gilligans, deren breitflächige Kontroverse, ob und wenn ja, warum Frauen moralisch anders Denken, bis heute andauert.
Gilligan wies darauf hin, dass empirische Untersuchungen, auf denen bisherige Theorien moralischer Entwicklung basierten, zum einen ohne Einbeziehung weiblicher Probandinnen durchgeführt wurden und zum anderen die Einstufung von Frauen anhand dieser Modelle der moralischen Entwicklung, auffallend niedrig blieb. Dies motivierte sie zur Ausarbeitung alternativer Moralentwicklungen und Perspektiven moralischer Auffassung die ich im folgenden darlegen möchte.
II Moralische Entwicklung
Da sich Carol Gilligan in kritischer Weise auf die Theorien moralischer Entwicklung von Lawrence Kohlberg und damit implizit auch auf jene, Jean Piagets bezieht. Erscheint es mir wichtig, der Schilderung von Gilligans Thesen, eine verkürzte Wiedergabe der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlbergs voranzustellen.
1.0 Moralisches Reifen nach Kohlberg
Lawrence Kohlberg formulierte, aufbauend auf Jean Piagets dreistufiges Modell der moralischen Entwicklung, ein nuancierteres Stufenmodell, bestehend aus drei vertikalen Stufen (Niveaus), als auch sechs horizontalen Stufen (Stadien). Die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen auf das Vorlegen hypothetischer
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Thema : Moral und Geschlecht Datum : 18.03.2002
Konfliktsituationen ( z.B. das Heinz-Dilemma) und moralischer Problemstellung ordnete er den einzelnen Stadien zu.
Piagets Grundgedanken der geistigen Entwicklung überträgt Kohlberg wie folgt auf den Bereich der Moral: „Da moralisches Denken natürlich auch Denken ist, hängt fortgeschrittenes moralisches Denken von fortgeschrittenem logischen Denken ab.“ 2 Der Anfangspunkt einer moralischen Entwicklung verlangt also nach der Vollendung gewisser Schritte der Denkentwicklung, so dass fortgeschrittenes logisches Denken zwar notwendig ist, dennoch keine Gewissheit über ein höheres moralisches Stadium bieten kann. 3 Aus diesem Grund hat Kohlberg seinen Stadien wohl auch, im Gegensatz zu Piaget, keine Altersangaben zugeschrieben.
Ähnlich verhält es sich mit der Perspektiven- oder Rollenübernahme. Um moralische Urteile fällen zu können, bedarf es der Befähigung sich in andere Menschen hineinzuversetzen, dieses Denkvermögen allein führt jedoch nicht zwingend zu einem moralischen Urteil auf höherer Ebene. 4
1.1 Präkonventionelles Niveau
Das Präkonventionelles Niveau wird auch als vormoralisches Niveau bezeichnet, da hier die Autoritätsmoral vorherrscht. Das Kind hat den eigenen Egozentrismus zwar überwunden und erkennt an, dass es einen anderen Standpunkt als den eigenen geben kann, dennoch orientiert es sich ausschließlich an den Regeln Geboten und Verboten von Autoritätspersonen. Somit auch an dem was diese für richtig, falsch, gut oder böse beurteilen.
1.1.1 Stadium 1
Dominierend ist die Straf- und Gehorsamsorientierung. Die Handlung richtet sich nach den Konsequenzen der Tat, also nach der Bestrafung und der Autorität. Entscheidend für das Ausführen einer Handlung ist demnach eine Strafvermeidung und nicht die Achtung vor der moralischen Ordnung, deren Aufrechterhaltung der Bestrafung zugrunde liegt.
Die soziale Perspektive ist individuell, demzufolge zentriert sie sich auf das eigene Ego. Vorgänge werden nach dem äußeren Erscheinungsbild beurteilt und nicht nach
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Thema : Moral und Geschlecht Datum : 18.03.2002
den dahinterliegenden Absichten. Das Verständnis von Moral als im Sinne einer wechselseitigen Beschaffenheit ist noch kaum ausgebildet.
1.1.2 Stadium 2
Eine Richtung weist in diesem Stadium die Zweck- und Austauschorientierung. Die menschliche Beziehung wird als eine gleichwertige Übereinkunft verstanden. Elemente von Reziprozität im Sinne eines fairen Austausches bilden sich heraus, so das die soziale Perspektive über das eigene Ego hinweg reicht. Es geht zwar noch immer vorrangig um Befriedigung eigener Bedürfnisse, mittlerweile jedoch auch um Zufriedenstellung der Wünsche anderer.
1.2 Konventionelles Niveau
Die zweite horizontale Stufe wird ebenso als regelkonformes Niveau etikettiert, welches gekennzeichnet ist durch die Gruppenmoral, d.h. das Individuum erlebt sich selbst und andere als Mitglieder einer Gesellschaft Die Unterstützung und
Erwartungen der Gruppe oder der Gesellschaft wird als wertvoll an sich begriffen, unabhängig von mittelbaren oder unmittelbaren Konsequenzen. Die Haltung des Einzelnen ist nicht nur Konform mit den individuellen Erwartungen und der soziale Ordnung, sondern auch loyal gegenüber letztgenannter. Das Individuum vermag sich in andere hineinzuversetzen und deren Interessen und Erwartungen wahrzunehmen, dementsprechend treten soziale Annerkennung und Wertschätzung in den Vordergrund.
1.2.1 Stadium 3
Ausschlaggebend für die soziale Perspektive des Handelns ist nun das Gefühl der Gemeinschaft, sonach bekommen Übereinkünfte und Erwartungen den Vorzug vor individuellen Interessen. Die Meinung anderer wird zum Maßstab des moralisch Richtigen. Das Wohlergehen der Mitmenschen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein Verhalten das anderen gefällt, ihnen hilft und von ihnen gelobt wird, gilt als erstrebenwert. Die Menschen dieses Stadiums legen höchsten Wert auf Beziehungen, aus denen sich Zufriedenheit und vor allem Annerkennung gewinnen lassen.
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Arbeit zitieren:
Bisrat Wolday, 2002, Moral und Geschlecht, München, GRIN Verlag GmbH
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