Das Wissen über den Begriff Motivation ist wohl bei vielen Führungskräften und Mitarbeitern lückenhaft, überspitzt formuliert kann man sagen, alle wissen was zu tun ist, aber keiner wie. Im Bewusstsein von Führungskräften scheint nur vage ein Bild vorhanden zu sein, wie die Aufgabe „Motivieren“ in der täglichen Arbeit auszuüben ist und welche Einflussgrößen und Mittel vorhanden sind.
Wenn motivieren die wichtigste Aufgabe einer Führungskraft ist, dann steht die Grundannahme dahinter, dass unmotiviert sein der Mitarbeiter normal ist. Dies entspricht wohl kaum der Realität, denn Mitarbeiter reagieren nicht nur auf Anregungen von außen, sie verfolgen auch ihre eigenen beruflichen Ziele in Unternehmen. {Rosenstiel 2003 #50} S. 420 Besser wäre es also zu fragen, was demotiviert die Mitarbeiter, denn das setzt erstens Eigenmotivation voraus und gibt zweitens konkrete Hinweise auf anstehende Probleme. Motivieren abseits der Bedürfnistheorien
Welche Einflussgrößen besitzen Führungskräfte nun abseits der Bedürfnistheorien und der Seminarwelt „Motivation leicht gemacht“. Exemplarisch möchte ich drei Ansätze skizzieren mit dem Fokus auf das „Wie des Motivierens“. Sinn ermöglichen und neue Wege gehen, Fredmund Malik
Führungskräften empfiehlt Fredmund Malik das Wort "Motivation" zu streichen, wenn nicht ganz, so doch wenigstens eine Woche lang, als Experiment in richtiger Führung. Probehalber kann man für sich selbst einmal akzeptieren, dass wir schlichtweg nicht wissen, wie man motiviert. Aus dieser Annahme leitet er folgende Konsequenzen ab: Die erste Konsequenz ist: Wenn wir nicht wissen, was Menschen motiviert, dann müssen wir es herausfinden.
Die zweite Konsequenz ist man muss nur wissen, was die fünf, zehn oder fünfzehn konkreten Personen bewegt, die direkt mit einem zusammenarbeiten. Das ist recht gut herauszufinden, auch ohne theoretischen Überbau.
Eine dritte Konsequenz ist, dass man, sollte sich mit der Sinnlehre Viktor E. Frankl beschäftigen. Demzufolge ist der Mensch ein Wesen auf der Suche nach Sinn - nicht nach Macht, Ruhm, oder Geld, nicht nach Befriedigung seiner Triebe und Bedürfnisse - sondern auf der Suche nach einem Lebenssinn.
Es stellt sich die Frage so: Woher bekommt man die Kraft, die man braucht, wenn alle Motivation aufgebraucht ist? Malik kennt keine bessere Antwort als die von Frankl: Die Kraft kommt aus dem Sinn.
Die Suche nach einem Lebenssinn ist es, was Menschen bewegt. "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie", so zitierte Frankl häufig in seinen Vorträgen Friedrich Nietzsche. Es ist die kürzeste und auch schönste Formulierung. Wer kein Warum hat, erträgt das Leben nicht, selbst wenn er im Wohlstand lebt, sozial integriert und erfolgreich ist. Frankl sagt, Sinn kann nicht gegeben, nicht gemacht werden. Sinn kann nur gefunden werden und finden muss ihn jeder selbst. Führungskräfte können aber Bedingungen schaffen, in denen es möglich ist, dass Menschen ihren Sinn sehen und finden können. Führungskräfte haben die Bedingungen der Arbeit zu gestalten und die Aufgabe Menschen aller Organisationsstufen leistungsfähig zu machen, und zwar dadurch, dass man ihre Stärken herausfindet und ihnen Aufgaben gibt, wo sie mit ihren Stärken eine Leistung erbringen können, die für sie Sinn hat.
