Inhalt
1. Analyse des Lehr- und Lernfeldes 3
1.1. Thema und Problemstellung des Vorhabens 3
1.2. Einordnung in die Bildungsstandards/ Kompetenzbereich(e)
und in die Kernlehrpläne 3
2. Sachanalyse 5
3. Didaktische Reflexion 9
3.1. Begründung/ Relevanz des Themas 9
3.2. Didaktische Reduktion 9
3.3. Schwerpunktsetzung 10
3.4. Thema der Stunde 11
3.5. Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe 11
3.6. Lernziele/ Kompetenzen 12
3.7. Motivation 12
3.8. Organisation des Lernprozesses 13
3.9. Lernerfolgskontrollen 13
3.10. Zu erwartende Schwierigkeiten 13
3.11. Hausaufgaben 14
4. Methodische Vorbereitung 15
4.1. Medien 15
4.2. Arbeits- und Sozialformen 16
5. Verlaufsplanung 17
6. Unterrichtsnachbereitung 20
7. Anhang 20
7.1. Unterrichtsmaterialien 20
7.1.1. Arbeitsblatt 1 und Lösungsblatt 20
7.1.2. Arbeitsblatt 2 und Lösungsblatt 23
7.1.3. Arbeitsblatt 3 und Lösungsblatt 26
7.1.4. Arbeitsblatt 4 und Lösungsblätter 29
7.2. Tafelanschriften 34
7.2.1. Tafelanschrift 1 34
7.2.2. Tafelanschrift 2 34
8. Literatur 35
8.1. Zur Sachanalyse 35
8.2. Zur Didaktik 35
8.3. Zu den Unterrichtsmaterialien 36
2
1. Analyse des Lehr- und Lernfeldes
1.1. Thema und Problemstellung des Vorhabens
Thema der Unterrichtsstunde ist die Einführung in die Bildung und Verwendung von Aktiv und Passiv. Die Schüler sollen hierbei ± da es sich um die Einstiegsstunde zum Thema handelt ± erkennen, dass es im Deutschen zwei Handlungsarten gibt. Die Handlungsarten des Verbs sollen den Schülern durch eine induktive Erarbeitungsform nähergebracht und anhand von Beispielen eingeübt werden. Eventuell auftretende Probleme könnten darin bestehen, dass bei den Schülern Defizite bei der bereits als bekannt vorausgesetzten Verbflexion bestehen, wovon ich jedoch bei Klassenstufe 7 ERS (M-Bildungsgang) nicht ausgehe. Da es sich bei der Behandlung der Handlungsrichtungen des Verbs abgesehen von absoluten Grundvoraussetzungen des Deutschunterrichts um eine vollkommen neue Thematik handelt, sind zur Einführung der Thematik keine Wiederholungsübungen nötig.
1.2.Einordnung in die Bildungsstandards/ Kompetenzbereich(e) und in die Kernlehrpläne
In den Bildungsstandards im Fach Deutsch 1 ist dargestellt, dass die Schüler bei der Arbeit mit der deutschen Sprache über das Unterrichtsfach hinaus Kompetenzen erwerben, die sie ihr tägliches Leben gestalten lassen, zur Teilnahme am kulturellen Leben befähigen. Durch Kenntnisse und Anwendungskompetenzen der deutschen Sprache sind die Schüler zudem in der Lage, weitere Sprachen zu erlernen und in den unterschiedlichen Fächern fachlich zu arbeiten. 2 Somit kommt dem Unterricht der deutschen Grammatik eine sehr wichtige Funktion zu, was auch die in der geplanten Unterrichtsstunde zu erarbeitenden Inhalte zur Handlungsrichtung des Verbs einschließt. Auch unter den vier Kompetenzbereiche im Fach Deutsch QLPPWGHU%HUHLFKÄ6SUDFKHXQG6SUDFKJHEUDXFKXQWHUVXFKHQ³HLQH6RQGHUVWHOOXQJHLQGDHU in Beziehung zu jedem der drei anderen Bereiche steht. 3 Durch die Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch sowie über die Bedingungen der Sprachbildung wird die Fähigkeit für die eigene Sprachentwicklung der Schüler gefördert. 4 Die Unterrichtsstunde zu den Hand-
OXQJVULFKWXQJHQGHV9HUEVLVWVRPLW7HLOYRQÄ6SUDFKHDOV6\VWHP³ZRGLH6FKOHUGHQNRr-
1 Sekretariatder Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hg.):
Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss. Beschluss vom 4.12.2003, München
2004.