Den Sinn der Arbeit erläutern, ist für die Mitarbeiterführung wichtig. Wenn man will, dass Menschen in ihrer Arbeit Sinn sehen und Sinn finden können, so muss man ihnen wohl auch
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gelegentlich erklären, welchen Sinn eine Arbeit für das Gesamtunternehmen hat und vor allem welchen Sinn eine Arbeit für den Kunden hat. Selbst weniger angenehme und durchaus belastende Arbeiten könnten dadurch, wenn schon nicht leichter, so doch sinnvoller werden und sie könnten somit erträglicher sein.
Befähigt eure Mitarbeiter frei zu werden von Fremdmotivation, ist die Aufforderung von Malik, denn Menschen wollen gute Arbeit leisten und mit Erfolg verbunden sein! Struktur geht vor Psyche, Wilhelm Backhausen Was geschieht in einem Unternehmen?
Die Beteiligten kooperieren unter zu Hilfenahme von Regeln, um ein Ziel zu erreichen. Die Führungskraft hat dabei die Arbeitsteilung und den Austausch zwischen den Beteiligten zu koordinieren. Arbeitsaufgaben und Arbeitsabläufe sind so zu gestalten, dass in einem hoch arbeitsteiligen Unternehmen, gleichzeitig die Beteiligten sich austauschen können und eine effektive Wertschöpfung stattfinden kann. Es geht vornehmlich um die Arbeitsorganisation und nicht um die Menschenführung. Was macht gute Führung aus?
Zwei Aspekte gehören zur Führung, die von einer Führungskraft zu leisten sind: Führungskräfte haben die Arbeit zu gestalten und einzuteilen, wer macht was und die Arbeitsabläufe so einzurichten, dass eine effektive Wertschöpfung stattfindet. Neben Maschinen brauchen wir Jobs oder Arbeit, weil nur Menschen auf unvorhergesehene Situationen reagieren können, als Führungskraft habe ich nun Menschen zu gewinnen, die in der Lage sind diese Jobs auszufüllen. Die Menschen sind dabei so einzusetzen, dass ihre Stärken zum Tragen kommen und sie innerhalb der Organisation einen Beitrag leisten können. Den Menschen somit eine Möglichkeit zu schaffen, selbstbestimmt zu arbeiten. Sinn statt Firmenphilosophie, Warren G. Bennis
Bennis durchleuchtete in einer Untersuchung 90 Führungskräfte mit dem Ziel aufzuzeigen, was gute Führung und Erfolg ausmacht. Er fand heraus, dass von entscheidender Bedeutung der richtige Umgang mit sich selbst ist. Selbstachtung ist alles. Die befragten Führungskräfte kannten ihre Stärken und hoben sie im Interview hervor und spielten ihre Schwächen herunter. Sie schienen von früher Jugend an zu wissen, worin sie gut waren. Sie kannten ihren Wert und vertrauten auf sich. Sie besaßen ein positives Selbstwertgefühl. Für den Autor stand fest: Die eigenen Stärken zu erkennen und die Schwächen zu kompensieren ist der erste Schritt zu einem positiven Selbstwertgefühl, der nächste ist, die Stärken diszipliniert weiter zu entwickeln und letztlich beurteilen zu können, ob die Erfordernisse einer Aufgabe mit den eigenen Fähigkeiten zusammenpassen. Bennis weist in seinem Kapitel „Sinn durch Kommunikation zu vermitteln“ daraufhin, dass „Worte, Symbole, Artikulation, Einstellungs- und Ausbildungspraktiken zwar notwendig sind, aber nicht weit genug gehen. Änderungen in der Führung, der Organisation und im Führungsstil müssen den Wandel unterstützen“. Wobei die Führungskräfte in ihrem Handeln gefordert sind.
Er erläutert exemplarisch, unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind gute Arbeit zu leisten, wenn:
sie die Notwendigkeit zu der Arbeit einsehen
ihnen: − Ausrüstung − Verfahrensweisen − Material − Know-how geboten wird
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Arbeit zitieren:
Diplom Kaufmann Thomas Heitzer, 2009, „Mitarbeiter richtig motivieren“ - Alle wissen was zu tun ist, aber keiner wie, München, GRIN Verlag GmbH
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