2 Vgl. ebd., S. 6f.
3 Vgl. ebd., S. 7f.
4 Vgl. ebd., S. 9
3
rekten Aufbau der grammatischen Strukturen und Terminologie kennen lernen und funktional verwenden. Hier ist neben der Zeitlichkeit des Verbs v.a. dessen Modalität angesprochen. 5 Im Kernlehrplan Deutsch für die Erweiterte Realschule (M-Bildungsgang) 6 betrifft die geplante Unterrichtsstunde in der Hauptsache den Kompetenzbereich 4 (Sprache und Sprachge- EUDXFKXQWHUVXFKHQKLHUEHLLVWEHVRQGHUVIROJHQGH.RPSHWHQ]HUZDUWXQJHQEHWURIIHQÄ>'LH Schüler] kennen die verschiedenen Sprachbereiche und deren Systematik und nutzen diese Erkenntnisse bei der Produktion wie der Analyse von Texten in schriftlicher und mündlicher )RUP³ 7 Erarbeitet werden soll v.a. Unterpunkt 3.2. des Kompetenzbereichs 4 für die Klassen- VWXIHQÄ:RUWDUWHQLQZHLWHUHQ)XQNWLRQHQNHQQHQXQGXQWHUVFheiden: Verben(Aktiv/ Pas- VLY³PLW5FNJULIIDXIGLH.RPSHWHQ]HUZDUWXQJIUGLH.ODVVHQVWXIHQÄKlXILJYRUNRm- mendeWortarten mit ihren Flexionsformen kennen und funktional gebrauchen: Verben (Bil- GXQJXQG/HLVWXQJYRQ=HLWVWXIHQXQG=HLWIRUPHQ³ 8
TangiHUWZHUGHQZHLWHUKLQGLH*UXQGNRPSHWHQ]HQGHUZHLWHUHQ.RPSHWHQ]EHUHLFKHZLHÄ0LW DQGHUHQ VSUHFKHQ³ .RPSHWHQ]EHUHLFK 6SUHFKHQ XQG =XK|UHQ Ä5LFKWLJHV 6FKUHLEHQ³ (Kompetenzbereich 2.2). 9
Schülern der Klassenstufe 7, in der die geplante Unterrichtsstunde stattfindet, sind bereits die Verbflexion nach Person und Numerus sowie nach Tempus bekannt, so dass die Schüler hier auf ihr Vorwissen zurückgreifen können. Die Verbflexion nach Modus ist ebenso wie die Flexion nach Handlungsart für die Klassenstufen 7/8 vorgesehen. Für die geplante Unterrichts-stunde gehe ich davon aus, dass der Verbmodus in der betreffenden Klasse noch nicht behandelt wurde. 10
5 Vgl. ebd., S. 9 und 16.
6 Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur (Saarland): Kernlehrplan Deutsch. Erweiterte Realschule:
M-Bildungsgang 2008. (http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/KernlehrplanDeutschERS_M.pdf,
Zugriff vom 24.2.09).
7 Ebd., S. 26.
8 Ebd., S. 29.
9 Ebd., S. 11f.
10 Vgl. ebd., S. 29.
4
2. Sachanalyse
Zu den flektierbaren Wortarten des Deutschen gehört das Verb. Diese Wortart lässt sich nach vier Gefügen oder auch Teil- bzw. Untersystemen beugen. 11 $P%HLVSLHOGHV9HUEVÄVLQJHQ³ lässt sich dies folgendermaßen darstellen:
a) Die Flexion nach Person und Numerus:
Hier wird eine verbale Kategorisierung vorgenommen. Die erste Person stellt den Sprecher oder Schreiber, die zweite Person den Angesprochenen und die dritte Person den Besprochenen oder die besprochene Sache dar. 12 Der Numerus des Verbs gibt an, ob etwas Einzelnes (Singular) oder eine Mehrzahl (Plural) gesehen wird. 13 Bei der Flexion eines Verbs nach Per-
VRQXQG 1XPHUXV KLHU ÄVLQJHQ³ HUKlOW PDQ VRPLW VHFKV YHUVFKLHGHQH )RUPHQ ,QGLNDWLY Aktiv Präsens):
b) Die Flexion nach Tempus:
Hier wird ein Geschehen oder Sein als gegenwärtig, vergangen oder zukünftig markiert. 14 Zu dieser Markierung werden die Zeitstufen (Tempora) Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II verwendet. Teilweise sind für die Zeitstufen Perfekt und Plusquamperfekt auch die Bezeichnungen Präsensperfekt und Präteritumperfekt, für die Zeitstufe Futur II die Bezeichnung Futurperfekt gebräuchlich. 15 Bei der Flexion eines Verbs nach Tempus erhält man somit sechs verschiedene Formen (3. Person Singular Indikativ Aktiv):
11 Vgl. Gerhard Schoebe: Elementargrammatik. Rechtschreibung Zeichensetzung, München 2008, S. 11.
12 Vgl. Dudenredaktion (Hg.): Duden. Die Grammatik, Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich 2006, S. 131 und
1268.
13 Vgl. ebd., S. 131 und 1267.
14 Vgl. ebd., S. 131 und. 1271.
15 So z.B. in Duden. Die Grammatik, vgl. dort, S. 437 u.ö.
5
c) Die Flexion nach Modus:
Hiermit wird der Geltungsgrad einer Aussage bestimmt. 16 Unterschieden wird zwischen Indikativ, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Ebenfalls zur Modusflexion wird die Befehlsform (der Imperativ) gezählt. Somit erhält man vier verschiedene Formen (3.Person Singular Aktiv Präsens):
d) Die Flexion nach Handlungsart:
Hierbei wird das Verb nach der von ihm beschriebenen Einordnung des Geschehens flektiert. Möglich sind Täterzugewandtheit (Aktiv oder Tatform) oder Täterabgewandtheit (Passiv oder Leideform). Die Handlungsarten werden auch unter den Begriffen Handlungsrichtung, Genus verbi oder Diathese zusammengefasst. 17 Hier erhält man zwei verschiedene Formen (3.Person Singular Indikativ Präsens):
In Aktiv und Passiv stehen jeweils die gleichen Tempora zur Verfügung. Besonderheit der Passivbildung ist, dass der passivische Verbalkomplex immer genau eine Verbform mehr als der entspreche aktivische Verbalkomplex enthält.
Die Bildungsweise des Passivs ist je nach Tempus, in dem die Form gebraucht wird, verschieden. In Indikativ wird in Präsens und Präteritum die entsprechende Personalform des 9HUEVÄZHUGHQ³PLWGHP3DUWL]LS ,,GHV9ROOYHUEVNRPELQLHUWLQ3HUIHNWXQG3OXVTXDPSHr- fekt GLHHQWVSUHFKHQGH3HUVRQDOIRUPYRQÄVHLQ³PLWGHP3DUWL]LS,,GHV9ROOYHUEVXQGÄZRr-GHQ³'LH %Lldung des Passivs im Futur I wird durch die Verbindung der Personalform von ÄZHUGHQ³ GHV 3DUWL]LS ,, GHV 9ROOYHUEV XQG ÄZHUGHQ³ GLH %LOGXQJ GHV 3DVVLYV LP )XWur II GXUFK GLH 9HUELQGXQJ GHU 3HUVRQDOIRUP YRQ ÄZHUGHQ³ GHV 3DUWL]LS ,, GHV 9ROOYHUEV ÄZRr-GHQ³XQGGHP,QILQiWLYYRQÄVHLQ³HUUHLFKW 18
16 Vgl. ebd., S. 131 und 1266.
17 Vgl. Schoebe: Elementargrammatik, S.15,
vgl. Duden. Die Grammatik, S. 550.
18 Vgl. Schoebe: Elementargrammatik, S. 16.
6
Ebenso verhält es sich mit der Bildung des Passivs in Konjunktiv I und Konjunktiv II. Konjunktiv I: 19
Konjunktiv II
Durch die Verwendung des Passivs in Abgrenzung zum Aktiv wird der Betroffene bzw. die behandelte Sache hervorgehoben, das Subjekt des Aktivsatzes (Agensangabe) tritt in den Hin-tergrund und kann ± wenn es für die Bedeutung der Aussage unwichtig ist ± ganz weggelas- VHQZHUGHQ $XV GLHVHP *UXQG ZLUG GDV 3DVVLY DXFK DOV ÄWlWHUDEJHZDQGWH )RUP³ EH]HLFh- net. 20 Außerdemist es durch die Verwendung des Passivs möglich, ein Geschehen zu betonen. Somit erhält man folgende Möglichkeiten, Sachverhalte auszudrücken: 21
19 Vgl. Peter Gallmann, Horst Sitta: Deutsche Grammatik, Zürich 2004, S. 50f.
20 Vgl. Duden. Die Grammatik, S. 550,
vgl. Gallmann, Sitta: Deutsche Grammatik, S. 44,
vgl. Rainer Brandt: Die deutschen Verben kompakt, Göppingen 2004, S. 17.
21 Vgl. Schoebe: Elementargrammatik, S. 15.
7
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Frank Bodesohn, 2009, Stundenentwurf zur Einführungsstunde - Thema: Aktiv und Passiv, München, GRIN Verlag GmbH
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